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Veröffentlicht am 11.01.2025

Eine sich langsam entwickelnde, erwachsene nLiebesgeschichte mit einem herrlich wehmütigen Blick auf eine Zeit, in der man nicht permanent online war.

Love Me Like It's Yesterday
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Juno lebt in Leipzig, wo sie eine eigene Werkstatt hat, in der sie hingebungsvoll Möbelstücke restauriert. Dabei tanzt sie zu Musik der 1980er-Jahre von ihren Musikkassetten. Juno ist weder per E-Mail ...

Juno lebt in Leipzig, wo sie eine eigene Werkstatt hat, in der sie hingebungsvoll Möbelstücke restauriert. Dabei tanzt sie zu Musik der 1980er-Jahre von ihren Musikkassetten. Juno ist weder per E-Mail zu erreichen, noch hat sie ein Handy. Sie hat sich dem technischen Fortschritt entzogen und führt ein analoges Leben.
Taro ist Psychologe und verdient sein Geld auf Youtube, wo er als Coach Männer beim Kennenlernen von Frauen unterstützt. Kritik ausgesetzt und öffentlich unter Druck, schließt Taro eine Wette ab, um zu beweisen, dass seine Flirttipps wirken. Juno wird zu Taros Herausforderung und bei der gemeinsamen Restaurierung eines antiken japanischen Teeschranks kommen sich die beiden näher.
Als echte Gefühle im Spiel sind, beendet Taro die Wette, wagt es allerdings nicht, Juno die Wahrheit über ihr Kennenlernen zu offenbaren. In Bezug auf Juno wiegt dies besonders schwer, da diese in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen gemacht hat und nicht ohne Grund die digitale Welt verteufelt.

"Love me like it's yesterday" wird aus den Perspektiven beider Hauptfiguren erzählt, wobei Junos Geschichte den größeren Anteil hat.

Juno ist mit ihren sehr strikten Ansichten in Bezug auf die moderne Technik extrem dargestellt, aber je mehr man über sie erfährt desto besser kann man ihren Rückzug verstehen. In ihrer Werkstatt ist sie zu Hause, gibt den Möbelstücken Namen und erfindet Worte, um Dinge zu beschreiben, für die ihrer Ansicht nach die richtigen Worte fehlen. Trotzdem wirkt Juno nicht verschroben, sondern authentisch. Sympathien weckt sie zudem durch ihr Engagement in einem Verein für Mobbingopfer.
Auch Taro ist eine sympathische Figur. Die Wette ist ihm schon bald unangenehm, aber er steht auch unter dem Druck, Content zu produzieren, Follower zu generieren und damit seine Sponsoren zufrieden zu stellen.
Der Gegensatz beider Leben ist deutlich und dennoch spürt man, dass Juno und Taro auf einer Wellenlänge sind.

Die Liebesgeschichte entwickelt langsam und manche Szene ihrer gemeinsamen Aktivitäten, in der letztlich nicht viel passiert, ist etwas zu sehr in die Länge gezogen. Dynamik und mehr Spannung erhält der Roman erst spät, als sich Juno öffnet und Taro erklärt, was sie in der Vergangenheit (online) erlebt hat und damit auch immer drängender wird, dass Taro sein Geheimnis preisgibt, bevor Juno es von Dritten erfahren muss.

Die Botschaft des Romans wird klar, aber manchmal etwas plakativ vermittelt. Die Rückbesinnung auf das wirkliche, das reale Leben, Menschen wieder anzugucken statt auf das Handy zu starren, sich bewusst auf einen Dialog konzentrieren und sich nicht vom Pling des Handys ablenken zu lassen sowie die Gefahr online zum Opfer von ungerechtfertigten Angriffen zu werden, wird anhand der Hauptfiguren, aber auch einzelner Nebencharaktere eindringlich und empathisch dargestellt.
Die Erzählung hält dabei eine gelungene Balance aus lustigen Momenten und ernsten Problemen und überzeugt mit lebensechten Figuren und einer authentischen Liebesgeschichte.

Auch wenn man die Vorteile des technischen Fortschritts nicht von der Hand zu weisen sind, blickt man durch die Geschichte herrlich wehmütig auf eine Zeit zurück, in der man nicht rund um die Uhr zu erreichen war und in der man sich bewusster mit sich selbst und seiner Umwelt beschäftigen musste.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2025

Abwechslungsreiche, vielschichtige Geschichte über die Probleme von Middleagern: ungeschönt, aber humorvoll

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Nina ist Ende 40, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und seit zwei Jahren von ihrem Ehemann Phil geschieden, der sie durch eine jüngere Frau ersetzt hat.
Auf einem Gartenfest bei Phils neuer Familie lernt ...

Nina ist Ende 40, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und seit zwei Jahren von ihrem Ehemann Phil geschieden, der sie durch eine jüngere Frau ersetzt hat.
Auf einem Gartenfest bei Phils neuer Familie lernt Nina David kennen, der 20 Jahre jünger ist als sie. Nach einer gemeinsamen Nacht werden Zweifel in ihr wach: Darf sie sich in einen so viel jüngeren Mann verlieben und hätte eine Beziehung eine Zukunft? Während Nina Unterstützung von ihrer besten Freundin erhält, begegnet ihre Familie ihr mit Ablehnung. Ninas jüngere Schwester Lena hat wenig Verständnis, sieht sich jedoch mit eigenen Problemen in ihrer Ehe konfrontiert und bemüht sich verzweifelt darum, einer Clique von Momfluencern in ihrem Stadtviertel anzugehören.
Beide müssen zudem damit zurechtkommen, dass ihre Mutter nicht mehr so rüstig und zunehmend auf Hilfe angewiesen ist.

Der Roman ist aus wechselnden Perspektiven der Hauptfiguren geschildert, wobei Ninas Leben im Vordergrund steht. Als sie sich neu verliebt, blüht sie im Hormonrausch sichtlich auf und ist selbst genervt von der Tatsache, dass ihr der Altersunterschied solche Probleme bereitet. Sie hat wie ihre Schwester mit Selbstzweifeln zu kämpfen.
Lena ist jedoch noch viel mehr darum besorgt, was andere denken könnten und möchte einfach nur zu den Schönen und Reichen dazu gehören. Sorgen bereitet ihr zudem die fehlende Romantik in ihrer Ehe und dass in der Firma ihres Mannes ein Compliance-Verfahren eingeleitet wurde, das den Machtmissbrauch und die Übergriffigkeit von Männern aufklären soll. Selbst die taffere Nina, die in der selben Produktionsfirma arbeitet, ist verunsichert, was die Untersuchung zu bedeuten haben mag und welche Konsequenzen drohen könnten.

Der Roman liest sich wie aus dem Leben gegriffen. Die handelnden Personen sind nahbar und authentisch, die geschilderten Probleme nachvollziehbar und zeitgemäß.
Trotz durchaus schwerwiegender Themen wie Einsamkeit, Älterwerden, Trauer, Verlust, Selbstzweifel und sexueller Gewalt, ist das Buch unterhaltsam und humorvoll geschrieben.

Die ein oder andere peinliche Szene, die sich vor allem aufgrund der Unsicherheit der Protagonisten ergibt, wenn Nina verliebt zum Teenager mutiert oder Lena sich der Grunewalder Girl Gang anbiedert, driftet nicht in Klamauk ab oder ist zum Fremdschämen, sondern erscheint mit all den Klischees einfach nur ehrlich.

Die Liebesgeschichte von Nina ist dabei nicht einmal so sehr im Vordergrund. Es geht vielmehr um das Leben in all seinen Facetten. Der Roman handelt von Freundschaft und Familie, von der Sehnsucht nach Liebe und körperlicher Nähe, von Fürsorge und Verantwortung und letztlich auch von Frauensolidarität. Gerade die Themen Selbstliebe und "Metoo" in Bezug auf die widerlichen Übergriffe am Arbeitsplatz sind empathisch umgesetzt.

Die Geschichte ist abwechslungsreich und vielschichtig, lebendig und voller Wortwitz. Sie zeigt die Probleme von Menschen in der zweiten Lebenshälfte ungeschönt, aber humorvoll auf und beweist, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist. Dazu braucht es Mut, aber auch den Rückhalt von guten Freunden und das sichere Band einer Familie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2024

Humorvolle Liebesgeschichte mit einem ernsten Kern zur bewussten Nutzung des Internets. Das wahre Leben wartet offline!

Auf dich war ich nicht vorbereitet
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Daisy Hobson arbeitet als Kundenbetreuerin in einer Marketingagentur und ist rund um die Uhr online. Als sie vor einem Tinder-Date spontan einen Tweet für ihre Follower absetzt, merkt sie erst am nächsten ...

Daisy Hobson arbeitet als Kundenbetreuerin in einer Marketingagentur und ist rund um die Uhr online. Als sie vor einem Tinder-Date spontan einen Tweet für ihre Follower absetzt, merkt sie erst am nächsten Morgen, dass sie noch im Account ihres Arbeitgebers eingeloggt war. Ihre anzügliche Nachricht war vor dem Löschen bereits viral gegangen und Daisy wird fristlos entlassen.
Ohne Job und gerade bei einer Freundin einquartiert, ist Daisy am Ende. Ihre Schwester Rosie zwingt sie zu einer Digital-Detox-Kur und entführt sie regelrecht aus London. Den Detox-Aufenthalt hatte sich Daisy allerdings anders vorgestellt. Auf Handy-Entzug auf dem Land sind die einzigen Lichtblicke ein attraktiver Franzose und der schroffe Nachbar, der sich mehrfach als Daisys Lebensretter hervortut.

"Auf dich war ich nicht vorbereitet" ist eine humorvolle Liebesgeschichte mit einem ernsten Kern.
Auch wenn die Hauptfigur Daisy in Bezug auf ihre Internetsucht überzeichnet dargestellt ist, ist die Geschichte liebenswert und unterhaltsam zu lesen. Der Kontrast zwischen Stadt und Land ist anschaulich dargestellt. Daisy wird von London und dem Leben mit ihren Social Media-Accounts in einen Ort versetzt, wo die Uhren anders ticken und wo ein Breitbandinternetanschluss keine Selbstverständlichkeit ist. Abgelenkt von der Unterstützung ihrer Schwester und den attraktiven Männern um sie herum, vermisst sie ihr Handy nach einiger Zeit schon kaum noch.
Durch das ungewohnte Zusammenleben kommt Daisy ihrer Schwester näher und findet sogar Freude am altmodischen Briefeschreiben, was ihren Flirt zu ihrem Nachbar weiter fördert. Doch ihr Leben in London und die Folgen ihres Tweets kann sie nach einem mehrwöchigen Abstand nicht länger ignorieren und muss sich der Realität stellen.

Trotz der insgesamt humorvollen Stimmung, die durch Daisys Ungeschicke und die Neugier der Dorfbewohner forciert wird, wird der ernste Hintergrund von Daisys ungeplanter Auszeit nichts ins Lächerliche gezogen. Auf brutale Art und Weise muss Daisy lernen, dass das Internet nichts vergisst und welche Folgen (unüberlegte) Postings beruflich und privat haben können. Auch hilft ihr die Situation zu erkennen, wer wahre Freunde sind und dass man ohne Bildschirmpause die wesentlichen Dinge aus dem Auge verliert.
Daisys Wandel ist nachvollziehbar, macht sie sympathischer und auch ihr privater und beruflicher Neuanfang ist realistisch dargestellt.

Der Roman nimmt die Internetmanie aufs Korn und ist eine emphatische Mahnung, genau zu überlegen, was man im Internet preisgibt und ob überhaupt so viel Zeit am Bildschirm und virtuell verbracht werden muss. Das echte Leben wartet offline und reale Freunde sind letztlich wertvoller als oberflächliche Internetkontakte.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Undurchsichtiger, spannender Kriminalfall mit düsterer, etwas mystischer Atmosphäre

Schneewittchen schläft
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Seit drei Jahren sucht Gabriel Forman nach seiner Tochter Izzy, die vermeintlich ermordet wurde. Er hatte sie jedoch zuletzt lebendig auf der Rückbank eines Wagens vor ihm gesehen. Gabe hat seit dem Anschlag ...

Seit drei Jahren sucht Gabriel Forman nach seiner Tochter Izzy, die vermeintlich ermordet wurde. Er hatte sie jedoch zuletzt lebendig auf der Rückbank eines Wagens vor ihm gesehen. Gabe hat seit dem Anschlag auf seine Familie sein Leben komplett aufgegeben, um die Autobahnen tagtäglich abzufahren und nach Izzy zu suchen. Als er endlich einen Hinweis erhält und auf eigene Faust weiterermittelt, wird er selbst angegriffen und mit einem Messer verletzt.
Zeitgleich ist Fran zusammen mit Alice auf der Flucht. Alice leidet unter schlimmen Albträumen und Panikattacken und Fran tut alles, um sie zu schützen. Als sie erfährt, dass Gabe seiner Tochter auf der Spur ist, begeht sie einen riskanten Fehler.

Aufgebaut aus drei Handlungsebenen, deren Zusammenhänge sich erst allmählich ergeben, ist der Thriller spannend konstruiert.
Auch wenn es auf der Hand liegt, dass Fran mit Izzy unterwegs ist, ist nicht zu erahnen, warum gerade sie ein Mädchen schützen möchte, dass nicht ihre Tochter ist und warum es für die Polizei so aussieht, als sei Izzy zusammen mit ihrer Mutter ermordet worden.
Zudem gibt es noch ein weiteres Mädchen, das im Wachkoma liegt, dessen Identität nicht klar ist - ein schlafendes Schneewittchen... Und wer ist das tote Mädchen, das Gabes Schwiegervater als Izzy identifiziert hat?
Fragen über Fragen, die ein komplexes Puzzle bilden, dessen Teile sich langsam zu einem logischen Ganzen zusammenfügen.

Neben dem undurchsichtigen Kriminalfall hat der Roman eine mystische Komponente, die für Verwirrung sorgt und bei der man auf eine logische Erklärung gespannt sein kann, die jedoch am Ende ausbleibt. Die Steine, die Spiegel, die Verbindung zwischen den Mädchen und die Narkolepsie sorgen für einen Gruselfaktor, der jedoch für die Handlung keinen entscheidenden Mehrwert hat.

Die Geschichte ist durchgehend fesselnd, die Stimmung düster und bedrohlich. Die Emotionen der Charaktere sind authentisch dargestellt. Ihre Ängste und Hoffnungen, das Klammern an den letzten Strohhalm und die Suche nach Wahrheit bis zur Selbstaufgabe sind nachvollziehbar. Wer welche Schuld trägt und was zu verbergen hat, bleibt bis zum Ende so spannend wie die Aufklärung der Tat, die alles auslöste. Ein Teufelskreis aus Rache, Schuld und Selbstjustiz setzt sich schlüssig zusammen und erscheint gar nicht mal so unwahrscheinlich, was nachhaltig beängstigend ist.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Komplexer Kriminalfall, der allerdings etwas lang gezogen ist und ganz nicht mit dem Charme der "verlorenen Seelen" von Band 1 mithalten kann.

Eisiges Glas
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Kriminalkommissarin Leonore Asker, die seit Kurzem Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen ist, wird von ihrem Vater kontaktiert, den sie als Kind gleichzeitig gefürchtet und ...

Kriminalkommissarin Leonore Asker, die seit Kurzem Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen ist, wird von ihrem Vater kontaktiert, den sie als Kind gleichzeitig gefürchtet und verehrt hat und zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Er kündigt an, dass er unter Mordverdacht geraten wird, da eine Leiche in unmittelbarer Nähe seiner Farm gefunden wurde. Widerwillig nimmt Asker Ermittlungen in dem 16 Jahre zurückliegenden Mordfall auf, da ihr Vater sich als Prepper einer Verhaftung gewaltsam entziehen würde. Askers Konkurrent Jonas Hellmann, Leiter der Abteilung für Kapitalverbrechen, ermittelt gegen "Prepper-Per" und möchte mit einer Fallaufklärung sein Ego aufpolieren und Asker in die Schranken weisen.
Askers Jugendfreund Martin Hill hat das Angebot für ein Buchprojekt erhalten, mit dem ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen könnte. Als leidenschaftlicher Urban Explorer könnte er endlich mehr über das verlassene Observatorium auf einer Privatinsel erfahren, wo vor Jahren ein UFO gesichtet und der bekannte Unternehmer Gunnar Irving von Außerirdischen für eine neue Firmenidee inspiriert worden sein soll.
Während Hill einem dunklen Familiengeheimnis immer näher kommt, stellt Asker fest, dass ihr Mordfall eine Verbindung zu Iriving aufweist.

"Eisiges Glas" ist nach "Stille Falle" der zweite Band der Krimireihe um die in die unterste Etage versetzte Kriminalkommissarin Leo Asker.
Der neue Fall, den Asker durch ihren Vater an sich heranzieht und in dem sie ohne offizielle Zuständigkeit ermittelt, setzt nahtlos und zeitlich nur wenige Wochen später an Band 1 an.
Der Kriminalfall ist aus mehreren Handlungssträngen aufgebaut, die sich mit kurzen Kapiteln abwechseln.

Asker kann sich der Manipulation ihres Vaters nicht entziehen und muss mit den wenigen Ressourcen, die ihr zur Verfügung stehen, einen Cold Case lösen.
Ungeahnt kann ihr Freund Hill sie unterstützen, der anlässlich des Jubiläums eines Medizin-Tech-Unternehmens ein Buch über die Firma Alfacent und den mystischen Gründer schreiben soll. Dabei findet er heraus, dass dieser an einem Kryonik-Projekt forscht und dabei die Grenzen der Ethik weit überschreitet.
Eine weitere Perspektive ist die des gläsernen Mannes, der mordlustig in den Katakomben haust und durch den die Leser den Ermittlern und Lektor Hill in ihrem Wissen einen Schritt voraus sind. Dieser Erzählstrang ist gruselig und entwickelt den Kriminalfall zu einem Thriller.

Der atmosphärisch düstere Plot, der mit skurrilen und soziopathischen Charakteren - sowohl auf der Seite der Guten als auch der Bösen - aufwartet, erhält durch Hellmann und sein übergroßes Ego, mit dem er zielsicher in die falsche Richtung ermittelt, eine willkommene ironisch-witzige Komponente.

Die Aufklärung des Kriminalfalls und wie die einzelnen Erzählstränge zusammengeführt werden, ist spannend und abgründig geschildert. Im Mittelteil ergeben sich allerdings Längen bei Hills Recherchen auf dem streng überwachten Gut. Ein wenig schade ist auch, dass die Abteilung für hoffnungslose Fälle und ihre skurrilen Mitarbeiter im Hintergrund bleibt und ihr spezieller Charme nicht so sehr wie in Band 1 zur Geltung kommt.

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