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Veröffentlicht am 31.01.2025

Der Kampf der Hortis-Frauen

Das verborgene Glück
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Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis ...

Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis in Triest und hat mit dem Winzer Fabrizio Ascoli die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch Fabrizio scheint nicht mit ganzem Herzen bei ihr zu sein. So möchte er doch das Weingut seiner Familie in Montechiaro d'Acqui erhalten und hofft, es einst in gute Hände übergeben zu können.

Melitta hat sich mittlerweile in die Leitung der Pension, neben Vicky, eingefunden. Die Aufgaben sind klar verteilt und so kann jede der beiden Frauen ihre Stärken ins „Hortis“ einbringen. Doch scheint Melitta immer noch nach ihrem Platz im Leben zu suchen. Als sich in der Familie ihrer Angestellten Fanika Probleme auftun, ist Melitta schnell zur Stelle und möchte helfen. Doch als sie Fanikas Bruder Dejan kennenlernt, merkt man sofort eine gewisse Spannung zwischen den beiden.

Auch Agathe, Melittas Mutter, wird im Verlauf der Geschichte nahbarer. Als ihr Baron Adam Kinsky, Gast im Hortis, seine Geschichte anvertraut, beginnt auch sie sich zu öffnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Einer Vergangenheit, die sie bislang auch vor ihrer Tochter geheim gehalten hat.

Gemeinsam versuchen die Hortis-Frauen, die Pension auch durch die politischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts zu bringen. Doch von Fabrizio, dem das „Hortis“ eigentlich gehört, fehlt jede Spur. Wie soll es nur weitergehen und wer steckt wohl hinter den ganzen Problemen?

Da wo der 1. Band geendet hat, setzt der 2. Band an. Doch wo man zunächst den Eindruck bekommt, dass die Geschichte sehr sprunghaft vorgesetzt wird, stellt sich schnell heraus, dass es nur ein Traum ist. Doch was will dieser Traum Vicky sagen? Ein Traum, der alles verändern wird?

Fast wie nebenbei werden auch die politischen Probleme zwischen den Österreichern, Deutschen, Italienern und Slowenen zum Teil dieser Geschichte. Und man merkt auch, welchen Einfluss dieser historische Hintergrund auf die Figuren hat. Und so bekommen die Figuren, die ich nach dem ersten Teil noch als blass und ohne Tiefe beschrieben habe, plötzlich ein emotionales und tiefgründiges Gesicht. Auch das bewegende Ende hat mich wirklich überzeugt.




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Veröffentlicht am 21.01.2025

Wer ist Freund? Und wer ist Feind?

Saale Premium - Der Himmel über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 3)
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Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu ...

Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu Ende ist, gerät Freyburg zunächst unter amerikanische Verwaltung. Als Hedda festgenommen und von den Amerikanern zu ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP verhört werden soll, traut sie ihren Augen kaum, als plötzlich Thomas vor ihr steht, in der Uniform eines amerikanischen Majors.

Ansonsten scheint sich die Familiengeschichte der Frauen auf dem Weinschlösschen zu wiederholen. Elisabeth, Heddas Tochter, muss schnell merken, dass ihr Ehemann Wolfgang als gebrochener Mann aus dem Krieg zurückkehrt ist. Er liebt seine Frau, doch er kann es ihr nicht zeigen. Er ist Pfarrer, doch der Krieg hat ihm seinen Glauben genommen und das Erlebte hat sämtliche Gefühle in ihm zerstört.

Nachdem dann Weinschlösschen unter sowjetischer Besatzung enteignet und Flüchtlinge im Haus einquartiert werden, verfällt auch noch dazu ihre Mutter in eine Schockstarre. Doch Elisabeth möchte alles tun, um ihrer Familie zu helfen, also fängt sie in der Buchhaltung der Sektkellerei an. Dort lernt Elisabeth auch ihren Vorgesetzten Jürgen John kennen. Schnell merkt man, dass die beiden mehr verbindet. Doch eine Trennung von Wolfgang kommt für Elisabeth nicht infrage.

Plötzlich geraten Elisabeth und ihre Familie in den Fokus der Staatssicherheit, denn auch weil sie Westkontakte hat, weckt dies Neid und Missgunst. Es stellt sich immer wieder die Frage, wem sie noch trauen kann.

Der abschließende Band der „Weinschloss-Saga“ schildert eindrucksvoll das Leben einer enteigneten Familie in der DDR, die erfolgreich ein Unternehmen führte, aber schnell zeigt wie schwer es war, wenn man auf Grund der eigenen Geschichte und plötzlich unter Beobachtungen der Staatssicherheit gerät.

Der Autorin ist es auch in diesem Band eindrucksvoll gelungen, die geschichtlichen Ereignisse in die fiktive Geschichte um die Frauen vom Weinschlösschen einzubinden und die Auswirkungen auf ihr Leben zu schildern.

Auch über diesem Band schwebt insgesamt eine bedrückende Stimmung, auch wenn immer wieder eine Funken Hoffnung in der Geschichte aufkeimt.

Die Frauen der Familie werden in allen drei Bänden als starke Charaktere geschildert. Aber auch die Rückschläge in ihrem Leben lassen auch ihre verletzlichen Seiten aufblitzen. Und so kämpft sich gegen alle Widrigkeiten auch immer wieder die Liebe in ihr Leben.

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt. Jedoch bekommt man das Gefühl, dass sich die Geschichte der Protagonistinnen wiederholt und so ist dieser Teil für mich doch etwas schwächer ausgefallen, als die beiden anderen Teile. Dennoch ließe der doch etwas unerwartete Ausgang der Geschichte tatsächlich Hoffnung auf eine Fortsetzung offen.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Der Traum von Freiheit

Gut Rosenthal - Das Gestüt in Pommern
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Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten ...

Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten und Ehefrau und Mutter werden soll. Und so willigt sie schließlich ein, den wesentlich älteren Andreas von Eichberg zu heiraten. Doch dieser erwartet von seiner neuen Frau nur Anstand, Gehorsam und einen männlichen Erben.

Nach ihrer Hochzeit auf dem Gestüt ihres Mannes angekommen, findet sie nur schwer in ihre Rolle. So sucht sie am liebsten Zuflucht bei den Pferden und schließt auch schnell die Bediensteten auf Gut Rosenthal in ihr Herz.

Doch Lottes Mann, anfangs noch verständig und ruhig, entwickelt sich mehr und mehr zum wahren Tyrannen. Als Lotte endlich schwanger wird, geht er davon aus, dass sie ihm den ersehnten Erben schenkt. Doch als sie eine Tochter auf die Welt bringt, die kurz nach der Geburt stirbt, kann Lotte nur mit der Hilfe der Hausangestellten vor ihrem Mann fliehen. Wohin sie ihre Flucht wohl führen wird?

Das Buch „Gut Rosenthal – Das Gestüt in Pommern“ ist der Debütroman von Frieda Radlof. Das Cover, der Klappentext und die Hoffnung auf eine schöne Pferdegeschichte haben mich zu dem Buch greifen lassen. Doch die Geschichte ist eher schwermütig, traurig und emotional angelegt, aber man spürt immer wieder Lottes Hoffnung.

Die Kapitel sind kurzweilig und schnell zu lesen. Ich muss jedoch sagen, dass mich erst die Erzählung zu Lottes Flucht wirklich fesseln konnte.

Lange wusste ich nicht, wohin die Handlung führen sollte, also habe ich weitergelesen. Alles in allem hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die wahrscheinlich nicht nur „Pferdemenschen“ anspricht. Anfänglich zieht sich die Geschichte doch etwas, aber der Umbruch ist mit Lottes Flucht gut gelungen. Aber manche Entwicklungen wirken für mich doch etwas konstruiert und sind nur schwer nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Können neun Tage und neun Nächte dein ganzes Leben verändern?

Neun Tage Wunder
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Was würde wohl Anni heute auf diese Frage antworten?

Anni hat ihr Jurastudium abgeschlossen und steht nun kurz davor, aus ihrer kleinen Studentenbude mit den geliebten Platanen vor ihrem Fenster auszuziehen ...

Was würde wohl Anni heute auf diese Frage antworten?

Anni hat ihr Jurastudium abgeschlossen und steht nun kurz davor, aus ihrer kleinen Studentenbude mit den geliebten Platanen vor ihrem Fenster auszuziehen und ihr neues Leben mit dem Job in der Kanzlei ihres Vaters anzufangen. Noch neun Tage bleiben ihr... Doch plötzlich steht ihr Nachmieter vor der Tür. Sie beschließen, sich die Wohnung zu teilen und so folgen 9 besondere Tage. Dass es die besten Tage ihres Lebens werden könnten, hätte Anni nicht zu glauben gewagt, doch schon beim ersten Blick in Lukas Augen spürte sie eine besondere Anziehung. Doch was passiert dann?

Seitdem sind zehn Jahre vergangen und Anni lebt mit ihrem Partner Ben, der Schriftsteller ist, zusammen in Glücksstadt. Anni ist mittlerweile in einer kleinen Kanzlei tätig, in der sie am liebsten Pro-Boni-Fälle übernimmt. Schriftsteller Ben befindet sich in einer Schaffenskrise und bekommt von seinem Verlag vorgeschlagen einen Liebesroman zu schreiben. Doch wo soll er die Inspiration herholen?

„Neun Tage Wunder“ ist das erste Buch der Autorin Kristina Moninger, das ich gelesen habe. Nach dem Prolog habe ich gut in die Handlung gefunden. Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, man lernt in der Gegenwart die Protagonisten Anni und Ben und ihr Leben in Glückstadt kennen und in der Vergangenheit erlebt man die neun Tage von Anni und Lukas.

Die Erzählstränge teilen sich Anni und Ben. Irgendwie mag ich den Witz und die Harmonie, die die beiden verbindet. Doch als Anni von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, verschließt sie sich vor Ben und reagiert im Umgang mit ihm doch auch manchmal sehr gereizt. Ben kann diese Veränderung nicht einordnen. Also versucht er sich dem Buchprojekt zuzuwenden, mit der Hilfe von Lukas und „seiner Geschichte“. Doch ahnt Ben zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was wirklich hinter dieser Geschichte steckt.

Ich bin überrascht, dass ich bis zum Ende nicht wirklich vorhersehen konnte, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde, doch konnte ich z.B. die Entscheidungen von Anni nicht wirklich nachvollziehen. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Stellenweise waren auch die Kapitel für den Fortlauf der Geschichte etwas langatmig, so habe ich nicht verstanden, welche Rolle Bens Schwester Maren für die Geschichte spielen sollte.

Alles in allem ein toller Liebesroman mit viel Gefühl und Witz, auch wenn mir an der ein oder anderen Stelle doch die Emotionen und Tiefen gefehlt haben.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

"Starke" Frauen?

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks
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Der erste Teil „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ von Nadine Schojer bildet den Auftakt zu einer Frauenromanreihe, die in der Nachkriegszeit in Köln spielt. Im Jahr 1948 wollen die Menschen nach ...

Der erste Teil „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ von Nadine Schojer bildet den Auftakt zu einer Frauenromanreihe, die in der Nachkriegszeit in Köln spielt. Im Jahr 1948 wollen die Menschen nach dem Hungerwinter endlich wieder nach vorn schauen, und so soll die Deutsche Mark endlich den wirtschaftlichen Aufschwung bringen.

Die vier Hauptfiguren Gisela, Hanni, Julia und Erna werden nach und nach in die Geschichte eingeführt, wobei man jedoch nur mehr von Gisela und Hanni erfahren kann. Die anderen beiden bleiben doch nur Randfiguren. Später stößt auch noch Charlie, die Nichte eines der Geschäftsführer der Versicherung Pering, zu der Truppe.

Gisela arbeitet als Telefonistin bei der Versicherung und hofft zusammen mit ihrem Sohn Peter auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg. Die meisten Kriegsheimkehrer sind angekommen, doch Giselas Mann Heinrich gilt als vermisst. Und nachdem ihr Sohn Peter einen schweren Schicksalschlag erleidet, wird das Leben für Gisela noch herausfordernder.

Hanni, Giselas beste Freundin und Kollegin, ist eine junge Frau mit vielen Begabungen. Sie hat ein besonderes Talent für Mode und schneidert ihre Kleider alle selbst und häkelt wunderschöne Handschuhe. Gleichzeitig scheint sie die Versorgerin der Familie zu sein, denn wenn ihr trinkfreudiger und gewalttätiger Vater, der einen Zeitungskiosk betreibt, mal wieder „krank“ ist, muss sie neben der Arbeit in der Versicherung auch noch die Kiosk führen.

Julia stößt als neue Kollegin zu den Telefonistinnen. Sie ist noch sehr jung, hat die Schule abgebrochen und ist sehr gewitzt. Man erkennt, dass sie sich während des Krieges oftmals alleine durchschlagen musste. Besonders Hanni bekommt von ihr die richtigen Denkanstöße, wie sie aus ihrem Talent mehr machen kann.

Und Erna erlebt man als die „Nachrichten“ der Versicherung, Klatsch und Tratsch aus der Firma sind bei ihr gut aufgehoben. Sie hofft jeden Tag auf die Heimkehr ihres Sohnes. Ansonsten erfährt man von ihr nicht viel.

Charlie lernt man zunächst als verwöhntes Mädchen kennen, doch schnell merkt man, dass hinter der Fassade noch etwas anderes steckt.

Man kann die Herausforderungen im Leben der Frauen, ohne ihre Männer spüren, jedoch scheint die gesamte Atmosphäre nur Nebengeschichte zu sein. Und immer wieder schwebt über allem diese Ungewissheit, ob die Männer noch zurückkehren werden.

Jedoch erlebt man bei allem eine Frauenfreundschaft zwischen Figuren, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch versteckt jede ein Geheimnis...

Erst mit der Zeit waren die Figuren greifbarer für mich, leider bleibt das ganze Geschehen doch etwas oberflächlich und vorhersehbar. Was mir jedoch fehlt, sind die selbstbewussten und eigenständigen Frauen, die das Cover und der Klappentext versprechen. Sollen es etwa die Männer sein, die ihr Leben nur glücklich machen können? Im ersten Band bekommt man zumindest den Eindruck.

Insgesamt hätte ich mir mehr von dem Auftakt dieser Geschichte erhofft. Mir fehlt es an den „starken“ Frauen und an der Tiefe der Figuren und der Geschichte. Auch stell ich mir die Frage, was die Geschichte gerade für Köln spezifiziert, oder ob es nicht auch so hätte an einem anderen Ort stattfinden können. Mir fehlt irgendwie der „Kölsche“ Charme! Der Roman hat definitiv noch durchaus Potenzial nach oben, und bei Gelegenheit werde ich auch zum zweiten Teil greifen.

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