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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2026

Ein Thriller, der sich als Roman tarnt

Die blaue Stunde
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Bei „Die blaue Stunde“ von Paula Hawkins handelt es sich um einen Roman, der sich bewusst nicht wie ein klassischer Thriller anfühlt. Bis zum Ende vermittelt das Buch eher den Eindruck eines literarischen ...

Bei „Die blaue Stunde“ von Paula Hawkins handelt es sich um einen Roman, der sich bewusst nicht wie ein klassischer Thriller anfühlt. Bis zum Ende vermittelt das Buch eher den Eindruck eines literarischen Romans. Es ist ruhig erzählt und legt den Fokus stark auf Figuren und Atmosphäre.
Besonders hervorzuheben sind die Charaktere. Sie sind vielschichtig, glaubwürdig und sorgfältig ausgearbeitet, wodurch die Handlung zusätzlich an Tiefe gewinnt. Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass sich das Bild der Ereignisse ständig verändert und man als Leser seine Einschätzungen immer wieder hinterfragen muss. Zudem beschreibt die Autorin Landschaften, Kunstwerke und zwischenmenschliche Spannungen mit großer Detailgenauigkeit, ohne dabei den Erzählfluss zu verlieren. Allerdings verlangt die Geschichte etwas Geduld. Die Handlung entwickelt sich vergleichsweise langsam, und der Fokus liegt stärker auf Atmosphäre und Figurenentwicklung als auf spektakulären Wendungen.
Der Plot Twist wird erst am Ende wirklich deutlich, wenn es für die Lesenden bereits zu spät ist, ihn vorher eindeutig zu erkennen. Gerade diese Zurückhaltung in der Inszenierung macht die Wendung besonders wirkungsvoll.
Zudem ist das Ende bewusst offen gehalten. Statt einer klaren Auflösung bleiben Fragen zurück, insbesondere darüber, wie sich die Ereignisse weiterentwickeln könnten. Diese Offenheit wirkt nach und lädt dazu ein, das Geschehen selbst weiterzudenken, anstatt es abgeschlossen zu betrachten.
Fazit:
„Die blaue Stunde“ ist kein klassischer Thriller mit schneller Spannungskurve, sondern ein langsam aufgebauter, atmosphärischer Roman, der sich erst am Ende als Thriller entpuppt. Die überraschende Wendung, das offene Ende und die interessanten Charaktere machen das Buch besonders wirkungsvoll für Leser, die subtil entwickelte Spannung und psychologische Tiefe schätzen.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Hatte höhere Erwartungen.

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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„Die Abende in der Buchhandlung Morisaki“ von Satoshi Yagisawa ist die Fortsetzung von "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki". Das wunderschöne Cover hat mich schon beim ersten Teil neugierig gemacht. ...

„Die Abende in der Buchhandlung Morisaki“ von Satoshi Yagisawa ist die Fortsetzung von "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki". Das wunderschöne Cover hat mich schon beim ersten Teil neugierig gemacht. Im zweiten Teil wurden die Farben angepasst um der abendlichen Stimmung des Buches wiederzugeben.
Da ich den ersten Teil nicht gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das Buch. Hilfreich war es, dass die Charaktere noch einmal kurz vorgestellt werden, sodass man die Geschichte auch versteht.
Inhaltlich passiert am Anfang nicht viel und es dauert bis kurz vorm Schluss bis etwas passiert. An sich finde ich die Idee ganz toll, besonders wenn man zum Ende kommt und nochmal eine Achterbahn an Emotionen zu spüren bekommt. Leider hat mir der Schreibstil besonders zu Beginn nicht wirklich gefallen. Die Wortwahl hat sich manchmal etwas steif gefüllt. Es hat auch nicht geholfen, dass die Protagonistin mir am wenigstens gefallen hat. Dadurch konnte ich das Buch nicht wirklich genießen.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Eine emotionale Geschichte über ein Mädchen mit einer Essstörung

GUY'S GIRL
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"Guy's Girl" von Emma V.R. Noyes ist eine sehr schön geschriebene und interessante Geschichte über ein Mädchen, das unter Essstörungen leidet.

Leider hat es einen Schwachpunkt, welcher nicht hätte sein ...

"Guy's Girl" von Emma V.R. Noyes ist eine sehr schön geschriebene und interessante Geschichte über ein Mädchen, das unter Essstörungen leidet.

Leider hat es einen Schwachpunkt, welcher nicht hätte sein müssen, aber von der Autorin sogar in den Titel miteinbezogen wurde und immer und immer wieder erwähnt wird. Die Protagonistin ist ein Guy's Girl, also ein Mädchen, das eher mit Männern abhängt und eher männliche Interessen hat, zumindest wird dies dem Leser ständig gesagt (statt gezeigt!). Dadurch fiel es mir besonders zu Beginn schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Man bekommt das Gefühl, das nur zwei Arten von Frauen existieren und die Protagonisten ist die einzige der zweiten Art. Zudem scheint die Protagonistin nur ein Guy's Girl zu sein, weil sie mit Männern abhängt zumindest wird sonst keine Eigenschaft deutlich, die aus ihr ein Guy's Girl macht, außer das sie als Kind mit ihren Brüdern herumgespielt hat, statt mit ihrer Schwester abzuhängen.

Dabei hat die Autorin eine sehr gute Arbeit geleistet, eine realistische und vielschichtige Protagonistin zu erschaffen, was dies leider noch trauriger macht. Dabei ist es ein wichtiger Punkt für ihre Essstörung, dass sie sich selber als Guy's Girl identifiziert und es gibt einige Stellen, in denen es auf eine gute und subtile Art erwähnt wird.

Alles in allem eine gute Geschichte mit nur einem, wenn auch wiederkehrenden Kritikpunkt. Zudem stört mich dieser Punkt nur so sehr, weil die Autorin gezeigt hat, dass sie mehr drauf hat, was nur für das Buch spricht! Somit kann ich das Buch mit guten Gewissen weiterempfehlen, da die Autorin eine gute Geschichte geschrieben hat, welche die emotionale Thematik der Essstörung sehr gut umgesetzt hat.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Interessant

Mord auf der Insel Gokumon
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In "Mord auf der Insel Gokumon" begleiten wir den Privatdetektiven Kosuke Kindaichi. Dabei handelt es sich hier um den zweiten Teil, jedoch muss man nicht vorher den ersten Teil gelesen haben.
Der Schreibstil ...

In "Mord auf der Insel Gokumon" begleiten wir den Privatdetektiven Kosuke Kindaichi. Dabei handelt es sich hier um den zweiten Teil, jedoch muss man nicht vorher den ersten Teil gelesen haben.
Der Schreibstil war ungewohnt für mich. Im ersten Teil brauchte ich eine Weile, um da rein zu kommen, doch dann habe ich den Schreibstil lieb gewonnen.
Am Ende werden auch noch japanische Begriffe erklärt. Leider kommen im zweiten Teil kleine Gedichte vor, welche Ähnlichkeiten zu Sprichwörtern haben und damit eventuell beim Leser nicht wirklich ihre Bedeutung entfalten können.
Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass man leider keine wirkliche Beziehung mit ihnen aufbaut, nicht einmal mit der Hauptfigur Kosuke Kindaichi, sodass ich nicht emotional mit dabei war. Das lag auch an der Kürze des Buches und daran, dass eher der Fokus auf die Beschreibungen der Gegend und des Falles gelegt wird als auf die Charaktere.
Auch beim Ende bin ich zwiegespalten. Es schien mir, als hätte man viele Hinweise erst am Ende bei der Auflösung erhalten. Zudem bemerkt man auch, dass die Nebencharaktere zu kurz kommen.
Alles in allem lässt sich sagen, dass das Buch das Potenzial hatte, eine emotionale Geschichte zu werden, welche einen für einen langen Zeitraum nicht loslässt. Jedoch wurde einem "nur" eine interessante Geschichte erzählt, welche einem frustriert über das nicht genutzte Potenzial lässt.
Ein schöner Krimi für zwischendurch. Muss jedoch nicht sein.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Enttäuschend, da die Geschichte viel potenzial hatte

Der schönste Irrtum meines Lebens
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Eine interessante Idee, jedoch habe ich etwas anderes erwartet. Die Geschichte geht plötzlich in eine andere Richtung, und obwohl es zuvor um sehr viele interessante Einblicke in die Beziehungsdynamiken ...

Eine interessante Idee, jedoch habe ich etwas anderes erwartet. Die Geschichte geht plötzlich in eine andere Richtung, und obwohl es zuvor um sehr viele interessante Einblicke in die Beziehungsdynamiken anderer Menschen geht, ist am Ende der Fokus nur noch auf die Liebesgeschichte. Dadurch wird von der interessanten Idee eine typische Liebesgeschichte, wessen Ende man vorhersieht. Dabei wirkt das Ende leider auch sehr schnell dahingeklatscht. Zudem werden wichtige Thematiken nicht gut durchdacht und es wirkt eher, als würde die Autorin feministisch und woke wirken wollen, dabei jedoch am Ziel vorbei schießen. Alles in allem hatte ich größere Erwartungen an das Buch.

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