Eine Familiengeschichte voller Geheimnisse
MorgensonnenglückIn ihrem neuen Roman „Morgensonnenglück“ entführt Autorin Petra Schier ins beschauliche Eifelstädtchen Lissenborn. Am Rand des Ortes liegt die „Flower-Ranch“, ein Gutshof in Besitz von Milton und Maria ...
In ihrem neuen Roman „Morgensonnenglück“ entführt Autorin Petra Schier ins beschauliche Eifelstädtchen Lissenborn. Am Rand des Ortes liegt die „Flower-Ranch“, ein Gutshof in Besitz von Milton und Maria Flower. Dorthin ruft Milton seine Familie, doch über den Grund schweigt er vorerst. Zur Familie gehören ganz unterschiedliche Frauen. Die Zwillinge Holly und Ivy sind bei den Großeltern aufgewachsen. Inzwischen ist Holly Ärztin in Heidelberg und Ivy arbeitet in einem Hotel und lebt mit ihrer 16-jährige Tochter Rose in Ahrweiler. Violet, die Mutter der Zwillinge, lebt mit ihrer dritten Tochter Lilly in den USA. Zu den Zwillingen gab und gibt es nur selten Kontakt. Als die Familie nach Jahren des Schweigern aufeinander trifft und Milton seinen Plan für das Gut und jedes einzelne Familienmitglied offenlegt, schlagen die Emotionen hohe Wellen und manches Geheimnis kommt ans Licht. Können die Frauen sich neu kennenlernen und sich verzeihen und vertrauen? Gibt es eine gemeinsame Zukunft für sie in Lissenborn? Hollys Leben wird zusätzlich durcheinander gewirbelt als sie ihre heimliche Jugendliebe Raik wiedertrifft….
Ich lese die Romane von Petra Schier gern und so habe ich mich auf das neue Buch gefreut. Das Cover finde ich sehr gelungen, es weckt Sehnsucht nach dem Frühling und passt gut zum Buchtitel. Leider hatte ich mit diesem Roman einige „Startschwierigkeiten“, was einerseits an den vielen verschiedenen Personen lag und außerdem an Maria, die mir mit ihrer herrische Art von Beginn an unsympathisch. Irgendwann konnte mich die Geschichte aber dann doch fesseln. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen, Personen und Orte sind detailliert beschrieben. Was so nach und nach ans Licht kommt, wie manipulativ Milton und Maria Flower das Leben ihrer Tochter und der Enkelinnen beherrscht haben und mit ihrem Plan auch weiterhin nach ihren Vorstellungen gestalten wollen, ist erschreckend. Besonders Holly trifft es sehr und sie stellt ihr gesamtes bisheriges Leben in Frage. Zum Glück findet sie bei Raik Halt.
Insgesamt konnte ich mich mit den Protagonisten nicht identifizieren und blieb beim Lesen eher unbeteiligter, wenn auch interessierter Beobachter. Das Ende des Romans kommt relativ schnell und lässt einige Fragen offen, so dass es Stoff für eine Fortsetzung gibt.