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Veröffentlicht am 03.12.2024

Tiefe Freundschaft trotz fieser Briefe

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Obwohl Luca erst gar keine Lust auf seine Brieffreundin Naomi hatte, waren sie die einzigen, die einander weit über die fünfte Klasse hinaus geschrieben haben. Bis der Kontakt plötzlich abbrach und Luca ...

Obwohl Luca erst gar keine Lust auf seine Brieffreundin Naomi hatte, waren sie die einzigen, die einander weit über die fünfte Klasse hinaus geschrieben haben. Bis der Kontakt plötzlich abbrach und Luca sich erst Jahre später wieder bei Naomi meldet, mit einem Brief, so gemein wie eh und je.

Während Naomi aus der Gegenwart berichtet, sieht man bei Luca eher kurze Schnipsel aus der Vergangenheit. So weiß man zwar mehr als Naomi, aber was er in der Gegenwart treibt ist unbekannt.

Die Geschichte lief etwas anders als ich erwartet hatte, da ich in der Gegenwart auch mehr schriftliche Korrespondenz erwartete, aber Naomi kann Luca gar nicht antworten, weil sie ihn erstmal finden muss. Ihre Suche nach ihm konnte mich nicht so sehr packen, weil sie sich auf einige kleine Reisen begibt und erkalteten Spuren folgt. Dabei wartet in der Heimat ein heißer Nachbar auf sie, der sie gerne näher kennenlernen will.

Ich habe vielleicht schon zu viele Bücher gelesen, vielleicht konnte mich die Geschichte daher nicht zu sehr überraschen. Aber ich hatte trotzdem viel Spaß mit der Lektüre, besonders die Sticheleien in den Briefen haben mir gut gefallen. Auch wenn diese vom Inhalt her fies waren, merkt man ganz klar, wie viel diese Briefe den beiden bedeuten, da ihre Brieffreundschaft jahrelang hielt und auch geänderte Adressen weitergegeben wurden, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Man kann wirklich spüren, wie viel ihnen diese Verbindung bedeutet und das fand ich wirklich süß.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Unterdrückung, Traditionen und magische Mächte

Song of Silver – Das verbotene Siegel (Song of Silver 1)
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Hin wurde von den Elantinern erobert und seit zwölf Jahren verfallen in Hin die alten Traditionen, die Magie und sogar die Namen der Bewohner mussten geändert werden. Lan hat gelernt, wie man überlebt ...

Hin wurde von den Elantinern erobert und seit zwölf Jahren verfallen in Hin die alten Traditionen, die Magie und sogar die Namen der Bewohner mussten geändert werden. Lan hat gelernt, wie man überlebt und sich unauffällig verhält, aber das rettet sie auch nicht, als man auf ihre verbotenen magischen Fähigkeiten aufmerksam wird. Ihr Jäger: ausgerechnet der Magier, der bereits Lans Mutter auf dem Gewissen hat und nun hinter der Macht her ist, die in Lan schlummert und die die Karten in diesem Krieg neu mischen könnte.

Aber es gibt auch noch einen Widerstand, der ebenfalls Lans Magie erspürt und sie aufnimmt, um sie im Umgang mit der Macht des Qi auszubilden. Die magischen Schulen waren schon länger geheim und auch vor der Eroberung blieben die Magier eher unter sich. Auch jetzt möchten sie ihr Handwerk bewahren, während Lan der Meinung ist, man müsse mehr unternehmen, um dem Volk zu helfen und sich gegen ihre Unterdrücker zur Wehr zu setzen.

Lan ist in mehrfacher Hinsicht eine Außenseiterin, findet aber auch Anschluss. Ihr neuer Vertrauter Zen hat seine eigene Perspektive und ist zwar schon länger dabei, wird aber aus anderen Gründen ausgegrenzt, hat Ängste, Geheimnisse und seine eigenen Gründe, um Lan zu unterstützen.

Die magische Welt fand ich schon ziemlich spannend, dabei fand ich besonders die Unterschiede in der Magie der beiden Völker sehr gelungen. Bei den Hin spielen auch die Geschichte ihres Landes sowie ihre Familien und Traditionen eine Rolle, sie lernen aus ihrer Vergangenheit, bei den Elantinern sieht man nur das Streben nach Macht. Die Motive der Hin sind differenzierter, das verleiht den verschiedenen Charakteren mehr Tiefe, sorgt für Meinungsverschiedenheiten und Machtkämpfe und das fand ich mindestens genauso spannend wie den Krieg und die Gefahr um sie herum.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Heilige Wunder oder Ketzerei?

Der Vertraute
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Die wechselnden Erzählperspektiven und kleine Reisen in die Zukunft in Form von unheilvollen Voraussagen für den Fortgang der Geschichte fand ich meistens schon spannend, aber manchmal auch ein wenig verwirrend. ...

Die wechselnden Erzählperspektiven und kleine Reisen in die Zukunft in Form von unheilvollen Voraussagen für den Fortgang der Geschichte fand ich meistens schon spannend, aber manchmal auch ein wenig verwirrend. Ich konnte mich auch deswegen nicht ganz eindeutig entscheiden, welche Charaktere ich abgesehen von Luzia selbst noch mögen wollte. Insgesamt sind die meisten Charaktere schon so komplex, dass man sie nicht bedingungslos sympathisch findet, doch ihre Motive kann man meistens trotzdem gut verstehen.

Luzia selbst ist auch nicht perfekt. Sie kämpft schon mit den Herausforderungen die es mit sich bringt, als Frau geboren zu sein, und hat oft Angst um ihre Sicherheit und Zukunft. Es ist auch eine Mischung aus Angst und Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Entschlossenheit, die sie dazu bringt, an einem magischen Wettkampf teilzunehmen, wo der Grat zwischen heiligen Wundern und Ketzerei nur sehr schmal ist.

In der ersten Hälfte geht es darum, wie sich Luzias Alltag nach und nach ändert, wie sie vom Küchenmädchen zur Attraktion wird und erst ihre Herrin und danach immer mächtigere Gestalten sie nutzen wollen, um selbst aufzusteigen. Nach einem gemütlichen Start wird es dann immer turbulenter: Zwischen Intrigen und Magie ist auch noch Platz für unerwartete Gefühle, die die Geschichte abrunden.

Alles in allem hat mir das Erzähltempo gut gefallen und die vielschichtigen Charaktere bieten ein abwechslungsreiches und auch ernstes Abenteuer, das sicher nicht zu vorhersehbar ist.

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Dunkle Magie, große Geheimnisse und komplexe Charaktere

Dark Heir
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"Dark Rise" hatte mir ja schon ziemlich gut gefallen und nach den spannenden Entwicklungen und unerwarteten Enthüllungen am Ende des Buches habe ich mich schon sehr auf die Fortsetzung "Dark Heir" gefreut ...

"Dark Rise" hatte mir ja schon ziemlich gut gefallen und nach den spannenden Entwicklungen und unerwarteten Enthüllungen am Ende des Buches habe ich mich schon sehr auf die Fortsetzung "Dark Heir" gefreut – und wurde nicht enttäuscht. Zwar konnte mich die Handlung diesmal nicht mehr so sehr mit neuen Ideen überraschen, weil eigentlich nur die gleichen Konflikte fortgeführt werden, aber es war wieder spannend und die komplexen Charaktere konnten auch überzeugen.

Will kennt nun sein eigenes großes Geheimnis und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Er hatte gerade eine Art Zuhause gefunden, doch nun sind alle seine Beziehungen wieder in Gefahr. Wie auch zuvor hat er zwar gute Absichten, doch er hat kaum eine andere Wahl als seine Freunde zu belügen und eigene Pläne zu schmieden, um sein finsteres Geheimnis zu bewahren. Er hat schon Schuldgefühle wegen seiner Lügen und dazu kommt noch die große Last durch die Dinge, für die er verantwortlich ist und sich selbst nicht verzeihen kann, und damit auch das Bedürfnis, alles wiedergutzumachen.

So gut mir der erste Band auch gefiel, ich habe trotzdem einiges über die Nebencharaktere vergessen. Violets Perspektive fand ich schon spannend, weil sie immer mehr Stärke aus ihren Erfahrungen schöpft, und auch Visander fand ich sehr interessant, auch wenn es etwas gedauert, bis ich ihn besser verstanden habe. Elizabeth fand ich aber eher nervig.

Insgesamt mag ich aber die verschiedenen Parteien, die in diesem dunklen magischen Krieg ihre eigenen Ziele verfolgen, und zumindest diejenigen mit eigenen Erzählperspektiven kann man verstehen; wem ihre Loyalität gilt, wem sie misstrauen, wen sie beschützen wollen und welche Wünsche sie für die Zukunft haben. Die Charaktere sind für mich das, was diese Reihe besonders macht, aber auch darüber hinaus gibt es Action, Gefahren, Intrigen und eine vielversprechende magische Welt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Die Geschwindigkeit des Internets und die Macht von "Views"

VIEWS
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BKA-Kommissarin Yasira bekommt den Fall der verschwundenen Jugendlichen Lena Palmer zugewiesen, als die Situation zu eskalieren droht: Ein brutales Video geht viral und aufgrund der Herkunft der Täter ...

BKA-Kommissarin Yasira bekommt den Fall der verschwundenen Jugendlichen Lena Palmer zugewiesen, als die Situation zu eskalieren droht: Ein brutales Video geht viral und aufgrund der Herkunft der Täter wird das Ganze schnell zu einem politischen Thema, das die ganze Nation erschüttert.

Der Fall geht Yasira schon besonders nahe, weil sie selbst eine Tochter in dem Alter hat, dazu kommt noch ein gewaltiger Druck, weil der Fall sehr öffentlich ist und dringend neue Fortschritte braucht. Und schon bald ist sie nicht nur die scheinbar inkompetente Ermittlerin, sondern wird wegen ihres ausländischen Aussehens selbst zur Zielscheibe.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn in der Öffentlichkeit wird der Fall immer größer und verschiedene Lager haben ziemlich klare Meinungen dazu, wie vorzugehen ist, dazu nehmen manche das langsame Tempo der Polizei zum Anlass, das Herbeiführen der Gerechtigkeit selbst in die Hand zu nehmen.

Die Stimmung ist geladen, man spürt Yasiras Stress, die Wut der Öffentlichkeit und viel Frust über das Tempo des gnadenlosen Internets, das stärker polarisiert und sich nicht immer nur an Fakten hält, sondern auf Sensationen, Schlagzeilen und Provokation aufbaut.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und auch, wie der Autor aktuelle Ereignisse aufgreift und ein komplexes Thema nachvollziehbar, spannend und mit einer Prise ironischem Humor umsetzt. Am Ende war ich nicht ganz glücklich, aber das sollte man wohl auch nicht sein, dafür war die Fiktion zu nah an der Realität.

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