Ich liebe die Reihe von Annabel Chase! Im letzten Winter habe ich die humorvoll-gemütliche Reihe entdeckt, alle bis dato erschienenen Teile in knapp vier Tagen gehört und fieberte auf die Fortsetzung stetig ...
Ich liebe die Reihe von Annabel Chase! Im letzten Winter habe ich die humorvoll-gemütliche Reihe entdeckt, alle bis dato erschienenen Teile in knapp vier Tagen gehört und fieberte auf die Fortsetzung stetig hin. Gesprochen von Corinna Dorenkamp wuchsen mir das Städtchen „Spellbound“ und all die – mehr oder weniger – zauberhaften BewohnerInnen ans Herz.
Emmas Entwicklung, ihr Einleben in die magische Welt, war großartig, aufregend und ulkig zu verfolgen. Es gab emotionale Momente, Spannung, unglaublich viel Witz und viele, viele mysteriöse Geheimnisse.
Trotz der Fälle, in die die Anwältin gestolpert ist, ihrer Suche nach Antworten über die Vergangenheit und etlichen Troublen, strahlt kaum eine Serie so viel Gemütlichkeit und anhaltende Liebe zum Detail aus, wie „Spellbound“. In kaum einer Buchreihe traf ich auf so viel Kreativität, jeder Teil ein neues Abenteuer mit neuen Facetten, Hürden und Figuren.
Ich hoffe, hoffe so sehr, dass das kommende Finale der ersten Staffel nicht das Ende markiert und Verlag sowie Autorin weitere Geschichten aus dem wohl zauberhaftesten Örtchen für uns bereithalten.
Romantic-Thriller meets College-Romance, toxische Liebe trifft auf dunkle Geheimnisse – und über all dem schweben Gefahr und tiefe Trauer.
Ella ist das Mädchen, das einen schrecklichen Unfall überlebte. ...
Romantic-Thriller meets College-Romance, toxische Liebe trifft auf dunkle Geheimnisse – und über all dem schweben Gefahr und tiefe Trauer.
Ella ist das Mädchen, das einen schrecklichen Unfall überlebte. Ihre beste Freundin nicht.
Als sie wieder zurück zur Highschool geht, spürt sie die Blicke der anderen. Das Mitleid, die Sorge. Ihre eigene Schuld. Dabei erinnert sie sich kaum an jene verhängnisvolle Nacht.
Nur Sawyer, Hayleys Freund, scheint zu ihr durchzudringen, sie zu verstehen. Scheint immer da zu sein.
Aber Ellas Empfindungen für den Jungen, den ihre beste Freundin liebte, gehen weit über die Verbindung, die Trauer schafft, hinaus, fühlen sich falsch an, wie Verrat. Und doch kann sie sich nicht dagegen wehren. Auch Swayer scheint mehr in ihr zu sehen, mehr zu wollen als Trost.
Als Ella Hayleys Tagebuch findet, ist der Drang, es zu lesen – nur ein paar Seiten, nur ein paar Seiten, um dem Menschen, der ihr der Wichtigste war, nah zu sein – übermächtig, und so stößt sie auf einen Schmerz, den Hailey nicht mit der Welt geteilt hat. Auf Enthüllungen, die nicht nur Hays letzte Monate und ihre schleichende Veränderung, sondern auch Ellas Schmetterlinge in etwas Dunkles, Gefährliches hüllen. ...
„Everything we never said“ lebt von der vorsichtheischenden, bedrohlichen Atmosphäre, von dem langsamen Spannungsaufbau und den Zweifeln.
Hauptsächlich begleiten wir Ella, deren Verlust durchdringend ist. Die sich nicht von dem tragischen Ereignis lösen kann; spüren ihre Einsamkeit, die Mauer, die sie aufbaut, um den Beileidsbekundungen, der Fürsorge, ihren Selbstvorwürfen standzuhalten. Aber auch die leise Verliebtheit.
Die melancholische, wehmütige Handlung wird durch einige, sehr passend platzierte Flashbacks und Kapitel aus Swayers Perspektive durchbrochen, die Aufschluss über seine familiäre Situation geben und einen – häufig – liebe -und rücksichtsvollen Mann zeichnen.
Zusätzlich dürfen wir gemeinsam mit Ella einen Blick in Hayleys Privatsphäre werfen. So echt, so ehrlich, dass es weh tut. Schockierende Schilderungen, die Ella tief treffen und doch unglaublich erscheinen – kann sie sich derart in Swayer getäuscht haben? Wieso hat sich ihre beste Freundin niemandem anvertraut? Und was geschah in der Nacht, als sich alles änderte, wirklich?
Harlow platzierte ihre Wendungen so, dass diese eiskalt über die Leserschaft hereinbrechen, und auch, wenn ich hier und da etwas ahnte, waren die Twists hervorragend inszeniert. Bis am Ende jedes Puzzleteile seinen Platz hat, führt uns die Autorin gekonnt in die Irre, animiert dazu, eigene Vermutungen anzustellen, weckt Nervosität und Unruhe.
Die Figuren und individuellen Kämpfe wurden glaubwürdig gezeichnet, interessant und unterschiedlich eingebracht. Es war so leicht, mitzufiebern, nach Antworten zu suchen und gemeinsam mit Ella zu trauern. Obgleich der Roman trotz der sensiblen, aufrüttelnden Themen und dem (Psycho)Thrill-Faktor nicht ohne Young-Adult-Vibes auskommt, empfand ich Ellas Entschluss, ihre Entdeckungen nicht für sich zu behalten, als erwachsen – und wichtig. Ebenso positiv: Meiner Auffassung nach beanspruchten weder Spice noch Romantik den Fokus für sich.
Die Art, wie geschrieben wurde, war klar, einfühlsam und detailliert – ohne, dass der Verlauf in die Länge gezogen wurde. Manche Kapitel wirkten distanzierter, was Ereignisse und Empfindungen jedoch lediglich unterstreicht. Aufgrund der anhaltenden, unterschwelligen Gefahr und der charakterlichen Facetten, durch die Geheimnisse und die verschiedenen Nuancen von Schmerz war „Liebe lässt uns böse Dinge tun“ wie ein dunkler, mitreißender Sog.
Sloan Harlow spricht in ihrem Romantic-Suspense von toxischen und verbotenen Beziehungen, häuslicher Gewalt, Angst und Trauer. Von Liebe, die keine ist, von Familie und Freundschaft.
„Everything we never Said“ wird als „süffig“ bezeichnet – und ja, genau das!
In „Das magische Pendel“ entführt uns Kathrin Tordasi in ein verborgenes Paris und in eine Geschichte, in der Freundschaft, trotz aller Wunder, im Fokus steht.
Band eins der Kinderbuchreihe „Birds of ...
In „Das magische Pendel“ entführt uns Kathrin Tordasi in ein verborgenes Paris und in eine Geschichte, in der Freundschaft, trotz aller Wunder, im Fokus steht.
Band eins der Kinderbuchreihe „Birds of Paris“ wird hauptsächlich aus der Perspektive von Léa erzählt. Das Mädchen steht erneut vor der Aufgabe, sich in einer unbekannten Umgebung einzugewöhnen – mit der Hoffnung, dem tiefen Wunsch, hier Freunde zu finden.
Bei einem Streifzug durch die Stadt trifft sie auf ein mysteriöses Mädchen – und folgt diesem. Mittenhinein in eine unglaubliche Welt. Als Alex verschwindet, macht sich die Clique aus Straßenkindern auf, ihre Freundin zu suchen, und Léa steht vor der Frage, ob sie sich diesem gefährlichen Unterfangen wirklich anschließen will.
Tordasi schuf in einem altersgerechten Ton eine magische Welt, die wir in einer spannenden Storyline ergründen. Obgleich die Protagonistin, ihre Gefühle und Reaktionen am greifbarsten geschildert werden, sind auch Alex, Ari, Roux und Coralie präsent integriert. Es war spaßig und aufregend, die Vier kennenzulernen und ihren Umgang mit der „Neuen“ sowie die sich entwickelnde Dynamik zu verfolgen. Fesselnde und geheimnisvolle Momente werden von kindlicher Leichtigkeit umschmeichelt. Dennoch gab es berührende Szenen und Einblicke. Die Autorin setzt Wert auf ein respekt- und rücksichtsvolles Miteinander, was gerade für Geschichten, die sich an eine junge Altersgruppe richten, sehr wichtig ist.
Auch wenn das Abenteuer über „Das magische Pendel“ abgeschlossen ist, bin ich gespannt, was Léa, Roux und Co. noch alles in Paris gemeinsam erleben werden.
„Birds of Paris“ ist eine magische Geschichte, die nicht nur inhaltlich überzeugen konnte, sondern auch äußerlich wunderschön gestaltet wurde. Außerdem wartet an jedem Kapitelanfang eine liebevolle Illustration von Heiko Hentschel.
„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ein ungewöhnlich-außergewöhnlicher Roman, der neben queeren Repräsentationen und gewichtigen Themen ein komplexes Worldbuilding ...
„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ein ungewöhnlich-außergewöhnlicher Roman, der neben queeren Repräsentationen und gewichtigen Themen ein komplexes Worldbuilding sowie ein ausgeklügeltes Cyber-Magiesystem beinhaltet. Trotz allerhand Informationen und Input, Kämpfen, die es auszutragen gilt, und lebensverändernden Offenbarungen, einer Menge Action und Spaß ist es aufgrund des modernen, »hippen« Stils, Humor und Details leicht, an der packenden Storyline zu kleben und die Individualität jeder Zeile zu feiern.
Die Autorin setzt darauf, dass die diverse Vielfalt inkl. der Einschränkungen/Bedürfnisse bestimmter Personengruppen samt den idealistischen Zielen und dem Aktivismus der »Haexonymous« ein treibender, fester Bestandteil der Handlung ist. Genau wie die – nicht ausschließlich unterschwellige – Kritik an Gesellschaft, Politik und Gesundheitssystem. Aufgegriffen werden zudem u. A. Bodyshaming, Transition und Partizipation, Rebellion und schillernde Queerness.
Von Anfang an begleiten wir die in ihrer Sehkraft gehandicapte, dennoch eigenständige Celeste. Erst seit Kurzem lebt die junge Frau bei ihrer besten Freundin in London und arbeitet in deren »V R Awesome«. Obwohl Krisha und Cece äußerlich komplett verschieden sind, verbindet die beiden – neben einer Vergangenheit in der Außenseiter- und Mobbing-Opfer-Position – ihre Liebe zu Nerdy-Kram. Bis zu ihrem Umzug stand die curvy Protagonistin unter Psychopharmaka, doch aufgrund „unglücklicher Umstände“ sind diese gerade aus – und Celeste sieht auf einmal wieder strahlende Schemen und leuchtende Farben; spürt, wie sich die Technik in ihrer Nähe auflehnt – und stolpert prompt in ein Horrorgame. Und auf Blaze. Entzugserscheinungen, Schizophrenie oder doch Magie?
Erzählt wird der lebendige Verlauf in genderneutraler Sprache, einfühlsam, authentisch und aus wechselnder Perspektive. So lernen wir nicht nur Blaze Dawson und seine selbst gewählte Familie kennen, sind Teil von deren beeindruckendem Aktivismus, sondern erhalten Einblicke in Vergangenes beider Protagonisten und in ihre negativ behafteten Gefühle. Durch diese eindringlich geschilderte Basis mimt Murphy Malone Figuren, mit denen es leicht fällt, sich zu identifizieren, sie zu verstehen, sie zu fühlen.
Blaze, der auf Kontrolle und die Unterwerfung seiner Kräfte setzt, ein bisschen überheblich, im gleichen Maße selbstlos ist, war sofort von Celestes Auftreten, ihrer Stärke und dem Chaos, das in ihr tobt, fasziniert. Ich fand die Dynamik der beiden, die individuelle wie zwischenmenschliche Entwicklung, wunderschön. Dabei gab es reichlich Misstrauen, Konflikt und puren Schmerz. Auch die restlichen Mitglieder der Hackertruppe sowie Krisha wurden gut ausgearbeitet, bringen eigene Probleme und reichlich Eigenheiten mit sich. Mit Hilfe der chaotischen Magierin hoffen die Haexonymous, einer der angesagtesten Influencerin das Handwerk zu legen – und somit Krisha und tausende andere zu retten. Welchem vertrackten, kranken Spiel sie auf die Schliche kommen, wie oft Cece und Blaze ihr Leben riskieren müssen, sorgt für Spannung, Twists und Momente zum Mitbangen- und wüten. Denn die Wurzeln von Magnolias Schrecken reichen bis in die patriarchalische und von Ideologie durchzogene, magische Regierung…
„HAEXED - Von magischen Hacktivisten und teuflischen Influencerinnen“ ist ereignis- und abwechslungsreich, kritisch, aktuell und unkompliziert-frisch. Die Geschichte wird nie langweilig, denn auch in den wenigen Ruhepausen ist der Input an Informationen, Emotionen und niederschmetternden Wahrheiten riesig.
Es werden Kämpfe ausgetragen – gegen feindliche InitiatorInnen, gesellschaftliche Systeme, Vorurteile und sich selbst. Es wird gestrauchelt, gefallen und aufgestanden. Geliebt und gelitten.
Malone durchdachte meiner Einschätzung nach jede Einzelheit, begonnen bei der Plot- und intensiven Figurenentwicklung, bis hin zu Missionsabläufen und der Wirkungsweise unterschiedlicher Magieformen. Hintergründe, Zusammenhänge und die wechselhaften Ebenen/Settings wurden logisch und vorbestellbar dargelegt. Obgleich etliche Themen schwer wiegen, wirkt der saloppe Ton sowie Sarkasmus und Witz herannahender Melancholie entgegen, ohne den Ernst zu minimieren.
Wir lesen von mangelndem Selbstwert, verzehrten Spiegelbildern und Schuld, von Hass, medialer Manipulation und Kapitalismus, der über Leıchen geht, von festgefahrenen Strukturen, gegen die nur ein „gemeinsam“ etwas ausrichten kann. Von fragwürdigen Gesundheitssystemen und noch fraglicheren Gesetzesbeschlüssen.
Aber wir finden in dem Eyecatcher auch Trost, Zuspruch und Respekt. Freiheit, Freundschaft und Liebe.
Die Autorin weist sacht auf die Eigenständigkeit beeinträchtigter Menschen hin; darauf, wie nichtssagend Äußerlichkeiten, Geschlecht und S*xualität sind. Erzählt von Schönheit, die nur das Chaos bringt. Und davon, wie viel mehr zwischen Schwarz und Weiß existiert.
Für ihr neues Buch 𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫 griff Trisha Brown zu bewegenden Themen, die sie auf authentische Art in eine ebenso romantische wie nachdenklich stimmende Handlung einbettete.
»Du bist es wert, dass ...
Für ihr neues Buch 𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫 griff Trisha Brown zu bewegenden Themen, die sie auf authentische Art in eine ebenso romantische wie nachdenklich stimmende Handlung einbettete.
»Du bist es wert, dass dir gute Dinge passieren!«
So wenig hält Gabriel Álvarez in der Kleinstadt, die sich seine Heimat nennt, doch mit dem Verlust seines personifizierten Antriebs, seiner Motivation, scheint die Welt des 18-Jährigen stillzustehen, nach hinten zu dümpeln. Weg von Chancen, Möglichkeiten und Neuanfängen. Als Harold Hewitt ging, nahm er die Musik mit sich – und nicht nur jene seines Schützlings. Auch Joyce Evans – bildschöne Influencerin – trauert um die Melodie. Um ihren Großvater. Um sich selbst. Während zahlreiche Fremde täglich ihre retuschierten Fotos be- und verurteilen, ist sie selbst ihre größte Kritikerin. Kämpft mit dem Feind in ihrem Kopf.
Zwei zerrissene Seelen, die rauswollen. Aus gesellschaftlichen und eigenhändig geschaffenen Grenzen. Aus zerrütteten Familien und dem Schmerz.
Zwei Teenager, die nicht unterschiedlicher sein könnten und doch mehr teilen als nur den Ort, der sie gefangen hält.
Erzählt wird aus abwechselnder Perspektive, sodass wir uns ein Bild der Protagonisten und ihrer Lebenssituationen machen können. Durch das intensive Aufgreifen von Gedankengängen werden die individuellen Struggle und gemeinsamen Ängste – vor dem Scheitern, vorm Versagen; davor, nicht perfekt, nicht genug zu sein – deutlich. Dank des eindringlichen Tons, in dem Nichts als Ehrlichkeit mitschwingt, ist es leicht, sich einzufinden, einzufühlen, alles zu spüren.
Seitdem Gabriel ohne Abschluss von der Schule ging, jobbt er in einem Elektromarkt. Außen verrucht, wütend und gleichgültig, innen verletzlich, sanft und so talentiert, dass Selbstverwirklichung und „den Traum leben“ zum Greifen nah sind, doch dann wird ihm jener Mensch entrissen, der grundlos, einfach so, an ihn glaubte.
Joy, mit ihrem perfekten Haar, dem bezaubernden Lächeln und achtzigtausend Followern. Und täglich unzufrieden mit, enttäuscht von sich. Dass die Sportlerin mehr ist als ein Püppchen, ein hübsches Gesicht scheinen weder MitschülerInnen noch ihre Eltern zu sehen. Ihre Probleme? Maximal eine Phase. Nur nicht für ihren Großvater. Als dieser sie verlässt, ist es gerade ein berüchtigter Aufreißer – den sie schon stundenlang beobachtet, dem sie so oft gelauscht hat – der hinter die Fassade, die Weichzeichner und das Strahlen blickt. Erst nur Rotz und Wein findet, aber dann so viele Wunder.
Die Autorin wählt poetische Worte, malerisch und sanft, und schafft damit einen Kontrast zu den harten Themen; zu einer oft melancholischen Atmosphäre, Wehmut und Verzweiflung. Mir nahmen viele Momente die Luft, sogen mich in Erinnerungen, und doch finden sich im Verlauf auch unbeschwerte Augenblicke, echte Freundschaften und jene Art von Zuneigung, die Herzen weinen lässt.
Trisha setzt sich mit Vorurteilen auseinander, mit unterschiedlichen Arten von häuslicher Gewalt, mit Teenagern, die zu früh erwachsen werden mussten, und mit Kämpfen, die unter Makellosigkeit wüten. Trauer, Aggressionen und fest verankerte Zweifel sind ebenso präsent, wie der stille Appell, für sich selbst, die eigene Gesundheit, die eigenen Wünsche einzustehen. Der Roman spricht von Liebe – solche, die zerstört, und solche, die retten will, aber nicht kann.
„Unsere Zeit ist begrenzt und das Ende rast auf uns zu.“
Wenn Joyce und Gabriel auch im Vordergrund stehen, verzichtet Brown nicht auf unterschiedliche Nebenfiguren und deren Betrachtung, sorgt damit für Abwechslung, Frische und noch mehr Tiefe. Wir sind Teil von diversen Entwicklungen und Veränderungen, die zum Mitbangen und wohlig Seufzen einladen. Doch obgleich uns oft Pastellfarben, Lyrik, Humor und Schlagfertigkeit in eine trügerische Sicherheit hüllen, brodelt es. Mehrere Ereignisse, die Álvarez Traum gefährden; drohen, den Musiker von seinem Weg abzubringen, Konflikte mit und in anderen Charakteren sowie Joys stummer Kampf halten die Spannung aufrecht und bewegen tief. Zusätzlich werden Hass und Bodyshaming, gestreut im WWW, und daraus resultierende Scham und Unsicherheit thematisiert.
Wunderschön, nicht immer einfach, war es, die zarte Annäherung zwischen der Influencerin und dem Musiker, das Aufatmen und seichte Prickeln zu erleben, dabei zu sein, wie sie einander langsam ihre Wahrheiten und Dämonen zeigen, Leidenschaften teilen – und doch begreifen, dass Liebe kein Allheilmittel ist. Dass die Welt sich weiterdreht.
Ich habe geweint – denn ich hab's gespürt, so vieles in diesem Buch.
Trisha trifft wahre Aussagen, bringt Klischees auf den Punkt und widerlegt Annahmen, die fälschlich und leichtfertig getroffen werden, wenn Bulımıe/Ess*toerungen auf den Tisch kommen. Ob durch Erfahrungen oder Recherche: In „𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫“ werden weder Krankheit noch Betroffene abgeschwächt oder verklärt, es findet sich hier keine romantisierte Hoffnung oder ein Geheimrezept. Aber Angehörige und Interessierte erhalten – stimmig eingebettet – wissenswerte Fakten, Gesprächsansätze und eine ausdrucksstarke Vorstellung des aufgewühlten Inneren Erkrankter; ein authentisches Fallbeispiel.
In der realistischen Darstellung von Joys unsichtbarem Ringen, Abläufen, Zwängen und Gedankengängen, ihren Stimmungsschwankungen sowie der verzehrten Sicht auf Spiegelbild und Körpergefühl (…) fand ich mich wieder und bin sicher, dass sich auch andere Betroffene mit dieser jungen Frau identifizieren können. Dass Herzen brechen beim Lesen über echte Menschen.
♡Du wirst gesehen. Du bist es wert. Du darfst dir helfen lassen.♡
„𝐀 𝐣𝐨𝐲𝐟𝐮𝐥 𝐒𝐮𝐦𝐦𝐞𝐫“ legt Wunden offen, tröstet und lässt hoffen.