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Veröffentlicht am 10.07.2026

Queerer Found Family Kriminalroman mit Längen

Lavender House
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Lavender House von Lev AC Rosen ist ein queerer Kriminalroman, der in den 50ern in den USA spielt. Das Lavender House ist ein Anwesen, das isoliert von der queerfeindlichen Gesellschaft ein Safer Space ...

Lavender House von Lev AC Rosen ist ein queerer Kriminalroman, der in den 50ern in den USA spielt. Das Lavender House ist ein Anwesen, das isoliert von der queerfeindlichen Gesellschaft ein Safer Space ist. Liebe kann dort frei gelebt werden, doch als die Matriarchin Irene Lamontaine auf mysteriöse Weise stirbt, wird diese Sicherheit und Freiheit erschüttert. Hinzugezogen wird der ehemalige Inspektor Evander Mills, der selber queer ist und dafür von seinem Job ausgeschlossen wurde, um den Tod aufzuklären.

Evander ist ein interessanter Protagonist, den ich gut greifen konnte. Die Diskriminierungserfahrung nach seinem versehentlichen Outing lässt ihn verzweifeln, aber er bekommt eine einzigartige Chance und findet einen Weg, mit seinem neuen Leben umzugehen.
Die Personen fand ich generell gut ausgearbeitet und abwechslungsreich. Die Gemeinschaft ist mir durchaus positiv aufgefallen. Eine Found Family, die mich in ihrem Konzept, ihrem Zusammenhalt und ihrer Akzeptanz durchaus berührt hat.
Die queerfeindlichen Erfahrungen der Personen hingegen haben mich getroffen. Das war und ist in Teilen bis heute noch die Lebensrealität queerer Menschen.

Für mich hatte das Buch, besonders die Ermittlungen, immer wieder Längen, sodass ich nicht ganz mitfiebern konnte. Die Auflösung kam im Kontrast dazu recht plötzlich, war für mich aber im Großen und Ganzen stimmig.
Ich persönlich hatte mir insgesamt etwas mehr erhofft, lese aber auch seltener Krimis und bin vielleicht nicht ganz die richtige Zielgruppe. Vom Genre überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Die Story um die Ermittlungen herum hat mir aber gut gefallen, weshalb ich das Buch mit 3,5 Sternen bewerte und grundsätzlich empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein außergewöhnliches Leben

Das Dreizehnte Kind
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Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig ist ein düsterer Fantasy-Einzelband und handelt von Hazel, die ein außergewöhnliches Leben vor sich hat. Es beginnt mit einer schwierigen Kindheit. Da sie als dreizehntes ...

Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig ist ein düsterer Fantasy-Einzelband und handelt von Hazel, die ein außergewöhnliches Leben vor sich hat. Es beginnt mit einer schwierigen Kindheit. Da sie als dreizehntes Kind dem Tod versprochen ist, bekommt sie von ihren Eltern kaum Liebe oder Fürsorge. Mit zwölf Jahren wird sie vom Todesgott geholt und beginnt ihr Studium zur Heilerin. Hier erlebt sie zwar Bindung, aber weiterhin keine Stabilität und ist in so jungen Jahren mit Einsamkeit, zu viel Verantwortung und Tod konfrontiert. Jahre später wird sie als Heilerin an den königlichen Hof geholt. Es herrscht Krieg und der König droht an einer geheimnisvollen Krankheit zu sterben. Am Hof muss sie weitreichende Entscheidungen treffen und begegnet zudem Prinz Leopold, den sie - zumindest zunächst - nicht leiden kann.

Die erste Hälfte hat mich sehr abgeholt, in der zweiten Hälfte hätte ich mir manche Entwicklung oder inhaltliche Schwerpunkte anders gewünscht, sodass es einige Längen gab. Aber durch viele spannende und emotionale Momente habe ich das Buch bis zum Ende gerne gelesen.

Besonders die düstere Atmosphäre war in dem Buch spürbar. Die Welt ist geprägt von Leid, Krankheit, Krieg, Armut und Tod. Wir begleiten auch Hazel durch viele schwierige Phasen in ihrem Leben, die sie erträgt und aus denen sie sich kämpfen muss. Ihre Entwicklung ist dabei spürbar. Ich habe mit Hazel gelitten und sie dabei schnell in mein Herz geschlossen. Prinz Leopold ist für mich eher ein Nebencharakter geblieben, ich konnte die Slow-Burn-Romance zwischen den beiden aber trotzdem nachempfinden.
Den Tod fand ich als Charakter sehr spannend. Als Gott ist er nahezu allmächtig und trotzdem so unperfekt, was sich auch in der Beziehung zwischen ihm und Hazel zeigt. Er nimmt gleich mehrere Rollen in ihrem Leben ein und liebt Hazel, wenn auch nicht ohne Erwartungen oder auf die gesündeste Art und Weise. Er ist irgendwie eine unkonstante Konstante in Hazels Leben.

Insgesamt hatte ich mit Das Dreizehnte Kind eine gute Lesezeit und würde es allen weiterempfehlen, die eine düstere Fantasy suchen. Aufgrund ein paar persönlicher Kritikpunkte bekommt das Buch 3,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Emotionales Thema nüchtern erzählt

Hello Baby
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"Hello Baby" von Kim Eui-kyung erzählt die Geschichte von sechs Frauen, die sich über ihren unerfüllten Kinderwunsch kennenlernen und darin Gemeinschaft finden.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, trotz ...

"Hello Baby" von Kim Eui-kyung erzählt die Geschichte von sechs Frauen, die sich über ihren unerfüllten Kinderwunsch kennenlernen und darin Gemeinschaft finden.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, trotz Interesse in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt zum Teil daran, dass die Erzählstimme eher nüchtern ist und zunächst viele technische Informationen und Abläufe der IVF-Behandlungen behandelt werden. Außerdem konnte ich mich ohne eigenen Kinderwunsch, und somit emotionale Nähe zum Thema, nicht ausreichend in die Perspektive einfühlen. Vielmehr habe ich mir die Emotionen aus den zum Teil schwerwiegenden Eingriffen, den Rückschlägen und dem schier endlosen Durchhaltevermögen der Frauen abgeleitet, für welches ich große Bewunderung habe. Und auch das letzte Drittel mit einem sich ankündigenden Twist hat noch an Spannung zugenommen und mich schlussendlich nachdenklich gemacht.

Sehr gelungen fand ich auch die Beobachtungen der Autorin, inwieweit Frauen, im Gegensatz zu ihren Männern, schon lange vor einer möglichen Schwangerschaft die beinahe alleinige Verantwortung tragen, sowohl für das Scheitern des Kinderkriegens, als auch für die zum Teil schmerzhaften und kräftezehrenden Eingriffe, die sie wieder und wieder über sich ergehen lassen.
Dabei haben mich besonders der gesellschaftliche, wie auch der (groß-) elterliche Druck auf die Frauen entsetzt. Zu den gesellschaftlichen Einflüssen Südkoreas zu dem Thema kann ich nicht mehr sagen, als ich selber durch das Buch erfahren habe. Insgesamt unterscheiden sich die Kernaspekte wie Misogynie oder die Diskriminierung von Müttern, beispielsweise am Arbeitsplatz, wohl wenig von dem, was ich auch hier erlebe und mitbekomme.

Anmerkung: Das Buchcover wurde leider mithilfe von midjourney.ai erstellt, was ich erst nach Erhalt des Buches gesehen habe. Die Nutzung von KI beeinflusst für gewöhnlich meine Konsumentscheidungen, weswegen ich das hier zumindest nicht unerwähnt lassen möchte.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Umfassender und persönlicher Einblick in das Leben einer Autistin

Strong Female Character
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“Strong Female Character” ist die Autobiographie der schottischen Comedienne Fern Brady, in welcher sie ihr Leben als Autistin bis zu ihrer späten Diagnose beschreibt. Trotz eindeutiger Symptome und vielfacher ...

“Strong Female Character” ist die Autobiographie der schottischen Comedienne Fern Brady, in welcher sie ihr Leben als Autistin bis zu ihrer späten Diagnose beschreibt. Trotz eindeutiger Symptome und vielfacher Versuche, von Beratungsstellen und Fachpersonal ernstgenommen zu werden, werden ihr eine Reihe an Fehldiagnosen gestellt, unpassende Behandlungen angeordnet und sie erhält ihre Diagnose erst mit 34 Jahren.

Ich kannte Fern Brady, bevor ich ihr Buch gelesen habe, nicht, war aufgrund der Thematik aber sehr an ihrer Perspektive als Autistin interessiert. Ich finde es besonders mutig, wie schonungslos ehrlich sie auch die negativen Aspekte ihrer Störung teilt und bin ihr sehr dankbar für ihre Darstellung, wie auch für ihre Kritik an der immer noch unzureichenden Versorgung mit Information und Diagnostikstellen (insbesondere für Mädchen und Frauen).
Brady gelingt ein guter Überblick, wie eine (undiagnostizierte) ASS sich in jeglichen Situationen zeigen kann und sich auf das Leben auswirkt, indem sie uns an unterschiedlichen Erfahrungen ihres bisherigen Lebens teilhaben lässt. Auch wenn ich viele ihrer Erfahrungen gut nachempfinden und in mir selber wiedererkennen konnte, haben mich Bradys Erlebnisse dennoch immer wieder erschüttert. Ich fand es schrecklich zu lesen, welche extremen Erfahrungen Brady im Laufe ihres Lebens machen musste. Dies ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn Autist*innen neigen beispielsweise durch die Natur der Störung viel schneller dazu, traumatisierende Erfahrungen machen zu müssen und daraus eine PTBS zu entwickeln.

Die Bewertung der Autobiographie fällt mir an dieser Stelle sehr schwer, da es auch Aspekte gab, die mir nicht gefallen haben. Dabei möchte ich natürlich nicht Fern Brady persönlich oder ihr Leben bewerten, sondern erklären, warum ich das Buch nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Denn Bradys schonungslos ehrliche Art, Dinge zu beschreiben, erklärt sich beim Lesen natürlich von selbst. Allerdings habe ich diese häufig unverhältnismäßig negativ wahrgenommen. Das bezieht sich auch auf die Darstellung der Personen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet, was ich als beinahe ständige Abwertung anderer empfunden habe und so meiner Meinung nach beispielsweise Body- und Fatshaming stattfinden.

Nachdem ich nach den ersten vielversprechenden Seiten und meinen hohen Erwartungen im Vorhinein mit einem Highlight gerechnet habe, konnte diese Erwartung leider nicht ganz erfüllt werden. Trotzdem möchte ich “Strong Female Character” wegen der Sensibilisierung zum Thema Autismus und den wichtigen Aspekten, die das Buch zu dem Thema anspricht - und wofür ich es sehr schätze - empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Gute Unterhaltung

The Kinder Poison
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“The Kinder Poison” von Natalie Mae ist der Auftakt einer Trilogie und handelt von Zahru, die durch ein unglückliches Missverständnis in einen magischen Wettkampf und zwischen die Machtspielchen der Thronerben ...

“The Kinder Poison” von Natalie Mae ist der Auftakt einer Trilogie und handelt von Zahru, die durch ein unglückliches Missverständnis in einen magischen Wettkampf und zwischen die Machtspielchen der Thronerben Orkenas gerät. Sie selber ist Flüsterin und kann so mit Tieren kommunizieren, was als schwache Magie angesehen wird.

Ich fand die Handlung durchgehend spannend, da ständig etwas passiert ist und sich dadurch immer neue Richtungswechsel ergeben haben. Somit war die Geschichte für mich leider auch etwas unruhig und ich konnte nicht richtig ankommen.

Ähnlich ging es mir mit Zahru, zu welcher ich durch ihre Hin- und Hergerissenheit keinen tieferen Zugang finden konnte. Gegen Ende konnte ich aber durchaus eine größere Charakterentwicklung erkennen, wodurch ich große Hoffnung auf die folgenden Bände habe.

Das Magiesystem fand ich in seiner Einfachheit gut verständlich. Es gibt verschiedene Arten und Stärken von Fähigkeiten, die zumeist angeboren sind und sich im Kinder-/Jugendalter zeigen. Die Idee Zahrus Fähigkeit, mit Tieren kommunizieren zu können, mochte ich richtig gerne und hat auch ihr, trotz ihrer vermeintlichen Schwäche, einige Male weiterhelfen können. Allerdings fand ich die Fähigkeit insgesamt zu oberflächlich und in ihren Konsequenzen zu wenig entwickelt.

Den Schreibstil Maes habe ich sehr angenehm und flüssig wahrgenommen und auch in der Welt mit Wüstensetting konnte ich mich schnell zurechtfinden. Auch hier sehe ich die gute Verständlichkeit in der Einfachheit des Worldbuildings - dies meine ich ganz neutral und ist nur durch subjektive Präferenzen zu bewerten, sodass ich die Geschichte auch an Fantasy-Einsteigende empfehlen würde.

Durch die Handlung hinweg deutet sich immer wieder ein Love Triangle an, welches auch für die Handlung relevante Richtungen anstößt. Damit sollten Lesende auf jeden Fall klarkommen können. Mich persönlich haben einzelne Aspekte davon schon ein wenig genervt, insgesamt konnte ich aber gut darüber hinweglesen.

Insgesamt sehe ich in den folgenden Bänden definitiv noch viel mehr Potential, sodass ich daran interessiert bin, “The Kinder Poison” weiter zu verfolgen.

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