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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2025

Guter Plot, vielleicht zu vorhersehbar für einige

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den ...

Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den Mitschüler*innen eher gemieden, denn sie selbst hat schwerverletzt und ohne Erinnerung an den Unfall überlebt. Vor allem Haileys Freund Sawyer muss wütend auf sie sein, doch er ist auch der einzige, der Hailey genauso gut kannte wie sie. Obwohl sie es nicht wollen, kommen sich die beiden näher. Alles könnte perfekt sein, doch dann findet Ella das Tagebuch ihrer Freundin und plötzlich erscheint alles in einem anderen Licht.

Ich mag diese Art Jugendthriller und dieser fällt durch das Cover und den Farbschnitt besonders auf. Mir war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss. Ziemlich schnell bin ich in Ellas Welt zwischen Abschlussjahr und Unfalltrauma eingetaucht. Der Schreibstil hat mir dabei richtig gut gefallen, weil man mühelos durch die Seiten fliegt, was natürlich daran liegt, dass man wissen möchte, was passiert ist und wie die Beziehung mit dem attraktiven, aber auch düsteren Sawyer läuft. Das Buch hätte ein Highlight sein können, die Autorin gibt sich auch redlich Mühe, hier unerwartete Twist einzubauen. Leider war mir in einem Punkt sofort klar, was Sache ist. Das mag daran liegen, dass ich schon so viele Filme, Serien und Bücher dieser Art konsumiert habe. Ein paar kleinere Überraschungen gab es aber auch für mich noch und das Grundthema finde ich immer wieder schockierend. Auch Ellas Gefühlswelt fand ich sehr faszinierend, denn sie ist hin- und hergerissen zwischen Vermeiden und Zulassen von neuen Dingen. Das konnte man auch sehr gut nachvollziehen. Fazit: Jugendliche werden das Buch sicher lieben und vermutlich auch verschlingen, erfahrene Thrillerleser könnten zu früh hinter die Fassade blicken. Daher gibt es von mir gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Süß-schaurige Halloweengeschichte aus dem Gruselland

Hornbert ist süß
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Der schaurigste Tag im Jahr ist noch fern, als Rufus von einem süßen Stupser geweckt wird und schauerliches Glitzern im Gruselgarten wahrnimmt. Ein niedliches Einhorn hat sich einen Schluckauf eingefangen ...

Der schaurigste Tag im Jahr ist noch fern, als Rufus von einem süßen Stupser geweckt wird und schauerliches Glitzern im Gruselgarten wahrnimmt. Ein niedliches Einhorn hat sich einen Schluckauf eingefangen und mit jedem Hicks sorgt es für mehr süße Verwandlungen. Nicht einmal Graf Vurm ist davor sicher. Rufus versucht alles, um dem Wesen, das er Hornbert nennt, zu helfen. Doch weder Erschrecken noch Luftanhalten helfen. Wird das nahende Halloween-Fest diesmal glitzrig-süß? Für Rufus gäbe es nichts Schrecklicheres.

Hornbert ist süß ist das zweite gruselig-schaurige, aber auch recht süße Halloweenbilderbuch von Robert Scheffner nach Rufus ist sauer. Das Buch sieht ähnlich aus, schwarz mit knallligen Farben auf dem Cover, statt Kürbis nun ein Einhorn. Silberne Buchstaben und Details setzen Akzente. Der Inhalt der Geschichte ist recht einfach: Hornbert hat Schluckauf und verwandelt nach und nach das schaurige Gruselland in ein glitzerndes Bling-Ding. Unabsichtlich und das macht das Einhorn traurig. Rufus muss ihm einfach beistehen und gibt sein Bestes, den Schluckauf zu stoppen. Durch die Verwandlungen wird aus dem tollen, schaurig illustrierten und schwarz grundierten Gruselsetting ein von süßen Bewohnern und Gegenständen bevölkertes Glitzerland. Rufus muss mehrere Lösungsansätze versuchen. Die Ergebnisse bringen Kinder zum Schmunzeln.

Beim Vorlesen musste ich immer wieder innehalten, weil meine Tochter etwas entdeckt hat, was sie mir zeigen wollte und über das wir sprechen mussten. Dabei haben wir viel gelacht. Der Text selbst ist für Kinder größtenteils gut verständlich formuliert. Rufus spricht in Reimform, wobei diese wirklich einfach gehalten sind. An einer Stelle erinnerte mich der Reim an das berühmte "Grüffelo" und eins der Monster kam sehr nah an die "Wilden Kerle" aus "Wo die Wilden Kerle wohnen". Meinen Kindern ist das aber nicht aufgefallen.

Sie fanden vor allem Graf Vurm und seine Verwandlung sehr witzig. Auch die Auflösung am Ende war originell. Da es immer einen Bezug zu Halloween gibt, ist das Buch schon eher zum Vorlesen um dieses "Fest" herum geeignet. Kinder werden aber auch sonst gern danach greifen, zumindest kommt die Geschichte auch jetzt im Dezember bei unseren beiden gut an. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Nicht sehr temporeich, aber irgendwie doch charmant

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Personenschützerin Amy Wheeler arbeitet für eine britische Agentur und soll in South Carolina eine sehr besondere, äußerst reiche Thrillerautorin vor der Rache eines Russen schützen, der in ihrem Buch ...

Personenschützerin Amy Wheeler arbeitet für eine britische Agentur und soll in South Carolina eine sehr besondere, äußerst reiche Thrillerautorin vor der Rache eines Russen schützen, der in ihrem Buch nicht gut wegkam. Doch dann steht Amy plötzlich selbst auf der Abschussliste. Jemand hat es auf sie abgesehen und schiebt ihr auch noch brutale Morde an dubiosen Influencern in die Schuhe. Gemeinsam mit Autorin Rosie flüchtet sie und sie beginnen, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Wie hängen die Influencermorde mit ihrer Agentur zusammen? Um an Infos zu kommen bittet sie ihren Schwiegervater Steve, einen pensionierten Polizisten, um Hilfe, der um seinen Frau trauert und dessen Leben aus Pubbesuchen und Quizabenden besteht. Die drei sind ein tolles Team und trotzdem ist ihnen bald der nächste Auftragskiller auf den Fersen.

Eine neue Reihe von Richard Osman ist für einen Fan des Donnerstagsmordclubs Pflichtlektüre. Auch wenn ich das Cover etwas unspektakulär und nichtssagend finde, passt es zum Stil des Buches. Es ist relativ unaufgeregt erzählt und ähnelt von der Schreibweise sehr den Büchern über den Mordclub. Allerdings wechselt die Perspektive häufiger zwischen Amy, Steve und einem unbekannten Schreiber von Nachrichten, die aber kaum Aufschluss geben, da sie via ChatGPT verfremdet werden. Das ist das erste Mal, dass ich von der Manipulation der Schreibweise durch KI lese. Bisher kannte ich das aus Büchern in denen es vorwiegend um Bilder ging. Ich muss sagen, dass mich der Anfang der Geschichte wegen des häufigen Wechsels erst etwas verwirrt hat und sich nicht sofort ein angenehmer Lesefluss einstellen wollte. Allerdings fand ich die Personen für sich gesehen wieder sehr liebenswert. Sie ähneln allerdings auch in Teilen denen aus den Mordclubbüchern. Rosie erinnerte mich an eine frivolere Version von Elizabeth, Steve ist eine Mischung der männlichen Figuren und Amy kommt nah an die Polizistin heran. Die Handlung ist allerdings eine ganz andere.

Um was es genau geht, erschließt sich erst nach und nach. Es ist auch nicht klar ob und wie die Fälle von toten Influencern mit Amy Wheeler und ihrem Arbeitgeber zusammenhängen. Ein mysteriöser Unterweltgeldwäscher namens Loubet scheint etwas gegen Amys Firma zu haben. Doch warum werden vollkommen bedeutungslose Influencer mit begrenztem Bekanntschaftsgrad umgebracht, kurz nachdem sie in verschiedene Länder eingereist sind? Die Morde und Angriffe sind gegen den harmlose erscheinenden Rest schon ziemlich brutal, trotzdem fühlt sich der Fall eher cosy an. Das liegt nun wieder an Amy und ihren beiden alternden Helfern Rosie und Steve, die schon ziemlich besonders sind und sympathisch nervige Macken haben. Gemeinsam mit Steves Freunden aus dem Dorf bilden sie ein super Team, das sich zu helfen weiß und einige Tricks auf Lager hat. Das müssen sie auch, um einem schwierigen, mächtigen Gegner die Stirn zu bieten. Manchmal musste ich über Rosies Art wirklich lachen. Und Steve.. diesen nachdenklichen Pensionär muss man einfach mögen. Er ist alles andere als altes Eisen.

Manchmal zieht sich die Story etwas, vor allem am Anfang und es ist auch nicht alles realistisch (muss es in dem Fall auch nicht sein), aber zur Mitte hin wird es doch recht interessant, weil man nicht weiß, wer hier mit gezinkten Karten spielt. Die Auflösung fand ich sehr gelungen und wäre einem Wiedersehen mit Amy, Rosie und Steve nicht abgeneigt. Ein Krimi/Thriller für alle, die Geduld aufbringen können. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Interessante Welt mit (zu) vielen Details und verbotener Magie

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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Die Nightbirds sind eine geheime Gruppe von gutgestellten jungen Frauen in der Stadt Simta, die zahlenden Kunden mit einem Kuss ihre Magie übertragen. Die Künste von Matilde, Sayer und Aesa sind gefragt, ...

Die Nightbirds sind eine geheime Gruppe von gutgestellten jungen Frauen in der Stadt Simta, die zahlenden Kunden mit einem Kuss ihre Magie übertragen. Die Künste von Matilde, Sayer und Aesa sind gefragt, doch auch ein Dorn im Auge religiöser Fanatiker und nicht legal. Trotzdem wird sie von der höheren Gesellschaft toleriert, da sie ihnen nützlich ist. Eines Abends jedoch wird eine von ihnen gewarnt, kurz darauf eine zweite angegriffen. Ihre Identität droht aufzufliegen, jemand will sie töten. Dabei hat jede der drei Frauen ihre ganz eigenen Rechnungen offen oder Dämonen der Vergangenheit zu besiegen. Um herauszufinden, was in Simta geschieht, machen sie sich auf die Suche im Nachtleben der Stadt, müssen sich mit der berüchtigsten Straßengang abgeben und gelangen in die verborgene Unterwelt, wo nicht nur sie Zuflucht suchen. Die nächste Gefahr für magischbegabte Frauen lauert schon.

Mich hat die Aufmachung mit der edlen Goldprägung sehr angesprochen und beim Lesen des Klappentextes wurde ich neugierig. Auch die Innenseiten der Umschläge und Klappen sind reich ausgestattet mit Informationen über die drei Protagonistinnen, die Nightbirds Goldfink, Schleiereule und Nachtigall, und die Stadt Simta. Die Karte sorgt für mehr Orientierung beim Lesen, denn das Umfeld ist gar nicht mal so einfach zu beschreiben. Für mich war es ein Mix aus zahlreichen verschiedenen kulturellen Einschlägen, Systemen und Traditionen, was mir anfangs doch etwas viel war und worüber ich gern mehr erfahren hätte. Doch umso detailreicher es wurde, um so eher wurde die Handlung etwas ausgebremst. Auch das Magiesystem, das anfangs recht einfach war, da jede der Nightbirds nur eine Fähigkeit mit ihrem Kuss übertragen kann, wurde unübersichtlich, sobald die drei eine Entdeckung gemacht haben. Das war zwar eine spannende Entwicklung, uferte dann aber meiner Meinung nach etwas aus, so dass der Plot nur langsam vorankam. Vielleicht lag es auch daran, dass der Funke bei mir nicht ganz überspringen wollte.

Das Geschichte beschäftigt sich auch mit den Gefühlen und den romantischen Sehnsüchten der Nightbirds, jede von ihnen hat eine Person, die ihr Herz höherschlagen lässt. Zudem lässt die Autorin die Leser*innen lange im Unklaren über die Absichten einiger Figuren, so dass man misstrauisch weiterlesen muss, immer in Erwartung eines Verrats oder eines Plottwists. Manchmal hätte ich mir gewünscht, die Autorin würde sich auf weniger Details in ihrer fantastischen Welt beschränken. Oft hatte ich das Gefühl, etwas zu verpassen. Toll sind die starken Frauencharaktere, die sich in einer gefährlichen Welt beweisen müssen und immer wieder Gefahren meistern, aber auch viel Schmerz aushalten müssen. Das Ende ist so verfasst, dass man den zweiten Band lesen möchte, um zu sehen, wie es weitergeht. Ein interessantes Buch mit tollen Ansätzen, wenn es mich auch nicht ganz gepackt hat. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Unterhaltsam, aber nicht ganz so spannend

Agency for Scandal
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Izzy wird von einer Gruppe Frauen angeworben, die sich aus dem Untergrund für die Rechte von (verheirateten) Frauen einsetzt, die von ihren Männern nicht gut behandelt werden. Weil ihr Vater der eigentlich ...

Izzy wird von einer Gruppe Frauen angeworben, die sich aus dem Untergrund für die Rechte von (verheirateten) Frauen einsetzt, die von ihren Männern nicht gut behandelt werden. Weil ihr Vater der eigentlich angesehenen Familie kaum etwas hinterlassen hat, bleibt Izzy keine Wahl und tatsächlich ist sie gut, in dem was sie tut. Das Schlösserknacken liegt ihr im Blut und auch in der Verkleidung eines Straßenjungen kommt sie überall durch. Doch dann übernimmt die Agency einen heiklen Fall, in dem es um einen hochrangigen Politiker geht. Einer seiner Mitarbeiter war Izzy schon aufgefallen und hat ihr Herz höher schlagen lassen. Als er in Gefahr gerät, muss Izzy sich entscheiden, ob sie ihm auch trauen kann. Dabei kommen sich die beiden näher und müssen ihr ganzes Können aufbieten, um den Schurken zu entlarven.

Das Cover ist einladend, auch wenn ich nicht so gern Personen auf dem Titelbild mag. Die Optik hat mich angesprochen und auch die Idee des Buches, dass eine junge Frau als eine Art verdeckte Ermittlerin in der Männerwelt agiert, fand ich gut. Das ist einfach mal etwas Neues, was es so noch nicht gab. Vor allem weil das Buch in historischem Kontext spielt und nicht in der Neuzeit. Hier stecken die Frauenrechte noch in den Kinderschuhen und darum sind diese mutigen Frauen einfach zu bewundern. Die Strukturen erinnerten mich ein bisschen an die Suffragetten. Manchesmal hatten die Damen es hier allerdings sehr viel leichter, als die echten Kämpferinnen für die Frauen. Auch wenn hier von Romantik schon die Rede war, wunderte ich mich, dass die Protagonistin doch so leicht angezogen wird von der männlichen Hauptfigur. Zwar macht sie sich sehr viele Gedanken darüber, aber eigentlich ist klar, worauf es hinausläuft.

Der Fall selbst ist jetzt keiner, bei dem die Lösung erst aufgedeckt werden muss, sondern es gilt, dem Schurken das Handwerk zu legen und geschickt seine Machenschaften aufzudecken und das unter erschwerten Bedingungen. Das hat mich zwar ganz gut unterhalten, hätte aber durchaus noch etwas rätselhafter sein dürfen. Der Schreibstil ist passend zur damaligen Zeit mit einem frischen Touch. Daher 4 Sterne

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