Viel emotionaler Ballast
InselluftPostbotin Sarah flieht vor ihrem Alltag in NRW auf die Insel Föhr. Hier hat sie sich hinversetzen lassen, um vor ihrem zudringlichen Kollegen zu fliehen. Doch Sarah scheint nicht nur vor ihm zu fliehen.
„Inselluft“ ...
Postbotin Sarah flieht vor ihrem Alltag in NRW auf die Insel Föhr. Hier hat sie sich hinversetzen lassen, um vor ihrem zudringlichen Kollegen zu fliehen. Doch Sarah scheint nicht nur vor ihm zu fliehen.
„Inselluft“ von Jette Hansen ist Band 1 der Trilogie „Stürmische Zeiten auf Föhr“, die sich rund um die Anfang 30-jährige Postbotin Sarah dreht.
Ich liebe Bücher, die an der See spielen und genieße sie, um eine Art gedanklichen Urlaub zu vollziehen. Doch bei diesem Buch gelang mir das nicht. Die Beschreibung der wunderschönen Insel Föhr war dabei nicht das Problem, diese war nachvollziehbar und malerisch dargestellt.
Ich bin leider nicht mit den Charakteren bzw. der Geschichte klargekommen. Ich finde, dass dieses Buch ganz schön harte Kost ist und viele Schicksale beinhaltet, was durchaus auch zum Trigger werden kann. Hier vereinigen sich Themen wie Vergewaltigung, Verlust des Kindes und des Partners, aber auch Sorgerechtsfragen und ich muss zugeben, diese Themen sind alle einzeln schon extrem, aber geballt, fand ich das wirklich etwas zu viel, speziell der Umgang der Protagonistin Sarah mit ihrem Schicksal. Es ging hauptsächlich um ihre Vergangenheit, aber sie hat in so vielen Situationen ein riesiges Lügenkonstrukt gebaut, dass es für mich nachher nicht mehr nachvollziehbar war, warum sie das gemacht hat, weil sie sich damit das Leben ja noch deutlich schwerer gemacht hat, als es eh schon war.
Damit versteckten sich hinter diesen Geschichten auch viele unverarbeitete Lebenslinien, was in der heutigen Zeit für mich etwas unrealistisch ist.
Ich hätte mir hier einen anderen Umgang mit diesen ersten Themen gewünscht.
Ein kleiner Lichtblick in diesem Buch war für mich Gretje. Sie war der Fels in der Brandung und hat manche Situation geerdet. Gleiches gilt für Isabelle, auch wenn diese dabei manchmal schon etwas zu hart mit Sarah ins Gericht gegangen ist, dennoch war es hilfreich und pragmatisch.
Fazit: Das Buch konnte mich nicht abholen und ich fand es ein bisschen zu viel des emotionalen Ballasts. Ich werde dem Band 2 dennoch eine Chance geben, um zu erfahren, ob die Lügenkonstrukte irgendwann mal zusammenfallen.