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Veröffentlicht am 27.12.2024

Ein Schmerz, der einen ein Leben lang nicht los lässt ...

Kontur eines Lebens
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„Elfrieda“, wie ihre Eltern sie nennen, ist die jüngste von vier Mädchen, und wächst in einem leider noch immer sehr erzkonservativem Holland der 60er Jahre auf. Ihre Eltern sind streng gläubig und hoffen ...

„Elfrieda“, wie ihre Eltern sie nennen, ist die jüngste von vier Mädchen, und wächst in einem leider noch immer sehr erzkonservativem Holland der 60er Jahre auf. Ihre Eltern sind streng gläubig und hoffen nun, dass sie auch dieses letzte Küken noch gut groß und verheiratet bekommen werden. Die Sterne stehen gut, Frieda ist in Lohn und Brot in einem Blumenladen angestellt, doch dann kommt der Tag, der alles auf den Kopf stellt. Sie lernt Otto kennen, den sanften Falterzähler, der eigentlich ihr Traummann hätte werden können, wäre da nicht das eine Hindernis … er ist bereits der Traummann von Brigitte und mit dieser auch verheiratet. Wider aller Vernunft lassen sich die Beiden dennoch auf eine stürmische Liebesaffäre ein, die nicht ohne Folgen bleibt. Doch das kleine Glück ist Frieda nicht vergönnt. Sie behält dieses Geheimnis ihr ganzes Leben lang für sich, ein Leben, das durch diese Heimlichtuerei immer wieder vergiftet ist, bis sie sich – inzwischen über 80 Jahre alt – dem Geheimnis stellt und verzweifelt versucht ihren Frieden zu machen …

Jaap Robben, ein Autor, von dem ich bisher noch nie gehört hatte, hat sich mit „Kontur eines Lebens“ wirklich selbst übertroffen. Auf berührende Weise erzählt er Friedas Leben, zeigt uns ihre zarten Liebesgefühle gegenüber Otto aber auch ihren Schmerz durch den Verlust, den sie ihr ganzes Leben nicht verwunden hat. Immer wieder bricht er hervor und die Menschen, die sie am meisten lieben, müssen diesen ertragen ohne je zu erfahren warum. Jaap Robben macht in seinem Roman mehr als deutlich, dass es Verluste gibt, die wir als Menschen nie verwinden und wie befreiend es sein kann, diese zu teilen und gemeinsam zu verarbeiten. Mich hat das Buch sehr bewegt und ganz am Schluss standen dann sogar ein paar Tränen in meinen Augen. Ich möchte euch dieses Buch ans Herz legen und spreche, verbunden mit fünf mehr als verdienten Sternen, eine absolute Empfehlung aus. Ich hoffe, bald mehr aus der Feder dieses talentierten Autors lesen zu dürfen. Für mich war „Kontur eines Lebens“ ein absolutes Lesehighlight.

Veröffentlicht am 22.12.2024

So viel mehr als "nur" drei Tage ...

Drei Tage im Juni
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Der oben genannte Klappentext spiegelt den Inhalt des doch eher kurzen Buchs mit 208 Seiten absolut perfekt wider. Es hat mir Spaß gemacht Gail und Max ein Stück des Weges zu begleiten auf dem sie feststellen, ...

Der oben genannte Klappentext spiegelt den Inhalt des doch eher kurzen Buchs mit 208 Seiten absolut perfekt wider. Es hat mir Spaß gemacht Gail und Max ein Stück des Weges zu begleiten auf dem sie feststellen, dass die bekannte Vertrautheit durchaus noch von Bedeutung ist. Zwischendurch stellen sie immer wieder fest, dass sie einander mögen aber dennoch oft Schwierigkeiten haben, mit den gegenseitigen kleinen (schlechten) Angewohnheiten des jeweils anderen wieder leben zu wollen. Die Story rankt sich um die Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter Debbie und dann auch wieder nicht. Obwohl Gail und Max eigentlich nur drei Tage im Juni aus genau diesem Grund zusammengekommen sind, treten die Festivitäten bald in den Hintergrund und besonders Gail versucht die Fehler ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Ein überraschendes Ende trieb mit ein paar kleine Tränen in die Augen und hat mich schlussendlich davon überzeugt, dem Buch mit fünf Sternen die Bestnote zu geben. Und für alle Anne Tyler Fans, wie ich einer bin, gibt es on top noch eine von Herzen kommende Leseempfehlung. Sie kann es immer noch, die sympathische alte Dame!

Veröffentlicht am 12.12.2024

Starke Frauen aus drei Generationen gehen mutig ihren Weg ...

Glücklich sind die Mutigen
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Voller Vorfreude habe ich mich an diesen dritten und somit leider letzten Teil der Trilogie rund um die „Fernsehschwestern“, präsentiert von der wunderbaren Autorin Beate Sauer, gelesen. Noch einmal durfte ...

Voller Vorfreude habe ich mich an diesen dritten und somit leider letzten Teil der Trilogie rund um die „Fernsehschwestern“, präsentiert von der wunderbaren Autorin Beate Sauer, gelesen. Noch einmal durfte ich eintauchen in das Leben der Powerfrauen der Familie Vordemfelde. Inzwischen las ich über drei Generationen, anführt von Annemie, die ihren geliebten zweiten Mann verloren hat, gefolgt von der zweiten und dritten Generation mit Franka und ihrer Tochter Joan, Lilly mit Tochter Susanna und Eva, die ein neues Glück mit Chris gefunden hat. Wir sind Ende der 80er Jahre angelangt und es passiert so einiges und viel steht auf dem Spiel. Während alle Frauen der Familie eins gemeinsam haben, nämlich einen unerschütterlichen Ehrgeiz gepaart mit eisernem Willen, müssen sie feststellen, dass die Straße zum Erfolg nicht immer mit Rosenblättern bestreut ist. Doch eins kann ihnen niemand nehmen und das ist der unerschütterliche Zusammenhalt … einmal Vordemfelde, immer Vordemfelde – zumindest im Herzen!

Diesmal brauchte ich tatsächlich ein paar Kapitel bis ich wieder richtig angekommen war in der Geschichte – es waren doch einige Namen und Verbindungen - doch die Autorin begleitete mich Schritt für Schritt auf meiner Reise und bald war ich wieder so gefesselt, dass es mir schwerfiel, das Buch wegzulegen. Neben den persönlichen Schicksalen der Frauen schnitt sie auch wichtige Themen wie Missbrauch gegenüber Frauen, den Mauerfall und die Korruption in der Medienbranche an, die einen als Leser aufhorchen ließen. Sie machte mir bewusst, wie allein man noch in den 80er Jahren als Frau auf weiter Flur stand, wenn Männer meinten, es wäre durchaus ok sexuell übergriffig zu werden! Der Schreibstil war, wie schon aus den ersten beiden Bänden gewohnt, sehr flüssig und anschaulich und zeugte von einem angenehmen Tiefgang, der überzeugte. Von mir bekommt Beate Sauer mit dem grandiosen Abschluss ihrer „Fernsehschwester-Trilogie“ natürlich dafür fünf dicke, fette Sterne gepaart mit einer absoluten Leseempfehlung. Aber auch hier sei wieder angemerkt, es lohnt sich wirklich Band eins und Band zwei zu kennen, um das volle Leseerlebnis empfinden zu können.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Wenn drei starke Frauen etwas anpacken ...

Die Frauen vom Jungfernstieg. Gerdas Entscheidung
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In diesem ersten Band einer für mich neuen Trilogie von Lena Johannsen geht es um drei Frauen, die zu einer Zeit, als Frauen hinter den Herd oder bestenfalls stickenderweise auf das Sofa gehörten, versuchen ...

In diesem ersten Band einer für mich neuen Trilogie von Lena Johannsen geht es um drei Frauen, die zu einer Zeit, als Frauen hinter den Herd oder bestenfalls stickenderweise auf das Sofa gehörten, versuchen ihren Mann zu stehen. In Teil eins geht es primär um das Ehepaar Oskar und Gerda Troplowitz. Oskar ist es gelungen das Labor des Herrn Paul Carl Beiersdorf zu erwerben und beginnt nun selbst an so manchem Produkt zu tüfteln. Beliebt macht er sich jedoch bei den Hanseaten nicht. Er denkt zu sozial den Angestellten gegenüber und ist zudem ein zugezogener Jude, eine denkbar ungünstige Konstellation. Doch die beiden Troplowitzs geben so schnell nicht auf. Oskar ist es gelungen den Erfinder des Pflasters auszumachen, hinter dem sich aufgrund eines tödlichen Unfalls inzwischen dessen Witwe Antonia versteckt. Und die ehrgeizige Gerda hat inzwischen die malende und leider auch trinkende Irma kennengelernt, die sie gleich mit einspannt, sodass schlussendlich allen geholfen wird.

Wie immer bei Romanen mit wahrem Hintergrund, fand ich es auch diesmal spannend, nebenher ein wenig im Internet zu recherchieren und mich zur Firma Beiersdorf und seinen heute noch weltweit bekannten Produkten ein wenig schlau zu lesen. Wer kennt sie nicht, die blaue Cremedose mit dem weißen Schriftzug? Aber ich greife damit schon ein wenig vor, den in diesem Band durfte ich erstmal alle Protagonisten kennenlernen und mich mit ihnen vertraut machen. Meine Bewunderung geht an Oskar, der ist mit seiner ruhigen Art nicht aus der Spur bringen lässt, natürlich immer mit der Unterstützung seiner Gerda. Zudem lernen wir die beiden Damen Irma und Antonia kennen, die mit ihrem Kampfgeist beeindrucken. Irma kämpft um ihr Recht nicht „nur“ Hausfrau und Mutter sein zu müssen, während es bei der armen Antonia tatsächlich ums Überleben geht.

Gut gefallen haben mit auch die Einblicke in die Hamburger Politik und das Leben der „Pfeffersäcke“. Nun habe ich direkt Lust bekommen mich bald mal wieder auf eine kleine Reise in meine Geburtsstadt aufzumachen. Alles in allem bekommt der Roman selbst von mir vier Sterne aber ein extra kleiner funkelnder Stern geht and die Hörbuchsprecherin Julia von Tettenborn, die ihre Sache ganz großartig gemacht hat. Kurzum, von mir eine Empfehlung verbunden mit fünf Sternen und große Freude auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 28.11.2024

Der harte Knochenjob einer Bergbäuerin ...

Heumahd
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Wenn man die junge Bäuerin Vroni Grasegger durch den Roman „Heumahd“ begleitet, wird einem schnell bewusst, wie beschwerlich die Arbeit und das Leben schlechthin vor weit über hundert Jahren auf einem ...

Wenn man die junge Bäuerin Vroni Grasegger durch den Roman „Heumahd“ begleitet, wird einem schnell bewusst, wie beschwerlich die Arbeit und das Leben schlechthin vor weit über hundert Jahren auf einem kleinen Bergbauernhof gewesen sein muss. Auch Vroni wird bald klar, dass sie zwar nicht mehr den Gewalttätigkeiten ihres Mannes ausgeliefert ist, die Arbeit aber ohne seine Arbeitskraft nun auch nur noch auf drei Schultern verteilt werden kann. Dazu kommt noch die Betreuung der kleinen Rosl, die der Grasegger Bauer mit in die Ehe gebracht hatte und die an Downsyndrom leidet. Doch Vroni ist ehrgeizig und fleißig und versucht gemeinsam mit dem Knecht Korbinian und der Magd Josepha den Alltag zu meistern. Da taucht auf einmal ein Kunstmaler auf dem abgelegenen Hof auf, der schließlich noch einen jungen Arzt im Schlepptau hat, welcher Vroni ganz schön aus Gleichgewicht bringt. Während dies die Leute im Dorf misstrauisch beäugen und die Bergbäuerin geradezu nötigen wieder zu heiraten, hat Vroni ganz andere Gedanken im Kopf. Doch was für eine Zukunft wird ihr und dem kleinen Rosl beschert sein? Dürfen die Zwei auf ein wenig Glück hoffen?

Schon lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, der eine derartige Bild- und Sprachgewalt aufweist wie dieser hier aus der Feder der Autorin und Hörfunkredakteurin Susanne Betz. Als Leserin fühlte ich mich auf wunderbare Weise in eine vergangene Bergwelt katapultiert und sah direkt das liebe Gesicht von Rosl, den in sich gekehrten Knecht und die brummige Magd Josepha vor mir. Ich schnitt und wendete Heu mit der Bäuerin und litt mit ihr, als sie es mit Tränen in den Augen verschimmeln sah. Ich fühlte mich allen Charakteren auf die ein oder andere Weise ungewöhnlich nah und war fast ein wenig traurig, als das Buch gelesen war. Von mir gibt es auf jeden Fall eine dicke, fette Empfehlung gepaart mit fünf „bergigen“ Sternen. Liebe Susanne, ich habe mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt, vielen Dank dafür!