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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

Leidenschaft oder Beständigkeit?

Sieben Sommer
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Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn ...

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn berichtet, auch das Thema Kunst ist sehr zentral, erst danach kommt der emotionale Faktor ins Spiel und ab dem Zeitpunkt war es fesselnd und spannend.
Liv und Finn begegnen sich in ihren Teenagerjahren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt an den beruflichen Wendepunkten in ihren Leben. Sie können kaum ohne den anderen leben, aber niemand kann oder will seinen Lebensmittelpunkt dafür aufgeben. Das Arrangement, das sie treffen, sich das Jahr über nicht zu kontaktieren und im Sommer wieder neu zu schauen, ob ihre Liebe noch immer standhält, finde ich schwer auszuhalten, vor allem über einen so langen Zeitraum von mehreren Jahren. Währenddessen passieren einige weitere Schicksalsschläge, aber auch positive Wendungen, sodass es beim Lesen unter die Haut geht und an gewissen Stellen sehr emotional wird.
Liv wird auch vor die Entscheidung gestellt, Liebe und Leidenschaft mit Finn oder Liebe und Beständigkeit mit Tom. Wie ihre Entscheidung ausfallen wird, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es war für mich sehr nervenaufreibend mitzufiebern. Inhaltlich war es keine leichte Kost und für mich auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern es ging um weitere relevante Themen, die tiefgründig behandelt wurden.

Veröffentlicht am 29.11.2024

spannungsmäßige Achterbahnfahrt

Der König
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„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren ...

„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren Lesespaß aufgrund von mangelnden Vorkenntnissen hat.
Die beiden Brüder stehen auch diesmal wieder im Fokus und ein paar altbekannte und neu hinzukommende Charaktere runden den Krimi charakterlich ab. Obwohl die Brüder sehr unterschiedlich sind, konkurrieren sie um Anerkennung, Geld und Macht. Es kann allerdings in einem kleinen Ort nur Platz für einen König geben, für zwei ist nicht genügend Platz. Welcher der Brüder setzt sich durch? Wer hat die besseren Karten und wer spielt mit unfairen Mitteln oder pokert besser? Diese Fragen werden im Laufe der Geschichte ausführlich beantwortet und mal hat Carl die Nase vorne, dann wiederum Ryan. Obwohl ich beide Brüder nicht sympathisch finde, konnte ich mich beim Lesen gut in die jeweilige Situation hineinversetzen und ihr Handeln aufgrund der Vorgeschichte nachvollziehen. Der Spannungsbogen ist, wie Ryans geplante Achterbahnfahrt, mal sehr hoch, dann flacht sie zwischenzeitlich wieder ab und geht wieder hoch. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, teilweise erzählt der Autor unaufgeregt und simple, aber dennoch packend und lebensnah.

Veröffentlicht am 21.11.2024

brutal spannend

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Serie, daher empfehle ich, den ersten Teil vorab zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Der Schreibstil ist direkt und einfach gehalten, die Kapitel ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil einer Serie, daher empfehle ich, den ersten Teil vorab zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Der Schreibstil ist direkt und einfach gehalten, die Kapitel sind abwechslungsreich und gut gegliedert, auch in chronologischer Reihenfolge, somit lässt sich das Buch sehr gut und schnell lesen. Tomas ist eigentlich als Ermittler nicht einsatzfähig, er ist selbst traumatisiert und schwer angeschlagen, hat Gedächtnislücken und steht kurz nach der Trennung von seiner Frau ziemlich neben sich. Den Hauptteil der tatsächlichen Recherchearbeit und den Erkenntnisgewinn bringt die Journalistin Vera ein, die selbst auch kein einfaches, ruhiges Privatleben hat, aber trotzdem in ihrem Beruf alles gibt und auch abliefert. Mit Bevormundung kann sie nicht gut umgehen und über Grenzen setzt sie sich hinweg, auch wenn sie sich selbst und ihr Umfeld in Gefahr begibt, aber sie bringt Ergebnisse. Als Charakter hat sie mir besser gefallen als Tomas.
Am Ende des Buches werden fast alle Ereignisse miteinander in Verbindung gebracht und der Fall aufgeklärt, aber etwas Bedeutendes wurde noch nicht geklärt. Näher kann ich auf dieser Stelle nicht darauf eingehen, aber Vera wird nicht lockerlassen und geht dem im nächsten Fall nach. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Veröffentlicht am 18.11.2024

Wie geht es weiter?

Juli, August, September
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Titel und Cover sind auffällig und haben mich zuallererst angesprochen. Der Roman wird aus der Perspektive von Lou als Ich-Erzählerin erzählt und somit erlebt man als Leserin genau ihre Höhen und Tiefen ...

Titel und Cover sind auffällig und haben mich zuallererst angesprochen. Der Roman wird aus der Perspektive von Lou als Ich-Erzählerin erzählt und somit erlebt man als Leserin genau ihre Höhen und Tiefen in vollem Umfang mit. Zu Beginn ist die Stimmung angespannt, Lou und ihr Mann leben nebeneinanderher, wenn sie sich mal treffen, denken über eine Trennung nach. Da kommt die Reise zur Geburtstagsfeier mit der gesamten Verwandtschaft von Lou gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Erzählungen auf der Feier regen bei Lou an, dass sie mehr über ihre Wurzeln und die Vergangenheit ihrer Vorfahren wissen möchte und daher verlängert, viele Fragen stellt, die nicht gerne beantwortet werden und Nachforschungen betreibt. Für meinen Geschmack hat der Roman inhaltlich sehr viele Themen angesprochen und viel gewollt, allerdings aufgrund der Kürze nicht alle Thematiken ausreichend klären können. Ich hätte mir gewünscht, dass es inhaltlich noch mehr Zeit mit den Verwandten für Lou gegeben hätte, auch mit anderen Familienmitgliedern, da hier einige interessante Charaktere kurz vorgekommen sind, dann aber wieder verschwunden sind. Auch über ihre jüdischen Wurzeln hätte ich gerne mehr erfahren, vor allem, da noch ältere Verwandte mit bis zu 90 Jahren am Leben sind und darüber berichten könnten. Mehr Informationen hätte ich mir auch gewünscht, was Lous Ehemann Sergej in der Zwischenzeit gemacht hat? Warum war er nie erreichbar oder hat sich mal gemeldet? Ein Happy End nehme ich den beiden nicht ab, daher wäre ein Ausblick in die Zukunft auch schön gewesen. Das Kapitel September kommt leider nicht vor, oder unter einer anderen Überschrift, schade, gerade den Titel habe ich knackig und ansprechend gefunden und hätte so gut gepasst. Die wichtigen und spannenden Themen beginnen eigentlich erst, mit dem Ende des Buches und die kann man sich dann als Leserin selbst weiterdenken. Ich habe das Gefühl, erst in der Mitte des Buches zu sein und nicht am Ende.

Veröffentlicht am 15.11.2024

gewaltige Emotionen

Brief an mein Kind
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Die Geschichte ist emotionsgeladen und gewaltig, das hatte ich zwar aufgrund der Beschreibung und Kritiken erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Es wirkt auch nach dem Lesen noch lange Zeit nach und muss ...

Die Geschichte ist emotionsgeladen und gewaltig, das hatte ich zwar aufgrund der Beschreibung und Kritiken erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Es wirkt auch nach dem Lesen noch lange Zeit nach und muss erst sacken und verarbeitet werden, daher empfehle ich es zu lesen, wenn man gerade die nötigen Kapazitäten dafür aufbringen kann, keinesfalls einfach so zwischendurch.
Man kann als Leser*in die Gefühlsachterbahn von Ada sehr gut nachvollziehen und mit ihr fühlen, von kurzen Glücksmomenten, Überforderung, Wut, Ärger, Alleinsein und Verzweiflung sind alle Emotionen stark vorhanden. Da es so gut wie keine Unterstützung für sie gibt, auch keine Richtlinien, wie sie mit ihrer Tochter umgehen soll, muss sie selbst mühevoll herausfinden, was für sie passen könnte und ihnen gut tut. Zu Kämpfen hat Ada auch stark mit dem Gefühl alleine zu sein und ausgegrenzt zu werden, so hätte sie sich ihr Leben mit Kind niemals vorgestellt. Ihre eigenen Schicksalsschläge stellen sie nochmals vor eine große, unüberwindbare Herausforderung. Unfassbar, was Ada alles schultern muss.