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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2025

Mit der Hauptfigur kam ich überhaupt nicht zurecht

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Buchmeinung zu Sandra Åslund – »Still ist die Nacht«

»Still ist die Nacht« ist ein Kriminalroman von Sandra Åslund, der 2024 bei Ullstein erschienen ist. Dies ist der zweite Fall um die schwedische Ermittlerin ...

Buchmeinung zu Sandra Åslund – »Still ist die Nacht«

»Still ist die Nacht« ist ein Kriminalroman von Sandra Åslund, der 2024 bei Ullstein erschienen ist. Dies ist der zweite Fall um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius.

Zum Autor:
Sandra Åslund, geboren 1976, ist am Niederrhein nahe der holländischen Grenze aufgewachsen. Sie hat ein Fernstudium in kreativem Schreiben an der Textmanufaktur absolviert und ist Mitglied beim "Syndikat" sowie bei den "Mörderischen Schwestern". Durch ihren schwedischen Mann verbrachte die Autorin ab 2010 viel Zeit im Norden, sowohl in Stockholm als auch in Småland, lebte in Berlin und Schweden. Im März 2020 zog sie mit der Familie komplett nach Småland.

Zum Inhalt:
Maya Topelius nimmt an einem Yoga-Retreat auf einer abgelegenen Schäreninsel teil. Als eine Leiche im Schilf gefunden wird, beginnt Maya verdeckt zu ermitteln.

Meine Meinung:
Der Einstieg in dieses Buch ist mir leicht gefallen. Das Verhalten der Hauptfigur Maya Topelius hat mich aber bald eingebremst. Mayas Freundin Emily erzählt ihr von einer Beobachtung, die sie lange vor Maya geheim gehalten hat. Maya ist total entsetzt und scheut den Kontakt mit Emily. Diese Reaktion wirkte auf mich total überzogen und nicht nachvollziehbar. Positiv war die Schilderung des Konflikts zwischen den Inselbewohnern und den Yoga betreibenden Urlaubern. Dann gab es zwei Tote und ein schlimmes Unwetter. Trotz eindringlicher Warnung der Polizei und aufkommender Verzweiflung war praktisch jede Person alleine unterwegs. Als Maya dann bei einer Verfolgungsjagd eine selbstmörderische Rettungsaktion durchzog, war mein Lesevergnügen endgültig dahin. Auch esoterische Elemente wie beim Auffinden der zweiten Leiche haben mich gestört. Natürlich gab es auch positive Elemente wie einen soliden Plot mit überraschenden Wendungen, steigende Spannung und einige interessant gezeichnete Figuren, aber die Hauptfigur ging für mich gar nicht.

Fazit:
Mit der Hauptfigur des Krimis kam ich nicht zurecht und nahm positive Elemente nur am Rande wahr. Deshalb war mein Leseerlebnis enttäuschend und meine Bewertung lautet zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Handlung und Figurenzeichnung haben Luft nach oben

NordOstAngst (Flensburg-Krimi)
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Buchmeinung zu Nele Bruun – »NordOstAngst«

»NordOstAngst« ist ein Kriminalroman von Nele Bruun, der 2024 im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Nele Bruun wuchs in einer Kleinstadt im mitteldeutschen ...

Buchmeinung zu Nele Bruun – »NordOstAngst«

»NordOstAngst« ist ein Kriminalroman von Nele Bruun, der 2024 im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Nele Bruun wuchs in einer Kleinstadt im mitteldeutschen Nirgendwo auf. Bereits während früher Familienurlaube mit ihren Eltern entwickelte sie eine Faszination für die Küste und die Menschen, die dort leben. Für ihr Psychologie-Studium zog Bruun in den hohen Norden und begann nebenbei, ihre ersten Kriminalfälle zu Papier zu bringen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in einem kleinen Haus am Deich und darf sich als echtes Nordlicht und Vollzeit-Autorin bezeichnen.

Zum Inhalt:
Bei der Renovierung des Flensburger Stadttheaters wird das Skelett einer seit 39 Jahren vermissten jungen Dänin gefunden. Die beiden Kommissare Anne Anders und Hendryk Larsson übernehmen den Fall und geraten unter Druck, als zwei Zeugen ermordet werden.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist atmosphärisch mit spürbarem Flensburg-Flair geschrieben und die beiden Ermittler wirken sympathisch. Das Erzähltempo ist eher gemächlich, aber das Gleichgewicht zwischen Haupt- und Nebenhandlungen passt. Die beiden Hauptfiguren werden detailliert beschrieben, während die übrigen Figuren nur skizziert werden. Anne und Hendryk waren zu Schulzeiten mal ein Paar und nun liegt erneut ein Schuss Romantik in der Luft. Bei ihren Recherchen kommen die Ermittler kaum vorab, aber dann gibt es einen weiteren Mord und die Ermittlungen gehen in eine neue Richtung. Das Tempo zieht leicht an und als eine Ermittlungslücke geschlossen wird wird der Täter nachvollziehbar überführt. Trotzdem hat sich mein Lesevergnügen in Grenzen gehalten, weil mir die Gedanken der Ermittler fern blieben und die Spannung nur kurz hochschnellte. Die andere Serie der Autorin gefällt mir deutlich besser.

Fazit:
Atmosphäre, Flensburg-Feeling und zwei sympathische Ermittler können die Schwächen bei Handlung und Figurenzeichnung nicht kompensieren. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Abstrus, aber auch hochspannend mit apokalyptischen Bildern

Blutrotes Karma
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Buchmeinung zu Jean-Christophe Grangé – »Blutrotes Karma«

»Blutrotes Karma« ist ein Thriller von Jean-Christophe Grangé, der 2024 bei Tropen in der Übersetzung von Ina Böhme erschienen ist. Der Titel ...

Buchmeinung zu Jean-Christophe Grangé – »Blutrotes Karma«

»Blutrotes Karma« ist ein Thriller von Jean-Christophe Grangé, der 2024 bei Tropen in der Übersetzung von Ina Böhme erschienen ist. Der Titel der französischen Originalausgabe lautet »Rouge Karma« und ist 2023 erschienen.

Zum Autor:
Jean-Christophe Grangé, geboren 1961, gilt als Meister des französischen Thrillers. Seit über fünfundzwanzig Jahren erobert er mit Titeln wie Der Flug der Störche oder Die purpurnen Flüsse die internationalen Bestsellerlisten. Seine Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, weltweit millionenfach verkauft und fürs Kino verfilmt.

Zum Inhalt:
Als während der Pariser Studentenunruhen von 1968 zwei Freundinnen des Studenten Herve bestialisch ermordet zur Schau gestellt werden, wendet sich Herve an seinen Halbbruder Mersch. Mersch, Polizist und Ex-Söldner, beginnt zu ermitteln und gemeinsam mit Nicole, einer weiteren Freundin Herves, machen sie sich auf den Weg nach Indien in die Welt extremer Sekten.

Meine Meinung:
Auch in diesem Buch des Autors sind Gewalt, Drogen und Traumata allgegenwärtig. Dazu kommt ein wenig Sex und religiöse Verschwörungstheorien. Während Herve und Nicole halbwegs normal agieren, könnte Mersch in vielen Büchern als gewalttätiger Bösewicht problemlos durchgehen. Aber Grange vermittelt den Eindruck, dass nur diese Figur in der Lage ist, zum Kern der Schwierigkeiten vorzudringen. Oft findet der Leser sich in apokalyptischen Bildern wieder, die immer wieder durch Szenen unterbrochen werden, die aus einer Reise eines Hippies stammen könnten. Die Sprache ist hart und eindringlich. Nahezu jederzeit spürt der Leser eine andauernde Bedrohung der Figuren. Ruhige Momente dienen fast immer als Einleitung zu einer weiteren Gewaltorgie. Bei vielen religiös geprägten Figuren ist nicht erkennbar, welche Ziele sie verfolgen und ob Gefahr von ihnen ausgeht. Langsam arbeiten sich die drei Hauptfiguren durch die undurchsichtige Handlung mit etlichen überraschenden Wendungen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven erhöhen zusätzlich das Tempo. Die Spannung ist enorm und findet ihren Höhepunkt im finalen Showdown. Also alles bestens? Leider nein, denn obwohl ich schon einige Bände des Autors gelesen habe, war mir die Handlung dann doch zu abstrus und die Gewaltbeschreibungen zu ausführlich und am Ende fand ich das Werk eher abstoßend als unterhaltsam.

Fazit:
Mich hat dieser Thriller nicht dauerhaft unterhalten können und am Ende war es eher abstoßend. Für Jugendliche ist dieser Titel nicht geeignet. Meine Bewertung sind zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten), weil die Technik des Autors beeindruckend ist.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Bis auf die Verpackung eine einzige Enttäuschung

Dunkle Verwicklungen auf La Palma (Calderón und Rodriguez ermitteln 1)
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Buchmeinung zu Flores & Santana – »Dunkle Verwicklungen auf La Palma«

»Dunkle Verwicklungen auf La Palma« ist ein Kriminalroman von Flores & Santana, der 2024 bei Ullstein erschienen ist.

Zum Autor:
Hinter ...

Buchmeinung zu Flores & Santana – »Dunkle Verwicklungen auf La Palma«

»Dunkle Verwicklungen auf La Palma« ist ein Kriminalroman von Flores & Santana, der 2024 bei Ullstein erschienen ist.

Zum Autor:
Hinter Flores & Santana verbergen sich Rotraut Schöberl und Erwin Riedesser, die 1994 gemeinsam die Leporello-Buchhandlung in Wien gegründet haben. Im Österreichischen Frühstücksfernsehen gibt Rotraut Schöberl außerdem Buchtipps im Café Puls. Erwin Riedesser war viele Jahre Juryvorsitzender des renommierten Leo-Perutz-Krimipreises. Beide lieben die Kanaren und verbringen jedes Jahr mehrere Wochen auf den Inseln.

Zum Inhalt:
Der Kripochef Pedro Fernandez bittet den befreundeten Journalisten Ben Rodriguez um Unterstützung bei den Ermittlungen in einem Mordfall an einem umstrittenen Bauunternehmer. Gemeinsam mit Bibliothekarin Naira Calderon sammelt der Journalist Informationen und entwickelt andere Täterideen als der Kommissar.

Meine Meinung:
Das Buch ist mir durch seinen besonderen Blattschnitt in der Buchhandlung aufgefallen und hat in mir hohe Erwartungen geweckt. Leider hat der Inhalt in keiner Weise mit der Verpackung mithalten können. Die Figuren der Ermittler sind durchaus sympathisch gezeichnet, haben aber keinerlei Kanten oder Ecken. Auch werden einige Sehenswürdigkeiten und kulinarische Besonderheiten angesprochen, aber trotzdem kommt kaum Atmosphäre auf. Die vielleicht interessanteste Figur ist der Ermordete, der einen Spagat zwischen wirtschaftlichen und kulturellen Ideen versucht hat. Die Verdächtigen sind durchweg flach und einseitig gestaltet. Der Schreibstil liest sich angenehm, ist aber nicht fesselnd. Der Spannungsbogen ist lange Zeit nicht vorhanden, weil viele Punkte thematisiert werden, aber kaum über den Fall erzählt wird. Dies bessert sich gegen Ende etwas, aber selbst hier schweifen die Autoren ab. Am Ende ist der Fall nachvollziehbar aufgelöst, aber das hat mich kaum noch interessiert. Mich hat der Titel schwer enttäuscht und wenig unterhalten. Den angekündigten Folgeband werde ich wohl nicht lesen.

Fazit:
Ein äußerlich schönes Buch, dessen Inhalt mich enttäuscht hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) und kann keine Leseempfehlung geben.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Mit der Hauptfigur kam ich nicht zu recht

Der letzte Ouzo
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Buchmeinung zu Hanna von Feilitzsch – »Der letzte Ouzo«

»Der letzte Ouzo« ist ein Kriminalroman von Hanna von Feilitzsch, der 2023 im Feilitzsch-Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Hanna von Feilitzsch ...

Buchmeinung zu Hanna von Feilitzsch – »Der letzte Ouzo«

»Der letzte Ouzo« ist ein Kriminalroman von Hanna von Feilitzsch, der 2023 im Feilitzsch-Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Hanna von Feilitzsch ist in Deutschland geboren. Die Mutter deutsch, der Vater griechisch. Von klein auf war sie mit beiden Kulturen konfrontiert. Die Liebe zu Griechenland ist nie erloschen, auch wenn Hanna von Feilitzsch mit Ehemann und drei Kindern in Deutschland lebte. Mehrfach im Jahr zieht es die Autorin nach Griechenland. Meist auf die wunderschöne Kykladeninsel Paros.

Zum Inhalt:
Christina Stratou nimmt nach mehrjähriger Pause wieder ihren Dienst bei der griechischen Polizei auf der Kykladeninsel Paros auf. Dort findet sie bei einer Wanderung die Leiche einer jungen Frau. Die Polizei Paros beginnt zu ermitteln. Christina bleibt aber außen vor, aber sie ermittelt auf eigene Faust.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Der Einstieg hat mir gut gefallen, denn die Beschreibung von Land und Leuten ist sehr atmosphärisch und macht Lust auf einen Urlaubsbesuch. Doch schnell wird die gute Stimmung getrübt, weil ein Maulwurf Details an die Presse gibt und das Ermittlerteam zerstritten wirkt. Der verantwortliche Ermittler schließt Christina von den Mordermittlungen aus, was diese aber nicht einsieht. Ab dieser Stelle begannen meine Probleme mit der Geschichte. Der Chefermittler agiert befangen, machohaft und hat schon schnell den Ehemann der Toten als Täter ausgemacht. Christina hat Erfahrung als Mordermittler, sieht Fehler und Versäumnisse und schweigt trotzdem. So sympathisch sie anfangs wirkte, so verbissen agiert sie später. Sie unterlässt die Weitergabe von ermittlungsrelevanten Informationen und hat auch bald einen Täter im Visier. Eine wichtige Rolle kommt einer tablettenabhängigen jungen Frau zu, die Christina mehrfach verfolgt, ohne von Christina entdeckt zu werden. Je länger die Geschichte dauert, desto mehr gerät Christina auf Abwege.
Der Schreibstil ist angenehm und atmosphärisch, zuweilen auch sehr gefühlsbetont. Gegen Ende wird es spannend und die Autorin zündet ein Feuerwerk. Trotzdem hat mir die Geschichte lange Zeit nicht gefallen, weil die Charaktere wenig tief wirkten und die Hauptfigur überhaupt nicht wie eine Polizistin agierte.

Fazit:
Ein atmosphärischer Krimi mit einer Protagonistin, mit der ich einfach nicht zu recht kam. Ihr Verhalten konnte ich oft nicht nachvollziehen. Trotz einer deutlichen Steigerung im letzten Drittel bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

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