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Veröffentlicht am 15.12.2024

Richtig gutes Buch!

Revengeful Tears
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Bi & Cash, zwei Menschen, die auf unkonventionelle Art versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen. … Verabschiedet euch von Erwartungen und Hoffnungen, denn Maria Väth wirft in „Revengeful Tears“ alles ...

Bi & Cash, zwei Menschen, die auf unkonventionelle Art versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen. … Verabschiedet euch von Erwartungen und Hoffnungen, denn Maria Väth wirft in „Revengeful Tears“ alles über den Haufen.

Da der Klappentext bereits die Situation erklärt, möchte ich nicht näher auf den Verlauf eingehen.
Lest dieses Buch einfach.

Die Autorin beschäftigt sich mit harten, emotionalen und grausamen Themen, bringt dazu, eigene Moral- und Wertvorstellungen samt dem System zu hinterfragen, und gibt oft genug Anlass, hier eigene Entscheidungen zu fällen.
In Anbetracht von Verlust, Schmerz und jener Art von Verbrechen, für die es letztlich keine angemessene Strafe gibt, ist es schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Maria führt uns die Existenz von Monstern bildlich und schonungslos vor Augen, trifft allein mit der hier geschaffenen, bloßen Vorstellung sowie mit den kreierten Szenarien tief.

Im Wechsel erzählen Bianca – eine beeindruckende, feurige und willensstarke Frau, die es trotz der traurigen Realität schafft(e), sich ihre Gefühle zu bewahren – und, mit seiner aufrechten, harsch wirkenden Haltung deutlich im Kontrast zu der weiblichen Protagonistin: Cash. Effizient, konsequent. Ein Mörder, der gelernt hat, zu überleben.
Jeder für sich ist gefährlich.
Gemeinsam? Scheinen sie unbesiegbar.

Das Duo wurde nuancenreich, mit äußeren Makeln, inneren Schäden, mit all ihren Wunden ausgearbeitet.
Beide sind undurchschaubar, überraschen mit ihrem Verhalten und einer langsamen Veränderung. Unter anderem ist es dieser charakterlichen Ungewissheit zu verdanken – der Tatsache, dass keine Reaktion einzuschätzen ist –, dass die Spannung nie abflacht.
Auch die Dynamik war wunderbar frisch und aufregend; in Wortgefechten und Differenzen fliegen Funken, es knistert gewaltig – doch der erotische Faktor braucht Zeit. Spice übertüncht nichts, fordert der Plan, der diesem zweifelhaften Arrangement zugrunde liegt, volle Aufmerksamkeit. Das eigentliche Ziel verliert nie an Präsenz und Relevanz.

Einen großen Teil der Storyline nehmen bewegende Monologe ein, durch die wir die Figuren noch besser greifen, fühlen können.
Maria verursacht durch Einblicke in Vergangenes Gänsehaut, Schreck und ja, auch Mitleid. Regt Verständnis an.
Ist das Vorgehen von Cash & Bi, mit dem sie den Abschaum von der Welt tilgen wollen, moralisch fraglich? Definitiv.
Ist es nachvollziehbar? Absolut.

Sowohl Ausdruck als auch Ton sind direkt, klar und authentisch, explizite Szenen rau und heiß, doch weit weg von obszön. Bedrohung und Gefahren sind spürbar, sind allgegenwärtig, und ich sehnte das Unausweichliche herbei. Obgleich „Revengeful Tears“ grauenhafte Augenblicke und schmerzliche Themen beinhaltet, musste ich mehrfach laut lachen. Denn mit Sarkasmus und Skurrilität, Protagonisten zwischen Wahn und Chaos sowie einer Prise Unbeholfenheit lockert Väth die Stimmung mehrfach gekonnt auf.

Doch am Ende überschlagen sich die Ereignisse, zerren an den Nerven. Das Drama fordert Konzentration und überschüttet uns mit Tod, Tränen und Blut …

Bi & Cash: hart, gewagt, realistisch.
Eine Story, die unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Dieser Reihe gehört mein Herz.

Boys of Tommen 3: Saving 6
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„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.

Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden ...




„𝗦𝗮𝘃𝗶𝗻𝗴 𝟲“ (und „𝗥𝗲𝗱𝗲𝗲𝗺𝗶𝗻𝗴 𝟲“) erzählt die Geschichte von 𝓙𝓸𝓮𝔂 𝓛𝔂𝓷𝓬𝓱 & 𝓐𝓸𝓲𝓯𝓮 𝓜𝓸𝓵𝓵𝓸𝔂.
Eine, die mit Freundschaft begann und zu so viel mehr wurde.

Gleich an seinem ersten Tag auf der weiterführenden Schule begegnete Joey Molloy – und es schien, als würde die Welt stillstehen. Wie in dem Moment, als der 12-Jährige erfährt, dass Darren fort ist. Und er von nun an der Älteste, der Beschützer ist. Eine Rolle, für die er nicht bereit war.

Aoife war das Licht in Joeys Dunkelheit, war Hoffnung, alles Süße, ein Anker. Das einzig Gute. Auf die Tochter seines Chefs war Verlass. Doch Joey ist ein verletzter Junge, sein Körper übersät mit Narben und Blessuren, sein Geist stets in Aufruhr. Lynchi trägt Geheimnisse in sich, die bis ins Mark erschüttern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er unter Schmerz, Angst und der Bürde (zer)bricht.
Kann die Liebe einer Jugend diesem Sturm standhalten?

»𝐇𝐚𝐬𝐬𝐞 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐝𝐚𝐟𝐮𝐞𝐫, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐞, 𝐰𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫𝐳𝐮𝐦𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧 (…) 𝐈𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐞, 𝐰𝐚𝐬 𝐢𝐜𝐡 𝐭𝐮𝐧 𝐦𝐮𝐬𝐬, 𝐮𝐦 𝐮𝐞𝐛𝐞𝐫 𝐮𝐧𝐬 𝐡𝐢𝐧𝐰𝐞𝐠𝐳𝐮𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧. (…) 𝐠𝐞𝐧𝐚𝐮 𝐰𝐢𝐞 𝐝𝐮.«

Obgleich etliche Kapitel sogar noch vor „Binding 13“ spielen, braucht man nicht auf die Reihenfolge der beiden Dilogien zu achten. Zwar finden Shannon, Tadgh, Shan und Ollie Erwähnung, wachsen und entwickeln sich innerhalb der Handlung, nehmen aber keinen ausgeschmückten Raum ein – dennoch sorgt die Autorin mit der tiefen Verbindung zwischen den geschundenen Geschwistern für Gänsehaut.
In diesem Roman verfolgen wir, wie aus Kindern Teenager und junge Erwachsene werden, wie aus Freundschaft Liebe wird – allen Hürden zum Trotz –, die Distanz schrumpft, bis kein Blatt mehr zwischen die beiden passt. Das Spiel aus heiß und kalt, die ernsten Unterhaltungen und das neckische Geplänkel waren ein Genuss, Verlangen und Zwiespalt ebenso spürbar wie die bröckelnde Abwehr – denn Aoife wurde Joeys Grund, am Morgen aufzustehen, besser sein zu wollen.

Doch nicht nur Joeys Geheimnisse und die väterliche Beziehung zu seinem Chef, Molloys „Notliebe“ und die Leute, die reden, stehen dem „mehr als friends“ im Weg, auch Lynchs – sein eigener – Strudel aus Aggression und Rausch. Denn Joe rutscht immer weiter ab, verliert sich in Wut und Sucht, kämpft – gegen die Drogen und gegen Aoife, obwohl sie das Einzige ist, was sich anfühlt wie Glück.

So erstreckt sich die Handlung von „ #Saving6 “ über Jahre hinweg – mal mit mehr, mal mit weniger großen Zeitsprüngen, dramatischen Ereignissen und charakterlichen Veränderungen.
Neben dieser besonderen Zuneigung finden sich neue und andere Einblicke in die Familiendynamik sowie das vorherrschende Grauen und Leid. Und ja, es brach mir das Herz; die Angst, die Gewalt. Die Kinder – schreckhaft, unsicher, vorsichtig –, die all dem ausgesetzt sind. Eine Mutter, die erträgt, zulässt, verzeiht, fachte meine Wut ebenso an wie all die Menschen, die um die Zustände wissen und wegschauen.
Walsh lässt nicht von den ernsten Themen ab, von expliziten und detaillierten Darstellungen, emotionalen Worten, die unter die Haut kriechen und weh tun. Von Kritik an der Gesellschaft und Systemen, die die Kleinen schützen soll(t)en.
Dennoch: Es gab auch Szenen, bei denen ich, der kindlichen Skurrilität, der trockenen Ausdrucksweise, der humorvollen Flirts geschuldet, laut Lachen musste. Während zarte Romantik seufzen, die Vorahnung von Trennung schlucken ließ; Schmerz und Melancholie, immer dabei.

War das Zusammenfinden von Shannon und Johnny laut und schnell, ist die Geschichte von Joey und Aoife langsamer und leiser. Doch ebenso intensiv. (Be)Rührend und echt.
Stilistisch finden sich auch in dieser Romance neben einem authentischen Ton markante Formulierungen und College-Charme. Die Atmosphäre schwankt rege zwischen verrucht und bedrohlich, verzweifelt und hoffnungslos, dunkelgrau bis hin zu strahlend gelb. Unberechenbar die Stimmung, unerwartet so manch (brutales) Ereignis.
Beide Protagonisten wurden mit Tiefe gezeichnet, haben ihre Fehler und Eigenheiten; streiten, provozieren und diskutieren mit-, verletzen einander, und sind doch nicht gewillt, sich abzuwenden.

Joeys Verhalten – durch den Wunsch geprägt, zu vergessen, sich selbst zu verletzen, die Gedanken zur Stille zu zwingen –, seine extremen Reaktionen waren – für mich – absolut nachvollziehbar und eine logische Konsequenz. Dieser Mensch, der erst wachsen muss(te), um dem Ungeheuer zu Hause die Stirn zu bieten, der, selbst ein Kind, Verantwortung für das Leben seiner Geschwister übernahm und trotz allem, was auf und in ihm lastet, ein Bruder ist, der kämpft wie ein Löwe. Ein Junge ist, der das Mädchen, das er vom ersten Moment an liebte, schützen will. Egal wie.
Nur lässt sich Molloy nicht von Mauern beirren, lässt nicht los.
Aber wie lange kann sie dem Sturm standhalten, bis sie selbst zersplittert?

♡Am 21. Januar erfahren wir, wie die Geschichte von Joey Lynch & Aoife Molloy weiter- und ausgeht.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Episch. Einfach E.P.I.S.C.H.

A Whisper of Wings
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„A Whisper of Wings“ ist das Finale der „Rabenwinter-Saga“ und knüpft ein paar Monate nach den herben Schlägen, die die Wilde Jagd einstecken musste, an.
Während Smilla wie besessen nach Rache an den ...


„A Whisper of Wings“ ist das Finale der „Rabenwinter-Saga“ und knüpft ein paar Monate nach den herben Schlägen, die die Wilde Jagd einstecken musste, an.
Während Smilla wie besessen nach Rache an den Walküren giert, sich immer beschäftigt hält, um dem Schmerz ihrer Erinnerungen zu entgehen, wird sich die Söldnertruppe bewusst, dass niemand den Platz, den Gent hinterließ, auszufüllen vermag. Bevor sie sich jedoch wieder dazu aufmachen, nach goldgebenden Aufträgen zu suchen, wollen sie gemeinsam dem Tod der Lüfte Einhalt gebieten. Dafür brauchen Freya, Andórr und die restlichen Krieger Hilfe, Mächte, deren Existenz ebenso ungewiss ist wie der Ort, an dem sie zu finden sind … Aber die Wilde Jagd hat noch vor keiner Herausforderung zurückgeschreckt und so macht sich die berüchtigte Gruppe auf. Nicht ahnend, in welches Nest aus Intrigen sie stolpern, in welchen Wahnsinn sie gezogen werden. Dass am Ende ein Krieg wartet, in dem sie die einzige Chance Middangards sind.

Ich wusste lange nicht, ob ich die Fortsetzung dieser High-Fantasy-Dilogie wirklich lesen möchte, da „A Breath of Winter“ für mich ein rundum perfektes Highlight war. Die Neugier hat gesiegt und ich bereue … nichts!

Wie schon im Auftakt der Serie ließ uns Carina Schnell detailreich an den Gegebenheiten teilhaben, sog uns mit ihren ausdrucksstarken Worten mitten ins Geschehen. welches von einer – für die nordische Mythologie typischen – rauen und kalten Atmosphäre, einem Hauch Bedrohung umschmeichelt wird. Die Autorin führt den Trupp durch Wälder, über Meere, in fremde Gebiete und andere Welten, trägt sie in Höhen und hinein in uralte Konfrontationen. Hauptsächlich erleben wir die Ereignisse aus Smillas Sicht: hin- und hergerissen zwischen Schuld und Scham, Sehnsucht und Hass. Vergebung? Für sie keine Option. Denn wie sollte sie dem Mann, der ihr alles nahm, je wieder Glauben schenken?
Abgesehen der innigen, wenn auch nicht durchweg harmonischen, Dynamiken innerhalb der Wilden Jagd, weckte Schnell mit dem einen oder anderen überraschenden Wiedersehen wie auch durch neue Begegnungen ein nervöses Kribbeln und Euphorie. Jedes Aufeinandertreffen verschiedener Parteien, nie gewiss, ob Freund oder Feind, wurde ein ums andere Mal auf aufregende Art inszeniert.

Der Verlauf ist aufwendig mit angriffslustigen Kreaturen, mythologischen Begrifflichkeiten, Irrungen, Hürden und Zweifeln bestückt. Die schockierenden Offenbarungen des Vorgängers und die widersprüchlichen Empfindungen der Protagonisten werden gekonnt aufgearbeitet. Hintergründe über einzelne Umstände sowie individuelle Intentionen, über Aufgaben, die zum Scheitern verurteilt sind, und Unterstützung in letzter Minute, solche, die täuscht, füllen mit zahlreichen Twists, ungeahnten Entwicklung und tödlichen Gefahren die Seiten.
Nicht nur mit dem ausgefeilten Worldbuilding, den erschwerten Bedingungen und der durchdachten, oft tragischen Storyline, sondern auch mit den zumeist derben und harten, vielfältigen und facettenreichen Charakteren, häufig unnahbar, schwer zu deuten, konnte mich diese Serie begeistern. In der Fortsetzung bekommen Gottheiten und Mythologie deutlich mehr Raum als es im Auftakt der Fall war, ließen mit magischen Szenen und der damit einhergehenden Dunkelheit Gänsehaut entstehen. Ich fand die Interpretation der nordischen Sagen, die sorgfältig gesponnenen Täuschungen und perfiden Pläne durchweg spannend und abwechslungsreich.
Ein weiterer Pluspunkt: Das Augenmerk liegt auf der Rettung Middangards und der Bedrohung durch Walküren und Unsterbliche, verliert sich trotz der nie zur Ruhe kommenden Gefühlswelten von Hexe und Schlächter nicht in der Romantik. Jedoch geben Smillas stetiges ringen mit der Versuchung, endlich Rache zu üben, und Gents Kampf gegen die Verführung des Knochendolchs, diesem Strang eine lodernde Anspannung. Verzweiflung. Zorn.
Am Ende wartet eine epische Schlacht – doch wer kämpft auf welcher Seite?

„A Whisper of Wings“ ist von Blut und tiefer Traurigkeit durchtränkt, von Melancholie, Wehmut und dem Wunsch nach Vergeltung. Aber auch von herzzerreißenden Momenten und Adrenalin. Carina greift zu Found Family, webt gekonnt unerwiderte Liebe und Casual Querness in ihre Geschichte, spricht von Hass und Vergebung und erinnert daran, dass unser Schicksal und unsere Entscheidungen in unserer Hand liegen, nur in unserer.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Chapeau 👒 Ein Finale, das den Auftakt übertrifft.

Unicorn Chronicles - Einhornherz und Drachenschmerz
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„𝐄𝐢𝐧𝐡𝐨𝐫𝐧𝐡𝐞𝐫𝐳 𝐮𝐧𝐝 𝐃𝐫𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳“ ist das glorreiche, adrenalingeladene Finale der »𝐔𝐧𝐢𝐜𝐨𝐫𝐧 𝐂𝐡𝐫𝐨𝐧𝐢𝐜𝐥𝐞𝐬«. Mit diesem Abschluss ihrer Urban-Fantasy Dilogie toppt Isabella Benz den Auftakt ihrer Serie sowohl ...

„𝐄𝐢𝐧𝐡𝐨𝐫𝐧𝐡𝐞𝐫𝐳 𝐮𝐧𝐝 𝐃𝐫𝐚𝐜𝐡𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳“ ist das glorreiche, adrenalingeladene Finale der »𝐔𝐧𝐢𝐜𝐨𝐫𝐧 𝐂𝐡𝐫𝐨𝐧𝐢𝐜𝐥𝐞𝐬«. Mit diesem Abschluss ihrer Urban-Fantasy Dilogie toppt Isabella Benz den Auftakt ihrer Serie sowohl storytechnisch als auch stilistisch.

Zu Beginn wartet ein kleiner Rückblick, der uns an die Geschehnisse und Entdeckungen des ersten Bands erinnert. Meiner Meinung nach sollte diese Vorgehensweise bei zusammenhängenden Geschichten Standard sein. Gleich nach dieser Einführung geht's temporeich los – Évelyne Rocard ist tief getroffen von Aidens plötzlichem Wunsch nach Distanz, weiterhin bemüht, die Verbindung zu ihrem Seelentier zu festigen und ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Zusätzlich erschüttern seit Monaten scheinbar willkürliche Anschläge das Land und auch die Suche nach ihrem Vater erfordert Éves Konzentration – und ein Hinweis auf dessen Verbleib führt die Einhornbändigerin nach Paris. In ein regelrechtes Minengebiet. Denn hier haben die Durands alles genau im Blick und gerade vor jener Familie hat Blanche ausdrücklich gewarnt …

Benz konzipierte ein regelrechtes Netz aus perfiden Plänen, Intrigen und Manipulationen, welches oftmals undurchdringlich wirkt, in die Irre führt und letztlich nicht nur Évelyne in sich verheddert. Obgleich hauptsächlich sie erzählt, finden sich auch einzelne Kapitel aus Aidens und Olives Perspektive. Diese geben dem Verlauf immer wieder andere Sichtweisen und treiben das Misstrauen in die Höhe, lassen zusätzlich zu den gefährlichen Ereignissen – Jolies Entführung, Rettungsmissionen, Flucht und Kampf – und einer Spurensuche, von der niemand weiß, wo sie endet, mit bangen.
Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Jägerin charakterlich stark entwickelt. Immer noch verbissen, aber deutlich standfester und in ihrem Handeln bedachter, verfolgen wir, wie sie von Verrat, düsteren Wahrheiten und halbgaren Auskünften zum Straucheln gebracht wird. Vor allem das Verhalten von Aiden und Clément, all die Lügen, lasten zusätzlich zu der Aufgabe, ideologische Machenschaften und einen Plan, der unzählige Leben kosten könnte, zu verhindern, auf ihr und alten wie neuen Verbündeten. Gemeinsam mit der Familie Moreau, William und Rebecca, den SeelenpartnerInnen und geheimnisumwobenen Aufzeichnungen ihrer Mutter versucht Éve alles, um hinter den Initiator der Anschläge zu kommen und zu entschlüsseln, was Jacques vorhat und wozu der Vorsitzende der Westeuropäischen Vereinigung die Bändigerin samt Einhorn so dringend braucht.

„Einhornherz und Drachenschmerz“ ist ereignisreich, aufregend und mitreißend. Wir treffen zahlreiche Figuren (wieder), werden von Informationen, die sowohl den widernatürlichen Gegebenheiten wie der Handlung zuträglich sind – auf angenehme und verständliche Art – überrollt und kommen nicht drumherum, Vermutungen anzustellen und komplett in das bedrohte Paris einzutauchen.
Szenen, die von Enya, Cian, Jolie, den Nixen oder Phönixen begleitet werden, lösten pures Flattern und Faszination aus; die kreative Einbindung von Banshees, Ghulen und Lebensräubern sorgte hingegen stetig für einen Hauch Dunkelheit.

Stilistisch liest sich der Verlauf sehr detail- und actionreich, Überlegungen und Zusammenhänge sind nachvollziehbar und interessant, viele Abschnitte emotionaler oder gefährlicher Natur. Wenn auch die angeknackste Beziehung von Évelyne und Aiden eine Rolle spielt, ihre Zweifel, seine Reue spürbar sind, steht der romantische Aspekt nie im Fokus – und auf Spice wird gänzlich verzichtet.
Charakterlich begegnen wir einer Vielzahl von Persönlichkeiten, die entsprechend ausgearbeitet und integriert wurden, dürfen die unterschiedlichsten Wesen kennenlernen und bestaunen, Teil von engen Familienbanden, Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz sein. Denn Isabella spart im Finale nicht an tragischen Verlusten, Trauer und Schock.
Abgesehen der großartigen, dichten Story, in der es zwar an Langeweile und Nebensächlichkeiten, dafür aber weder an überraschenden Twists, alles verändernden Offenbarungen noch an schrecklichen Opfern fehlt, erdachte sich die Autorin ein ziemlich ausgeklügeltes Maschinchen und spricht erneut auf originelle Weise das Thema der Umweltverschmutzung an.

»Unicorn Chronicles«: Rasant und raffiniert. Hut ab.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Herzensempfehlung.

Spellbound - Hokuspokus Hexenkraut
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Ich liebe die Reihe von Annabel Chase! Im letzten Winter habe ich die humorvoll-gemütliche Reihe entdeckt, alle bis dato erschienenen Teile in knapp vier Tagen gehört und fieberte auf die Fortsetzung stetig ...

Ich liebe die Reihe von Annabel Chase! Im letzten Winter habe ich die humorvoll-gemütliche Reihe entdeckt, alle bis dato erschienenen Teile in knapp vier Tagen gehört und fieberte auf die Fortsetzung stetig hin. Gesprochen von Corinna Dorenkamp wuchsen mir das Städtchen „Spellbound“ und all die – mehr oder weniger – zauberhaften BewohnerInnen ans Herz.
Emmas Entwicklung, ihr Einleben in die magische Welt, war großartig, aufregend und ulkig zu verfolgen. Es gab emotionale Momente, Spannung, unglaublich viel Witz und viele, viele mysteriöse Geheimnisse.
Trotz der Fälle, in die die Anwältin gestolpert ist, ihrer Suche nach Antworten über die Vergangenheit und etlichen Troublen, strahlt kaum eine Serie so viel Gemütlichkeit und anhaltende Liebe zum Detail aus, wie „Spellbound“. In kaum einer Buchreihe traf ich auf so viel Kreativität, jeder Teil ein neues Abenteuer mit neuen Facetten, Hürden und Figuren.
Ich hoffe, hoffe so sehr, dass das kommende Finale der ersten Staffel nicht das Ende markiert und Verlag sowie Autorin weitere Geschichten aus dem wohl zauberhaftesten Örtchen für uns bereithalten.

Große Empfehlung!

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