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TochterAlice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2024

Seltsam emotionslos

Fluchtnovelle
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kommt diese Schilderung realer Ereignisse zumindest meiner Ansicht nach rüber - immerhin schildert diese hier der Sohn des Paares, das auf so spektakuläre Weise erst zu einem solchen werden konnte und ...

kommt diese Schilderung realer Ereignisse zumindest meiner Ansicht nach rüber - immerhin schildert diese hier der Sohn des Paares, das auf so spektakuläre Weise erst zu einem solchen werden konnte und das bereits Mitte der Sechziger Jahre, als der eiserne Vorhang noch recht dicht war, zumindest von Ost nach West. Umgekehrt nicht unbedingt, denn sonst hätte der junge Schweizer sich gar nicht in Dresden aufhalten und dabei eine Studentin aus der DDR kennenlernen können.

Er hat dann auch die Flucht der jungen Frau vorbereitet und überquerte dabei - so erschien es mir so manche Grenze, die Respekt und Wahrung gegenseitiger Würde bedingen und dabei ging es nicht um die Geheimhaltung, die natürlich unabdinglich war, um zum Ziel zu kommen. Es wird tatsächlich vor allem der Vorgang als solcher und in sehr kurzer Form auch dessen Konsequenzen geschildert. Im Nachhinein überlege ich, ob sich diese Lektüre gelohnt hat - nicht unbedingt, ich hatte mir definitiv mehr erwartet!

Veröffentlicht am 19.08.2024

Ganz weit weg von meinen Emotionen

Die schönste Version
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und auch von allem, was ich kenne, schätze... sogar von dem, was ich bisher verurteilt habe! Ich komme mir vor, als würde ich im Vergleich zu den vielen begeisterten Leserinnen in einer Parallelwelt ...

und auch von allem, was ich kenne, schätze... sogar von dem, was ich bisher verurteilt habe! Ich komme mir vor, als würde ich im Vergleich zu den vielen begeisterten Leserinnen in einer Parallelwelt lesen, in denen die Emotionen, die Werte, ja, der ganze Zugang zum Leben ganz anders ist.

Aber - und das kam mir mehr und mehr zu Bewusstsein, je weiter ich las - so ist es nicht: Ich bin die, die anders ist. Natürlich nicht nur ich allein, sondern viele aus meiner Generationen, die nicht etwa in den Nullerjahren, sondern in den Achtzigern studierten. Ja, genau, in denen des vorherigen Jahrhunderts, sogar Jahrtausends.

Ich verstehe diesen Zugang zum Leben nicht, in dem man sich allen greifen und schnappen muss, auch wenn man weh tut - anderen, aber auch sich selbst. Diese Kompromisslosigkeit, weiterzumachen, obwohl klar ist, dass es nicht weh tut. Vor allem, weil ich befürchte, dass sie nicht dazu führt, dass man das Ausgenutztsein - ob in sexueller Hinsicht oder auch in anderer - vermeidet, sondern dass genau das Gegenteil passieren wird.

Fünf Sterne, weil die Autorin toll schreibt, mutig ist und stark. Ein Stern, weil es absolut nicht mein Buch ist. Ergibt zusammen drei.

Veröffentlicht am 13.08.2024

Anders als andere

Pi mal Daumen
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Das sind sowohl der hochbegabte 16jährige Oscar mit autistischen Zügen als auch Moni, die die 50 schon überschritten hat und in ihrem Outfit aussieht wie ein Assi. Finden zumindest einige Komilitonen. ...

Das sind sowohl der hochbegabte 16jährige Oscar mit autistischen Zügen als auch Moni, die die 50 schon überschritten hat und in ihrem Outfit aussieht wie ein Assi. Finden zumindest einige Komilitonen. Aber nicht ihre Tochter und noch weniger ihre Enkel, denn für die ist sie unentbehrlich - und ihnen gegenüber ist Monis Mathestudium ein ganz großes Geheimnis.

Bald ist sie auch für Oscar unentbehrlich, denn sie inkludiert ihn einfach in ihre Schar zu betreuender Wesen (ein Hund ist auch dabei) und das fühlt sich ganz und gar nicht schlecht an. Denn auch Moni braucht ihn und seine Matheexpertise.

Denkt Oscar zumindest zu Beginn. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, zumal die Professoren - zumindest die beiden wichtigsten - ganz anders mit Moni umgehen, als von Oscar erwartet. Was ihn sehr erstaunt, Moni hingegen überhaupt nicht.

Was verheißungsvoll anfing, wurde irgendwann ziemlich wirr - jedenfalls zu wirr für meinen Geschmack und für mein Verständnis leider auch. Manchmal mag ich offene Enden, hier aber nicht. Jedenfalls nicht in dieser Form.

Ich mag viele Romane der Autorin Alina Bronski, aber diesen finde ich leider nur so mittel. Dennoch bleibe ich an ihr dran, denn diese Erfahrung habe ich durchaus schon mal gemacht!

Veröffentlicht am 06.08.2024

(K)Ein Buch für mich

Wannsee
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Was habe ich mich gefreut, als ich an dieses Buch kam. Endlich alles über den Wannsee zu erfahren, diesen Schicksalsee der Deutschen! Und das Inhaltsverzeichnis gab mir allen Grund zur Hoffnung, es versprach ...

Was habe ich mich gefreut, als ich an dieses Buch kam. Endlich alles über den Wannsee zu erfahren, diesen Schicksalsee der Deutschen! Und das Inhaltsverzeichnis gab mir allen Grund zur Hoffnung, es versprach einen ebenso spannenden wie lehrreichen Rundumschlag, der den Lebenslauf dieses Sees aufs Eindringlichste skizziert.

Also, den Rundumschlag gibt es, aber mit der Eindringlichkeit ist es so eine Sache: mich konnte das Buch absolut nicht packen und ich hatte keine Freude daran. So wenig, dass ich nicht einmal den Einstieg richtig schaffte und ich kann gar nicht so genau sagen, woran das liegt.

Alle Interessenten möchte ich ermuntern, dennoch einen Blick zu wagen, denn nur wer wagt, gewinnt! Vielleicht ja ein unterhaltsames und lehrreiches Leseerlebnis!

Veröffentlicht am 24.07.2024

Urlaub in Schweden

Das Baumhaus
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Und das im eigenen - gerade vom Großvater des Familienvaters geerbten - Haus mitten im Wald und gleich am Wasser: das kann doch nur toll werden!

Statt dessen entwickelt sich das alles sukzessive ...

Und das im eigenen - gerade vom Großvater des Familienvaters geerbten - Haus mitten im Wald und gleich am Wasser: das kann doch nur toll werden!

Statt dessen entwickelt sich das alles sukzessive zu einem Horror-Szenario! Zunächst gibt es Zoff zwischen den Eltern Hendrik und Nora und dann verschwindet auch noch der kleine Fynn, der voller Vorfreude das Ende des Sommers und den Beginn seines Lebens als Schulkind erwartet. Doch soll es etwa gar nicht dazu kommen? Was ist mit Fynn passiert? Möglicherweise ist er entführt worden - und zwischen die Berichte von Hendrik und Nora geraten auch noch andere, so welche von einer Marla, die als Kind entführt wurde. Wie fügt sie sich wohl in die Geschichte ein?

Ein interessanter Ansatz, aus meiner Sicht jedoch etwas zu langatmig erzählt. Zudem gibt es am Ende eine Art Showdown diverser Akteure, das dann doch sehr konstruiert daherkommt - ein Teil davon hätte auch gereicht. Auch wenn alles durchaus schlüssig ist, ist es aus meiner Sicht doch deutlich zu viel des Guten!