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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

Im Heim des Bösen

Die Schanze
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Buchmeinung zu Lars Menz – »Die Schanze«

»Die Schanze« ist ein Kriminalroman von Lars Menz, der 2025 bei Ullstein erschienen ist.

Zum Autor:
Lars Menz, geboren 1972 in Bremen, hat Geografie, Stadtplanung ...

Buchmeinung zu Lars Menz – »Die Schanze«

»Die Schanze« ist ein Kriminalroman von Lars Menz, der 2025 bei Ullstein erschienen ist.

Zum Autor:
Lars Menz, geboren 1972 in Bremen, hat Geografie, Stadtplanung und Politik studiert und arbeitet als Journalist. Er hat einen Roman und mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht, für die er unter anderem beim Schreibwettbewerb des Literaturhauses Zürich ausgezeichnet wurde. Mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern lebt er in Hannover. Die Schanze ist sein erster Thriller.

Zum Inhalt:
Als Ellen Roth in ihr Heimatdorf zurückkehrt will sie alte Erinnerungen überwinden. Doch mit dem ersten Toten erhalten ihre Dämonen neue Kraft.

Meine Meinung:
Mich hat dieses Buch zwiegespalten hinterlassen. Einerseits hat es mich mit seiner intensiven Art gefesselt und andererseits hat es mich mit vielen widerwärtigen Details abgeschreckt. Wechselnde Perspektiven und Ellens Erinnerungen an diese Nacht, die alles veränderte, sorgen für starke Gefühle. Fast alle Figuren hüten ein Geheimnis und leiden unter den Folgen der damaligen Nacht. Die Atmosphäre ist extrem düster und keine der Figuren eignete sich zum Sympathieträger. Schreibstil und Handlung waren mir zu sehr auf Effekte ausgelegt. Das Dorf wirkt wie ein Heim des Bösen und fast jede Form von Leid ist allgegenwärtig. Es gibt einige überraschende Wendungen, aber die Richtung, in die es geht, war für mich früh erkennbar. Die Ereignisse der damaligen Nacht werden vollständig aufgelöst. Der Umgang der Menschen mit der damaligen Tat ist abstoßend und verstörend. Mein Lesevergnügen wurde mehr und mehr getrübt. Zeitweilig bedauerte ich es, das Buch nicht frühzeitig abgebrochen zu haben.

Fazit:
Ein tiefschwarzer Kriminalroman, der mich zugleich gefesselt und verstört hat. Meine Bewertung sind zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) und insbesondere jungen Lesern kann ich den Titel nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Eine große Enttäuschung

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Buchmeinung zu Emily Rudolf – »Das Dinner«

»Das Dinner« ist ein Kriminalroman von Emily Rudolf, der 2025 bei FISCHER Scherz erschienen ist.

Zum Autor:
Emily Rudolf, geboren 1998, ist freie Autorin. ...

Buchmeinung zu Emily Rudolf – »Das Dinner«

»Das Dinner« ist ein Kriminalroman von Emily Rudolf, der 2025 bei FISCHER Scherz erschienen ist.

Zum Autor:
Emily Rudolf, geboren 1998, ist freie Autorin. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend auf dem Land. Gefangen in der Idylle der Natur und dem Unbehagen vor dem, was dort womöglich lauerte, versteckte sie sich zunächst hinter den Buchdeckeln ihrer liebsten Romane, bis sie irgendwann selbst zu schreiben begann. Neben Studium und Job veröffentlichte sie ihre ersten Bücher und entschied sich 2022, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Klappentext:
Für ein Wiedersehen laden Jonathan und seine Verlobte Lotta die alte Freundesgruppe in ein abgelegenes Restaurant in der Eifel ein. Nur ein Platz bleibt leer: Vor fünf Jahren ist ihre Freundin Maria spurlos in der Nacht verschwunden. Um der alten Zeiten willen beginnen die Freunde ein Krimi-Dinner. Doch das Spiel verschmilzt rasch mit der Realität. Verstörende Erinnerungen kommen hoch und werfen Fragen auf: Wer lügt für seine Rolle, wer für sich selbst? Während draußen ein Sturm aufzieht, eskaliert das Spiel. Ist Maria noch am Leben? Oder sitzt ein Mörder mit am Tisch?

Meine Meinung:
Vo diesem Buch hatte ich mir viel versprochen und der Einstieg war gelungen. Die Grundidee des Titels hat mit gefallen und mein Interesse geweckt. Die Figur Kiano fand ich sympathisch, während Tristan von Beginn an als Unsympath auftrat. Bald musste ich feststellen, das die drei übrigen angeblichen Freunde ähnliche Charakterzüge zeigten. Sprachlos machte mich das Frauenbild des Romans. Sex und Drogen waren die typischen Merkmale dieses Freundeskreises. Bald fragte ich mich, warum sich diese „Freunde“ erneut treffen sollten. Damit hatte die Geschichte für mich ein Glaubwürdigkeitsproblem, das nie behoben wurde. Die Geschichte wurde aus den Blickwinkeln der sechs Freunde während des Festivals beziehungsweise der fünf Überlebenden während des Dinners erzählt. Dies führte zu etlichen Wiederholungen, weil sich die Varianten nur in Nuancen unterschieden, wenn überhaupt. Trotz der vielen kurzen Kapitel blieben Spannung und Tempo eher gering. Die sprachliche Qualität fand ich enttäuschend. Gegen Ende wurde es etwas besser und der ein oder andere Twist war durchaus gelungen. Trotzdem war mein Lesevergnügen meist kaum vorhanden.

Fazit:
Dieser sogenannte Psychothriller war nahezu eine einzige Enttäuschung und konnte mich trotz weniger Lichtblicke in keiner Hinsicht überzeugen. Deshalb bewerte ich diesen Titel mit knappen zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten). Ich kann das Buch nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Mit der Hauptfigur kam ich überhaupt nicht zurecht

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Buchmeinung zu Sandra Åslund – »Still ist die Nacht«

»Still ist die Nacht« ist ein Kriminalroman von Sandra Åslund, der 2024 bei Ullstein erschienen ist. Dies ist der zweite Fall um die schwedische Ermittlerin ...

Buchmeinung zu Sandra Åslund – »Still ist die Nacht«

»Still ist die Nacht« ist ein Kriminalroman von Sandra Åslund, der 2024 bei Ullstein erschienen ist. Dies ist der zweite Fall um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius.

Zum Autor:
Sandra Åslund, geboren 1976, ist am Niederrhein nahe der holländischen Grenze aufgewachsen. Sie hat ein Fernstudium in kreativem Schreiben an der Textmanufaktur absolviert und ist Mitglied beim "Syndikat" sowie bei den "Mörderischen Schwestern". Durch ihren schwedischen Mann verbrachte die Autorin ab 2010 viel Zeit im Norden, sowohl in Stockholm als auch in Småland, lebte in Berlin und Schweden. Im März 2020 zog sie mit der Familie komplett nach Småland.

Zum Inhalt:
Maya Topelius nimmt an einem Yoga-Retreat auf einer abgelegenen Schäreninsel teil. Als eine Leiche im Schilf gefunden wird, beginnt Maya verdeckt zu ermitteln.

Meine Meinung:
Der Einstieg in dieses Buch ist mir leicht gefallen. Das Verhalten der Hauptfigur Maya Topelius hat mich aber bald eingebremst. Mayas Freundin Emily erzählt ihr von einer Beobachtung, die sie lange vor Maya geheim gehalten hat. Maya ist total entsetzt und scheut den Kontakt mit Emily. Diese Reaktion wirkte auf mich total überzogen und nicht nachvollziehbar. Positiv war die Schilderung des Konflikts zwischen den Inselbewohnern und den Yoga betreibenden Urlaubern. Dann gab es zwei Tote und ein schlimmes Unwetter. Trotz eindringlicher Warnung der Polizei und aufkommender Verzweiflung war praktisch jede Person alleine unterwegs. Als Maya dann bei einer Verfolgungsjagd eine selbstmörderische Rettungsaktion durchzog, war mein Lesevergnügen endgültig dahin. Auch esoterische Elemente wie beim Auffinden der zweiten Leiche haben mich gestört. Natürlich gab es auch positive Elemente wie einen soliden Plot mit überraschenden Wendungen, steigende Spannung und einige interessant gezeichnete Figuren, aber die Hauptfigur ging für mich gar nicht.

Fazit:
Mit der Hauptfigur des Krimis kam ich nicht zurecht und nahm positive Elemente nur am Rande wahr. Deshalb war mein Leseerlebnis enttäuschend und meine Bewertung lautet zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Handlung und Figurenzeichnung haben Luft nach oben

NordOstAngst (Flensburg-Krimi)
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Buchmeinung zu Nele Bruun – »NordOstAngst«

»NordOstAngst« ist ein Kriminalroman von Nele Bruun, der 2024 im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Nele Bruun wuchs in einer Kleinstadt im mitteldeutschen ...

Buchmeinung zu Nele Bruun – »NordOstAngst«

»NordOstAngst« ist ein Kriminalroman von Nele Bruun, der 2024 im FeuerWerke Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Nele Bruun wuchs in einer Kleinstadt im mitteldeutschen Nirgendwo auf. Bereits während früher Familienurlaube mit ihren Eltern entwickelte sie eine Faszination für die Küste und die Menschen, die dort leben. Für ihr Psychologie-Studium zog Bruun in den hohen Norden und begann nebenbei, ihre ersten Kriminalfälle zu Papier zu bringen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in einem kleinen Haus am Deich und darf sich als echtes Nordlicht und Vollzeit-Autorin bezeichnen.

Zum Inhalt:
Bei der Renovierung des Flensburger Stadttheaters wird das Skelett einer seit 39 Jahren vermissten jungen Dänin gefunden. Die beiden Kommissare Anne Anders und Hendryk Larsson übernehmen den Fall und geraten unter Druck, als zwei Zeugen ermordet werden.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist atmosphärisch mit spürbarem Flensburg-Flair geschrieben und die beiden Ermittler wirken sympathisch. Das Erzähltempo ist eher gemächlich, aber das Gleichgewicht zwischen Haupt- und Nebenhandlungen passt. Die beiden Hauptfiguren werden detailliert beschrieben, während die übrigen Figuren nur skizziert werden. Anne und Hendryk waren zu Schulzeiten mal ein Paar und nun liegt erneut ein Schuss Romantik in der Luft. Bei ihren Recherchen kommen die Ermittler kaum vorab, aber dann gibt es einen weiteren Mord und die Ermittlungen gehen in eine neue Richtung. Das Tempo zieht leicht an und als eine Ermittlungslücke geschlossen wird wird der Täter nachvollziehbar überführt. Trotzdem hat sich mein Lesevergnügen in Grenzen gehalten, weil mir die Gedanken der Ermittler fern blieben und die Spannung nur kurz hochschnellte. Die andere Serie der Autorin gefällt mir deutlich besser.

Fazit:
Atmosphäre, Flensburg-Feeling und zwei sympathische Ermittler können die Schwächen bei Handlung und Figurenzeichnung nicht kompensieren. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Abstrus, aber auch hochspannend mit apokalyptischen Bildern

Blutrotes Karma
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Buchmeinung zu Jean-Christophe Grangé – »Blutrotes Karma«

»Blutrotes Karma« ist ein Thriller von Jean-Christophe Grangé, der 2024 bei Tropen in der Übersetzung von Ina Böhme erschienen ist. Der Titel ...

Buchmeinung zu Jean-Christophe Grangé – »Blutrotes Karma«

»Blutrotes Karma« ist ein Thriller von Jean-Christophe Grangé, der 2024 bei Tropen in der Übersetzung von Ina Böhme erschienen ist. Der Titel der französischen Originalausgabe lautet »Rouge Karma« und ist 2023 erschienen.

Zum Autor:
Jean-Christophe Grangé, geboren 1961, gilt als Meister des französischen Thrillers. Seit über fünfundzwanzig Jahren erobert er mit Titeln wie Der Flug der Störche oder Die purpurnen Flüsse die internationalen Bestsellerlisten. Seine Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, weltweit millionenfach verkauft und fürs Kino verfilmt.

Zum Inhalt:
Als während der Pariser Studentenunruhen von 1968 zwei Freundinnen des Studenten Herve bestialisch ermordet zur Schau gestellt werden, wendet sich Herve an seinen Halbbruder Mersch. Mersch, Polizist und Ex-Söldner, beginnt zu ermitteln und gemeinsam mit Nicole, einer weiteren Freundin Herves, machen sie sich auf den Weg nach Indien in die Welt extremer Sekten.

Meine Meinung:
Auch in diesem Buch des Autors sind Gewalt, Drogen und Traumata allgegenwärtig. Dazu kommt ein wenig Sex und religiöse Verschwörungstheorien. Während Herve und Nicole halbwegs normal agieren, könnte Mersch in vielen Büchern als gewalttätiger Bösewicht problemlos durchgehen. Aber Grange vermittelt den Eindruck, dass nur diese Figur in der Lage ist, zum Kern der Schwierigkeiten vorzudringen. Oft findet der Leser sich in apokalyptischen Bildern wieder, die immer wieder durch Szenen unterbrochen werden, die aus einer Reise eines Hippies stammen könnten. Die Sprache ist hart und eindringlich. Nahezu jederzeit spürt der Leser eine andauernde Bedrohung der Figuren. Ruhige Momente dienen fast immer als Einleitung zu einer weiteren Gewaltorgie. Bei vielen religiös geprägten Figuren ist nicht erkennbar, welche Ziele sie verfolgen und ob Gefahr von ihnen ausgeht. Langsam arbeiten sich die drei Hauptfiguren durch die undurchsichtige Handlung mit etlichen überraschenden Wendungen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven erhöhen zusätzlich das Tempo. Die Spannung ist enorm und findet ihren Höhepunkt im finalen Showdown. Also alles bestens? Leider nein, denn obwohl ich schon einige Bände des Autors gelesen habe, war mir die Handlung dann doch zu abstrus und die Gewaltbeschreibungen zu ausführlich und am Ende fand ich das Werk eher abstoßend als unterhaltsam.

Fazit:
Mich hat dieser Thriller nicht dauerhaft unterhalten können und am Ende war es eher abstoßend. Für Jugendliche ist dieser Titel nicht geeignet. Meine Bewertung sind zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten), weil die Technik des Autors beeindruckend ist.

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