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Veröffentlicht am 13.02.2025

Familien- und Architekturgeschichte

Die Allee
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Hermann Henselmann - War der Architekt in der DDR. Seine große Karriere hat als Direktor des Bauhauses begonnen bevor es ihn in die Hauptstadt der DDR zog.
Doch Hermann Henselmann war nicht nur erfolgreich ...

Hermann Henselmann - War der Architekt in der DDR. Seine große Karriere hat als Direktor des Bauhauses begonnen bevor es ihn in die Hauptstadt der DDR zog.
Doch Hermann Henselmann war nicht nur erfolgreich im Job, er war auch fleißig bei der Familienplanung, sodass er mit seiner Frau Isi acht Kinder hatte.
Einen Einblick in das Leben der Familie Henselmann, vor allem aus dem Blickwinkel der Tochter Isa, gibt dieses Buch.

Die Henselmann-Enkelin, Florentine Anders, beschreibt in „Die Allee“ das Leben der Henselmanns vor allem aus den Blickwinkeln Hermanns, seiner Frau Isi und seiner Tochter Isa.
Das Buch besteht aus vielen recht kurzen Kapiteln. Diese sind mit einer Jahreszahl versehen, in der dieses spielt und beschreiben in der Überschrift kurz, um was und wen es geht. Das Buch spielt in einem Zeithorizont von 1931-1995.

Ich lese gerne historische Romane und auch gerne über Ereignisse in der DDR. Doch mit diesem Roman habe ich mich schwer getan.
Schon der Schreibstil konnte mich nicht abholen. Für mich war das ein bisschen zu einfach geschrieben, etwas wie geschrieben wie gedacht.
Was mir wiederum gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Autorin hier über ihre eigene Familiengeschichte, speziell über ihre Mutter, Oma und ihren Opa schreibt und dabei nichts beschönigt hat. Sie hat eindeutig klargestellt, welche großen Erfolge ihr Großvater zustande gebracht hat, hat seine Arbeitsweisen und seine Genialität klar und strukturiert dargestellt und auch aufgezeigt, wie er sich im System verhalten hat. 
Auch hat sie das Verhältnis zwischen Isi und Hermann, aber auch zwischen Hermann und Isa offen und ungeschönt beschrieben. Gerade das Verhältnis zwischen Vater und Tochter zeigte oftmals das wahre Gesicht des Hermann Henselmann.
Hermanns weiterer Umgang mit Kollegen, aber auch Frauen erzählt viel über seinen Charakter. Vor allem die Beziehung zu Isi zeigt seine Achillesferse.
Spannend fand ich die Geschichte hinter der Entstehung bekannter deutscher Bauwerke, speziell der Stalinallee, aber auch das Uni-Hochhauses in Leipzig.

Fazit: Ein interessanter und lehrreicher Roman über eine einzigartige Architekturperiode der DDR, das Gesicht dahinter, aber auch die Einflüsse der Politik auf das Bauen. 
Der Schreibstil hat mir nicht ganz zugesagt, ebenso hab ich mich mit den Protagonisten schwergetan. Gerade letzteres ist aber Geschmackssache, da es ein auf Tatsachen basierender , historischer Roman ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade Leser, die noch viel von der DDR erlebt haben, damit besser klarkommen, sodass es vielleicht auch eine Geschmacksache abhängig von der Generation ist.
Wer sich aber für Architektur interessiert, ist hier gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Fehlende Abwechslung

Die Hotelerbin
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Eva fühlt sich wohl im Jankers. Hin und wieder kommt es jedoch zu Begegnungen mit den Karchs, noch dazu, weil Eva etwas mit der kleinen Otti verbindet.
Lord Augustus weilte ein letztes Mal in Karlsbad ...

Eva fühlt sich wohl im Jankers. Hin und wieder kommt es jedoch zu Begegnungen mit den Karchs, noch dazu, weil Eva etwas mit der kleinen Otti verbindet.
Lord Augustus weilte ein letztes Mal in Karlsbad und verabschiedet sich von Eva, ohne dass diese weiß, welche Vorkehrungen ihr großväterlicher Freund getroffen hat. 
Doch all das wird überschattet von der Gier von Evas Vater, die ihre Zukunftspläne in Gefahr bringt.

„Die Hotelerbin“ von Ada Caine ist der abschließende Band der „Karlsbad“-Trilogie.
Ich gebe zu, Ada Caine hat mich überrascht. Ich hatte zwar den Ausgang des Romans erwartet, aber der Weg dahin war ein komplett anderer, als ich erwartet habe, was ein Pluspunkt für die Geschichte ist.
Die Kapitel haben eigene Überschriften, die sie zusammenfassen, was gut passt. Mir persönlich waren die Kapitel nur etwas zu lang.
Ich finde jedoch, dass sich in diesem Band nicht ganz so viel entwickelt. Es gibt immer wieder viele Gefahren, die für Eva lauern, aber dennoch geht die Geschichte immer wieder in die vergangenen Romane zurück. So kommt die Sprache immer wieder auf den Konflikt mit den Karchs, die negativen Erlebnisse mit Franz Herbst, die positiven Erlebnisse mit Lord Augustus, aber auch die Erlebnisse um das Ärgernis mit Thea Scholl. Einzig Otti und die Geschichte um die Freiin bringen etwas Abwechslung ins Geschehen. Wobei ich die Geschichte um die Freiin auch nicht sonderlich kreativ und damit unrealistisch fand. Selbst die Geschichte um Liederbach, Erich und die Gräfin Krötenfeld war mehr als vorhersehbar.

Zusammenfassend: Von diesem abschließenden Band hätte ich mir ein bisschen mehr Abwechslung und Kreativität erwartet. Dennoch ist mir Eva ans Herz gewachsen und so kann ich den Lesern der vorherigen Bände diesen Band auch empfehlen. Die Bände sollten nur in der Reihenfolge gelesen werden, da sonst die Zusammenhänge nicht nachvollziehbar sind.
Dennoch muss ich sagen, dass die Bücher mir wahrscheinlich nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben werden.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Altkluges aus dem Bienenstock

The Maid
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Molly ist Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Als solches versetzt sie die Zimmer immer in einen Zustand der Perfektion zurück. Doch eines Morgens findet sie in einem solchen den toten Mr. Black. Eine ...

Molly ist Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Als solches versetzt sie die Zimmer immer in einen Zustand der Perfektion zurück. Doch eines Morgens findet sie in einem solchen den toten Mr. Black. Eine Woche des Auf und Abs für Molly beginnt.

„The Maid“ von Nita Prose ist Band 1 der Reihe „Regency Grand Hotel“. Gelesen wird das Buch in der Hörbuchversion von Anna Thalbach.
Ich mag Anna Thalbach ja aufgrund ihrer ganz eigenen Stimme, doch in der Kombination mit Molly war das auf Dauer anstrengend.
Zu Anfang des Buches war Molly mir sehr sympathisch. Sie ist ein einfacher und bodenständiger Mensch. Als solcher guckt sie zu erfolgreicheren Menschen oder auch älteren Menschen auf und nimmt sich deren Tipps zu Herzen und vor allem auch an. Gerade ihre Grandma und ihr Vorgesetzter Mr. Snow sind dabei ihrer größten Vorbilder und manchmal auch Columbo. Die Dinge, die Molly sich annimmt, erfährt der Leser und das meist nicht nur einmal. Dabei wurde sie mir im Laufe des Buches immer unsympathischer, weil es altklug und einfach nervig wirkte und gerade dabei wurde auch Anna Thalbachs Stimme leider sehr anstrengend.
Die Geschichte geht über eine Woche und jeder Wochentag wird einzeln vorgestellt. Auch das war manchmal sehr langatmig, aber nachvollziehbar dargestellt.
Absolut überrascht hat mich das Ende. Damit hatte ich nun gar nicht mehr gerechnet.

Es war eine abwechslungsreiche Geschichte, aber sie konnte mich leider nicht überzeugen.
Wer jedoch Weisheiten und Belehrungen mag, die eher wirken als redete eine altkluge 15-jährige, der ist hierbei gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Weihnachtskrimi

Das Wunder vom Christkindlesmarkt
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Nach dem ihr Mann im ersten Weltkrieg gefallen ist, hat Evelyn dessen Drogerie übernommen. Ihr Mann Gerson war jedoch ihre große Liebe und so trauert sie nach wie vor um ihn. 
Als sie im Nachlass des Untermieters ...

Nach dem ihr Mann im ersten Weltkrieg gefallen ist, hat Evelyn dessen Drogerie übernommen. Ihr Mann Gerson war jedoch ihre große Liebe und so trauert sie nach wie vor um ihn. 
Als sie im Nachlass des Untermieters ihrer ehemaligen Lehrerin einen Briefumschlag mit Gersons Schrift findet, ist ihre Neugier geweckt.

Dominique Steinbergs „Das Wunder vom Christkindlesmarkt“ spielt im Nürnberg des Jahres 1924 und ist das zweite Buch der Autorin und der sogenannten „Weihnachtsmarkt-Saga“.
Wie schon beim Vorgängerroman „Das Mädchen vom Striezelmarkt“ habe ich mich wieder sowohl vom Titel als auch vom historisch-weihnachtlichen Cover irreführen lassen.
In der Erwartung einen schönen Weihnachtsroman vor mir zu haben, erlebte ich wieder einen Weihnachtskrimi, der sich in Teilen ganz schön zog.
Es wimmelte in dieser Geschichte nur so vor schwierigen Charakteren, in denen Evelyn noch als vernünftigste hervorgeht. Aber auch ihr Spürsinn, ihr Antrieb und ihre Abenteuerlust wirkten auf mich absolut übertrieben und unrealistisch.
Auch die Charaktere, die die Geschichte begleiten, bspw. Ihre Mutter, ihr Onkel, ihre beste Freundin und deren Bruder, aber auch die Personen, die sie im Laufe der Geschichte aufspürt, waren einfach nur egoistische und wahrlich anstrengende Charaktere.
Am interessanten war für mich das letzte Viertel, denn hier kommt eine angenehme Spannung auf, die mich dann doch zwang, den Roman schneller zu Ende zu lesen.

Alles in allem konnte mich die Autorin leider auch mit diesem Roman nicht überzeugen. Eine Ausweisung als Krimi wäre wohl angebrachter, denn dann wären die Erwartungen auch andere. So kann ich dem Buch leider nur drei Sterne geben, da ich einen historisch-weihnachtlichen Roman und keinen Krimi erwartet habe.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Anders als der Titel verspricht

Winterwunder im kleinen Strandcafé am Meer
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Emmas Eltern besitzen ein kleines Strandcafe, das leider nicht mehr genug abwirft, um davon leben zu können. Da Emma sehr daran hängt, kommt sie mit ihrem Vater überein, dass Café renovieren zu dürfen ...

Emmas Eltern besitzen ein kleines Strandcafe, das leider nicht mehr genug abwirft, um davon leben zu können. Da Emma sehr daran hängt, kommt sie mit ihrem Vater überein, dass Café renovieren zu dürfen und ein Jahr Zeit zu bekommen, es zum Laufen zu bringen.

Wie der Zufall es will, befindet sich zum gleichen Zeitpunkt ihre Jugendliebe Timothy im Ort. Seine Oma verdonnert ihn, Emma bei der Renovierung zu helfen, dabei kämpfen die beiden mit ihrer Vergangenheit.

„Winterwunder im kleinen Strandcafe am Meer“ ist Band 3 aus der Reihe „Herzklopfen am Meer“ von Annette Böhler.

Das Buch beginnt sehr angenehm. Die Charaktere Emma, Tim und vor allem dessen Granny verleihen dem Roman einen Wohlfühlbeginn.
Leider lässt das jedoch schnell nach und die Geschichte dreht sich im Kreis zwischen enttäuschter Jugendliebe und dauernden Gesprächen über die bevorstehende Pleite des Cafés. Von letzterem soll ja keiner erfahren, dennoch kommt es in sämtlichen Passagen des Buches vor, was das Ganze unglaubwürdig macht.

Auch die fehlenden Interaktionen zwischen Emma und Tim und noch vielmehr zwischen Emma und ihren Eltern, ob der Zukunft des Cafés macht den Verlauf der Geschichte vorhersehbar und leider auch unglaubwürdig.

Auch findet sich im Buch so gut wie nichts weihnachtliches oder winterliches, anders als der Titel vermuten lässt.

Was mir gefallen hat, war das Aufeinandertreffen von Charakteren aus den Vorgängerbänden. Ich finde es immer schön, wenn man so der Weiterentwicklung von vergangenen Protagonisten folgen kann. Dies hat für mich immer was heimeliges.

Das Ende kam dann ziemlich schnell und war auch sehr weichgespült.

Fazit: Wer die zwei vorherigen Romane kennt, wird hiervon leider etwas enttäuscht sein, da dem Roman der gewisse Pepp, die Tiefe und leider auch die weihnachtlich-winterliche Atmosphäre fehlen.

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