Queerer Found Family Kriminalroman mit Längen
Lavender HouseLavender House von Lev AC Rosen ist ein queerer Kriminalroman, der in den 50ern in den USA spielt. Das Lavender House ist ein Anwesen, das isoliert von der queerfeindlichen Gesellschaft ein Safer Space ...
Lavender House von Lev AC Rosen ist ein queerer Kriminalroman, der in den 50ern in den USA spielt. Das Lavender House ist ein Anwesen, das isoliert von der queerfeindlichen Gesellschaft ein Safer Space ist. Liebe kann dort frei gelebt werden, doch als die Matriarchin Irene Lamontaine auf mysteriöse Weise stirbt, wird diese Sicherheit und Freiheit erschüttert. Hinzugezogen wird der ehemalige Inspektor Evander Mills, der selber queer ist und dafür von seinem Job ausgeschlossen wurde, um den Tod aufzuklären.
Evander ist ein interessanter Protagonist, den ich gut greifen konnte. Die Diskriminierungserfahrung nach seinem versehentlichen Outing lässt ihn verzweifeln, aber er bekommt eine einzigartige Chance und findet einen Weg, mit seinem neuen Leben umzugehen.
Die Personen fand ich generell gut ausgearbeitet und abwechslungsreich. Die Gemeinschaft ist mir durchaus positiv aufgefallen. Eine Found Family, die mich in ihrem Konzept, ihrem Zusammenhalt und ihrer Akzeptanz durchaus berührt hat.
Die queerfeindlichen Erfahrungen der Personen hingegen haben mich getroffen. Das war und ist in Teilen bis heute noch die Lebensrealität queerer Menschen.
Für mich hatte das Buch, besonders die Ermittlungen, immer wieder Längen, sodass ich nicht ganz mitfiebern konnte. Die Auflösung kam im Kontrast dazu recht plötzlich, war für mich aber im Großen und Ganzen stimmig.
Ich persönlich hatte mir insgesamt etwas mehr erhofft, lese aber auch seltener Krimis und bin vielleicht nicht ganz die richtige Zielgruppe. Vom Genre überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Die Story um die Ermittlungen herum hat mir aber gut gefallen, weshalb ich das Buch mit 3,5 Sternen bewerte und grundsätzlich empfehlen kann.