Was ist dein dunkelstes Geheimnis?
Seven Ways to Tell a Lie„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen ...
„Seven Ways to Tell a Lie“ ist der neue Jugend-Thriller von Colin Hadler, in dem uns der Autor in eine unbescholtene Kleinstadt führt – in der ein Video dafür sorgt, dass Chaos und Unbehagen ausbrechen …
Ein Unglück, das niemand überlebt.
Das sich nie ereignet hat, wie Jonah, einer der Toten, weiß.
Doch wer steckt hinter dem schrecklichen Deepfake und was will er/sie damit erreichen? Eine Prophezeiung? Oder nur ein schlechter Scherz?
Als immer mehr Clips auftauchen, die Jonah und seine ehemalige Clique, die vor einem Jahr zerbrochen ist, als Enya spurlos verschwand, „ansprechen“, machen sich die Jugendlichen gemeinsam auf die Suche nach den Initiatoren und nach Wahrheiten. Dabei kommen ungeahnte Geheimnisse ans Licht …
Wiedergegeben wird das Geschehen aus der Sicht von Jonah, durch den wir seine alten FreundInnen – Ruby, Victor, Samuel, Jessica, Laurin – kennenlernen und auch einiges über Enya erfahren. Thea schließt sich dem Trupp an und bereichert diesen, ist sie doch nicht vom Zwist der TeenagerInnen betroffen. Langsam verändert sich die Dynamik, wird mal enger und freundschaftlicher, bis Misstrauen und Argwohn mitmischen. Aufgrund der unterschiedlichen Charaktere und der Vielzahl (möglicher) Motive, der Tatsache, dass jedeR mindestens ein Geheimnis von mehr oder minder größerem Ausmaß hat, ist es nicht ersichtlich, wer hinter den Videos steckt – und somit führt uns der Autor gekonnt an der Nase herum.
Da „Seven Ways to Tell a Lie“ ab 13 Jahren empfohlen wird, war es wenig überraschend, dass der Stil recht einfach gehalten wurde, mir an so mancher Stelle Ernst und Tiefe, ja, auch Abwechslung und vor allem Spannung fehlten. Der Verlauf – bestückt mit immer neuen „Twists“ und Offenbarungen – selbst wirkte öfter stark konstruiert, im Showdown fehlte es mir an Details, war die Auflösung zwar hervorragend gewählt und unerwartet, jedoch rasch vorbei. Wie Hadler sensible Themen – u. A. Homophobie, Rassismus, Gewalt – einflocht, durch die die einzelnen Figuren und Reaktionen mehr Griffigkeit bekamen, ist gut gelungen und in einem Buch, das sich an eine jüngere Zielgruppe richtet, ungemein wichtig. Zusätzlich beschäftigt sich Colin mit den – aktuell heiß diskutierten – Gefahren rund um KI. Wie leicht Mensch Fake-News verbreiten, Medien manipulieren kann. Unangenehme Vorstellung, doch leider Realität.
Fazit: Ein Roman, der zum Nachdenken animiert; spaßige, gefühlvolle und spannende Sequenzen bereithält. Was ist dein dunkelstes Geheimnis?