Freundschaftsdienst - Sterbehilfe?
Nicht tot zu sein, ist noch kein LebenIn diesem Buch geht es um die Freundinnen Helene und Marlene, die nicht unterschiedlicher sein können. Beide haben ihre wilden Studienjahre zusammen verbracht. Danach haben sich zwar erst ihre Wege getrennt, ...
In diesem Buch geht es um die Freundinnen Helene und Marlene, die nicht unterschiedlicher sein können. Beide haben ihre wilden Studienjahre zusammen verbracht. Danach haben sich zwar erst ihre Wege getrennt, aber die Freundschaft ist bestehen geblieben.
Während Helene Ärztin geworden ist und eine eigene Praxis eröffnet, geheiratet und eine Tochter bekommen hat , ist Marlene in die USA gezogen, geheiratet und sich später wieder scheiden lassen. Dann hat sie zum zweiten Mal geheiratet und ist mit ihrem neuen Mann total glücklich. Doch dann wird sie durch eine schreckliche Diagnose, Krebs total aus der Bahn geworfen. Mittlerweile ist auch Helene ihre behandelnde Ärztin. Ihre Freundschaft wird auf dem Prüfstand gestellt, als Marlene mit einer verzwickten Bitte an sie herantritt...
Hier spricht die Autorin ein sensibles Thema von Sterbehilfe an, welches schon seit einigen Jahren zu kontroversen Diskussionen führt. Bei diesem Thema kann die Autorin aus ihren eigenen reichhaltigen Erfahrungen als promovierten Ärztin zurückgreifen. Nur unter gewissen Umständen ist eine assistierter Suizid für den Arzt straffrei. Der Selbstbestimmte Tod ist leider nur in einigen Ländern, so wie in der Schweiz erlaubt. In Deutschland ist er aber noch verboten.
Die Autorin hat hier diese Geschichte mit der Krebserkrankung sehr einfühlsam und mit Feingefühl geschildert. Zum Ende hin hat sie einen alternativen Weg gewählt, ohne eine Form der Sterbehilfe, so das der Konflikt und die Antwort auf den assistierten Suizids offen blieb.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es mich wieder zum Nachdenken gebracht hat über den Tod, das würdige Sterben und was die Sterbebegleitung für mich bedeutet.