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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

Düster und speziell

Sing mir vom Tod
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„Sing mir vom Tod“ war mein zweites Buch der Autorin Ivy Pochoda wobei ich "Diese Frauen" ehrlicherweise einen Hauch besser fand. Thematisch bleibt die Autorin aber auch diesmal ihren vielschichtigen Frauenfiguren ...

„Sing mir vom Tod“ war mein zweites Buch der Autorin Ivy Pochoda wobei ich "Diese Frauen" ehrlicherweise einen Hauch besser fand. Thematisch bleibt die Autorin aber auch diesmal ihren vielschichtigen Frauenfiguren treu, wobei diese nun weniger verletzlich und deutlich gewaltvoller daher kommen. Sehr prägnant ist aber auch der Zeitpunkt zu welchem die Geschichte spielt. Zum Beginn der Pandemie ist die Handlung eingebettet in eine düstere Atmosphäre, wobei der Alltag gleichzeitig stillsteht und so manchem Verbrechen überhaupt erst ermöglicht zu geschehen. Eigentlich bin ich kein Fan von Romanen, welche sich auf irgendeine Weise mit Corona beschäftigen. Hier funktioniert es für mich aber erstaunlich gut. Und eingebettet ins pandemische Amerika, spielt sich dann dramatisch wie auch eindrucksvoll eine doch besondere Geschichte ab. Stellenweise gibt es zwar so etwas wie mysteriöse Momente, davon abgesehen besticht die Erzählung aber durch ungeschönte Härte. „Sing mir vom Tod“ ist sicher nicht für Jede:n etwas, stilistisch las es sich für mich eher sperrig. Aber der Text rüttelt auf, bewegt, ist gewollt unbequem und stößt dadurch zum Nachdenken an. Außerdem hat die Erzählung etwas Getriebenes, was doch auch für Spannung sorgt. Ein klassischer Thriller ist das Buch aber auf keinen Fall. Da ich gelegentlich etwas mit dem Schreibstil gekämpft habe, gibt es einen Stern Abzug. Inhaltlich ist die Geschichte aber interessant, wenn auch ziemlich wuchtig.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Spannend, aber stellenweise etwas langatmig

Die Villa
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Ich mag Bücher in welchen nach und nach enthüllt wird was passiert ist sehr. Aus diesem Grund musste ich „Die Villa“ von Jess Ryder unbedingt lesen. Insgesamt bietet der Thriller durchaus Nervenkitzel, ...

Ich mag Bücher in welchen nach und nach enthüllt wird was passiert ist sehr. Aus diesem Grund musste ich „Die Villa“ von Jess Ryder unbedingt lesen. Insgesamt bietet der Thriller durchaus Nervenkitzel, allerdings gab es in meinen Augen aber auch immer wieder Längen. Etwas Straffung hätte der Geschichte vermutlich gut getan. Der Schreibstil liest sich dafür flüssig und auch die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind gut gewählt. Außerdem macht es Spaß mitzuraten, wobei mich die Auflösung letztlich doch überraschen konnte. Richtig toll fand ich das authentische spanische Setting und auch die Figuren wirkten auf mich Lebensnah. Überwiegend wird aus der Sicht von Dani erzählt, gelegentlich gibt es aber auch Kapitel aus Sicht der anderen Frauen, so dass wir Leser:innen bis ins kleinste Detail erfahren was sich am verhängnisvollen Wochenende abgespielt hat. Wer also detailreiche Geschichten mit moderatem Tempo, aber dafür mit zahlreichen enthüllten Geheimnisse, mag wird hier gut unterhalten werden. Aufgrund der kleinen Abstriche vergebe ich immer noch gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Temporeicher Thriller rund um die Maklerszene in LA

To Die For
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Für Fans von Spannung kann ich „To Die For“ von Lisa Gray auf jeden Fall empfehlen. Die Geschichte startet temporeich und hält dies auch bis zum Ende hin durch. Auch die Spannung ist bis zuletzt hoch und ...

Für Fans von Spannung kann ich „To Die For“ von Lisa Gray auf jeden Fall empfehlen. Die Geschichte startet temporeich und hält dies auch bis zum Ende hin durch. Auch die Spannung ist bis zuletzt hoch und konnte auch durch einige Twists kontinuierlich gehalten werden. Der Schreibstil liest sich flüssig und so konnte ich mir das eindrucksvolle Setting sehr gut vorstellen. Zu Beginn erscheint noch alles so klar, doch nach und nach zeigen sich immer mehr Verstrickungen, wobei die letztliche Auflösung für mich durchaus überraschend war. Hin und wieder setzt die Autorin für meinen Geschmack zwar etwas zu sehr auf übertriebenes Drama, aber Thriller müssen ja auch nicht unbedingt Realitätsnah sein. Die Figurenzeichnung ist detailliert, wenn auch nicht immer authentisch, so zumindest mein Gefühl. Dennoch bietet das Buch gute Unterhaltung und der Plot in der Maklerszene ist mal was Neues. Alles in allem bin ich doch recht angetan und vergebe letztlich gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Crime-Fans.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Mehr Krimi als Komödie

Yallah, Mord!
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Mit „Yallah, Mord!“ feiert Bülent Ceylan sein Debüt als Krimi-Autor. Zunächst einmal wurde ich vom tollen, total flüssigen und mitreißenden Schreibstil positiv überrascht. Auch deshalb kann das Buch mit ...

Mit „Yallah, Mord!“ feiert Bülent Ceylan sein Debüt als Krimi-Autor. Zunächst einmal wurde ich vom tollen, total flüssigen und mitreißenden Schreibstil positiv überrascht. Auch deshalb kann das Buch mit anderen Krimis ohne Probleme mithalten. Inhaltlich liegt für mich die Gewichtung aber deutlich auf der Krimihandlung, denn Comedy-Details gibt es nur wenige. Klar bekommt die Geschichte durch Bülent als Ermittler und die Auftritte seiner bekannten Bühnen-Figuren eine witzige Note. Richtig loslachen musste ich bei der Lektüre aber an keiner Stelle. Deutlicher hervor gearbeitet ist da schon Mannheim als Schauplatz, auch deshalb könnte man das Buch als Regional-Krimi bezeichnen. Der Fall ist in sich stimmig und das miträtseln macht Spaß. Zum Ende hin gibt es dann nochmal eine leicht abgedrehte Note. Insgesamt ist es aber wichtig welche Erwartung man ans Buch stellt, denn eine Komödie war es in meinen Augen keinesfalls. Und auch Anneliese, Mompfred und Hasan bleiben als Figuren eher blass und reichen in Buchform bei weitem nicht an Bülents Live-Auftritte heran. Dafür enthält die Geschichte aber immer wieder autobiografische Infos, was mir richtig gut gefiel. Nebenbei erfährt man so doch noch etwas mehr über den Comedian und Neu-Autor. Für Fans ist der Krimi auch deshalb empfehlenswert. Aber auch ohne Bülent zu kennen kann ich „Yallah, Mord!“ für Fans von Cosy Crime und Regional-Krimis empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Vielfältige Texte mit ganz unterschiedlichen Themen

Die Deutschen. Wer wir sind. Wer wir sein wollen.
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Im Buch „Die Deutschen. Wer wir sind. Wer wir sein wollen.“ versammelt Herausgeber Thomas Mirow acht Essays von ganz unterschiedlichen Autor:innen. Die Texte sind nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch ...

Im Buch „Die Deutschen. Wer wir sind. Wer wir sein wollen.“ versammelt Herausgeber Thomas Mirow acht Essays von ganz unterschiedlichen Autor:innen. Die Texte sind nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch sehr unterschiedlich. Von einfach lesbar, über benötigte mehr Konzentration, bis hin zu komplizierten und nur schwer lesbaren Beiträgen ist alles dabei. Prinzipiell handelt es sich aber natürlich um ein Sachbuch, welches gewichtiger daher kommen darf als etwa ein Roman. Inhaltlich bin ich hingegen durchwegs angetan. Die Schwerpunkte sind gut gewählt und überall konnte ich etwas mitnehmen. Obwohl Schwierigkeiten und Probleme klar benannt werden, ist die Stimmung doch auch oft hoffnungsvoll. Auch wenn die Lage der Nation uns alle angeht, kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass sich durch die hohe Komplexität der Texte, wirklich alle Menschen angesprochen fühlen. Meiner Meinung nach eignet sich das Buch aber für alle politisch und gesellschaftlich interessierte Menschen. Die interessanten und fundierten Einschätzungen zeichnen ein vielfältiges Bild von Deutschland und entkräften nebenbei noch so manche Stammtischparole. Da mich die meisten Texte überzeugen konnten, vergebe ich gute 4 Sterne.

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