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Veröffentlicht am 25.04.2025

Zwischen Geheimnissen und Gefühlen – durchwachsene Fortsetzung

Ashen Throne
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„Ashen Throne“ ist für mich ein typischer zweiter Band – mit Höhen und Tiefen, aber auch Momenten, die Lust auf mehr machen. Die Geschichte schließt direkt an den ersten Teil an, was ich grundsätzlich ...


„Ashen Throne“ ist für mich ein typischer zweiter Band – mit Höhen und Tiefen, aber auch Momenten, die Lust auf mehr machen. Die Geschichte schließt direkt an den ersten Teil an, was ich grundsätzlich mag, aber der Einstieg fiel mir trotzdem nicht ganz leicht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit Yessa einfach nicht richtig warm werde.

Ihre Entwicklung ist zwar nachvollziehbar, aber in vielen Szenen fand ich sie anstrengend – zu impulsiv, zu stur, manchmal fast ein bisschen ungerecht gegenüber Cassim. Dabei ist gerade seine Figur für mich das Highlight des Buches. Man spürt seine innere Zerrissenheit, seine Schuld, aber auch seinen Wunsch, es besser zu machen. Dass er in Yessa mehr sieht als nur seine Reiterin, sondern jemanden, für den er tatsächlich Gefühle entwickelt, verleiht seiner Geschichte Tiefe.

Die Dynamik zwischen den beiden bleibt das Herzstück der Handlung. Die Spannung lebt weniger von großen Kämpfen oder spektakulärem Worldbuilding, sondern von den leisen Konflikten, dem Misstrauen und den unausgesprochenen Wahrheiten. Besonders eine Wendung in der zweiten Hälfte hat mich wirklich überrascht – im positiven Sinne. Die „spicy“ Szenen und der Sex zwischendrin wirkten auf mich allerdings komplett überflüssig. Sie haben der eigentlichen Geschichte nichts hinzugefügt, sondern eher den Erzählfluss gestört. Ich hatte das Gefühl, dass sie mehr als Füllmaterial dienten, als dass sie tatsächlich zur Entwicklung der Charaktere oder der Handlung beigetragen hätten.

Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die Handlung etwas zu vorhersehbar verläuft, und gerade zu Beginn war mir vieles zu glatt und schnell gelöst. Auch hätte ich mir etwas mehr Fokus auf die neue Umgebung und die politischen Strukturen gewünscht – hier steckt viel Potenzial, das bisher nur leicht angerissen wurde.

"Ashen Throne" ist kein perfekter zweiter Band, aber einer, der neugierig auf das Finale macht. Vor allem Cassims Entwicklung fand ich gelungen und berührend. Yessa hingegen bleibt für mich eine Figur, an der ich mich ein wenig reibe. Die Mischung aus Romantasy, innerem Konflikt und düsteren Geheimnissen funktioniert insgesamt gut, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Spannung und Tiefe gewünscht hätte. Ich lande bei 3,5 Sternen – Tendenz nach oben, je nachdem, was Band 3 noch rausholt.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Düstere Atmosphäre mit kleinen Längen – solider Thriller mit Mystery-Note

Apartment 5B
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Das Cover von Apartment 5B hat mich sofort angesprochen – düster, geheimnisvoll und mit einem Titel, der laut „Lies mich!“ ruft. Also hab ich’s getan.

Der Einstieg war erst etwas holprig – der Prolog ...

Das Cover von Apartment 5B hat mich sofort angesprochen – düster, geheimnisvoll und mit einem Titel, der laut „Lies mich!“ ruft. Also hab ich’s getan.

Der Einstieg war erst etwas holprig – der Prolog wirkte wirr – aber danach war ich schnell drin. Das Setting mit dem alten, unheimlichen New Yorker Haus hat direkt meine Neugier geweckt. Die Mischung aus Thriller, Mystery und leichten Horrorelementen funktioniert gut, auch wenn ich damit nicht gerechnet hatte. Die wechselnden Perspektiven von Rosie in der Gegenwart und Willa in der Vergangenheit haben die Handlung zusätzlich interessant gemacht.

Rosie fand ich grundsätzlich sympathisch, aber stellenweise zu naiv. Auch die Nebenfiguren blieben für meinen Geschmack oft zu klischeehaft oder blass. Gerade in einem so atmosphärischen Setting hätte ich mir greifbarere Charaktere gewünscht. Dafür punktet das Buch mit einigen Gänsehautmomenten und einem angenehm flüssigen Schreibstil. Die Spannung war subtil, aber spürbar – allerdings hätte der Plot insgesamt gestraffter sein dürfen.

Das Finale war überraschend und spannend, wenn auch etwas überladen. Apartment 5B ist für mich ein solider, atmosphärischer Thriller mit kleinen Längen und ein paar Schwächen in der Figurenzeichnung. Kein Highlight, aber durchaus lesenswert – besonders für Fans ruhiger, mysteriöser Geschichten mit Gänsehautfaktor.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Atmosphärisch stark, emotional distanziert – ein schillerndes Porträt mit blinden Flecken

Der ewige Tanz
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„Der ewige Tanz“ von Steffen Schroeder hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, und auch die Zeit der 1920er Jahre, in der Anita Berber gelebt hat, fasziniert ...

„Der ewige Tanz“ von Steffen Schroeder hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht, und auch die Zeit der 1920er Jahre, in der Anita Berber gelebt hat, fasziniert mich sehr. Dass ihr Leben wie ein Roman war, macht diesen biografischen Roman eigentlich zu einem dankbaren Stoff. Und tatsächlich: Schroeder versteht es, die Atmosphäre dieser schillernden Epoche mit vielen Details lebendig werden zu lassen – das ist eine der großen Stärken des Buches. Ich hatte teilweise wirklich das Gefühl, direkt mit durch die verrauchten Salons, Bars und Hotelzimmer zu streifen, berauscht von einem Lebensgefühl zwischen Kunst, Exzess und Absturz.

Was mir leider gefehlt hat, war der Zugang zur Hauptfigur. Die Tänzerin Anita Berber bleibt in ihrer Persönlichkeit seltsam fern – fast wie eine stilisierte Erscheinung, nicht wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Obwohl ich nun viel über ihren Lebensweg weiß, hat sich zwischen ihr und mir keine emotionale Verbindung entwickelt. Ich habe die Künstlerin gesehen, aber nicht den Menschen dahinter gespürt.

Das liegt für mich vor allem an der Art der Erzählung. Schroeders Stil ist handwerklich gut und oft auch sehr elegant, aber es fehlt an Nähe, an Dialogen, an echten Momenten zwischen den Figuren. Stattdessen gibt es immer wieder längere Passagen, die eher berichten als erzählen. Und manchmal wird der Erzählfluss durch übermäßige Hintergrundinfos ausgebremst – von Hypnose bis Schmetterlingen, vieles wirkt hineingestopft, ohne echten Mehrwert für die Handlung oder die Figurenentwicklung.

Auch die Nebenfiguren bleiben oft blass. Neue Namen tauchen plötzlich auf und verschwinden wieder, ohne dass man sie wirklich greifen kann. Gerade bei einem so komplexen Umfeld wie dem von Anita Berber hätte ich mir mehr Kontinuität und Tiefgang gewünscht. Das Verhältnis zu ihrer Mutter oder die Liebesgeschichten werden angerissen, aber nie wirklich entfaltet – und das ist schade, denn genau hier hätte man dem Menschen Anita näherkommen können.

Was mich jedoch durch das Buch getragen hat, war Schroeders Sprache. Sie ist stellenweise bildhaft, manchmal poetisch, immer flüssig zu lesen. Und die Rückblenden vom Sterbebett aus geben der Geschichte immerhin eine melancholische Grundstimmung, die der Tragik dieser Figur gerecht wird.

Insgesamt würde ich sagen: Ein Roman, der viel zeigt, aber wenig fühlen lässt. Wer Anita Berber als Symbol ihrer Zeit kennenlernen möchte, wird fündig. Wer ihr als Mensch begegnen will, bleibt wohl wie ich etwas außen vor. Kein schlechtes Buch – aber auch keines, das mich wirklich berührt hat.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Blütenpracht mit düsterem Beigeschmack – konnte mich nicht ganz überzeugen

The Florist
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„The Florist“ von C.L. Pattison hat mich mit seiner atmosphärischen Prämisse sofort neugierig gemacht. Eine eher zurückhaltende Floristin, die sich in einem neuen, elitären Umfeld zurechtfinden muss und ...

„The Florist“ von C.L. Pattison hat mich mit seiner atmosphärischen Prämisse sofort neugierig gemacht. Eine eher zurückhaltende Floristin, die sich in einem neuen, elitären Umfeld zurechtfinden muss und dabei in ein Netz aus Misstrauen, Manipulation und Gewalt gerät – das klang nach einer spannenden Lektüre. Und ja, an vielen Stellen war es das auch. Trotzdem blieb am Ende bei mir ein leicht schales Gefühl zurück.

Amy, die Hauptfigur, ist definitiv kein klassischer Sympathieträger. Und genau das ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits fand ich ihre Perspektive interessant, weil sie so vieles verbirgt – vor den anderen und vor uns als Leser*innen. Andererseits fiel es mir dadurch schwer, emotional mitzugehen. Es hat etwas gefehlt, das mich wirklich mitgezogen hätte. Stattdessen war ich oft irritiert und zeitweise sehr genervt von ihren Entscheidungen oder ihrem Verhalten.

Die Geschichte spielt mit Zeitsprüngen und eingestreuten Verhörprotokollen – das ist ein Stilmittel, das ich sehr mag und das der Erzählung eine gewisse Dynamik verleiht. Auch die Kulisse des Londoner Blumenladens, das florale Detailwissen und die geheimnisvolle Stimmung haben mir gut gefallen. Doch der Spannungsaufbau selbst wirkte auf mich nicht durchgängig konsequent. Gerade im Mittelteil hätte ich mir mehr Zug oder auch klarere Konflikte gewünscht – statt unterschwelliger Spannung blieb manchmal einfach nur ein schleichendes „Okay, und jetzt?“-Gefühl zurück.

Der Schluss kommt dann mit Nachdruck, überrascht auch, aber fühlt sich fast ein wenig gehetzt an – als wolle man in den letzten Kapiteln alles reinpacken, was zuvor noch offen war. Mir fehlte da der letzte Feinschliff, das „Aha!“-Erlebnis, das mich staunend zurücklässt.

Alles in allem: Ein solider Psychothriller mit einem ungewöhnlichen Setting und einer etwas sperrigen Protagonistin. Kein totaler Reinfall, aber eben auch kein echter Pageturner. Wer subtile Spannung mag und auch mit weniger greifbaren Figuren leben kann, wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Ich persönlich habe mir ein bisschen mehr Tiefe und emotionale Bindung erhofft.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Eine düstere Reise mit Höhen und Tiefen

Fractal Noise
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Christopher Paolini nimmt uns mit Fractal Noise in ein Sci-Fi-Setting voller Versprechen: eine mysteriöse Anomalie auf einem fremden Planeten, ein dysfunktionales Team auf einer scheinbar einfachen Mission ...

Christopher Paolini nimmt uns mit Fractal Noise in ein Sci-Fi-Setting voller Versprechen: eine mysteriöse Anomalie auf einem fremden Planeten, ein dysfunktionales Team auf einer scheinbar einfachen Mission und ein Protagonist, der gegen innere Dämonen kämpft. Leider bleibt die Umsetzung hinter den Erwartungen zurück und konnte mich nicht vollends überzeugen.

Das Cover und der Klappentext versprachen ein fesselndes Abenteuer, und das Setting hält dieses Versprechen zumindest teilweise. Die Beschreibung des unwirtlichen Planeten Talos VII und die unheimliche Präsenz der gigantischen Grube schaffen eine bedrückende Atmosphäre, die neugierig macht. Paolinis Schreibstil punktet durch seine Emotionalität und seine Fähigkeit, den Schmerz und die Zerrissenheit des Protagonisten Alex Crichton intensiv darzustellen. Die philosophischen Fragen, die im Verlauf aufgeworfen werden, verleihen der Geschichte eine gewisse Tiefe.

Die Handlung konzentriert sich fast ausschließlich auf die Reise zum Loch – eine Reise, die von internen Konflikten und Wiederholungen geprägt ist. Die Gruppendynamik im Team wirkt vorhersehbar und anstrengend, da Missgunst und Streit die Handlung dominieren. Dies hemmt den Spannungsaufbau doch sehr. Der Protagonist Alex bleibt über weite Strecken in seiner Trauer gefangen, was zwar nachvollziehbar, aber auf Dauer ermüdend ist. Zudem verläuft die Erkundung des Lochs selbst enttäuschend: Weder werden große Geheimnisse gelüftet, noch kommt es zu bahnbrechenden Entwicklungen.

Mein Fazit:
Fractal Noise ist ein Buch, das sich für Fans von introspektiven, philosophisch angehauchten Geschichten eignet, die auch düstere Töne schätzen. Wer jedoch auf eine spannende und dynamische Handlung hofft, wird hier eher enttäuscht. Das Potenzial der Grundidee und des Settings wird durch die schleppende Umsetzung und die konfliktreiche Teamdynamik nicht vollständig ausgeschöpft. Für mich bleibt es ein solider Roman mit faszinierenden Ansätzen, aber es fehlt an der Spannung, die ich mir erhofft hatte.

Trotz allem könnte es für Liebhaber von Paolinis Infinitum interessant sein, da es als Vorgeschichte fungiert und einige thematische Verbindungen aufweist.

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