An einem Tag durchgelesen
Say You'll Remember MeHallo ihr Lieben
Hallo ihr Lieben<3
heute Morgen war plötzlich schon wieder Sonntag und ausnahmsweise hatte ich außer backen gar nichts auf dem Zettel. Perfekt also, um ein Eintagesbuch anzufangen. Die Kriterien: es musste leicht zu lesen und damit spannend sein, sollte eine gute Grundstimmung haben, damit es meinen Sonntag so richtig schön happy macht und natürlich durfte es nicht ganz so lang sein, sonst wären die Hundespaziergänge vielleicht nicht mehr drin gewesen. Die Qual der Wahl fiel auf „Say You’ll Remember Me“ von Abby Jiminez, die mich schon mehr als einmal mit ihren Büchern überzeugt hat.
Zur Info: Dies ist der vierte Band einer Reihe mit unabhängigen Geschichten. Es ist aber zu schön, die Easter Eggs zu entdecken:)
Schreibstil:
Ich liebe einfach den Schreibstil der Autorin! Nicht nur, dass er flüssig und locker ist und mich jedes Mal sofort mitreißt, er ist auch voller Easter Eggs zu ihren anderen Büchern und vor allem, voller Humor! Auch hier musste ich mehr als einmal laut auflachen – etwas, was gar nicht so oft bei Romance-Büchern passiert. Und bei Abby Jiminez ist es quasi Standardprogramm. Ehrlich: ich liebe es, wie authentisch sie ihre Figuren rüberbringt, eine einzigartig gute Stimmung transportiert und dann zusätzlich noch gar nicht soo einfache Themen einbindet. Die Liebe ist hier auf jeder Seite spürbar, ganz egal, wie klein die Flamme zwischen den Protas am Anfang noch brennt.
Zur Geschichte allgemein:
Ich mag es total, wenn eine Geschichte sich ihren Tropes entzieht – und so ist es auch hier. Xavier ist normalerweise ein typischer Grumpy. Jemand, den man erst knacken muss, um sein wahres Inneres freizulegen. Samantha dazu passend die Sunshine, die immer einen schlauen Witz auf den Lippen hat, besonders für den Senf, für dessen Hersteller sie arbeitet;) Die beiden werfen das Trope Grumpy x Sunshine aber ganz schnell um, denn Xavier braucht, sagen wir mal, 5 Sekunden (ich glaube, eigentlich sind es weniger), um sich in Sam zu vergucken. Und bei Sam ist es genauso. Grumpy hin oder her, zusammen sind sie einfach nur Xavier und Sam und nehmen sich genauso wie sie sind. Es wird also nicht auf dem Trope rumgehackt, sondern die beiden bekommen ihre eigene Geschichte, in der Xavier schnell auch für uns Leser:innen greifbar wird.
Das Besondere an dieser Story: die Realität macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Denn statt, dass alles perfekt ist und die Liebesgeschichte jetzt so richtig beginnen kann, zieht Sam weg. Und nicht aus irgendeinem nichtigen Grund, sondern weil ihre Mutter an Demenz erkrankt ist und sie bei ihr sein möchte. Heilungschance gleich null. Das bedeutet: Sam wird nicht zurückziehen.
Es beginnt eine Geschichte, die im Rahmen einer Fernbeziehung erzählt wird. Und erstaunlicherweise hat mich das gar nicht so abgeschreckt, wie sie es bei mir normalerweise tun würde. Denn eigentlich glaube ich nicht wirklich an Fernbeziehungen. Schon gar nicht über lange Zeiträume hinweg. Allerdings beweisen einige Stories ja immer mal wieder, dass es doch funktioniert und bei Xavier und Sam ist das Kind sowieso in den Brunnen gefallen.
Die einzigartige Verbindung, die die beiden zueinander haben, wird gleich beim ersten Treffen spürbar. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Verbindung immer stärker wird und für uns Leser:innen den Grund zum Weiterlesen liefert. Es ist einfach nur schön, zu lesen, wie die beiden sich zusammen an den kleinen Dingen und vor allem den kurzen Momenten zusammen erfreuen. Wie sie die Stärken des anderen hervorheben, sich gegenseitig stützen und dabei unheimlich viel Spaß miteinander haben. Ich schwebte auf Wolke 7 und dabei war es mir ganz egal, dass einige Szenen etwas kitschig waren oder dass die beiden doch in recht kurzer Zeit ziemlich viel miteinander durchstehen müssen. Normalerweise hätte man vielleicht mehr bedenken gehabt, sich mehr zurückgehalten. Aber die Frage am Ende ist ja: macht man das, weil die Gefühle zu schwach sind oder weil der Mut fehlt? Diesen beiden fehlt der Mut auf jeden Fall nicht:)
Neben der Lovestory füllt Abby Jiminez die Story aber noch mit einigen anderen Themen. Eines davon ist das Thema Demenz. Es geht um Pflege und Koordination einer Familie in einem Ausnahmezustand, der sich nicht so bald ändern wird. Es geht um Hindernisse und Schwierigkeiten, um Ängste und Selbstaufgabe, um die Frage, woraus ein Leben bestehen sollte. Wie weit Liebe reicht und was sie mit sich bringt. Liebe ich einen Menschen plötzlich nicht mehr, weil er mich vergisst? Liebe ich ihn weniger, weil ich mich nach Nähe sehne? Ist er ein anderer Mensch, weil plötzlich alles vergessen scheint, was ihn ausmacht? Vor solchen Fragen steht Samantha zusammen mit ihrer Familie und es ist wirklich toll beschrieben, wie sie sich in diesem Felde entwickelt, ebenso wie die Mitglieder ihrer Familie. Und dann ist da natürlich noch Xavier, der sie unterstützt und zeigt, dass ein Leben mit ihm zusammen genau das wäre, was sie sich wünschen würde.
Xavier hat aber auch seine Gründe, weshalb er nicht einfach umzieht. Natürlich. Bei ihm ist es ganz offen gesagt das Geld. Ich fand es hier tatsächlich ganz gut gemacht, dass die Kosten, die so eine Fernbeziehung mit sich bringt, immer offengelegt wurden. So wirkte es nicht ganz so nach tagträumen, dass die beiden sich nicht aufgeben, sondern nach der Realität, die eben ihre Schwierigkeiten mit sich bringt. Xavier hat gerade eine Praxis eröffnet und kann die nicht einfach so aufgeben und dann ist da noch seine Vergangenheit, die ihn ungewollt ziemlich beeinflusst. Letzteres hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr aufgearbeitet werden können, weil Xavier tatsächlich über große Teile des Buches nur wie eine Art Stütze für Samantha wirkt, denn hauptsächlich geht es um ihr Leben bzw. ihre familiäre Situation. Aber ich fand es gut, dass er tiefgreifende Gründe bekommen hat und das es bis zum Ende nicht ganz klar war, wie die beiden ihre Situation lösen würden.
Schön fand ich natürlich, dass man einiges aus den anderen Büchern wiedererkannte. Hier waren es tatsächlich hauptsächlich die Tiere, die Xavier an jeder Ecke zuzufliegen scheinen, aber auch Samanthas Mutter kannte man schon aus einem der Bücher. So fühlt man sich in dem Kosmos gleich wie Zuhause, ohne, dass die Stories so ganz eng miteinander verbunden sein müssen. Ich bin also gespannt, über wen wir als nächstes lesen werden. Denn einfach die Freunde oder Geschwister von Protagonist:innen sind es meist nicht. Obwohl ich Tristan schon ziemlich cool als Hauptprotagonisten finden würde:)
Fazit:
Mich hat dieses Buch wunderbar unterhalten. Ich konnte schwärmen und lachen und war trotzdem berührt von den tiefgründigeren Themen der Geschichte. Das Thema Fernbeziehung wird hier sehr gut ausgeführt, während das Trope Grumpy x Sunshine, sich schnell auflöst. Stattdessen gibt es andere Klischees und auch viel Drama, aber irgendwie liebe ich das auch an Abby Jiminez‘ Büchern: eine Welt, die einen komplett mitreißt und jede Seite zu etwas Aufregendem macht. Der Schreibstil war wieder genial. Ich liebe es, beim Lesen zu lachen und wer sich einmal mit dem Thema Demenz beschäftigt hat, wird hier auch schön und authentisch weiter daran geführt. Einzig Xavier hätte in meinen Augen noch etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen können. Aber letztlich spürt man hier vor allem eins: Liebe.
4 von 5 Sterne von mir.