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Veröffentlicht am 25.02.2025

Fehlende Verbindungen

Super-GAU
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Super-Gau verspricht im Klappentext eine Verbundenheit zwischen der tragischen Fukushima-Katastrophe am 11.03.2011 und den persönlichen Schicksalen einzelner Menschen in Japan und Berlin und genau darin ...

Super-Gau verspricht im Klappentext eine Verbundenheit zwischen der tragischen Fukushima-Katastrophe am 11.03.2011 und den persönlichen Schicksalen einzelner Menschen in Japan und Berlin und genau darin liegt leider auch mein Problem. Ich hatte vermutet, dass es Verbindungen zwischen Berlin und Japan gibt, die teils offensichtlich sind und teils weniger. Letztendlich gab es aber lediglich eine Verbindung die man wirklich wahrnehmen konnte, der Rest wirkte lediglich wie das Aufzeigen zweier Orte und die Darstellung, dass das Leben auf der einen Seite (Japan) tragische Züge nimmt und auf der anderen Seite (Berlin) seinen gewohnten Gang geht und doch auch traurige Einzeltragödien zeitgleich (aber unabhängig voneinander) geschehen. Das wurde eindrücklich und bildgewaltig rübergebracht. Die Zeichnungen von Bea Davies wirken nach und ziehen einen in den Bann, das durchgehende schwarz-weiß mit hohen Schwarzanteilen verstärkt die melancholische Stimmung der Graphic Novel. Trotzdem bin ich am Ende etwas enttäuscht, da meine Erwartungen doch andere waren und sich mir manche Entwicklungen nicht erschließen, vor allem im Bezug auf die Verbindungen zu Fukushima.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Whet

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Die Wasserspringerin Scarlett Vandermeer hat sich vor Monaten eine heftige Verletzung zugezogen, deren Folgen sie immer noch einschränken. Deswegen setzt sie ihren vollen Fokus aufs Studium und darauf, ...

Die Wasserspringerin Scarlett Vandermeer hat sich vor Monaten eine heftige Verletzung zugezogen, deren Folgen sie immer noch einschränken. Deswegen setzt sie ihren vollen Fokus aufs Studium und darauf, ihre Blockade zu lösen und wieder zur alten Stärke zurückzufinden. Für zwischenmenschliche Beziehung bleibt wenig Zeit.
Lukas Blomqvist ist das absolute Schwimm-Ass in Stanford und liebt Ordnung. Er bricht Rekorde, gewinnt Goldmedaillen und auch bei ihm ist die Zeit knapp bemessen.
Dennoch finden Scarlett und Lukas zueinander, denn sie haben eine besondere Gemeinsamkeit, die sie zu einem Arrangement führt. Doch bald muss Scarlett erkennen, dass sie mehr will.

Ich liebe den Humor, den Ali Hazelwood in ihre RomComs packt, deswegen musste ich Deep End unbedingt lesen. Doch leider konnte mich ihr neustes Werk nicht richtig überzeugen, vor allem weil es der Humor war, der mir lange fehlte und der mich erst gegen Ende des Buches wieder erreichen konnte.

Die Mischung Sport und STEM/MINT, fand ich toll und auch, dass Adam Carlsen und Olive Smith eine Rolle spielten hat mir gut gefallen. Jedoch war mir der Anteil an ‚Spice‘ viel zu hoch bzw. lag zu sehr im Fokus. Ich mochte die Gedanken Scarletts und auch ihre Gespräche mit Pen und Lukas, die sich um das Thema BDSM/Kinks drehten und klar die Differenzierung von sexuellen Interessen/sexueller Lust und dem generellem Umgang darstellten. Außerdem gefiel mir, dass die Subjektivität der Wahrnehmung des Gegenübers durch Scarlett und Penelope herausgestellt wurde, die Lukas ganz anders wahrnehmen. Und obwohl ich diese Gespräche und Gedanken toll fand, benötige ich dann nicht die ausführliche Beschreibung solcher Szenen und davon gab es mir dieses Mal leider zu viel, weswegen ich trotz aller tollen thematischen Ansätze am Ende eher enttäuscht das Buch zugeschlagen habe.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Untergang des roten Fadens

Leuchten am Meeresgrund
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Brad Fox schreibt mit Leuchten am Meeresgrund über den Tiefseeforscher Charles William Beebe und seine ersten Tiefseeforschungen. Man merkt, dass der Autor sich ausführlich mit etlichen Quellen auseinandergesetzt ...

Brad Fox schreibt mit Leuchten am Meeresgrund über den Tiefseeforscher Charles William Beebe und seine ersten Tiefseeforschungen. Man merkt, dass der Autor sich ausführlich mit etlichen Quellen auseinandergesetzt hat, was überaus beeindruckend ist und viele interessante Aspekte anführen konnte. Dennoch war es am Ende mitunter die Masse an Informationen, die sich nicht mit dem Thema Tiefseeforschung vereinbaren ließen, die mir zu viel waren und keinen roten Faden erahnen ließen.

Der Schreibstil hat den Lesefluss erschwert, da er sehr poetisch und weniger ‚griffig‘ war. Die kurzen Kapitel fand ich hingegen positiv, auch wenn sie in diesem Fall nicht für einen schnelleren Lesefluss sorgen konnten, aber für benötigte Pausen, da das Gelesene verarbeitet werden musste und ich auch inhaltlich meinen Abstand zum Buch brauchte. Denn wie bereits erwähnt, gab es immer wieder Einwürfe, die für mich nicht in meine Erwartungen zum Buch (die Beschreibung einer Tiefsee-Expedition) gepasst haben.

Gut gefallen haben mir sämtliche Abbildungen, die das Gelesene verdeutlichen konnten und teilweise wirklich faszinierend waren. Doch als Gesamtwerk konnte Leuchten am Meeresgrund leider nicht meine Erwartungen erfüllen.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Geheimnisse auf Eris Island

Die blaue Stunde
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Die Künstlerin Vanessa Chapman ist schon vor vielen Jahren gestorben, doch ihre Kunst ist bis heute sehr gefragt und wird in den renommiertesten Häusern ausgestellt. Eines Tages kommt einem Betrachter ...

Die Künstlerin Vanessa Chapman ist schon vor vielen Jahren gestorben, doch ihre Kunst ist bis heute sehr gefragt und wird in den renommiertesten Häusern ausgestellt. Eines Tages kommt einem Betrachter jedoch ein erschütternder Verdacht, kann es sein, dass in einer der Skulpturen ein menschlicher Knochen verarbeitet wurde?

James Becker, der Kurator des Museums, begibt sich auf Spurensuche und möchte unbedingt verhindern, dass das Kunstwerk bei weiteren Untersuchungen beschädigt wird. Dafür reist er auf die Gezeiteninsel Eris Island, Vanessa Chapmans letztem Wohnort. Dort trifft er auf Vanessas Nachlassverwalterin Grace und auf Vanessas dunkle Vergangenheit. Kann James Becker das Rätsel um den Knochen lösen?

Die blaue Stunde von Paula Hawkins klang nach einem geheimnisvollen Spannungsroman mit vielen Wendungen und einer düsteren Atmosphäre. Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: James Becker und Grace, die außerdem mit Zeitungsartikeln und Tagebucheinträgen Vanessas ausgeschmückt werden.

Paula Hawkins Schreibstil ist super angenehm und liest sich flüssig, außerdem erschafft sie eine düstere Atmosphäre, die einen gebannt auf den Twist der Story warten lässt. Doch der lässt auf sich warten. Die Story war leider von Beginn an vorhersehbar und konnte mich zu keiner Zeit überraschen. Die Protagonisten wurden gut ausgearbeitet, was jedoch auch dafür sorgte, dass die Geschichte vorhersehbar war. So laß sich das Buch zwar super, aber blieb inhaltlich spannungsarm. Durch die Vorhersehbarkeit ist auch das Ende für mich leider unbefriedigend.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Weltenbibliothek Mondia

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Die Weltenbibliothek Mondia schlummert tief unter Paris und sorgt dafür, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt. Die meisten Menschen wissen nichts von diesem Mysterium, zu ihnen gehört auch die 19-jährige ...

Die Weltenbibliothek Mondia schlummert tief unter Paris und sorgt dafür, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt. Die meisten Menschen wissen nichts von diesem Mysterium, zu ihnen gehört auch die 19-jährige Amarena „Remy“. Sie arbeitet am liebsten in ihrer Werkstatt, die sich im Blumenladen ihrer Schwester befindet. Eines Tages kommt Kasimir „Sim“ in das Geschäft und verlangt von Remy ein magisches Kästchen.

Bald erkennt Sim, dass Remy etwas ganz besonderes ist - die letzte Erbin der Ripari. Eine Familie, die seit Jahrhunderten die Weltenbibliothek beschützt. Sim muss Remy ihr schweres Erbe anvertrauen, denn Mondia ist in großer Gefahr und ihre Beschützer müssen sich auch noch vor Feinden in Acht nehmen.

Silent Secrets von Alexandra Flint ist der erste Teil der Mondia-Diologie.

Das Buch beginnt sehr stark, der Prolog erzeugt sofort viele Fragen, die man unbedingt beantwortet wissen möchte und durch den leichten Schreibstil der Autorin, kommt man sehr schnell durch die Geschichte.

Leider konnte mich das Buch inhaltlich mit jeder Seite immer weniger überzeugen. Während der Einstieg noch Spannungen durch Fragen erzeugt, ist die Spannung im Laufe der Geschichte nur noch durch ein „durch die Gegend hetzen“ gegeben. Die Protagonisten reisen an vier verschiedene Orte, doch gefühlt passiert an diesen Orten alles nach einem Muster. Solch Wiederholungen nahmen mir dann nicht nur die Spannung, sondern auch die Freude am Lesen. Rätsel die sich gestellt haben, wurden extrem schnell gelöst und das obwohl diese Rätsel wohl nur die wenigsten 19-jährigen wissen würden.

Dann ist da noch die Weltenbibliothek Mondia, deren System sehr spannend klingt, die aber - wie alles - nur sehr oberflächlich behandelt wird. Nach dem Beenden weiß ich in etwa, wie sie funktioniert, aber ich hätte viel lieber das System erlebt und nicht nur davon berichtet bekommen.

Gut gefallen haben mir die Protagonisten, vor allem Kasimir und Remys Familie, die durchweg empathisch gezeichnet wurden und auch die Grundidee der Geschichte gefällt mir, allerdings hätte ich mir viel mehr Tiefe für die Protagonisten und vor allem für die Welt gewünscht.

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