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Veröffentlicht am 16.01.2025

10. Fall für Commissario Grauner – Rente in Sicht?

Ein Schimmern am Berg
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Bisher habe ich alle Fälle von Commissario Grauner gelesen, aber mir scheint, Lenz Koppelstätter sollte seinen mahlerliebenden Protagonisten doch bald in Rente gehen lassen. Die Fälle werden nicht mehr ...

Bisher habe ich alle Fälle von Commissario Grauner gelesen, aber mir scheint, Lenz Koppelstätter sollte seinen mahlerliebenden Protagonisten doch bald in Rente gehen lassen. Die Fälle werden nicht mehr unterhaltsamer, sondern ziehen sich unter teils merkwürdigen Verrenkungen in die Länge, ohne die frühere Spannung zu erreichen.
Dieses Mal findet ein makabrer Mord in einem Laaser Marmorbruch statt, welcher für eine kulturelle Veranstaltung das passende Ambiente bieten sollte. Gefunden wird eine Künstlerin, zersägt von einer riesigen Maschine, die man sonst für Marmorblöcke einsetzt. Grauner beginnt zu ermitteln, währenddessen sein bewährtes Gespann Saltapepe und Tappeiner eine Art kombinierte Urlaub- und Hochzeitsreise in die USA unternimmt. Ermittelt wird fortan parallel dort und in Laas, denn die Marmorspuren führen auch nach New York und in Laas kommen noch vergiftete Marillenspuren hinzu. Saltapepe und Tappeiner werden dieses Mal zu Marionetten in einem recht gefährlichen Gangsterspiel.
Zwischendurch hängt bei Grauner auch noch der Haussegen schief und seine früheren Panikattacken lassen nicht lange auf sich warten. Darauf kann er aber keine Rücksicht nehmen und so ermittelt er, auf die Hilfe von Staatsanwalt Belli angewiesen, in dem undurchsichtigen Fall weiter.
Ich lese die Bücher von Lenz Koppelstätter vor allem deshalb gern, weil er einen unverwechselbaren, leicht amüsierten und amüsanten Schreibstil hat, der über manche Leerstelle hinweghilft. Die Figuren sind trotzdem recht unterschiedlich, nicht jeder Protagonist erhält seine volle Schriftstellerliebe. Grauner war und bleibt der Star der Krimiserie.
Fazit: Am Ende wird natürlich nicht alles gut, das wäre nun doch zu profan.
3 Sterne

EinSchimmernamBerg

NetGalleyDE

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Kein gewöhnlicher Nesbø

Der König
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Jo Nesbø war lange einer meiner Lieblingsautoren aus Norwegen, aber Der König gefällt mir nicht halb so gut wie die Harry-Hole-Storys. In diesem Buch zieht sich alles sehr lang dahin und die "Selbstgespräche" ...

Jo Nesbø war lange einer meiner Lieblingsautoren aus Norwegen, aber Der König gefällt mir nicht halb so gut wie die Harry-Hole-Storys. In diesem Buch zieht sich alles sehr lang dahin und die "Selbstgespräche" sind eher Selbstbeweihräucherung. Da verliert sich die Spannung im schwülstigen Gerede.
Carl und Roy sind so unterschiedlich, wie zwei Brüder nur sein können. Im kleinen norwegischen Os, das sinnbildlich für Provinz und Merkwürdiges steht, lässt mich bisweilen an den Zauberer von Oz denken. Einer muss der Herrscher sein, auch im dunklen Norwegen.
Wie zwei Brüder versuchen, das Glück zu erzwingen, ohne Rücksicht auf Verluste, das hat mich nicht in seinen Bann gezogen, wie es die Ankündigung verspricht. Mir hat die Geschichte zum Glück auch keine schlaflosen Nächte beschert.
Fazit: wer bis zum Ende liest, wird doch überrascht sein.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Nach rund 150 Seiten: Boxenstopp

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Das Interessanteste am Buch ist wirklich der Schutzumschlag. Er zieht den Blick an und die Fantasie. Schön wäre es gewesen, hätte mich das ganze Buch so gefesselt. Die Lovestory von so einem ungleichen ...

Das Interessanteste am Buch ist wirklich der Schutzumschlag. Er zieht den Blick an und die Fantasie. Schön wäre es gewesen, hätte mich das ganze Buch so gefesselt. Die Lovestory von so einem ungleichen Paar wie Nina (Ende 40) und David (um die 30) hätte wirklich eine Kaskade an tollen Ideen mit sich bringen können, nicht nur zum Lachen, vielleicht auch zum Weinen, oder eben zum Nachdenken. Aber ich wurde zugeschüttet mit Selbstzweifeln, nicht nur von den beiden, sondern auch von ihrer Schwester Lena. Die zweite Frau von Ninas Ex-Mann ein wahrscheinlich gebotoxtes Wesen, natürlich mit unfassbar süüüßen Kindern, der Ehemann von Lena, Flori, auch kein Highlight. Die Probleme, die man wälzt, sind Me-Too-Geschwätz und Alltagsquark. Selbstbewusstsein hat offenbar nur die Mutter von Nina und Lena, aber das trinkt sie sich wohl auch schöner als es ist. Dazu kommt noch Zeyneb, Kollegin, Freundin, Stilberaterin, Psychotante von Nina.
Zumindest die Gegend kam mir sehr bekannt vor, die Brunnenstraße rauf und runter hat aber nicht viel gebracht. Es wurde und wurde einfach nicht spannend und lustiger auch nicht. Schade. Ob ich noch einmal weiterlese, weiß ich noch nicht.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

50. Geburtstag ist doch kein Unglück

Das Fest
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Ich habe mir von diesem Hörbuch mehr versprochen, ein 50. Geburtstag kann ja so oder so verlaufen. Jakob hat augenscheinlich mit seinem nun erreichten Lebensalter sehr zu kämpfen, feiern mag er nicht und ...

Ich habe mir von diesem Hörbuch mehr versprochen, ein 50. Geburtstag kann ja so oder so verlaufen. Jakob hat augenscheinlich mit seinem nun erreichten Lebensalter sehr zu kämpfen, feiern mag er nicht und alles andere ist ihm echt zu viel. Eine Badehose als Geschenk ist da auch nicht gerade willkommen, aber er macht gute Miene zum (bösen, nein aufreizenden) Spiel und ab geht es bei schönstem Wetter ins Freibad. Irgendwie finden sich alle möglichen Leute ein, die ihm immer noch, oder ehemals recht nahe standen.
Irgendwie entwickelt sich die Geschichte dieses Sommertages recht chaotisch und es wird vielleicht am Ende doch noch eine Party. Eine kurze Geschichte liebevoll erzählt von Lucy Fricke und unterhaltsam gesprochen von Bettina Hoppe.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Neues Ermittlerteam mit Charakter und Schwächen

Gegenspieler
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Jedem Liebhaber deutscher Krimis, so auch mir, ist Arno Strobel ein Begriff, seine Bücher zieren nicht selten die Bestsellerlisten. Auch schrieb er schon im Duett mit Ursula Poznanski, der „Gegenspieler“ ...

Jedem Liebhaber deutscher Krimis, so auch mir, ist Arno Strobel ein Begriff, seine Bücher zieren nicht selten die Bestsellerlisten. Auch schrieb er schon im Duett mit Ursula Poznanski, der „Gegenspieler“ ist nun das erste Buch, das er gemeinsam mit dem Krimiautor Ingo Bott (bekannt durch die Pirlo-Serie) herausbringt. In diesem Buch treffen sich der Ex-Kriminalist Max Bischoff, der auch einer Krimiserie entstammt, und der Anwalt Dr. Anton Pirlo zu einem ersten Match. Die Aufmachung des Buches ist schon ein Hingucker, das Cover zeigt rundum die beiden Autoren (sehen so auch die Protagonisten aus?) oder sollte man lieber sagen, Antagonisten – man kann das Buch ins Regal stellen, wie man will, es hat auch zwei Rücken. Der Untertitel „Bischoff und Pirlo ermitteln“ hält alles zusammen.
Mit über 400 Seiten ist es ein recht umfangreiches Buch, da erwartet der (den) Krimileser auch einiges. Leider sind sich die beiden Hauptakteure überhaupt nicht grün und der ursprünglich zu lösende Kriminalfall eines vorgetäuschten Selbstmords bläht sich im Verlauf des Buches zu Größerem auf. Zuerst kommt der Anwalt Karl Müller von der renommierten Kanzlei Müller & Mahler zu Tode, danach folgt eine zweite Führungsperson aus dieser Kanzlei. Anwalt Ernst Mahler seinerseits will durch Privatermittler Max Bischoff zunächst den ersten Todesfall klären lassen, dass er Bischoff nur mit 50.000 Euro ködern kann, die dieser für die Heilungschance seiner Schwester verwenden will, mutet recht merkwürdig an. Weiter lernt man zu Beginn Sophie, die Tochter von Mahler, kennen, auch sie recht eigensinnig und von sich eingenommen. Der Apfel… Dummerweise wird Kanzleichef Mahler als Verdächtiger in Untersuchungshaft genommen. Als dann auch noch Sophies Lover und Mitanwalt Pirlo, der natürlich Mahler vertreten und heraushauen soll, in die Ermittlungen einbezogen wird, ist das Chaos fast perfekt. Gleich zu Beginn und zwischen den einzelnen Scharmützeln der Protagonisten meldet sich eine Mörderstimme aus dem Off und stiftet beim Leser Verwirrung – augenscheinlich strebt er nach unsterblichem Ruhm – und soll bestimmt die Spannung steigern.
Dass sich erst am Ende des Buches alles aufklärt, ist selbstverständlich, sonst hätte es mindestens 200 der 400 Seiten nicht gebraucht. Die letzten Kapitel nahmen aber doch unerwartet Fahrt auf und wurden dem Genre Krimi gerecht. Kurz, aber nicht ganz schmerzlos, rasant, und mit am Ende etwas überschwänglichem Ausgang. Ernst Mahler erscheint im wunderbaren Licht, das einem hochkarätigen Anwalt wohl gebührt. Mehr will ich nicht verraten. Dass es weitere Bischoff-Pirlo-Krimis geben wird, ist eigentlich klar. In diesem Buch haben sich die beiden Gegenspieler erst einmal nur beschnuppert.
Mich haben die langen Wortgefechte, das ewige aufs Handy starren und telefonieren, und die nicht ganz logischen Aktionen und Reaktionen der Protagonisten zuweilen etwas gelangweilt. Welcher Leser kann sich denn vorstellen, dass ein gestandener Professor sich als Anwaltspraktikant zu einer Anhörung beim Staatsanwalt einschmuggeln lässt? Recht absurd. Leider geriet das Ermitteln bei den vielen äußerlichen Beschreibungen, wie z. B. von Pirlos Haaren, manchmal in den Hintergrund.
Fazit: Ein neues Ermittler-Duo am Krimihimmel, da haben die beiden Autoren bestimmt noch Luft nach oben. Obwohl zwei Autoren am Werk waren, liest sich das Buch sehr stimmig, dass die Sicht- und Schreibweise passend zu den beiden Protagonisten Bischoff und Pirlo ausgelebt wird, ist überzeugend. Gute 3 Sterne.

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