Kurzweilige Schatzsuche
Rätsel haben kurze BeineAls Jade von ihrer Großtante eine etwas in die Jahre gekommene Villa in der Bretagne erbt, ahnt sie noch nicht, welche Geheimnisse sich um das alte Gebäude ranken. Kaum ist sie mit ihrem Dackel Rimbaud ...
Als Jade von ihrer Großtante eine etwas in die Jahre gekommene Villa in der Bretagne erbt, ahnt sie noch nicht, welche Geheimnisse sich um das alte Gebäude ranken. Kaum ist sie mit ihrem Dackel Rimbaud im Örtchen Foisic – das seltsamerweise auf keiner Landkarte auftaucht – angekommen, gibt es schon einen ersten Interessenten für ihr Haus. Das scheint mit einem mysteriösen Piratenschatz zusammenzuhängen, der schon viele Menschen das Leben gekostet hat und noch immer nicht gefunden werden konnte. Ist irgendwo zwischen den Antiquitäten von Großtante Aglaé vielleicht ein Hinweis versteckt?
„Rätsel haben kurze Beine“ ist der erste einer im Original bereits sieben Bände umfassenden Reihe der französischen Schriftstellerin Ena Fitzbel. Die deutsche Übersetzung verfasste Ingrid Ickler. Die Geschichte erzählt Protagonistin Jade selbst in der Ich-Form und im Präsens, so dass wir sie quasi live bei ihren Erlebnissen begleiten. Die Handlung umfasst dabei ziemlich genau drei Wochen, wobei jeder Tag mit einem kleinen Zitat aus Jades Tagebuch begonnen wird.
Im Fokus der Geschichte stehen Jades Ermittlungen rund um den verschollenen Schatz, denn schließlich sollen sich Hinweise auf dessen Versteck in der alten Villa befinden. Unterstützt wird sie dabei von Alban und seinem Neffen Corentin, dessen Eltern auf der Suche nach eben jenem Schatz verstorben sind. Alban ist daher zunächst wenig begeistert und will sich lieber auf die Instandsetzung des Hauses konzentrieren – wobei er und Jade sich auch ein wenig näher kommen. Wäre da nicht Albans seltsame Verschlossenheit und die reiche Angadrem, die ihn unbedingt erobern möchte.
Leider kommt die Handlung lange Zeit nicht recht in Fahrt und die Rätsel rund um den Schatz wirken etwas konstruiert. Auch Jades Dackel Rimbaud spielt leider nur eine Nebenrolle und ist oft Mittel zum Zweck und Motor für die Ereignisse. Spaß hingegen machen das Dorfleben in der Bretagne und einige sehr spezielle Figuren. Am Ende wird noch ein Geheimnis über Alban gelüftet, das ich an dieser Stelle mehr als seltsam fand. Hier soll wohl vieles für Band 2 offengelassen werden, schade!