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Veröffentlicht am 23.01.2025

Was ist dein dunkelstes Geheimnis?

Seven Ways to Tell a Lie
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„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen ...

„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen …

Ein Unglück, das niemand überlebt.
Das sich nie ereignet hat, wie Jonah, einer der Toten, weiß.
Doch wer steckt hinter dem schrecklichen Deepfake und was will er/sie damit erreichen? Eine Prophezeiung? Oder nur ein schlechter Scherz?

Als immer mehr Clips auftauchen, die Jonah und seine ehemalige Clique, die vor einem Jahr zerbrochen ist, als Enya spurlos verschwand, „ansprechen“, machen sich die Jugendlichen gemeinsam auf die Suche nach den Initiatoren und nach Wahrheiten. Dabei kommen ungeahnte Geheimnisse ans Licht …

Wiedergegeben wird das Geschehen aus der Sicht von Jonah, durch den wir seine alten FreundInnen – Ruby, Victor, Samuel, Jessica, Laurin – kennenlernen und auch einiges über Enya erfahren. Thea schließt sich dem Trupp an und bereichert diesen, ist sie doch nicht vom Zwist der TeenagerInnen betroffen. Langsam verändert sich die Dynamik, wird mal enger und freundschaftlicher, bis Misstrauen und Argwohn mitmischen. Aufgrund der unterschiedlichen Charaktere und der Vielzahl (möglicher) Motive, der Tatsache, dass jedeR mindestens ein Geheimnis von mehr oder minder größerem Ausmaß hat, ist es nicht ersichtlich, wer hinter den Videos steckt – und somit führt uns der Autor gekonnt an der Nase herum.

Da „Seven Ways to Tell a Lie“ ab 13 Jahren empfohlen wird, war es wenig überraschend, dass der Stil recht einfach gehalten wurde, mir an so mancher Stelle Ernst und Tiefe, ja, auch Abwechslung und vor allem Spannung fehlten. Der Verlauf – bestückt mit immer neuen „Twists“ und Offenbarungen – selbst wirkte öfter stark konstruiert, im Showdown fehlte es mir an Details, war die Auflösung zwar hervorragend gewählt und unerwartet, jedoch rasch vorbei. Wie Hadler sensible Themen – u. A. Homophobie, Rassismus, Gewalt – einflocht, durch die die einzelnen Figuren und Reaktionen mehr Griffigkeit bekamen, ist gut gelungen und in einem Buch, das sich an eine jüngere Zielgruppe richtet, ungemein wichtig. Zusätzlich beschäftigt sich Colin mit den – aktuell heiß diskutierten – Gefahren rund um KI. Wie leicht Mensch Fake-News verbreiten, Medien manipulieren kann. Unangenehme Vorstellung, doch leider Realität.

Fazit: Ein Roman, der zum Nachdenken animiert; spaßige, gefühlvolle und spannende Sequenzen bereithält. Was ist dein dunkelstes Geheimnis?

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Softe Story mit wichtigen Themen.

The Grain of Guilt - Klinikum St. Nikolaus
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Marie Bender will einen Neuanfang – raus aus dem Schatten ihres Vaters, raus aus einem lieblosen Elternhaus, in dem eine makellose Fassade alles ist, was zählt. Einfach weg von dem Gedanken, nie zu genügen. ...

Marie Bender will einen Neuanfang – raus aus dem Schatten ihres Vaters, raus aus einem lieblosen Elternhaus, in dem eine makellose Fassade alles ist, was zählt. Einfach weg von dem Gedanken, nie zu genügen. Um endlich frei zu sein, zieht sie von Hamburg nach München und tritt im Klinikum St. Nikolaus sogleich eine Stelle als Assistenzärztin an. Recht schnell zeigt sich: Den Namen „Bender“ wird sie auch hier nicht los. Vor allem Lionel Colbert scheint seine neue Kollegin sofort in eine Schublade zu stecken …

„The Grain of Guilt“ war mein erstes Buch von Toni Mella. Zu Beginn möchte ich sagen, dass die Autorin selbst in Medizin bewandert und Ärztin ist. Dieses Wissen ist dem Roman anzumerken und gibt sowohl dem Hospital-Setting, den Abläufen und dem Trubel als auch den anzutreffenden Erkrankungen Authentizität.
Da das Geschehen aus wechselnder Perspektive dargelegt wird, lernen wir die Protagonisten einzeln kennen.
Marie – privilegiert aufgewachsen, bevormundet durch ihren Vater, der ein bekannter und erfolgreicher Arzt ist – will endlich nicht mehr die „Tochter von …“ sein, eigene Erfahrungen machen, Erfolge erzielen. München scheint ihr dafür weit genug weg. Und abgesehen des mürrischen Colberts lebt sich die empathische Hamburgerin schnell in der Klinik und in ihrer neuen WG ein. Leider geht ihr Lionels unfaires Verhalten, der nicht müde wird, mit Vorurteilen und Spitzen um sich zu werfen, nicht aus dem Kopf. Dass sein Bruder das genaue Gegenteil von ihm ist, kann zudem nur ein Witz des Schicksals sein. Wo Lionel harsch, wortkarg und unfreundlich auftritt, ist Matthias locker, nie um einen Spruch verlegen und charmant. Aber trotz der Unterschiede sind die Geschwister unzertrennlich, eine Verbindung, die tiefer geht …
Der Ältere der Colbert-Brüder kann nicht fassen, dass er von nun an regelmäßig mit der „Tochter von …“ konfrontiert werden soll! Seit Monaten ist es ein Kampf für ihn, im St. Nikolaus zu arbeiten, und mit Marie vor der Nase und der Erinnerung, die ihr Nachname mit sich bringt, scheint sich dies jetzt auch nicht zu ändern. Gut, dass er Ablenkung und Ruhe im Kochen findet, und dieser Leidenschaft nicht nur in seiner Wohnung nachgehen kann. Auch das Eishockey und die Pub-Abende muss er ja zum Glück nicht mit ihr verbringen … Dachte er zumindest, blöd nur, dass Benders Mitbewohnerinnen Freundinnen der Brüder sind und Matthias einen Narren an der Neuen gefressen hat.

Diese Geschichte wurde in einem ruhigen, modernen Ton erzählt und schreitet rasch voran. Dadurch bleibt kaum Zeit für eine nachvollziehbare – emotionale – Entwicklung und auch die gewichtigen Themen müssen auf den Raum, den es bräuchte, um sich entfalten zu können, verzichten. Wir bekommen einen Eindruck von Maries Kindheit und Jugend, ihren kalten Eltern, deren Aufmerksamkeit sie sich verdienen musste; ihren ungesunden Bewältigungsstrategien und der Stärke, die sie in sich fand, um diesen Einhalt zu gebieten. Für mich blieb das alles etwas zu undeutlich.
Lionels Ängste und Schuldgefühle, seine immer währende Sorge um Matthias, die liebevolle Bindung der Brüder und die Doppelbelastung, die der 27-Jährige durch zwei Jobs trägt, waren im Vergleich greifbarer. Ob seine Abneigung und sein vorschnelles Urteilen angemessen sind, sei dahingestellt. Der romantische Aspekt, das Spiel aus heiß-kalt, brachte wenig Neues mit sich, passierte einfach. Hier und da fand ich Verhaltensweisen zu überdramatisiert, zu abrupt und Lionels Augen zu blau. Dafür hält der Verlauf die eine oder andere Spannungskomponente bereit, Momente, die zum mit bangen verleiten und unvorhergesehene Ereignisse.
Beide kämpfen mit der Vergangenheit, kämpfen in der Gegenwart – ob sie es schaffen, ihre Differenzen beizulegen und einander eine wirkliche Chance zu geben?

„The Grain of Guilt“ erinnert daran, wie kurz das Leben und wie wichtig es ist, das zu tun, was man liebt, dass jedem Ende ein neuer Anfang inneliegt und in jedem von uns ungeahnte Stärke steckt. Toni Mella animiert dazu, genauer hinzuschauen, unsere Träume zu verfolgen und uns bewusst zu machen, dass wir mehr sind als ein Name, ein Fehler oder eine Diagnose.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Ausbaufähig, aber zu empfehlen.

Maevis
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„𝐇е𝐮𝐭е 𝐢𝐬𝐭 𝐦𝐞𝐢𝐧 𝐆𝐞𝐛𝐮𝐫𝐭𝐬𝐭𝐚𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐚𝐠, 𝐚𝐧 𝐝е𝐦 і𝐜𝐡 𝐬𝐭е𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐦𝐨𝐞𝐜𝐡𝐭𝐞.“

In ihrem neuen Roman führt uns Laura Misellie mitten hinein in eine postapokalyptische Welt – ein Jahr ist vergangen, seit sich ein ...

„𝐇е𝐮𝐭е 𝐢𝐬𝐭 𝐦𝐞𝐢𝐧 𝐆𝐞𝐛𝐮𝐫𝐭𝐬𝐭𝐚𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐚𝐠, 𝐚𝐧 𝐝е𝐦 і𝐜𝐡 𝐬𝐭е𝐫𝐛𝐞𝐧 𝐦𝐨𝐞𝐜𝐡𝐭𝐞.“

In ihrem neuen Roman führt uns Laura Misellie mitten hinein in eine postapokalyptische Welt – ein Jahr ist vergangen, seit sich ein Virus unerklärlichen Ursprungs in rasender Geschwindigkeit ausgebreitet und einen Großteil der Zivilisation ausgelöscht hat. Zurück blieben Straßen, in denen das Gesetz des Stärkeren herrscht, Anarchie und nur wenige, die weder infiziert wurden noch den Umständen, Banden oder den 'Frenzуs' zum Opfer fielen. Bisher. „Maevіѕ: Die Dunkelheit in uns“ ist der erste Teil aus dem „Fear thеm Univerѕum“, in sich abgeschlossen und erzählt die Geschichte von Mae – einer jungen Frau, die alles und jeden verloren hat, gänzlich allein und nicht mehr bereit ist, jeden Tag zu kämpfen. Doch ein nächtlicher Schrei hält sie von ihren Plänen ab. Ein Hoffnungsleuchten oder nur das Schicksal, dass sich einen Spaß erlaubt? Was auch immer Mae vorfinden wird: Die kommenden Monate halten Erfahrungen, Begegnungen und zarte Gefühlsregungen bereit, von denen sie nicht mehr zu träumen wagte … Auf wenigen Seiten schuf die Autorin ein Szenario, in das Einzutauchen schmerzlich ist. Durch einen nüchternen, distanzierten Stil waren die Schwere, die schiere Ausweglosigkeit allumfassend, die Atmosphäre stets düster und die Stimmung zu keiner Zeit leicht. Wir können nur erahnen, wie Mae einst war, doch ihre Veränderung, solche, die wohl jeder durchläuft, wenn nur ein Moment der Schwäche den eigenen Tod bedeutet, sich selbst zum Opfer machen könnte, wirkte echt. Verständlich. Überlebenswichtig.

Misellie führt ihre Protagonistin – abgeklärt und hart – zu Clarke, zu weiteren Menschen, durch geplünderte Orte, zu einer Ahnung von Sicherheit und gibt der Truppe ein Ziel. Aber in diesen Zeiten ist nichts gewiss, nichts sicher. Weder die Zahl noch die Gesichter derer, mit denen man hofft, irgendwo anzukommen. Im Verlauf finden sich einige Hintergründe über den Virus, tragische Momente, beschwerliche Stunden und Abschiede. Blut wird vergossen, Menschlichkeit gesucht – und ein Hauch bitterer Hoffnung gefunden.

Aufgrund der Kürze fehlt es dem Geschehen jedoch an Tiefe, dadurch fiel es schwer, zu den einzelnen Charakteren, ihrer Dynamik eine Bindung aufzubauen oder sich vollkommen in die Story fallen zu lassen. Der Spannungsfaktor ging in der Schnelle, in der Wochen und Monate vergehen, leider unter. Auch die Ablenkung durch »Körperliches« erschließt sich mir in den hier geschilderten Umständen, in denen das eigene Ableben überall lauert, nicht. Hingegen fand ich das Finale sehr gut!

Man weiß nie, wozu man fähig ist, bis man überleben muss. …

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Typische Mafia-Romance.

The Sweetest Oblivion
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Angepriesen als Dark-Mafia-Romance mit Altersempfehlung, wollte ich „The Sweetest Oblivion“ unbedingt lesen – nun ja ...

Elena Abelli, die Tochter eines berüchtigten Mafiosos, soll heiraten. Nur nicht ...

Angepriesen als Dark-Mafia-Romance mit Altersempfehlung, wollte ich „The Sweetest Oblivion“ unbedingt lesen – nun ja ...

Elena Abelli, die Tochter eines berüchtigten Mafiosos, soll heiraten. Nur nicht den Mann, den sie will. Denn der ist ihrer Schwester versprochen. Dabei verzehrt sich auch Nicolas Russo nach der »süßen Abelli«. Doch sich gegen die bereits arrangierte Ehe wehren, könnte Fehden und Skandale ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen … Was bist du bereit für die Liebe zu tun?

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive.
Elena, mehr als die „gute, hörige Tochter“, enthüllt im Verlauf ihre wahren Sehnsüchte und Wünsche, zeigt interessante Facetten. Hin- und hergerissen zwischen den Pflichten und Erwartungen, geschürt durch ihre Position innerhalb des Familiengeschäfts, und ihren eigenen, versteckten Gefühlen, war es oft spannend, ihre Reaktionen zu verfolgen. War es leicht, mit ihr mitzufühlen.
Auch Nicolas wirkte durch das Eintauchen in sein Innerstes nahbar, dominant und gefährlich. Vor allem im ersten Teil sorgte das „umeinander herumschleichen“ für Knistern. Danielle Lori schafft es, die Anziehung zwischen den beiden so echt und intensiv darzustellen, dass auch die LeserInnen nicht umhinkommen, die Verzweiflung zu spüren.

Hätte die Situation, eine untersagte Liebe in diesem Metier, zwischen Rivalitäten, entstehen zu lassen, für eine spannende Ausgangslage sorgen können, wirkte dieser Teil hier ebenso abgeschwächt, wie die Dark-Romance selbst. Obgleich die „Mafia-Welt“ nur bedingt zur Geltung kam, einiges im Unklaren bleibt, war die Atmosphäre dunkel und schwer, von Vorsicht und unterschwelliger Bedrohung durchtränkt.
Wartet zwischen den Seiten das eine oder andere Klischee sowie Vorhersehbarkeit, die es nicht zulässt, von Entwicklungen oder Verlauf überrascht zu werden, ist „The Sweetest Oblivion“ dennoch eine kurzweilige Story für alle, die New-Adult mit Dark-Charakter mögen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Solider Mittelteil, der am Ende Lust auf Band drei macht.

Empire of Sins and Souls 2 - Das gestohlene Herz
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Als Geist Zurück in der Welt der Sterblichen begibt sich Zoé Durand auf die Suche nach einem gestohlenen Relikt – welches ihr das echte Leben erkauft. Doch nicht nur sitzt ihr die Zeit im Nacken, auch ...

Als Geist Zurück in der Welt der Sterblichen begibt sich Zoé Durand auf die Suche nach einem gestohlenen Relikt – welches ihr das echte Leben erkauft. Doch nicht nur sitzt ihr die Zeit im Nacken, auch ein unbekannter Feind. Und gerade Prinz Kaspar scheint die einzige Chance zu sein, den „Église des Saints“ zu entgehen.
Aber inwieweit kann sie dem Todfeind von Alexei vertrauen? Wie weit mit ihm gehen, ohne den Grafen zu verraten? Und was, wenn ihr Herz längst weiß, wo es hingehört?

„Das gestohlene Herz“ ist im Plot meiner Meinung nach schwächer als der Auftakt, da der Fokus nun vermehrt auf dem Romantasy-Aspekt und dem entstehenden Gefühlswirrwarr liegt, was das Tempo im Gesamten selbst durch ereignisreiche Kapitel, Flucht und Verfolgung drosselt.
Der Xathyr-Prinz und Durand kommen sich stetig näher, lernen sich, ihre Abgründe kennen, müssen zusammenarbeiten, um das letzte Relikt vor Ablauf der Zeit zu finden – bevor sich der Weg zurück in den Vorhof der Hölle verschließt.
Dass der Verbannte unerwartet Verletzlichkeit, Verständnis zeigt, macht es schwer – für uns und die Protagonistin –, jenes Monster in ihm zu sehen, welches Alexei zeichnete.
Trotz hervorbrechender Konflikte und Unsicherheiten, eigenen Zielen und leeren Versprechungen funkt es – die Anziehung zwischen den beiden, ihr gegenseitiges Verlangen, ist spürbar und entlädt sich in verruchten, expliziten Momenten. Die einstige Hure ist hin- und hergerissen, weiß schon bald nicht mehr, was sie, wem sie sich hingeben will, wem sie Glauben schenken kann. Dabei ist der Graf da, auch in der Welt der Sterblichen, außerhalb von Xanthia…

Beril Kehribars Stil ist wieder bildlich und detailreich, dem Geschehen angemessen. Die Storyline samt Setting wurde vorstellbar ausgearbeitet, wenn auch (neue) Gegebenheiten samt Erläuterungen ein wenig zu kurz kommen, da sich die Autorin vornehmlich auf Kas und Zoé konzentriert. Dafür ist die Atmosphäre weiterhin durchtränkt von Dunkelheit, Argwohn und dem Schrecken der Erinnerungen. Von Sünden und Tod.
Hauptsächlich verfolgen wir die Ereignisse durch Zoé, doch wie bereits in „Das verratene Herz“ finden sich auch Kapitel aus der Sicht der beiden Männer. Die in die Irre führen, Wahnsinn zeigen.
Nur Bruchstücke aus dem Reich von Alexei dringen zu uns durch, nur eine Ahnung über die individuellen Beweggründe und Intentionen von Prinz und Graf. Kehribar versteht es, die Blicke ihrer Leserschaft unstet umherwandern zu lassen, das Misstrauen auf sie zu übertragen und zum Mitfiebern zu animieren.

„Empire of Sins and Souls“ basiert auf einer interessanten Idee und ich bin gespannt, wie das Dasein von Durand im Finale verläuft oder endet, welche Entscheidungen getroffen werden. Denn in den letzten 25-30 % steigt die Spannung kontinuierlich an, Wahrheiten werden enthüllt, die nicht nur Zoé tief treffen und alles ändern. Offenbarungen, die von Verrat sprechen, Wut schüren, Bestürzung. Es warten Entwicklungen, Unumkehrbare, bis „Das gestohlene Herz“ mit Blut, Rachedurst und einem Cliffhanger endet.

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