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Veröffentlicht am 26.01.2026

die schmerzhafte Realität von Liebe

Keep it like a Promise
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Danke an NetGalley und den Reverie-Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Mit Keep it like a promise veröffentlicht Katharina ...

Danke an NetGalley und den Reverie-Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Mit Keep it like a promise veröffentlicht Katharina Katz den 3. Band einer Reihe von interconnected standalones in Brighton. In Band 1 lag der Fokus auf Musik und Backen, in Band 2 auf Sportler-Fake Dating und hier im 3. Band geht es um ein Hotel, eine Social Media Kampagne und einen Barkeeper.

Ich mag Hotel Settings echt gerne, und auch das Thema Social Media in Büchern finde ich spannend. Ich fand hier beides gut umgesetzt und fand es echt cool, dass am Ende des Buches Rezepte von vielen der erwähnten (alkoholfreien) Cocktails vorgekommen sind. Das eröffnet bei mir im Leseerlebnis immer noch eine neue Ebene, und ich mag solche Details!

„Manchmal bedeutet Liebe, dass man Hilfe holt. Auch wenn der andere sie nicht will.“

Wie alle Bücher aus dem Healthy Romance Bereich von GU/Reverie wird auch hier wieder ein wichtiges Thema rund um mentale Gesundheit betrachtet, in diesem Fall Alkoholsucht. Ich habe die Darstellung als sehr realistisch, und dadurch auch als sehr schmerzhaft empfunden. In dieser Hinsicht beweist die Protagonistin Lucy sehr viel Mut und Stärke, als sie für sich selber einsteht. Nicht alle werden diese Entscheidung gutheißen und nachvollziehen können – als Person die so etwas schonmal durchmachen musste und ähnlich wie Lucy entschieden hat, kann ich nur sagen: ich wünsche so eine Entscheidungen niemandem.

Wie gesagt ist Lucy an sich mutig und stark, gleichzeitig ist sie aber Anfangs noch nicht bereit für eine Beziehung, und so gibt es viel hin und her zwischen ihr und Kobe. Auch Misskommunikation und abweisendes Verhalten werden gezeigt, sodass es dauert, bis die Lovestory ins Laufen kommt.

Bei Workplace Romances mag ich es ehrlich gesagt auch mehr, wenn die Personen sich erst platonisch kennenlernen und dann eine romantische Beziehung daraus gehend entwickeln, weil ich finde dass die Konsequenzen einer Trennung am Arbeitsplatz schon nicht ohne sind und ich mir besonders in solchen Büchern mit Fokus auf mentale Aspekte diesbezüglich ein wenig Reflexion gewünscht hätte.

Kobe kommt im 2. Band schon vor, und dementsprechend kamen auch in diesem Buch die Protagonisten der anderen Bände vor. Das ist jetzt ein Mini-Spoiler, aber wir erfahren hier, dass eins der Paare aus der Reihe sich mittlerweile getrennt hat. Das habe ich bei Romance tatsächlich noch nie erlebt, und ich fand es eine mutige, und hier auch komplett passende Entscheidung. Es werden auch die Trennungsgründe erklärt – und ich sehe Potential für eine Second Chance Romance bei den beiden. Aber manchmal passt es bei einer Beziehung zu einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr, und auch wenn das schmerzt, ist das halt die Realität.

Fazit: wie der Rest der Reihe eine Geschichte, die extrem stark mit Themen von psychischer Gesundheit umgeht und auch vor möglicherweise polarisierenden Entscheidungen nicht zurückscheut. Die Lovestory an sich ist mir jetzt nicht besonders hervorgestochen, aber schlecht war sie auch nicht. Somit bekommt dieses Buch von mir 3,5 von 5 Sternen.

Auch wenn Band 1 dieser Reihe für mich definitiv der stärkste bleibt, kann ich die Bücher von Katharina Katz euch wirklich empfehlen. Geschichten voller Emotionen und Realität, mit spannenden Themen und Charakteren, und Entwicklungen, die selbst erfahrene Romance-Leser*innen wie mich noch überraschen.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Tode auf Morning House

Death at Morning House
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Danke an NetGalley und den Dragonfly Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Nachdem ich die ersten drei Bände der Truly Devious Reihe ...

Danke an NetGalley und den Dragonfly Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Nachdem ich die ersten drei Bände der Truly Devious Reihe der Autorin schon sehr gerne mochte, habe ich mich gefreut, dass ihr neustes Standalone übersetzt wird. Ein Mysterybuch perfekt für den Sommer: bei einem Haus-Sitting Job kommt es zu einem Unfall und Protagonistin Marlowe lässt das Haus niederbrennen. Nun braucht sie einen neuen Ferienjob und dadurch kommt sie nach Morning House: ein in den 1920ern erbautes Anwesen auf einer Insel, auf dem ein Arzt mit seinen Adoptivkindern gelebt habt – bis tragische Tode die Familie zum Verlassen der Insel gedrängt haben. Während der Touren für die Touristen kommen Marlowe und die anderen Guides der Wahrheit immer näher… was passierte damals wirklich mit den Toden auf Morning House?

Der Klappentext klang richtig gut, und ich mag einfach Geschichten mit zwei Zeitebenen. In der Vergangenheit sind wir nämlich in der Perspektive der Ralston-Familie, hauptsächlich der ältesten Tochter Clara, in den Wochen und Tagen bevor Clara und der jüngste Sohn Max ums Leben kommen. Was ich in der historischen Perspektive sehr spannend fand, war das Thema der Eugenik. Dr. Ralston ist nämlich in seinen Ansichten stark von dieser rassistischen Strömung beeinflusst und versucht dementsprechend auch seine Kinder danach zu erziehen. Die historische Perspektive hat mir am besten gefallen; ich fand es total spannend zu sehen, wie in dieser verschrobenen Welt der Reichen die Kinder sich gegen ihren Vater wehren – oder auch nicht.

In der Gegenwart begleiten wir Marlowe, deren Hauptproblem am Anfang es ist, dass sie durch den Brand die Ferien nicht mit dem Mädchen auf das sie steht verbringen kann. Marlowe hat auch Angst, dass Akilah sich in jemand anderen verliebt, und generell denkt sie nur an ihren Crush. Das war schon etwas anstrengend zu lesen.

Was die Reihe stark von den anderen Büchern der Autorin unterscheidet, ist dass die Protagonistin eigentlich gar nicht ermitteln WILL. Sie hat kein Interesse an Mystery oder Cold Cases. Doch als ihre Betreuerin auf der Insel verschwindet und nicht mehr zu finden ist, tun sich die Teenager zusammen und suchen nach Belinda – und dabei entdecken sie Dinge, durch welche die Ralston-Tode in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Alles, was dann bei den Ermittlungen rauskommt, ist super spannend. Aber davor? Es ist eher slow burn und die Mystery-Elemente stehen wenig im Vordergrund und es hat etwas gebraucht, bis ich reingekommen bin. Die Kapitel der Vergangenheit habe ich verschlungen, während mich Marlowes Perspektive aufgrund des Fokus auf die Lovestory eher irritiert hat und ich nicht ständig unbedingt weiterlesen wollte. Ich komme somit auf 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Aller guten Dinge sind drei... oder nicht?

Erebos 3
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Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 ...

Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 Jahren zum ersten Mal gelesen und GELIEBT. Dieses Buch… hat für mich so viele neue Maßstäbe für mein Leseverhalten gesetzt. Dementsprechend gefreut habe ich mich 2019/2020 auf den 2. Band der Reihe, der eine gute Fortsetzung war, und das ganze Thema der Gefahren von einer omnipräsenten Technologie weiter ausgearbeitet hat.
Jetzt sind wir hier: 2025, und Ursula Poznanski hat einen dritten Teil ihrer Bestseller-Reihe rund um das Computerspiel Erebos rausgebracht. Natürlich will ich das lesen, hallo? Aber ich gucke auch kritisch auf das Buch. Denn: braucht es diese Fortsetzung? Was kann die Autorin Neues beitragen zu der Welt, was nicht schon in Band 1 und 2 vorkam?

Wir starten direkt rein mit Nick, unserem Protagonisten der vorherigen Bände. Er baut sich ein Leben als Fotograf auf, verbringt viel Zeit mit Freunden – und denkt eigentlich nicht mehr an Erebos.

Ich bin ehrlich: mir hätte ein kurzes „was bisher geschah“ echt gut getan; da ich gar nicht mehr genau sagen kann, was in Band 1 und 2 jeweils passiert ist – mein Lesen der Bücher ist ja schon 5 bzw. 10 Jahre her. So kann ich gar nicht mit 100% Richtigkeit sagen, welche Charaktere man schon aus vorherigen Bänden kennt und wie genau die zu Erebos gekommen sind.

Generell gibt es in diesem Buch sehr viele Charaktere, denn Erebos hat eine neue Funktion: Horden, bzw. Teams, zu denen sich Spieler zusammen sammeln müssen. Jede Horde besteht aus 11 Personen, und natürlich ist nicht nur die Horde von Nick bzw. Sarius, sondern auch verbündete und verfeindete Horden. Alle Charaktere waren gut ausgedacht, die Spielfiguren waren einzigartig genug, um sie beim Lesen auseinanderhalten zu können – aber nach dem Lesen waren die alle schon wieder raus aus meinem Kopf.

Zur Handlung. Es ist eigentlich das selbe Spiel mit Erebos wie in den vorherigen Bänden. Es gibt Missionen und Aufträge, die im echten Leben erfüllt werden müssen, die von Objekten finden über Autoreifen aufstechen bis zu Körperverletzung sehr vielfältig sind und die Gefahren des Spiels verdeutlichen. Für Nick steht seine Karriere auf dem Spiel, da Erebos die Kontrolle über seinen Computer und sein Mailprogramm übernommen hat. Als angehender Fotograf ist er auf Aufträge und Rezensionen angewiesen, und Erebos kann ihn dabei unterstützen, wenn er sich fügt – oder einen Shitstorm gegen ihn lostreten.

Also macht Nick mit und begibt sich wieder in das Spiel, trommelt seine Horde zusammen und löst die Rätsel. Denn ihm ist klar: es geht auch um ein Geheimnis im echten Leben. Er vermutet, das es irgendwas mit dem Verschwinden von einem Mädchen zu tun hat… aber so richtig sind ihm die Zusammenhänge nicht klar.

Im Laufe des Buches wird also gespielt und gerätselt. Es ist zwar spannend und ich mag die Spielwelt von Erebos, aber gleichzeitig habe ich wenig neues an dem Buch gefunden, was so den großen Reiz für mich ausgemacht hätte.
Das große Rätsel in der echten Welt war spannend, irgendwann ist auch bei mir der Groschen gefallen und ich hatte einen Aha-Moment – das war richtig cool, und danach wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Aber als dann der Showdown im Real Life wirklich passiert ist… ich weiß nicht, dass war dann doch etwas abgespaced und so richtig verstanden, warum genau Erebos dafür zurückgekommen ist, habe ich bis zum Ende nicht.

Fazit: es ist ein spannendes Buch, man kanns auf jeden Fall lesen, ich bin gut unterhalten worden. Aber man sollte es wirklich nur lesen, wenn man auch die vorherigen Bände richtig gerne mochte & wenn es für einen okay ist, dass hier keine großartig neuen Sachen passieren. Den ersten Band von Erebos werde ich für immer uneingeschränkt überall empfehlen, aber bei Band 2 – und vor allem 3 – würde ich sagen: müsst ihr selber entscheiden.
Von mir gibt’s 3.5 Sterne und ich hoffe irgendwie immer noch, dass es Erebos mal als Testversion zum Spielen gibt. Aber nur das Spiel an sich und nicht diese allesübergreifende gefährliche Präsenz von der Software bitte, danke.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Der Versuch, den eigenen Mord aufzudecken

Not Quite Dead Yet
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Danke an NetGalley und den Lübbe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin generell Fan der Autorin, habe bis auf den 3. ...

Danke an NetGalley und den Lübbe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin generell Fan der Autorin, habe bis auf den 3. Band von A Good Girls Guide to Murder all ihre Bücher gelesen, und hatte sehr hohe Erwartungen an ihr Debüt in einer erwachsenen Alterskategorie.

In dem Buch geht es um Jet, die nach einem Angriff aufgrund eines Aneurysmas, das zu platzen droht, nur noch wenige Tage zu leben hat. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hatte und sie tot sehen will. Und so beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit, in der Jet mithilfe ihres Kindheitsfreundes Billy ihren Mörder finden will – denn noch ist sie nicht tot.

Ich bin ehrlich: ich fand es schwierig, in die Geschichte reinzukommen. Da waren am Anfang so viele Namen und Beziehungskonstellationen, die ich schlecht einordnen konnte. Außerdem ist mir der Schreibstil doch etwas holprig vorgekommen. Ein Blick ins Original zeigte mir dann, dass es nicht nur an der Übersetzung lag, sondern auch im Englischen bereits etwas schiefe Wörter (v.a. Verben) genutzt worden sind. Ganz vorne lag da das Wort „schniefen“, was wirklich super oft an unpassenden Stellen vorkam. Das fand ich schade.

Ansonsten gibt es relativ viele detailreiche Beschreibungen, die mir besonders in dem medizinischen Kontext von Jets Aneurysma fast etwas zu detailreich waren… also falls ihr nicht gut mit so etwas umgehen könnt, überspringt vielleicht ein paar Stellen im Buch.

Das Buch ist an vielen Stellen spannend und lädt auch zum Mitraten ein. Es gibt viele mögliche Verdächtige, und durch Jets Erkrankung gibt es auch eine zeitliche Frist, die Druck auf die Ermittlungen aufbaut.

Trotzdem würde ich insgesamt sagen, dass das hier das schwächste Buch der Autorin ist. Das Ende fand ich sehr unbefriedigend und gehetzt, zwischendrin war das Buch fast sogar langweilig. Und das für mich relevanteste: dieses Adult Buch unterscheidet sich quasi gar nicht von ihren Young Adult Büchern, was das Verhalten und den Ton angeht – bis auf, dass hier deutlich mehr geflucht wird. Die Geschichte hätte vom Prinzip her genauso gut mit 16–18-jährigen Protagonisten funktioniert.

Insgesamt lande ich bei 3.25-3.5 Sternen. Das Konzept ist einzigartig und spannend, aber so richtig umgehauen hat mich das Erwachsenendebüt der Autorin leider nicht.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Solides Debüt, bei dem mir Tiefe und Spannung in der ersten Hälfte fehlen

A Dance of Lies
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Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der ...

Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der schönsten, das ich besitze. Dieses Cover mit der Glitzerfolie? Der blumige Farbschnitt? Der geprägte Einband? Ein Lesebändchen? Die bedruckten Innenklappen? Einfach wow.

Natürlich hat mich das Buch aber auch inhaltlich angesprochen. Grob gesagt geht es um Vasalie, die ehemals die Tänzerin des Königs war, bis er sie hat unschuldig in den Kerker sperren lassen. Nach 2 Jahren Gefangenschaft, die bei Vasalie zu unheilbaren körperlichen und psychischen Schäden geführt haben, lässt er sie wieder in den Palast holen: durch ihre tänzerischen Fähigkeiten soll sie eine Spionage-Mission für ihn durchführen. Gelingt ihr dies mit Erfolg, wird er ihr die Freiheit gewähren.

Also: Fantasy. Tanzen. Eine chronisch kranke Protagonistin. Das klingt nach einem perfekten Buch für mich – liebe ich doch selber das Tanzen, und kenne das Leben mit chronischen Schmerzen. Und das Buch hat auch einen wirklich guten Start. Vasalie wird aus dem Gefängnis befreit, ihr wird der „Deal“ vorgeschlagen, und ihr Training beginnt. Sie fängt an, wieder zu leben und zu tanzen. Dann beginnt das Treffen der Königshäuser und Vasalie kann sich unter die Tänzer schmuggeln und mit auftreten.

Es bahnen sich verschiedene Liebschaften an und es geht viel um Intrigen. Und da fängt das Buch für mich an, sich in die Länge zu ziehen. Das Worldbuilding war für mich nicht stark genug, dass ich so richtig die Politik verstanden habe, und somit auch nicht so richtig die Konflikte zwischen den verschiedenen, ineinander verschwimmenden Königreichen.

Die ganze Zeit habe ich auf die Magie gewartet, die für mich zu einem Fantasybuch dazugehört. Stattdessen wirkte es für mich eher wie ein Mittelalterbuch, in dem die Protagonistin ständig irgendwelche Side Quests durcharbeitet, und man nicht so richtig weiß, was überhaupt ihr Ziel ist. Zum Ende hin merkt man schon, was für Kräfte hier am Spiel sind – ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht.

Und ich glaube, dieses Gefühl beschreibt mein Leseerlebnis eigentlich sehr gut: da war noch mehr Potential, das nicht ausgeschöpft wurde.

Es gab eine spannende Protagonistin mit einer verzwickten Hintergrundgeschichte und es gibt auch mehrere potentielle romantische Beziehungen mit Charakteren, aber so richtig am Mitfiebern war ich da nicht. Es passieren immer wieder spannende Dinge, vor allem am Ende, aber zwischendrin wird es langatmig – und es sollte die Kunst bei Fantasy sein, auch die weniger actionreichen Szenen mit Spannung zu füllen. Der Schreibstil war gut, ich habe es gerne gelesen aber zwischendurch hätten es noch mehr detaillierte Beschreibungen bezüglich des Worldbuildings sein können.

Ich hoffe, dass die Autorin im 2. Band (denn ja, es ist eine Dilogie – das hätte man aber vielleicht kommunizieren sollen, ich habe es zufällig über den Instagram-Account der Autorin erfahren) es schaffen kann, mehr Spannung und Tiefe aufzubauen.

A Dance of Lies ist ein solides Debüt, und das spannende Ende hat in mir genug Interesse geweckt, dass ich mir den 2. Band zumindest anschauen werde (wann auch immer er erscheint). Trotzdem sind bezüglich Spannung, Charakterisierung und Worldbuilding noch Schwachstellen zu finden, und ich lande bei einer Bewertung von 3.5 Sternen.

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