Eine(r) wird gewinnen
Die Queen von Mayfair
„Ist denn die Ehe der einzige Weg, Frieden zu erlangen?“
Der Roman „Die Queen von Mayfair“ hat mich sehr gut unterhalten, die Lektüre hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht – das ist selten! ...
„Ist denn die Ehe der einzige Weg, Frieden zu erlangen?“
Der Roman „Die Queen von Mayfair“ hat mich sehr gut unterhalten, die Lektüre hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht – das ist selten! Stil und Sprache passen meines Erachtens
gut zur beschriebenen Epoche; auch die deutsche Übersetzung ist sehr solide, wenn man bedenkt, dass Ausdrücke wie „vermaledeit“ verwendet werden.
Vor allem die Rahmenhandlung hat mir gut gefallen, das britisch-viktorianische setting an sich ist im Prinzip ein „Selbstläufer“. In der Unterhaltungsliteratur kommt es nicht selten zum Einsatz, Geschichten „von der Insel“ nehmen oft im neunzehnten Jahrhundert ihren Lauf, so auch hier.
- Worum geht’s?
London ist einerseits die Stadt der Schönen und Reichen, andererseits auch ein Magnet für Glücksritter und einfache Leute.
Der Adel regiert, neben der working class gibt es natürlich die Underdogs, die ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen wollen – mit allen Mitteln!
Auftritt Quinn le Blanc - nomen est omen kann man hier nicht behaupten.
Wenn die High Society nur wüsste, dass sie eigentlich ein Niemand ist (böse Zungen würden von einer Betrügerin sprechen.)!
Sie hat sich ein großes Ziel gesetzt – in nur fünf Tagen will sie den Duke of Kendal für sich gewinnen. Dieser ist mitnichten ein verarmter Aristokrat. Da der Mann dem Anschein nach über ein stattliches Vermögen verfügt, stürzt sich die Protagonistin in die Ballsaison.
Wird es ihr gelingen, den Duke zu erobern?
Die Erzählung beginnt temporeich, das pacing hat mir insgesamt gut gefallen; gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, sodass ich als Leserin das Gefühl hatte, dass der Autor zum Ende kommen wollte, was ein bisschen schade ist.
Aber die Figurenzeichnung hat mir zugesagt. Quinn ist einerseits mit allen Wassern gewaschen, andererseits hat sie aber auch ihre Fehler. Der Duke ist auf den ersten Blick natürlich ein Snob wie er im Buche steht, er hat aber auch eine andere Seite. Die Gestaltung der Nebenfiguren fand ich ebenfalls interessant. „Die Queen von Mayfair“ ist keine kitschige Liebesgeschichte vor historischer Kulisse – der schöne Schein will in der Geschichte gewahrt werden, aber sind die Dinge und die Menschen wirklich so, wie sie präsentiert werden?
Insgesamt habe ich den Gesellschaftsroman aus der Feder von Alex Hay gerne gelesen.