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Veröffentlicht am 13.08.2025

Aller guten Dinge sind drei... oder nicht?

Erebos 3
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Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 ...

Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 Jahren zum ersten Mal gelesen und GELIEBT. Dieses Buch… hat für mich so viele neue Maßstäbe für mein Leseverhalten gesetzt. Dementsprechend gefreut habe ich mich 2019/2020 auf den 2. Band der Reihe, der eine gute Fortsetzung war, und das ganze Thema der Gefahren von einer omnipräsenten Technologie weiter ausgearbeitet hat.
Jetzt sind wir hier: 2025, und Ursula Poznanski hat einen dritten Teil ihrer Bestseller-Reihe rund um das Computerspiel Erebos rausgebracht. Natürlich will ich das lesen, hallo? Aber ich gucke auch kritisch auf das Buch. Denn: braucht es diese Fortsetzung? Was kann die Autorin Neues beitragen zu der Welt, was nicht schon in Band 1 und 2 vorkam?

Wir starten direkt rein mit Nick, unserem Protagonisten der vorherigen Bände. Er baut sich ein Leben als Fotograf auf, verbringt viel Zeit mit Freunden – und denkt eigentlich nicht mehr an Erebos.

Ich bin ehrlich: mir hätte ein kurzes „was bisher geschah“ echt gut getan; da ich gar nicht mehr genau sagen kann, was in Band 1 und 2 jeweils passiert ist – mein Lesen der Bücher ist ja schon 5 bzw. 10 Jahre her. So kann ich gar nicht mit 100% Richtigkeit sagen, welche Charaktere man schon aus vorherigen Bänden kennt und wie genau die zu Erebos gekommen sind.

Generell gibt es in diesem Buch sehr viele Charaktere, denn Erebos hat eine neue Funktion: Horden, bzw. Teams, zu denen sich Spieler zusammen sammeln müssen. Jede Horde besteht aus 11 Personen, und natürlich ist nicht nur die Horde von Nick bzw. Sarius, sondern auch verbündete und verfeindete Horden. Alle Charaktere waren gut ausgedacht, die Spielfiguren waren einzigartig genug, um sie beim Lesen auseinanderhalten zu können – aber nach dem Lesen waren die alle schon wieder raus aus meinem Kopf.

Zur Handlung. Es ist eigentlich das selbe Spiel mit Erebos wie in den vorherigen Bänden. Es gibt Missionen und Aufträge, die im echten Leben erfüllt werden müssen, die von Objekten finden über Autoreifen aufstechen bis zu Körperverletzung sehr vielfältig sind und die Gefahren des Spiels verdeutlichen. Für Nick steht seine Karriere auf dem Spiel, da Erebos die Kontrolle über seinen Computer und sein Mailprogramm übernommen hat. Als angehender Fotograf ist er auf Aufträge und Rezensionen angewiesen, und Erebos kann ihn dabei unterstützen, wenn er sich fügt – oder einen Shitstorm gegen ihn lostreten.

Also macht Nick mit und begibt sich wieder in das Spiel, trommelt seine Horde zusammen und löst die Rätsel. Denn ihm ist klar: es geht auch um ein Geheimnis im echten Leben. Er vermutet, das es irgendwas mit dem Verschwinden von einem Mädchen zu tun hat… aber so richtig sind ihm die Zusammenhänge nicht klar.

Im Laufe des Buches wird also gespielt und gerätselt. Es ist zwar spannend und ich mag die Spielwelt von Erebos, aber gleichzeitig habe ich wenig neues an dem Buch gefunden, was so den großen Reiz für mich ausgemacht hätte.
Das große Rätsel in der echten Welt war spannend, irgendwann ist auch bei mir der Groschen gefallen und ich hatte einen Aha-Moment – das war richtig cool, und danach wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Aber als dann der Showdown im Real Life wirklich passiert ist… ich weiß nicht, dass war dann doch etwas abgespaced und so richtig verstanden, warum genau Erebos dafür zurückgekommen ist, habe ich bis zum Ende nicht.

Fazit: es ist ein spannendes Buch, man kanns auf jeden Fall lesen, ich bin gut unterhalten worden. Aber man sollte es wirklich nur lesen, wenn man auch die vorherigen Bände richtig gerne mochte & wenn es für einen okay ist, dass hier keine großartig neuen Sachen passieren. Den ersten Band von Erebos werde ich für immer uneingeschränkt überall empfehlen, aber bei Band 2 – und vor allem 3 – würde ich sagen: müsst ihr selber entscheiden.
Von mir gibt’s 3.5 Sterne und ich hoffe irgendwie immer noch, dass es Erebos mal als Testversion zum Spielen gibt. Aber nur das Spiel an sich und nicht diese allesübergreifende gefährliche Präsenz von der Software bitte, danke.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Der Versuch, den eigenen Mord aufzudecken

Not Quite Dead Yet
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Danke an NetGalley und den Lübbe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin generell Fan der Autorin, habe bis auf den 3. ...

Danke an NetGalley und den Lübbe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin generell Fan der Autorin, habe bis auf den 3. Band von A Good Girls Guide to Murder all ihre Bücher gelesen, und hatte sehr hohe Erwartungen an ihr Debüt in einer erwachsenen Alterskategorie.

In dem Buch geht es um Jet, die nach einem Angriff aufgrund eines Aneurysmas, das zu platzen droht, nur noch wenige Tage zu leben hat. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hatte und sie tot sehen will. Und so beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit, in der Jet mithilfe ihres Kindheitsfreundes Billy ihren Mörder finden will – denn noch ist sie nicht tot.

Ich bin ehrlich: ich fand es schwierig, in die Geschichte reinzukommen. Da waren am Anfang so viele Namen und Beziehungskonstellationen, die ich schlecht einordnen konnte. Außerdem ist mir der Schreibstil doch etwas holprig vorgekommen. Ein Blick ins Original zeigte mir dann, dass es nicht nur an der Übersetzung lag, sondern auch im Englischen bereits etwas schiefe Wörter (v.a. Verben) genutzt worden sind. Ganz vorne lag da das Wort „schniefen“, was wirklich super oft an unpassenden Stellen vorkam. Das fand ich schade.

Ansonsten gibt es relativ viele detailreiche Beschreibungen, die mir besonders in dem medizinischen Kontext von Jets Aneurysma fast etwas zu detailreich waren… also falls ihr nicht gut mit so etwas umgehen könnt, überspringt vielleicht ein paar Stellen im Buch.

Das Buch ist an vielen Stellen spannend und lädt auch zum Mitraten ein. Es gibt viele mögliche Verdächtige, und durch Jets Erkrankung gibt es auch eine zeitliche Frist, die Druck auf die Ermittlungen aufbaut.

Trotzdem würde ich insgesamt sagen, dass das hier das schwächste Buch der Autorin ist. Das Ende fand ich sehr unbefriedigend und gehetzt, zwischendrin war das Buch fast sogar langweilig. Und das für mich relevanteste: dieses Adult Buch unterscheidet sich quasi gar nicht von ihren Young Adult Büchern, was das Verhalten und den Ton angeht – bis auf, dass hier deutlich mehr geflucht wird. Die Geschichte hätte vom Prinzip her genauso gut mit 16–18-jährigen Protagonisten funktioniert.

Insgesamt lande ich bei 3.25-3.5 Sternen. Das Konzept ist einzigartig und spannend, aber so richtig umgehauen hat mich das Erwachsenendebüt der Autorin leider nicht.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Solides Debüt, bei dem mir Tiefe und Spannung in der ersten Hälfte fehlen

A Dance of Lies
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Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der ...

Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der schönsten, das ich besitze. Dieses Cover mit der Glitzerfolie? Der blumige Farbschnitt? Der geprägte Einband? Ein Lesebändchen? Die bedruckten Innenklappen? Einfach wow.

Natürlich hat mich das Buch aber auch inhaltlich angesprochen. Grob gesagt geht es um Vasalie, die ehemals die Tänzerin des Königs war, bis er sie hat unschuldig in den Kerker sperren lassen. Nach 2 Jahren Gefangenschaft, die bei Vasalie zu unheilbaren körperlichen und psychischen Schäden geführt haben, lässt er sie wieder in den Palast holen: durch ihre tänzerischen Fähigkeiten soll sie eine Spionage-Mission für ihn durchführen. Gelingt ihr dies mit Erfolg, wird er ihr die Freiheit gewähren.

Also: Fantasy. Tanzen. Eine chronisch kranke Protagonistin. Das klingt nach einem perfekten Buch für mich – liebe ich doch selber das Tanzen, und kenne das Leben mit chronischen Schmerzen. Und das Buch hat auch einen wirklich guten Start. Vasalie wird aus dem Gefängnis befreit, ihr wird der „Deal“ vorgeschlagen, und ihr Training beginnt. Sie fängt an, wieder zu leben und zu tanzen. Dann beginnt das Treffen der Königshäuser und Vasalie kann sich unter die Tänzer schmuggeln und mit auftreten.

Es bahnen sich verschiedene Liebschaften an und es geht viel um Intrigen. Und da fängt das Buch für mich an, sich in die Länge zu ziehen. Das Worldbuilding war für mich nicht stark genug, dass ich so richtig die Politik verstanden habe, und somit auch nicht so richtig die Konflikte zwischen den verschiedenen, ineinander verschwimmenden Königreichen.

Die ganze Zeit habe ich auf die Magie gewartet, die für mich zu einem Fantasybuch dazugehört. Stattdessen wirkte es für mich eher wie ein Mittelalterbuch, in dem die Protagonistin ständig irgendwelche Side Quests durcharbeitet, und man nicht so richtig weiß, was überhaupt ihr Ziel ist. Zum Ende hin merkt man schon, was für Kräfte hier am Spiel sind – ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht.

Und ich glaube, dieses Gefühl beschreibt mein Leseerlebnis eigentlich sehr gut: da war noch mehr Potential, das nicht ausgeschöpft wurde.

Es gab eine spannende Protagonistin mit einer verzwickten Hintergrundgeschichte und es gibt auch mehrere potentielle romantische Beziehungen mit Charakteren, aber so richtig am Mitfiebern war ich da nicht. Es passieren immer wieder spannende Dinge, vor allem am Ende, aber zwischendrin wird es langatmig – und es sollte die Kunst bei Fantasy sein, auch die weniger actionreichen Szenen mit Spannung zu füllen. Der Schreibstil war gut, ich habe es gerne gelesen aber zwischendurch hätten es noch mehr detaillierte Beschreibungen bezüglich des Worldbuildings sein können.

Ich hoffe, dass die Autorin im 2. Band (denn ja, es ist eine Dilogie – das hätte man aber vielleicht kommunizieren sollen, ich habe es zufällig über den Instagram-Account der Autorin erfahren) es schaffen kann, mehr Spannung und Tiefe aufzubauen.

A Dance of Lies ist ein solides Debüt, und das spannende Ende hat in mir genug Interesse geweckt, dass ich mir den 2. Band zumindest anschauen werde (wann auch immer er erscheint). Trotzdem sind bezüglich Spannung, Charakterisierung und Worldbuilding noch Schwachstellen zu finden, und ich lande bei einer Bewertung von 3.5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Winterliche Kurzgeschichten – Wenig Festtagsstimmung, viele bekannte Personen

Magical Winter Nights
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Wie schon “Feels like Christmas” ist auch dieses Buch eine winterliche Kurzgeschichtensammlung von Loewe Intense Autorinnen zu bereits erschienenen/angekündigten Bücher. 4 Autorinnen kennen wir schon aus ...

Wie schon “Feels like Christmas” ist auch dieses Buch eine winterliche Kurzgeschichtensammlung von Loewe Intense Autorinnen zu bereits erschienenen/angekündigten Bücher. 4 Autorinnen kennen wir schon aus der 1. Version, und 2 davon schreiben nochmal Geschichten zur selben Reihe. An sich würde ich wieder sagen, dass die Geschichten auch ohne große Vorkenntnisse der Reihen zu lesen sind. Ich habe mir allerdings für Kontext und grobe Orientierung die Klappentexte der Reihen durchgelesen – es wäre schön gewesen, wenn es das auch hier im Buch als Einordnung mitgegeben hätte.

“Jetzt sind wir unendlich” (“Jetzt“ – Gabriella Santos de Lima) 3
Es geht hier um den Bruder von Manda aus der originalen Reihe (die ich nicht gelesen habe) und wir sind wieder in Köln, und es geht um eine Party. Es war eine okaye Geschichte, ich mochte die Dortmund-Referenzen, aber ist mir irgendwie auch nicht lange im Gedächtnis geblieben.
„Sternenknistern“ („Sweet Lemon Agency“ – Kyra Groh) 4.5
Ach, war das schön. Ich liebe die Sweet Lemon Agency, und die Geschichte hier fokussiert viel auf Amelie, welche die Protagonistin des kommenden 3. Bandes sein wird. Es geht um eine Weihnachtsparty, die sie eigentlich geplant hat, aber die dann ins Wasser fällt. Das restliche Team kommt dann zusammen und überrascht sie. Ich freue mich jetzt noch mehr auf Februar und Funkenstille.
“Christmas Crush” (“Golden Hearts” - Marina Neumeier) 3
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es hier um Nebencharaktere der Golden Hearts Reihe? Und die eine ist adelig und der andere Schreiner. Die Repräsentation von Handwerker*innen als Protas mag ich sehr gerne, aber das Baronen-Thema und der gesamte Schreibstil war mir zu jugendlich/kitschig.
“Keine Nacht zu dunkel” (“Tales of Sylt“ – Alexandra Flint) 4
Ich liebe die Sylt-Reihe und kann nicht genug von ihr bekommen! Umso mehr freue ich mich, dass wir wieder mehr zu Ida und Noel erfahren, die auch in der Kurzgeschichte vom letzten Jahr am Start waren. Es geht um Vorbereitungen für eine Silvesterparty und wir haben eine eisig-stürmische Atmosphäre.
„Before the Stars Break“ (“Scandalous Secrets” - Franka Neubauer) 3
Ich bin ein großer Fan von Frankas Debütroman „Drowning Shadows“ und war deshalb auch gespannt auf ihre Kurzgeschichte, die als Auftakt ihrer „Scandalous Secrets Reihe“ dienen soll. An sich fand ich die Geschichte gut, aber nach Weihnachtsstimmung sucht man vergeblich. Es wird erwähnt, dass es auf einer Silvesterparty spielt, aber das hätte auch jede Party sein können. Die düstere und etwas zu dramatische Stimmung hat für mich einfach nicht so gut in eine weihnachtliche Kurzgeschichtensammlung gepasst.

Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, alleine für den Vorgeschmack auf Band 3 der Sweet Lemon Agency Reihe und noch mehr Zeit mit der Sylt-Gang. Insgesamt würde ich aber sagen, dass diese Sammlung schwächer ist als ihr Vorgänger „Feels Like Christmas“ und ich weiß nicht, ob ich eventuelle zukünftige Sammlungen noch lesen würde, wenn ich wieder nur knapp die Hälfte der Hauptgeschichten kenne bzw. interessant finde.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Aufrüttelnd, aber teils unausgereift: Ein Buch über weiblichen Schmerz

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Danke an Vorablesen und den HarperCollins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„Unversehrt“ gehört zu dem Genre von Büchern, ...

Danke an Vorablesen und den HarperCollins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„Unversehrt“ gehört zu dem Genre von Büchern, die zwischen Sachbuch und Memoir stehen. Uns erwartet hier eine gut recherchierte Abhandlung über weiblichen Schmerz in all seinen Facetten, die eingerahmt wird durch die schmerzlichen Erfahrungen der Großmutter der Autorin. Dadurch ist das Buch nicht zu steril, sondern gewinnt an persönlicher Note, obwohl die Struktur etwas wirr erscheint.

Wie bereits erwähnt fand ich das Buch sehr gut recherchiert, und auch das Literaturverzeichnis und die Quellenempfehlungen am Ende waren sehr ausführlich und aussagekräftig.

Inhaltlich sind die Kapitelnamen wenig aussagekräftig, aber es werden grob folgende Themen behandelt: Sprechen über Schmerz, Schmerz (Gewalt) an Frauen, Schmerzen haben, Schmerz betäuben (Betäubungsmittel), dem Körper Schmerz hinzufügen (Beautystandards z.B.), Emanzipation von Schmerz. Nicht alles davon hat mich gleich interessiert, und nicht mit allem davon habe ich gerechnet.

Dem Buch fehlt eindeutig eine Triggerwarnung bezüglich sexualisierter Gewalt, da dieser Abschnitt super überraschend und sehr explizit daherkommt. Auch die Kapitel rund um Gewalt bei Schwangerschaft und Geburt haben mich echt geschockt, da sie mich unvorbereitet erwischt haben.

Besonders gut fand ich die Kapitel zu Frauen im Gesundheitssystem, wo es um Falschdiagnosen und weibliche Krankheiten wie Endometriose ging – tatsächlich hatte ich vom Titel des Buches her auch gedacht, dass es eher vermehrt um solche Themen gehen wird, und nicht um die „Schmerzen“ des Balletttanzens und Schönheits-OPs, die ja im Bereich der Ästhetik verordnet sind.

Im Großen und Ganzen habe ich die Kapitel über die anderen schmerzvollen Themen auch als interessant empfunden, eben weil es einen als Frau dann doch betrifft. Trotzdem finde ich, dass das Buch besser mit konkreten Kapitelnamen oder zumindest Triggerwarnungen auf seine Themenvielfalt hätte aufmerksam machen sollen.

Ein weiterer Kritikpunkt, den ich habe, sind die immer wieder aufkommenden Pauschalisierungen über „die Frauen“ – eine andere Rezensentin nannte es „Pseudo-Feminismus à la Sophie Passmann“ und irgendwie fand ich das treffend. „Stöckelschuhe“ werden per se abgewertet und sind ein Ausdruck von „Gewolltwerden“, so wie Tattoos, und nur wütende Frauen sind emanzipierte, also gute Frauen… Solche Aussagen sind nicht feministisch (wie die Autorin meint), sondern ganz im Gegenteil misogyn. Das fand ich schade und hätte ich nicht gebraucht.

Insgesamt ist „Unversehrt“ ein aufrüttelndes Buch, welches sich mit Frauen und Schmerz in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen auseinandersetzt und die Augen öffnen kann. Der Stil ist einfach und modern, aber schießt manchmal mit der Wortwahl am Feminismus vorbei. Die Struktur und Themenwahl hätten besser sein können und ich bin ehrlich – ich habe auch eher andere Inhalte erwartet.

Ich schreibe diese Rezension übrigens erst ca. 1 Monat nachdem ich das Buch gelesen habe (ein Glück für meine guten Notizen haha), und ich muss zugeben, dass es kaum in mir nachgehallt hat. Nachhaltig mitgenommen habe ich so gut wie gar nicht, weil ich schon viele der angesprochenen Dinge wusste, sodass ich „Unversehrt“ eher als Einstiegslektüre in das Themengebiet verorten würde. Und so lande ich bei 3.5-4 Sternen.

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