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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2024

Langwieriger, verwirrender Anfang, geniales Ende

Das Geheimnis von Zimmer 622
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Ach Mensch, was ist das bloß mit den Büchern von Joël Dicker? Während ich Harry Quebert und die Baltimores geliebt habe, ist dieses hier nun schon das Zweite seiner Bücher, welches mich nicht wirklich ...

Ach Mensch, was ist das bloß mit den Büchern von Joël Dicker? Während ich Harry Quebert und die Baltimores geliebt habe, ist dieses hier nun schon das Zweite seiner Bücher, welches mich nicht wirklich vom Hocker reißen konnte.

Eigentlich sagt man ja immer, was lange währt wird gut, aber bevor diese Geschichte richtig gut wird, muss man sich erst einmal durch zig Kapitel quälen, die super langwierig sind, mit ziemlich vielen Perspektiv- und Zeitwechseln, sowie zahlreichen, verschiedenen Charakteren.

Hier geht es in der Vergangenheit vor allem um den Bankier Erben Macaire Ebezner und seinen Kampf um den Präsidentenposten. Dabei gibt es viele Intrigen, Geheimnisse und zum Ende hin sogar einige interessante und vor allem intelligente Wendungen und selbst, wenn man denkt, man hätte endlich die Lösung gefunden, gibt es noch einmal eine neue Überraschung. Ebenfalls gibt es eine kleine, aber für die Geschichte wichtige Liebesgeschichte, ebenfalls Freundschaften und Feindschaften. Bis mit all diesen Themen allerdings erst einmal richtig Spannung aufgebaut wurde, dauerte es mir viel zu lange. Nebenbei wurden nämlich noch sämtliche Nebenstränge aufgezogen, die auch wieder in unterschiedlichen Zeiten spielen. Das war mir leider oftmals zu verwirrend und hin und wieder war ich einfach raus. Gut fand ich aber die Kapitel, die aus der Sicht des Protagonisten erzählt werden, denn diese sind am spannendsten, allerdings auch recht selten. Was ich jedoch davon halten soll, dass Joël Dicker sich selbst als fiktiven Protagonisten bestimmt hat, weiß ich nicht so recht.

Überhaupt finde ich die Charaktere, mal abgesehen davon, dass es wirklich sehr viele gibt, eigentlich ganz gut geschrieben, sehr menschlich und realistisch, ebenso vielschichtig. Nur Macaire fand ich für einen Bankiers Sohn, der reich ist und eigentlich was auf dem Kasten haben sollte, an manchen Stellen schon sehr kindisch und naiv. Sehr interessant ist dagegen Lew Lewowitsch, welcher auch eine große Rolle spielt und das nicht nur als Konkurrent von Macaire. Ihn fand ich sehr charmant und sympathisch, aber auch mysteriös. Im Übrigen gibt es in diesem Roman einige mysteriöse Charaktere geboten, die echt interessant sind.

Alles in allem bekommt man hier schon irgendwie einen typischen Dicker, in dem nichts ist, wie es scheint. Mit einem wirklich guten Schreibstil, aber zu viel Ringsherum. Gerade der Anfang hat mich oftmals sehr gelangweilt und ebenso verwirrt. Und dennoch wurde der Roman hinten heraus wieder super spannend, mit intelligenten Wendungen. Es lohnt sich also, durchzuhalten. Und eins noch: Das Hörbuch lohnt sich ebenfalls, denn dieses ist wirklich gut vertont und erleichtert es etwas, durch die Geschichte zu kommen.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Süße Liebesgeschichte mit viel Kitsch

Valentina sucht das Glück
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Bekannt ist Hans Kruppa vor allem für seine romantischen Liebesgedichte und diese finde ich großartig. Als ich dann über diesen Roman von ihm gestolpert bin, dachte ich, ich versuche es mal damit. So richtig ...

Bekannt ist Hans Kruppa vor allem für seine romantischen Liebesgedichte und diese finde ich großartig. Als ich dann über diesen Roman von ihm gestolpert bin, dachte ich, ich versuche es mal damit. So richtig überzeugen konnte er mich allerdings nicht, denn trotz recht schlichtem und doch teilweise poetischem Schreibstil, hat mir eine gewisse Tiefe gefehlt.

So wird man eigentlich gleich in die Geschichte gestürzt, als Valentina, im Zug sitzend, auf einen Mann am Bahnsteig aufmerksam wird und sich entschließt, diesen zu suchen. Dabei lernt sie zwei Menschen kennen, die ihr Leben verändern werden. Manche Ereignisse während dieser Suche fand ich hier etwas unrealistisch und manche Zufälle sind einfach zu groß. Ansonsten wird ziemlich viel philosophiert, vor allem über die Liebe. Viel mehr Inhalt gibt es aber nicht. Insgesamt ist die Geschichte, die mit rund 140 Seiten eher kurz geraten ist, schon recht süß und das Ende fand ich auch wirklich romantisch, aber es fehlt halt etwas für eine rundum zufriedenstellenden Roman.

Genauso ist es mit den Charakteren. Außer, dass sie ziemlich romantisch, fast schon kitschig veranlagt sind, erfährt man nicht wirklich viel über sie. Alles wird nur eher angedeutet und auf den wenigen Seiten war es mir nicht möglich, auch nur einen der Drei ins Herz zu schließen. Auch, wenn ich Valentina die meiste Zeit recht sympathisch fand.

Alles in allem bekommt man hier einen kurzen Roman mit einer süßen Liebesgeschichte, aber ohne viel Tiefgang. Vielleicht sollte der Autor lieber bei seinen Gedichten bleiben, denn die kann er, meiner Meinung nach, auf jeden Fall viel besser.

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Veröffentlicht am 09.12.2024

Ein etwas langsam erzählter, sehr amerikanischer Thriller

Weil ich euch liebte
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Vor vielen Jahren habe ich schon einmal einen Thriller von diesem Autor gelesen und war absolut begeistert. Leider konnte mich dieser hier nicht mehr ganz so sehr überzeugen, denn er hat sich teilweise ...

Vor vielen Jahren habe ich schon einmal einen Thriller von diesem Autor gelesen und war absolut begeistert. Leider konnte mich dieser hier nicht mehr ganz so sehr überzeugen, denn er hat sich teilweise schon sehr gezogen und es gab hier und da ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben.

Gerade am Anfang passiert nicht wirklich viel. Nachdem Sheila umgekommen ist, dauert es tatsächlich ewig, bis es wieder richtig spannend wird, was auch daran liegt, dass viel ringsherum erzählt wird, was am Ende gar nicht so wichtig ist. Außerdem gibt es Aspekte an der Geschichte, die mir einfach zu übertrieben waren, wie zum Beispiel eine Klage gegen den Ehemann, weil seine Ehefrau Mist gebaut hat. Das ist so amerikanisch, dass es für mich zu unlogisch wirkt. Zudem geschehen auch noch andere Dinge, von denen man denken könnte, sie hängen mit Sheilas Unfall zusammen. Am Ende stellt sich aber heraus, dass doch alles anders ist und so kann sich Glen bis zum Ende des Buches nicht sicher sein. Dabei sind die Auflösungen der einzelnen Geschehnisse tatsächlich nachvollziehbar und absolut nicht vorhersehbar, aber für mich im Großen und Ganzen zu übertrieben und zu viel auf einmal.

Was die Charaktere angeht, so fand ich diese wirklich gut geschrieben. Sie alle sind sehr menschlich und ganz unterschiedlich, haben Stärken und Schwächen, sind aber vor allem auch vielschichtig. Glen war dabei für mich der perfekte Protagonist und mich hat seine stoische Ruhe nach außen hin extrem beeindruckt. Dennoch merkt man ihm auch an, dass er mit der Situation überfordert ist und unbedingt wissen will, was es mit dem Tod seiner Frau auf sich hat. Ebenfalls fand ich Kelly wirklich toll geschrieben. Sie ist ein kleines, kluges Mädchen mit einem eigenen Kopf, wirklich stark und selbstbewusst, obwohl so viel Schlimmes um sie herum geschieht. Und trotzdem bleibt sie kindlich, hat Angst und braucht ihren Vater. Überhaupt fand ich die Beziehung zwischen den beiden einfach nur wunderschön,

Alles in allem bekommt man hier einen eher langsam erzählten Thriller, der sich aufgrund des guten, flüssigen Schreibstils, zwar gut weglesen lässt, der mich aber nicht so packen konnte, dass ich hätte unbedingt durchweg daran lesen müssen. Dafür war er nicht vorhersehbar und hatte gut geschriebene Charaktere.

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Veröffentlicht am 30.11.2024

Sehr interessant, aber grenzwertig

Die Vegetarierin
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Irgendwie macht die Beschreibung zu diesem Buch schon neugierig auf die Geschichte und dennoch habe ich mich ziemlich lange dagegen gewehrt, es zu lesen. Im Endeffekt hat mich das Buch ziemlich verwirrt ...

Irgendwie macht die Beschreibung zu diesem Buch schon neugierig auf die Geschichte und dennoch habe ich mich ziemlich lange dagegen gewehrt, es zu lesen. Im Endeffekt hat mich das Buch ziemlich verwirrt zurückgelassen, spielt aber auch auf recht ungewöhnliche, teilweise schon exzessive Art mit einem ernsten Thema.

Die Veränderung von Yong-Hye beginnt schon recht schnell am Anfang des Buches und ist an sich erst einmal nicht unbedingt ungewöhnlich. Was ist schon so schlimm daran, wenn man sich entscheidet, kein Fleisch mehr zu essen? Allerdings sind die Hintergründe zu dieser Entscheidung wirklich verstörend, ebenso die Reaktion ihres Ehemanns und auch ihrer Familie, welche dies absolut nicht verstehen, sie sogar zum Fleischessen zwingen wollen. Und auch die weiteren Entwicklungen sind alles andere als normal und bald wird klar, dass Yong-Hye psychisch krank ist und dringend Hilfe braucht.

Erzählt wird die Geschichte sehr schlicht und emotionslos, ließ sich leicht weglesen. Außerdem gibt es drei verschiedene Perspektiven, angefangen mit der von Yong-Hyes Ehemann, der mich von Anfang an einfach nur wütend gemacht hat, denn dieser ist extrem ignorant und egoistisch. In keiner Minute geht es ihm um seine Frau, sondern nur ums eigene Ansehen. Danach wird die Geschichte aus der Sicht von Yong-Hyes Schwager erzählt, welcher sich von ihrem Mongolenfleck angezogen fühlt und sie aus meiner Sicht für seine schon fast perverse Kunst ausnutzt. Am Ende verfolgt man Yong-Hyes Schwester, welche selbst mit den Auswirkungen derer Veränderungen zu kämpfen hat und sich dennoch als letzte noch um sie kümmert, sich dabei aber schon fast selbst verliert.

Interessant sind dabei die Reaktionen der verschiedenen Charaktere, die mit Yong-Hye Umgang haben und, bis auf ihre Schwester, nicht einmal versuchen, sie zu verstehen, mal ganz abgesehen davon, hinter ihr Verhalten zu schauen. Dabei fällt auf, wie einflussreich das Patriarchat in Korea teilweise noch ist und was mit Frauen in konservativen Familien geschehen kann, wenn sie sich auflehnen, wozu noch die psychischen Erkrankungen kommen, die sich immer mehr in Yong-Hye Bahn brechen.

Insgesamt bekommt man hier alles andere als einen Unterhaltungsroman, nämlich vielmehr eine Aufzeichnung des tragischen Ablaufs eines Verfalls und das ungeschönt, verstörend und teilweise sogar echt ekelhaft geschildert. So etwas muss man auf jeden Fall mögen, ich aber finde den Roman, so interessant er auch ist, echt grenzwertig.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Wie ein Unfall und doch muss man weiterlesen

Kill Switch – Gefährliche Leidenschaft
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Ich weiß ehrlich nicht, warum ich diese Reihe überhaupt noch verfolge, denn die Bände werden gefühlt immer länger und verwirrender. Dennoch weiß ich genau, dass ich nach diesem hier, ganz sicher auch den ...

Ich weiß ehrlich nicht, warum ich diese Reihe überhaupt noch verfolge, denn die Bände werden gefühlt immer länger und verwirrender. Dennoch weiß ich genau, dass ich nach diesem hier, ganz sicher auch den vierten Band lesen oder hören werde.

Der dritte Band hat sich nämlich zwischendrin mal wieder richtig gezogen und oftmals kam ich mit den Zeitsprüngen hin und her nicht klar, dennoch mochte ich die Liebesgeschichte von Demon und Winter, vor allem, weil Demon hier zeigt, wie viel mehr in ihm steckt als der bösartige, intrigante und skrupellose Kerl, der er immer vorspielt zu sein und manchmal sogar ist. Bei Winter zeigt er nämlich seine beschützende, weiche Seite, obwohl er auch hier natürlich erst einmal wieder den Bad Boy raushängen lassen musste. Allerdings muss man bei allem auch seine schreckliche Hintergrundgeschichte betrachten, denn neben einem kriminellen, lieblosen Vater musste er in seiner Kindheit auch noch mit seiner pädophilen Mutter klarkommen. Winter ist ebenfalls ein sehr interessanter Charakter, denn nach einem Unfall ist sie blind, aber dennoch verfällt sie nicht in Selbstmitleid und auch in die Opferrolle lässt sie sich nicht drängen. Obendrein finde ich toll, dass sie trotz Handicap tanzt und das mit Leidenschaft.

Auch die Hintergrundgeschichte der beiden fand ich durchaus interessant, denn sie wirft einige Fragen auf, die erst nach und nach aufgeklärt werden und trotz der Länge des Buches hier und da dann doch wenigstens für etwas Spannung sorgen. Als diese dann allerdings aufgeklärt sind, versteht man einiges, vor allem auch, warum Winter und Demon solch eine teils hassvolle, gleichzeitig leidenschaftliche Beziehung führen, was mit Winter geschehen ist und warum Demon Rache möchte. Missverständnisse gibt es dabei einige, wirklich böse Machenschaften und sogar Mord. Ebenfalls gibt es echt interessante, prickelnde und sexy geschriebene Sexszenen. Und am Ende bekommt man auch noch eine große Offenbarung aufgetischt, die alles noch einmal auf den Kopf stellt. Das Bonuskapitel fand ich noch einmal richtig süß und vor allem muss ich gerade auch deswegen einfach auch den vierten Band lesen oder hören, sobald er erschienen ist.

Alles in allem beschert mir diese Reihe einerseits unterhaltsame Lese- beziehungsweise Hörstunden, da das Hörbuch ebenfalls gut vertont ist und sich gut weghören lässt. Andererseits sind mir die Bücher einfach nur zu lang, zu ausführlich und teilweise echt verwirrend. Trotzdem haben die gesamte Geschichte und auch die Charaktere etwas an sich, dass ich sie einfach weiter konsumieren muss.

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