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Veröffentlicht am 25.01.2025

Juste un peu de courage ...

Die Schwestern von Krakau
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Mit ihrem bewegenden Roman „Die Schwestern von Krakau“ nimmt die Autorin Bettina Storks ihr Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die für Édith und Tatjana endlich Aufklärung und somit Frieden ...

Mit ihrem bewegenden Roman „Die Schwestern von Krakau“ nimmt die Autorin Bettina Storks ihr Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die für Édith und Tatjana endlich Aufklärung und somit Frieden in ihr Leben bringen soll. Die beiden Cousinen, die zuvor nichts von ihrer gegenseitigen Existenz wussten, setzen alles daran die Lücken zu füllen, die ihre eigene Lebensgeschichte prägen. Wie war es damals im deutsch-besetzten Polen, in dem Familie Wagner mit ihren beiden Töchtern Lilo und Helene lebte? Wie erlebten es die Wagners und vor allem auch die Polen und polnischen Juden, für die die Luft zum Atmen immer dünner wurde? Als Édith und Tatjana, die Enkeltöchter der Schwestern Helene und Lilo sich nach dem Tod von Édiths Vater Simon zum ersten Mal in die Augen sehen wissen sie, dass ihnen eine schwere Aufgabe bevorsteht, deren Lösung schöne Momente aber auch furchtbare Dinge ans Licht bringen wird …

Ich bekam einen wunderbaren Einblick in den neuesten Roman der sympathischen und äußerst talentierten Autorin als ich in ihrer Heimatstadt Fellbach, in der auch Teile der Geschichte spielen, einer Lesung beiwohnte und konnte es kaum erwarten, mich darauf einzulassen. Einmal angefangen ist es ein Buch, das man schwer zur Seite legen kann, wenn man auch zwischendurch immer mal wieder das Gefühl bekommt, keine weiteren Gräueltaten mehr ertragen zu können. Ich wollte mich fremdschämen für meine eigenen Landsleute, die den Polen und unter ihnen natürlich hauptsächlich den Juden, das Leben so schwer gemacht hatten. Umso mehr aber bin ich auch voller Bewunderung für die mutigen Menschen, die den Widerstand wagten, was die meisten von ihnen schlussendlich mit dem Leben bezahlen mussten. Wie ich es schon aus vorherigen Büchern aus der Feder Bettina Storks gewohnt war, hat sie auch diesmal eine akribische Recherche betrieben und stets sichergestellt, dass die realen Fakten korrekt dargestellt wurden. Die kurzen Kapitel sorgen trotz vieler Zeitsprünge mit ihren Überschriften für einen ungetrübten Lesefluss und durch die bildhafte Sprache fühlte ich mich ganz an der Seite der jeweiligen Charaktere, die sie liebevoll gezeichnet hat. „Die Schwestern von Krakau“ ist ein Roman gegen das Vergessen mit dem ausdrücklichen Bestreben, die Fehler der Vergangenheit niemals zu wiederholen. Er steht aber auch für die Hoffnung und die Liebe zum Leben und hat mich persönlich tief beeindruckt. Ich vergebe die absolute Bestnote für diesen eindringlichen Roman, natürlich verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. Danke, liebe Bettina, dass du mir diesen Teil der Geschichte nähergebracht hast.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Lippizzaner in der Hofburg ...

Die Hofreiterin – Das Versprechen der Liebe
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Es war mir eine echte Freude in diesem zweiten Teil der Dilogie rund um die Spanische Hofreitschule gleich zu Anfang wieder so viele bekannte Gesichter sehen zu dürfen. Schnell waren mir die Protagonistin ...

Es war mir eine echte Freude in diesem zweiten Teil der Dilogie rund um die Spanische Hofreitschule gleich zu Anfang wieder so viele bekannte Gesichter sehen zu dürfen. Schnell waren mir die Protagonistin Irma Rehberger und ihr geliebter Hengst Novio wieder präsent. Irma, die ja inzwischen ganz offiziell als Elevin an der Reitschule arbeiten darf, muss wieder so einige Herausforderungen bestehen und stößt diesmal tatsächlich hart an ihre Grenzen. Zerrissen zwischen ihrer Liebe zu dem Bereiter Stefan und der Vernunft, dieser verbotenen Liebe ein Ende zu bereiten, wendet sie sich schließlich dem Reporter Michael zu, doch ihr Herz scheint daran zu zerbrechen. Aber nicht nur die Liebe spielt eine Rolle in diesem spannenden Roman, sondern auch die Pferde und Irmas Vergangenheit stehen natürlich mal wieder im Vordergrund. Für Irma bedeutet dies, einen Spagat zu vollführen, um zu versuchen, alle Probleme aus dem Weg zu räumen. Fast droht sie daran zu zerbrechen …

Von der ersten Seite an habe ich die Leidenschaft gespürt, mit der Franziska Stadler, vielen natürlich besser bekannt als Bestsellerautorin Martina Sahler, sich diesem zweiten und somit letzten Band gewidmet hat. Die Ausflüge in die Steiermark und besonders natürlich in mein geliebtes Wien waren traumhaft und haben Reiselust in mir geweckt. War die Geschichte in der Mitte von ein paar kleinen Längen geprägt, nimmt sie im letzten Drittel noch mal so an Fahrt auf, dass ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zu wenig Schlaf in der Nacht vor meinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr war die unweigerliche Folge … alles in allem ein würdiger Abschluss, wenn ich natürlich auch gerne noch mehr erfahren hätte über die Charaktere in „Die Hofreiterin“. Von mir gibt es vollkommen zu Recht mit fünf funkelnden Sternen die Bestnote und eine Empfehlung an alle, die mal ein wenig mehr über die Hofreitschule erfahren möchten. Ich werde eine Besichtigung derselben auf jeden Fall bei meinem nächsten Wienbesuch mit auf die Tagesordnung setzen!

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Spiele unter dem Hakenkreuz ....

Olympia
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Es war schon ein paar Tage her, dass ich den Vorgängerband zu „Olympia“ von Volker Kutscher genießen durfte, doch schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen und ließ mich zurückversetzen in den Sommer ...

Es war schon ein paar Tage her, dass ich den Vorgängerband zu „Olympia“ von Volker Kutscher genießen durfte, doch schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen und ließ mich zurückversetzen in den Sommer 1936, als Deutschland die Olympischen Spiele ausrichten durfte. Da wollte natürlich nicht nur der Führer gut dastehen und so leckte man Berlin sauber, entfernte alle judenfeindlichen Sprüche, Schilder und dergleichen und stellte sich als Vorzeigenation schlechthin dar. Doch Gereon und besonders seine Ehefrau Charly lassen sich so leicht nicht täuschen. Als man schließlich versucht Gereon für diesen Betrug zu materialisieren und ihm ausländische Gäste in die Wohnung setzt, hält sie es nicht länger aus und zieht vorübergehend zu ihrer Freundin. Während Gereon versucht einen Mord aufzuklären, setzt sie ihre Energie daran, Juden zur Flucht zu verhelfen. Noch ahnen die Beiden nicht, dass sie sich mit ihren Aktivitäten in höchste Gefahr bringen …

Wie schon die Vorgängerbände, wird auch dieser achte Teil vortrefflich von dem talentierten Sprecher Daniel Nathan vorgetragen und zog mich sofort in den Bann. Wieder baut der Autor eine besondere Stimmung auf, die einen beim Hören glauben macht, man sei live dabei. Die Beklemmung, die durch die nationalsozialistische Regierung geschaffen wird, ist deutlich spürbar und man schaudert unweigerlich bei dem Gedanken daran. Kutscher hält den Spannungsbogen hoch und macht Lust auf den nächsten Band, denn „Olympia“ endet mit einem fiesen Cliffhanger. Von mir gibt es begeisterte fünf Sterne und ich freue mich, dass „Transatlantik“ bereits auf meinem SuB schlummert.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Was gibt es doch für kranke Menschen auf dieser Welt ...

Evil Games
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In diesem superspannenden zweiten Teil der Reihe um und mit Detective Kim Stone stehen einem alsbald die Haare zu Berge, denn schnell wird klar, dass hier ein Psychomörder sein Unwesen treibt, ein Mörder ...

In diesem superspannenden zweiten Teil der Reihe um und mit Detective Kim Stone stehen einem alsbald die Haare zu Berge, denn schnell wird klar, dass hier ein Psychomörder sein Unwesen treibt, ein Mörder der Gefallen daran findet andere Menschen so zu manipulieren, so dass sie für ihn töten. Kim Stone vermutet dahinter die Psychotherapeutin Dr. Alexandra Thorne und versucht dies verzweifelt zu beweisen. Bald schon gerät sie selbst in deren Fänge und ein Spiel auf Leben und Tod kann sie selbst das Leben kosten …

Nachdem mir schon der erste Teil dieser Reihe sehr gut gefallen hatte, war ich natürlich neugierig auf „Evil Games“ und wurde nicht enttäuscht. Ich liebe ja solche Psychospielchen, bei denen man als Hörer zum Mitraten aufgefordert ist, und so ließ ich mich gerne darauf ein.

Schade, dass die weiteren Teile nicht übersetzt wurden und so endet diese Reihe für mich mit diesem zweiten Band. Gerne vergebe ich für diesen jedoch die volle Punktzahl und spreche eine Hörempfehlung aus. Vielleicht laufen mir die weiteren Teile ja mal im Original über den Weg.

Veröffentlicht am 27.12.2024

Ein wunderbares Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte!

Hallo, du Schöne
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Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der ...

Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der Familie Padavano mit Mutter, Vater und vier Töchtern, die die „windy city of Chicago“ ihr zu Hause nennen. Die Schwestern Julia, Sylvie und die Zwillinge Cecilia und Emeline sind trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere so eng miteinander verbunden, dass sie sich selbst genügen und kaum jemand eine Chance hat, in diesen Zirkel einzudringen. Doch dann lernt Julia William kennen, der als Einzelkind aufgewachsen ist, mit Eltern, die ihm keine Liebe geben und einer toten Schwester im Hintergrund, die eine familiäre Nähe unmöglich zu machen scheint. William wähnt sich im siebten Himmel, als er in der Familie Padavano mit offen Armen empfangen wird, Doch das Glück – wie könnte es auch – scheint nicht von Dauer zu sein. Ein Schicksalsschlag reißt die Familie auseinander und William verfällt wieder in seine alte Lethargie und eine Tragödie scheint die nächste zu jagen …

Was für ein wunderbarer, unglaublich feinfühliger Roman, in dem man nicht nur die Zeilen, sondern eben gerade auch zwischen den Zeilen lesen kann. Die Autorin schafft es viele wichtige Themen zu verarbeiten, ohne ihren Roman zu überfrachten. Eine gekonnte Mischung aus Liebe, Klugheit und Weisheit schaffte für mich als Leserin eine Nähe, als ob ich selbst dabei gewesen wäre. Ich hatte beim Lesen das Gefühl mit jeder der Schwestern ein wenig gemeinsam zu haben und am Schluss liefen mir ein wenig die Tränen über die Wangen. Ich werde diese Autorin auf jeden Fall im Auge behalten und freue mich jetzt schon auf mehr Lektüre aus ihrer Feder. Funkelnde fünf Sterne leuchten für Ann von mir am Bücherhimmel und natürlich dazu eine von Herzen kommende Empfehlung. Nehmt euch Zeit für dieses Buch und lasst euch reinfallen in die Geschichte. Für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt.