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Veröffentlicht am 05.10.2025

An einem Tag durchgelesen

Say You'll Remember Me
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

heute Morgen war plötzlich schon wieder Sonntag und ausnahmsweise hatte ich außer backen gar nichts auf dem Zettel. Perfekt also, um ein Eintagesbuch anzufangen. Die Kriterien: es musste leicht zu lesen und damit spannend sein, sollte eine gute Grundstimmung haben, damit es meinen Sonntag so richtig schön happy macht und natürlich durfte es nicht ganz so lang sein, sonst wären die Hundespaziergänge vielleicht nicht mehr drin gewesen. Die Qual der Wahl fiel auf „Say You’ll Remember Me“ von Abby Jiminez, die mich schon mehr als einmal mit ihren Büchern überzeugt hat.

Zur Info: Dies ist der vierte Band einer Reihe mit unabhängigen Geschichten. Es ist aber zu schön, die Easter Eggs zu entdecken:)

Schreibstil:

Ich liebe einfach den Schreibstil der Autorin! Nicht nur, dass er flüssig und locker ist und mich jedes Mal sofort mitreißt, er ist auch voller Easter Eggs zu ihren anderen Büchern und vor allem, voller Humor! Auch hier musste ich mehr als einmal laut auflachen – etwas, was gar nicht so oft bei Romance-Büchern passiert. Und bei Abby Jiminez ist es quasi Standardprogramm. Ehrlich: ich liebe es, wie authentisch sie ihre Figuren rüberbringt, eine einzigartig gute Stimmung transportiert und dann zusätzlich noch gar nicht soo einfache Themen einbindet. Die Liebe ist hier auf jeder Seite spürbar, ganz egal, wie klein die Flamme zwischen den Protas am Anfang noch brennt.

Zur Geschichte allgemein:

Ich mag es total, wenn eine Geschichte sich ihren Tropes entzieht – und so ist es auch hier. Xavier ist normalerweise ein typischer Grumpy. Jemand, den man erst knacken muss, um sein wahres Inneres freizulegen. Samantha dazu passend die Sunshine, die immer einen schlauen Witz auf den Lippen hat, besonders für den Senf, für dessen Hersteller sie arbeitet;) Die beiden werfen das Trope Grumpy x Sunshine aber ganz schnell um, denn Xavier braucht, sagen wir mal, 5 Sekunden (ich glaube, eigentlich sind es weniger), um sich in Sam zu vergucken. Und bei Sam ist es genauso. Grumpy hin oder her, zusammen sind sie einfach nur Xavier und Sam und nehmen sich genauso wie sie sind. Es wird also nicht auf dem Trope rumgehackt, sondern die beiden bekommen ihre eigene Geschichte, in der Xavier schnell auch für uns Leser:innen greifbar wird.

Das Besondere an dieser Story: die Realität macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Denn statt, dass alles perfekt ist und die Liebesgeschichte jetzt so richtig beginnen kann, zieht Sam weg. Und nicht aus irgendeinem nichtigen Grund, sondern weil ihre Mutter an Demenz erkrankt ist und sie bei ihr sein möchte. Heilungschance gleich null. Das bedeutet: Sam wird nicht zurückziehen.

Es beginnt eine Geschichte, die im Rahmen einer Fernbeziehung erzählt wird. Und erstaunlicherweise hat mich das gar nicht so abgeschreckt, wie sie es bei mir normalerweise tun würde. Denn eigentlich glaube ich nicht wirklich an Fernbeziehungen. Schon gar nicht über lange Zeiträume hinweg. Allerdings beweisen einige Stories ja immer mal wieder, dass es doch funktioniert und bei Xavier und Sam ist das Kind sowieso in den Brunnen gefallen.

Die einzigartige Verbindung, die die beiden zueinander haben, wird gleich beim ersten Treffen spürbar. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Verbindung immer stärker wird und für uns Leser:innen den Grund zum Weiterlesen liefert. Es ist einfach nur schön, zu lesen, wie die beiden sich zusammen an den kleinen Dingen und vor allem den kurzen Momenten zusammen erfreuen. Wie sie die Stärken des anderen hervorheben, sich gegenseitig stützen und dabei unheimlich viel Spaß miteinander haben. Ich schwebte auf Wolke 7 und dabei war es mir ganz egal, dass einige Szenen etwas kitschig waren oder dass die beiden doch in recht kurzer Zeit ziemlich viel miteinander durchstehen müssen. Normalerweise hätte man vielleicht mehr bedenken gehabt, sich mehr zurückgehalten. Aber die Frage am Ende ist ja: macht man das, weil die Gefühle zu schwach sind oder weil der Mut fehlt? Diesen beiden fehlt der Mut auf jeden Fall nicht:)

Neben der Lovestory füllt Abby Jiminez die Story aber noch mit einigen anderen Themen. Eines davon ist das Thema Demenz. Es geht um Pflege und Koordination einer Familie in einem Ausnahmezustand, der sich nicht so bald ändern wird. Es geht um Hindernisse und Schwierigkeiten, um Ängste und Selbstaufgabe, um die Frage, woraus ein Leben bestehen sollte. Wie weit Liebe reicht und was sie mit sich bringt. Liebe ich einen Menschen plötzlich nicht mehr, weil er mich vergisst? Liebe ich ihn weniger, weil ich mich nach Nähe sehne? Ist er ein anderer Mensch, weil plötzlich alles vergessen scheint, was ihn ausmacht? Vor solchen Fragen steht Samantha zusammen mit ihrer Familie und es ist wirklich toll beschrieben, wie sie sich in diesem Felde entwickelt, ebenso wie die Mitglieder ihrer Familie. Und dann ist da natürlich noch Xavier, der sie unterstützt und zeigt, dass ein Leben mit ihm zusammen genau das wäre, was sie sich wünschen würde.

Xavier hat aber auch seine Gründe, weshalb er nicht einfach umzieht. Natürlich. Bei ihm ist es ganz offen gesagt das Geld. Ich fand es hier tatsächlich ganz gut gemacht, dass die Kosten, die so eine Fernbeziehung mit sich bringt, immer offengelegt wurden. So wirkte es nicht ganz so nach tagträumen, dass die beiden sich nicht aufgeben, sondern nach der Realität, die eben ihre Schwierigkeiten mit sich bringt. Xavier hat gerade eine Praxis eröffnet und kann die nicht einfach so aufgeben und dann ist da noch seine Vergangenheit, die ihn ungewollt ziemlich beeinflusst. Letzteres hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr aufgearbeitet werden können, weil Xavier tatsächlich über große Teile des Buches nur wie eine Art Stütze für Samantha wirkt, denn hauptsächlich geht es um ihr Leben bzw. ihre familiäre Situation. Aber ich fand es gut, dass er tiefgreifende Gründe bekommen hat und das es bis zum Ende nicht ganz klar war, wie die beiden ihre Situation lösen würden.

Schön fand ich natürlich, dass man einiges aus den anderen Büchern wiedererkannte. Hier waren es tatsächlich hauptsächlich die Tiere, die Xavier an jeder Ecke zuzufliegen scheinen, aber auch Samanthas Mutter kannte man schon aus einem der Bücher. So fühlt man sich in dem Kosmos gleich wie Zuhause, ohne, dass die Stories so ganz eng miteinander verbunden sein müssen. Ich bin also gespannt, über wen wir als nächstes lesen werden. Denn einfach die Freunde oder Geschwister von Protagonist:innen sind es meist nicht. Obwohl ich Tristan schon ziemlich cool als Hauptprotagonisten finden würde:)

Fazit:
Mich hat dieses Buch wunderbar unterhalten. Ich konnte schwärmen und lachen und war trotzdem berührt von den tiefgründigeren Themen der Geschichte. Das Thema Fernbeziehung wird hier sehr gut ausgeführt, während das Trope Grumpy x Sunshine, sich schnell auflöst. Stattdessen gibt es andere Klischees und auch viel Drama, aber irgendwie liebe ich das auch an Abby Jiminez‘ Büchern: eine Welt, die einen komplett mitreißt und jede Seite zu etwas Aufregendem macht. Der Schreibstil war wieder genial. Ich liebe es, beim Lesen zu lachen und wer sich einmal mit dem Thema Demenz beschäftigt hat, wird hier auch schön und authentisch weiter daran geführt. Einzig Xavier hätte in meinen Augen noch etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen können. Aber letztlich spürt man hier vor allem eins: Liebe.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Emory, you have my heart!

Purple Clouds - Honeymoon
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Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. ...

Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. Das war vor allem dahingehend sehr wichtig, als dass die Autorin hier nicht nur die Einstellungen der Figuren, sondern auch allgemeinere Themen und Einstellungen zum Thema Feminismus zu Gegenstand der Story macht. Mir persönlich hat das gefallen, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es andere etwas in ihrem Lesefluss stören könnte, da es sich schon manchmal etwas belehrend anfühlte. Mich hat es aber nicht sonderlich gestört, sondern ich fand es im Gegenteil ganz cool, weil es immer nur in wenigen Sätzen untergebracht wurde.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story beginnt gleich mit einem Rückblick – vier Jahre zuvor. Meistens finde ich das ziemlich nervig, weil ich es lieber mag, wenn die Handlung im Hier und Jetzt spielt. Nach den ersten paar Seiten hatten mich die Analepsen aber, denn es geht nur um eine einzige Nacht, die über das gesamte Buch hinweg immer mal wieder weitererzählt wird. Und diese Nacht ist super super schön. Quasi die schönste, kürzeste Liebesgeschichte, die man sich vorstellen kann. I mean, welcher Mann zieht sich schon freiwillig die High Heels der Frau an? Ich hab’s einfach geliebt von dieser Nacht zu lesen und das war eine ganz gute Grundvoraussetzung für den weiteren Verlauf der Geschichte, denn letztlich baut alles auf dieser einen Nacht auf.

Emory war für mich anfangs etwas schwer zu greifen, weil er irgendwie so gegensätzlich in sich ist. Das liegt daran, dass er uns irgendwie anfangs verklickern wollte, dass er Haus, Hof und Hund haben wollte und das quasi sein einziges Lebensziel ist. Dafür braucht man dann eine gewisse Anerkennung von seinen Nachbarn und Abreitskolleg:innen und auch einen entsprechenden Job, der genügend Geld einspielt. Trotzdem ist er alles andere als der typische Klischeenachbar. Emory trägt bunten Nagellack, spielt gerne Streiche und lebt in einer WG mit fünf anderen, weil er keinen Bock auf Ruhe und Alleinsein hat. Gleichzeitig ist er aber auch sehr unsicher. Dass seine beste Freundin damals nicht mehr von ihm wollte, dass seine Ex-Freundin nicht zu ihm gestanden hat, dass seine Arbeitskolleg:innen ihn heiß finden könnten – all das huscht durch seinen Kopf und macht ihn unterbewusst quasi verrückt, ohne, dass er es richtig merkt und auch ohne, dass wir es richtig merken. Die Autorin hat es wirklich geschafft, diese Traumata und Unsicherheiten in die Facetten und Details seines Charakters zu legen, sodass sie erst nach und nach aufgedeckt und uns zugänglich gemacht wurden. So war es natürlich spannend, Emory immer besser kennenzulernen, es war gleichzeitig aber auch nicht so klassisch erwartbar spannend, sondern eher so, wie wenn man jemanden immer besser kennenlernt, ohne zu wissen, was da noch alles kommt. Also auf eine sehr natürliche Art und Weise.
Dazu kommen dann noch seine Charaktereigenschaften, die offensichtlicher sind: Emory ist mega empathisch, fürsorglich, umsichtig und auch auf seine Art sehr mutig. So habe ich an ihm geliebt, dass er sich seiner Gefühle für Deb eigentlich immer sehr sicher ist und ihr den Freiraum gibt, sich selbst zu entwickeln.

Ganz generell ist das Zusammenspiel von Emory und Deb in diesem Buch das Herzstück der Geschichte und mein persönliches Highlight. Aber dazu später mehr, erstmal geht’s um Deb:

Deb ist eigentlich ebenso konzentriert auf ihre Vorstellung von ihrem Leben und ihrer Zukunft wie Emory: Sie möchte beim Purple Clouds Magazine arbeiten. Und das eigentlich um jeden Preis, denn viel mehr als diesen Traum hat sie nicht. Ihre Eltern sind alles andere als fürsorglich und verlangen regelmäßig von ihr, die Streitschlichterin zwischen ihnen zu spielen. Ihre Bedürfe muss sie dabei oft zurückstellen. Es geht immer um andere. Zusammen mit Emory ändert sich das. Nach und nach lernt sie, sich an erste Stelle zu setzen, Entscheidungen FÜR sich zu treffen und vielleicht auch einfach frei darin zu sein, etwas zu tun, was nicht dem ursprünglichen Plan entspricht. Bei ihr konnte man diese Entwicklung super schön nachverfolgen. Und das, obwohl sie anfangs etwas steif auf mich wirkte und ich Angst hatte, dass sie mich langweilen würde. Aber das Gegenteil ist der Fall gewesen. Und auch hier komme ich wieder zurück auf das Zusammenspiel der beiden.

Die Story hat für mich all ihr Leben und die Spannung dadurch bekommen, dass Emory und Deb zusammengefunden haben. Alleine für sich sind beide eher etwas langweilig, weil sie nicht so richtig aus ihren Schneckenhäuschen kommen. ABER wir haben hier das Glück, dass die beiden eben zusammen auftreten und gegenseitig das Beste aus dem jeweils anderen herauskitzeln. Sie werden beide offener, lernen, den Fokus auf die Freude am Leben kennen, werden spontan und emotional und Deb lernt dazu noch, sich selbst mehr Raum zu geben. Alles so Dinge, die nicht ganz einfach zu erzählen sind, weil sie nicht mit einer Situation oder einem Gedanken erklärt sind, sondern auf Prozessen beruhen, die sich über längere Zeit hinweg ziehen. Das war wirklich sehr gut erzählerisch umgesetzt.
Ich mochte außerdem an den beiden als Paar, dass sie dem Vorsatz des Miteinander-Redens sehr gut umgesetzt haben und sehr offen miteinander waren. So sind Unsicherheiten oder anderes gar nicht aufgekommen, sondern die beiden wirkten wirklich wie ein verheiratetes Paar, dass einiges, was andere Paare ins Wanken bringen würde, schon überwunden hat.

Unterstützt wurden die beiden vom Handlungsverlauf und dem erzählerischen Konstrukt drumherum. Thema ganz klar Feminismus. Und nicht nur Deb und ihre Freund:innen sind Feministinnen, sondern auch Emory, der Rollenklischees in Frage stellt, sich in Deb und Frauen allgemein hineinversetzt und beweist, wie okay es ist, sich eben nicht in das Rollenbild pressen zu lassen. Mir gefiel, wie die Ehe hier im Fokus der Geschichte stand. Als Anfang einer Liebesgeschichte, als Verbindung zweier Personen, die sich echt gut verstehen und als Konstrukt, dass augenscheinlich erstmal nicht sehr feministisch ist. Und trotzdem passt es am Ende irgendwie alles zusammen und ich fand es auch überhaupt nicht cringe, dass die beiden gleich von Anfang an verheiratet sind. Stattdessen fühlte es sich ganz natürlich an, weil die Verbindung zwischen ihnen so stark war und vermeintliche Konventionen gar nichts zählten.

Ein bisschen Drama gab es natürlich auch. Anderes wäre womöglich langweilig geworden. Aber alles wurde zum Glück nicht zu sehr in die Länge gezogen und ich fand auch cool, dass selbst die Nebenprotagonist:innen ihre Tiefe bekommen haben. Am Ende mochte ich selbst die Antagonistin und bin schon gespannt auf die Geschichten von Xander, Riley, Dylan, Kayla, Rahim usw.

Ein wenig kritisieren möchte ich aber dennoch, denn obwohl es sich flüssig lesen ließ und ich alles ganz gerne mochte, fehlte mir noch der gewisse Funke, der mich durch die Seiten hätte fliegen lassen. Ich habe das Buch eher lässig durchgelesen und war nicht so in der Geschichte gefangen, wie ich es gerne gehabt hätte. Das lag glaube ich daran, dass es letztlich großteilig um die Entwicklung der beiden Protagonist:innen ging und nicht um das Zueinanderfinden oder andere Herausforderungen, die man normalerweise in Liebesgeschichten vorfindet. Einerseits natürlich mal was anderes, andererseits hat es die Story aber auch einfach nie auf ein Level gehoben, auf dem ich als Leserin so richtig mitgefühlt hätte. Das fehlte mir etwas.

Fazit:
„Purple Clouds – Band 1“ überzeugt mit einer frischen Perspektive auf klassische Liebesgeschichten, indem gesellschaftliche Erwartungen hinterfragt und feministische Themen feinfühlig eingearbeitet werden. Deb und Emory wachsen nicht nur individuell, sondern auch als Paar und schaffen es, sich gegenseitig zu stärken und herauszufordern – ganz ohne unnötiges Drama, dafür mit viel Herz und Tiefe. Auch wenn der ganz große emotionale Funke für mich gefehlt hat, habe ich die Geschichte gerne gelesen und mochte besonders die ungewöhnliche Ausgangssituation und die Charakterentwicklung. Ein gelungener Auftakt der Reihe, der Lust auf mehr macht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Zarte Love Story mit wichtigen Themen

Covered Colors (Golden Hearts, Band 2)
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Auf den ersten Blick ist Covered Colors eine klassische Fake-Dating-Romance – auf den zweiten eine feinfühlige, emotionale Geschichte über Selbstwert, familiäre Erwartungen und die Frage, was echte Schönheit ...

Auf den ersten Blick ist Covered Colors eine klassische Fake-Dating-Romance – auf den zweiten eine feinfühlige, emotionale Geschichte über Selbstwert, familiäre Erwartungen und die Frage, was echte Schönheit eigentlich bedeutet.

Nova steckt mitten in einem selbstgebauten Käfig aus gesellschaftlichem Druck: Sie braucht einen repräsentablen Job, eine perfekte Beziehung – am besten noch bevor ihr kontrollierender Vater auftaucht. Besonders ihre schwierige Beziehung zu ihrer Familie, allen voran zum Vater, zieht sich als Konflikt durch das Buch. Sie kämpft darum, endlich selbstbestimmt und gesehen zu werden – nicht als Fassade, sondern als Mensch mit eigenen Wünschen. Ihre Geschwister sind dabei keine große Hilfe und stehen für all die Menschen auf Erden, die meinen, über andere aufgrund ihres Aussehens oder dem, was ihnen selbst nicht gefällt, urteilen zu dürfen.

Henry steht ihr scheinbar gelassen gegenüber, ist aber selbst voller innerer Konflikte. Als ehemaliges Kunst-Wunderkind hat er sich von seiner Leidenschaft entfernt – enttäuscht, ausgelaugt, entfremdet. Seine eigene familiäre Geschichte, besonders das Verhältnis zur Mutter, hat tiefe Spuren hinterlassen. Nova bringt ihn nicht nur in das Leben zurück, sondern auch in die Kunst. Und das auf eine ganz besondere, leise Weise: Als Muse, die ihn inspiriert – nicht durch Inszenierung, sondern durch Echtheit.

Besonders schön und für mich ein echtes Highlight war der Umgang mit Body Positivity. Nova entspricht nicht dem gesellschaftlich perfekten Ideal – und Henry? Interessiert das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er sieht in ihr Schönheit, Ausdruck, Sinnlichkeit. Ohne kitschige Reden, sondern mit echter Wertschätzung. Es ist dieser Blick, der Nova auch hilft, sich selbst ein Stück mehr zu akzeptieren. Das wurde ganz natürlich und ehrlich erzählt – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Gefühl.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig, in vielen kleinen Momenten, die Raum lassen für Nähe, Konflikte und Entwicklung. Und obwohl es Drama gibt – familiär, emotional, zwischen Vergangenheit und Gegenwart – wird es nicht überdramatisiert. Die Konflikte bleiben glaubwürdig, nachvollziehbar, ohne dass es zu theatralisch wird. Auch das Ende wirkt dadurch stimmig: schön, emotional und rund – ohne übertriebenes Happy-End-Glitzer, aber mit genug Wärme, um mit einem Lächeln die letzte Seite zu schließen.
Mein absolutes Highlight: Wie Henry Nova ganz langsam und überlegt (er beliest sich sogar) auch im Bett zeigt, was es bedeutet, sich im eigenen Körper und vor seinem Partner, seiner Partnerin wohlzufühlen. Etwas, was nicht unbedingt mit Selbstbewusstsein in Kleidung einhergeht, sondern etwas ganz Eigenes ist. Sowas Schönes habe ich echt noch nie gelesen.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, aber flüssig, angenehm und nah an den Figuren. Besonders in emotionalen Szenen oder Momenten künstlerischer Intimität gelingt es Marina Neumeier gut, Atmosphäre zu erzeugen. Der Anfang zieht sich ein wenig, doch sobald die Dynamik zwischen Nova und Henry greift, trägt einen das Buch mit Leichtigkeit und Gefühl durch die Seiten.

Und nicht zu vergessen: Die Nebenfiguren! Mehrere Charaktere aus Novas Umfeld, aber auch aus Henrys Vergangenheit, haben mich richtig neugierig gemacht. Sie sind nicht einfach bloße Kulisse, sondern bringen eigene Geschichten, Ecken und Kanten mit – und machen Lust auf mehr. Ich muss jetzt unbedingt auch ihre Geschichten lesen! Für mich war dieser zweite Band nämlich das erste Buch aus dieser Reihe.

Fazit:
Covered Colors ist eine gefühlvolle, vielschichtige Romance, die mehr bietet als eine Fake-Beziehung. Es geht um Selbstannahme, kreative Wiederentdeckung, familiäre Versöhnung – und um die Erkenntnis, dass Schönheit nicht in äußeren Maßstäben liegt, sondern in dem, was wir sehen, wenn wir wirklich hinsehen. Ein leiser, starker Liebesroman mit ehrlicher Botschaft, warmherzigen Figuren und einer Beziehung, die sich verdient anfühlt. Ich bin gespannt auf mehr aus dieser Reihe.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Ganz guter Abschluss

Coldhart - Right & Wrong
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Schreibstil:
Lena Kiefer bleibt sich treu: Ihr Schreibstil ist lebendig, emotional und wahnsinnig atmosphärisch. Ich liebe, wie sie es schafft, Spannung und Gefühle so perfekt zu balancieren. Ihre Beschreibungen ...

Schreibstil:
Lena Kiefer bleibt sich treu: Ihr Schreibstil ist lebendig, emotional und wahnsinnig atmosphärisch. Ich liebe, wie sie es schafft, Spannung und Gefühle so perfekt zu balancieren. Ihre Beschreibungen sind detailliert, aber nie zu langatmig und die Dialoge fühlen sich immer echt an. Besonders die intensiven Szenen zwischen Elijah und Felicity haben mich wieder total abgeholt – man spürt einfach jedes Gefühl und glaubt an die beiden.

Zur Geschichte allgemein:
Kennt ihr das, wenn ihr einen neuen Band einer Reihe beginnt und erst mal komplett lost seid? Hier war das gar nicht so! Lena Kiefer gibt genug Hinweise auf die vorherigen Ereignisse, ohne dass es sich wie eine reine Wiederholung anfühlt. Ich war direkt wieder in der Welt von Coldhart und schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte komplett eingesogen. Elijah und Felicity sind einfach so gut ausgearbeitet! Elijah mit seinem inneren Kampf und Felicity, die trotz allem so viel Stärke zeigt – ich habe sie ja sowieso schon geliebt, aber jetzt liebe ich sie noch mehr! Es gibt auch ein paar spannende Nebenfiguren, die für Dynamik sorgen, aber insgesamt bleibt der Fokus sehr stark auf den beiden. Das ist einerseits schön, aber ein bisschen mehr Tiefe für einige Nebencharaktere hätte ich mir trotzdem gewünscht. Rhoda und Alec – da geht doch was, oder?

Was mir besonders gefallen hat: Man merkt, wie sich Elijah und Felicity weiterentwickeln. Gerade Elijah durchläuft eine riesige Veränderung – von einem Mann, der von seiner Vergangenheit bestimmt wird, zu jemandem, der sich seinen Dämonen stellt. Das war einfach nur toll zu verfolgen und hat super zum Finale der Trilogie gepasst. Und Felicity? Sie ist einfach nur stark und kämpft für das, was sie will. Die beiden zusammen sind einfach nur ein Dreamteam – oder vielleicht ein Fairytale?

Die Story war die meiste Zeit echt spannend. Es gibt so viele Wendungen und dramatische Momente, dass ich teilweise richtig den Atem angehalten habe. Aber (und das ist mein erster Kritikpunkt) einige Stellen haben sich ein bisschen gezogen. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Handlung etwas schneller vorangehen könnte. Trotzdem bleibt die Spannung hoch und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.

Der Thrill-Faktor ist in diesem Buch echt nicht zu unterschätzen! Ich kann eigentlich immer noch nicht glauben, wie ernst die Story manchmal ist. Mit Waffen und Entführungen und allem drum und dran. Macht euch also wieder auf etwas gefasst! Gerade in der zweiten Hälfte spitzt sich alles zu und ich habe mich dabei erwischt, wie ich vor lauter Anspannung fast die Seiten geknüllt habe. Das Finale war definitiv eines der Highlights des Buches – actionreich, emotional und absolut nervenaufreibend. Es hat mir gefallen, keine Frage. Es hat mich mitgerissen und war ein würdiger Abschluss für die Trilogie. Aber (und hier kommt mein zweiter Kritikpunkt) ich konnte nicht ignorieren, dass es in manchen Punkten an “Westwell” erinnert. Das hat mir ein bisschen die Überraschung genommen. Trotzdem war es ein schöner Abschluss, der mich mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen hat.

Fazit:
“Coldhart – Right & Wrong” ist ein absolut mitreißender Abschluss der Reihe. Die Emotionen, die Spannung und die Charaktere haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Nur ein paar kleine Längen und die Parallelen zu “Westwell” haben mich ein bisschen gestört. Trotzdem: Wenn ihr die ersten Bände geliebt habt, werdet ihr diesen hier auch verschlingen!

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Gelungene Urban Fantasy

How To Catch A Magical Light (New York Magics 1)
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Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich super. Er war sehr bildlich und humorvoll, sodass ich mich sofort super unterhalten wurde, ganz unabhängig von der Handlung. Ich flog nur so durch die Seiten und hatte ...

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich super. Er war sehr bildlich und humorvoll, sodass ich mich sofort super unterhalten wurde, ganz unabhängig von der Handlung. Ich flog nur so durch die Seiten und hatte trotz der spannenden Handlung niemals das Gefühl, ich würde abgeschüttelt werden. Stattdessen war ich bei jedem Schritt dabei. Das war großartig.

Zur Geschichte allgemein:
Es hat keine zwei Sätze gedauert und ich war in der Geschichte drin, denn es beginnt gleich super spannend: mit einem Einbruch. Und gleich stellten sich mir zahlreiche Fragen: Was ist in der Welt möglich? Warum bricht Arlyn ein? Ist sie eine Diebin? Wer hilft ihr? Wird sie geschnappt werden? Was bedeuten ihre Irrlichtkräfte? Ist sie besonders? So einen Start finde ich immer super gut, weil man gleich weiterlesen will und gleich Dynamik in der Story steckt. Und letztlich sind es dann auch die Fragen, die einen durch das ganze Buch begleiten.

Also fangen wir vorne an:
Arlyn fand ich total cool. Sie ist sehr sympathisch, kämpft für ihre Liebsten, ist super unkompliziert und wirklich taff. Sie nutzt ihre Kräfte völlig selbstlos und hat ein klares Ziel vor Augen. Als das auf einmal umgelenkt wird, geht sie ebenso zielstrebig vor. Aber nun ist sie nicht allein, sondern trifft auf Marlon, den unheimlich heißen Dämonen.

Die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten fand ich großartig. Sie ziehen sich auf, reißen Witze, ärgern sich und wissen sich aber auch ziemlich schnell zu schätzen. Man sieht förmlich, wie die beiden sich immer näher kommen. Ganz unabhängig von irgendwelchen romantischen Ambitionen. Denn in erster Linie sind sie Kollege und Kollegin und müssen zusammenarbeiten.

Ich habe mich grandios unterhalten gefühlt ihren Schlagabtauschen zu folgen, während es durch die coole Location New York ging. Man konnte super miträtseln, von einem Hinweis zum anderen, und so war ich jedes Mal aufs Neue gespannt darauf, ob die beiden weiterkommen würden und was letztlich hinter den ganzen Verstrickungen steckt. Das Coole: die Handlung wurde dabei nie vorhersehbar und auch das Ende hat noch einiges offen gehalten, was mich sehr gespannt auf den nächsten Band macht.

Weiter fand ich aber auch die Nebenprotagonisten sehr gut gemacht, weil ich sofort eine Verbindung zu ihnen spürte. Sie alle sind etwas besonderes in einer Welt, die uns Leser:innen erst nach und nach begreifbarer wird. Ich fand die Ideen teilweise echt originell und Arlyn als Irrlicht natürlich megacool. Nun bleibt abzuwarten, was im zweiten Band noch alles hinzukommt, wenn aus Miss Undercover wieder Arlyn wird.

Fazit:
Ich hatte richtig Spaß mit dem Buch! Der humorvolle, bildhafte Schreibstil hat mich sofort abgeholt, und die spannende Handlung hat mich durchgehend gefesselt. Arlyn ist eine tolle Protagonistin – taff, sympathisch und zielstrebig. Die Dynamik mit Marlon war großartig, ihre Wortgefechte herrlich unterhaltsam. Auch die Nebencharaktere und die originelle Welt haben überzeugt. Ein super Buch, das Lust auf den nächsten Band macht!

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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