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Veröffentlicht am 13.01.2025

Atmosphärisch dichte Fortsetzung für Rom< Beccare und ihr Team

Dünenmord
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Buchmeinung zu Katharina Peters – »Dünenmord«

»Dünenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2013 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der zweite Band um das Team von Romy Beccare, ...

Buchmeinung zu Katharina Peters – »Dünenmord«

»Dünenmord« ist ein Kriminalroman von Katharina Peters, der 2013 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der zweite Band um das Team von Romy Beccare, die auf Rügen ermittelt.

Zum Autor:
Manuela Kuck (geboren 8. Juni 1960 in Wolfsburg) ist eine deutsche Schriftstellerin, die unter ihrem eigenen Namen und unter dem Pseudonym Katharina Peters veröffentlicht.
Nach dem Abitur zog sie nach Berlin und studierte Germanistik und Kunstgeschichte. Sie lebt heute als freie Autorin im südlichen Berliner Umland und veröffentlicht Regionalkrimis, Romane, Frauenliteratur und Kurzgeschichten.

Zum Inhalt:
Am Strand von Göhren wird die Kindergartenleiterin Monika Sänger ermordet aufgefunden. Das Ermittlerteam um Kommissarin Romy Beccare ist wieder gefordert.

Meine Meinung:
Auch der zweite Band hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die Kommissare Romy Beccare und Kasper Schneider sind wohltuend normal und wirken sympathisch. Fine Rohlbart ist die gute Seele im Präsidium und gibt den Ermittlern den nötigen Freiraum und Maximilian Breder ist der Datenspezialist des Teams. Sie ergänzen sich gut mit ihren Fähigkeiten und bilden bald ein eingespieltes Team. Die temperamentvolle und impulsive Romy Beccare muss manchmal durch den ruhigen Kasper Schneider eingefangen werden. Die Geschichte entwickelt sich langsam und der Leser lernt wieder Land und Leute kennen. Bald weisen Spuren in die DDR-Vergangenheit und Kasper kann alte Kontakte nutzen. Wie schon im ersten Band zeigen sich beim Mordopfer bei näherer Betrachtung dunkle Flecken, aber diesmal auch erfahrenes Leid. Die Ermittler bleiben hartnäckig und Romys Bauchgefühl weist in Richtung einer Tragödie. Es bleibt spannend und überraschende Wendungen fordern einen neuen Ansatz. Am Ende steht eine nachvollziehbar gelöster Fall, dessen Auflösung mir einige unterhaltsame Stunden beschert hat. Der Schreibstil ist atmosphärisch und eingänglich. Die Figuren wirken glaubhaft. Ich freue mich schon auf gen nächsten Band.

Fazit:
Ein atmosphärisch dichter Krimi mit erfreulich normalen Ermittlern und einer spannenden Handlung, der mich sehr gut unterhalten hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Geschichten.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

In weiten Teilen gelungenes Debut

Kein Land in Sicht
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Buchmeinung zu Christina Pertl – »Kein Land in Sicht«

»Kein Land in Sicht« ist ein Kriminalroman von Christina Pertl, der 2024 bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

Zum Autor:
Christina Pertl hat Publizistik ...

Buchmeinung zu Christina Pertl – »Kein Land in Sicht«

»Kein Land in Sicht« ist ein Kriminalroman von Christina Pertl, der 2024 bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

Zum Autor:
Christina Pertl hat Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert, war als Journalistin tätig und arbeitet derzeit als freie Autorin an Romanen und Drehbüchern. Sie wurde 1982 in Graz (Österreich) geboren und lebt derzeit mit ihrer Familie in Bayern.

Zum Inhalt:
Eine junge Frau erwacht ohne Erinnerung auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer. Langsam kommt ihre Erinnerung zurück. Sie ist Kommissarin und auf einer Undercover-Mission, aber was ist passiert und wem kann sie trauen?

Meine Meinung:
Dieses Buch behandelt das überaus heikle Thema Menschen- und Organhandel, mit dem viel Geld verdient werden kann. Verdeckt arbeitende Ermittler sind verraten worden und kämpfen verzweifelt um ihr Überleben. Gerade die Szenen um den männlichen Kommissar, der mit einem Kind gefangen gehalten wird, sind harter Stoff und haben mich ob ihrer Grausamkeit geschockt. In einem zweiten Erzählstrang kämpft Kommissarin Sarah Peters um die Rückgewinnung ihrer Erinnerung. Sie weiß, dass sie verraten wurde, ist aber ratlos wem sie trauen kann. Trotzdem ermittelt sie unerschrocken weiter. Wiederholt muss sie sich die Frage stellen, wem sie überhaupt trauen kann. Neue Erkenntnisse lassen sie an ihrer Beurteilung zweifeln und ihre Unsicherheit wächst. Dann nähert sich der Zielhafen und das Tempo und die Spannung steigen deutlich. Am Ende ist der Fall gelöst, aber schmerzliche Verluste bestimmen das dunkle Bild.
Mir hat die Idee, sich diesem Thema von zwei Seiten zu nähern, sehr gefallen. Die Opferseite ist schwer auszuhalten, auch wenn fast komplett auf blutige Details verzichtet wird. Sarahs Kampf um ihre Erinnerung und die permanenten Zweifel an ihren Einschätzungen machen auf eine andere Art betroffen. Ich habe mit beiden Ermittlern mitgelitten und auf ein positives Ende gehofft. Beide Ermittler wirken sympathisch, während bei den übrigen Figuren die von der Autorin gesäten Zweifel wirken. Der Erzählstil ist eindringlich und voller Emotionen. Die Handlung konnte mich in weiten Teilen fesseln. Wie oft bei Thrillern habe ich mir die Frage gestellt, warum die skrupellosen Verbrecher die Ermittler nicht frühzeitig aus dem Weg geräumt haben.

Fazit:
Ein harter Thriller, der fast ohne blutige Details auskommt, mich aber dennoch fesseln konnte. Das Potential der Autorin ist spürbar, wird aber nicht voll genutzt. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Humorvoller Krimi im Journalistenmilieu

Hinterm Horizont geht's weiter
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Buchmeinung zu Lars Haider – »Hinterm Horizont geht's weiter«

»Hinterm Horizont geht's weiter« ist ein Kriminalroman von Lars Haider, der 2024 bei HOFFMANN UND CAMPE VERLAG erschienen ist. Dies ist der ...

Buchmeinung zu Lars Haider – »Hinterm Horizont geht's weiter«

»Hinterm Horizont geht's weiter« ist ein Kriminalroman von Lars Haider, der 2024 bei HOFFMANN UND CAMPE VERLAG erschienen ist. Dies ist der dritte Band um den Journalisten Lukas Hammerstein.

Zum Autor:
Lars Haider, geboren 1969 in Hamburg, ist seit 2011 Chefredakteur des Hamburger Abendblatts. Zuvor arbeitete er für verschiedene Zeitungen. Haider ist zusammen mit zwei Freunden Gastgeber des Wein-Podcasts Vier Flaschen, der alle zwei Wochen erscheint, und pflegt eine WhatsApp-Freundschaft mit Udo Lindenberg. Er ist ein fanatischer Krimileser und großer Fan von Agatha Christie.

Zum Inhalt:
Ein neuer Chefredakteur und eine Häufung von Unglücksfällen unter wohlhabenden älteren Hamburger Bürgern sorgen für Unruhe Journalist Lukas Hammerstein und Polizeireporterin Kaja Woitek haben einen neuen Fall.

Meine Meinung:
Auch diesmal haben mich die Ermittlungen im Journalistenmilieu von Anfang an mitgenommen. Jederzeit ist das Hamburger Flair spürbar. Neben der sympathischen Hauptfigur Lukas Hammerstein spielt die allzeit gendernde Kriminalreporterin Kara eine wesentliche Rolle. Seine drei Freunde aus dem Weinclub spielen diesmal eine noch kleinere Rolle. Udo Lindenberg hat etwas mehr Raum bekommen und diese Passagen haben etwas. Dackeldame Finchen ist ein wiederkehrender Träger humoristischer Einlagen. Der Schreibstil ist entspannt und mit Humor durchsetzt. Das Tempo ist meist gemächlich und trotzdem ist es spannend. Einige ältere Hamburger Prominente verunfallen tödlich und Lukas, der eine Portraitserie in diesem Umfeld schreiben soll, bekommt Zweifel, ob es wirklich Unfälle waren oder vielleicht doch Mordanschläge. Kaja und Lukas ermitteln eifrig, kommen aber nicht voran. Dann ist es ein ungeliebter Kollege, der eine neue Spur aufzeigt. Die Lösung ist nachvollziehbar, hat aber einen faden Beigeschmack und konnte mich nicht voll überzeugen. Am Ende sind alle Probleme gelöst und es herrscht eitel Sonnenschein.
Probleme der Medienbranche werden thematisiert und auch Eifersüchteleien zwischen den Journalisten spielen eine Rolle. Die Figuren sind zumeist liebevoll mit wenigen Ecken und Kanten gezeichnet. Einige überraschende Wendungen sorgen für Tempo und Spannung.
Die Geschichte wirkt stimmig und lange Zeit hatte ich keine Ahnung, wie die Dinge ein Ganzes ergeben. Auch diesmal gibt es einen passenden Showdown. Auch wenn dies der schwächste Band der Reihe gewesen ist, so habe ich mich immer noch gut unterhalten und mit Lukas und Kaja mitgefiebert.

Fazit:
Leider kann der dritte Band das Niveau seiner Vorgängers nicht halten, trotzdem ist es immer noch ein interessanter Titel. Folglich bewerte ich den Titel mit knappen vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Harter Fall in einem sehr dunklen Schweden

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Buchmeinung zu Pascal Engman & Johannes Selåker – »Wintersonnenwende«

»Wintersonnenwende« ist ein Kriminalroman von Pascal Engman & Johannes Selåker, der 2024 bei Ullstein in der Übersetzung von Ulla ...

Buchmeinung zu Pascal Engman & Johannes Selåker – »Wintersonnenwende«

»Wintersonnenwende« ist ein Kriminalroman von Pascal Engman & Johannes Selåker, der 2024 bei Ullstein in der Übersetzung von Ulla Ackermann erschienen ist. Der Titel der schwedischen Originalausgabe lautet »Skammens väg« und ist 2023 erschienen.

Zum Autor:
Pascal Engman, geboren 1986, war Journalist für Schwedens größte Abendzeitung. Johannes Selåker arbeitete als Nachrichtenleiter als auch als Chefredakteur. Wintersonnenwende ist der zweite Kriminalroman, den er zusammen mit Pascal Engman geschrieben hat.

Zum Inhalt:
Kommissar Tomas Wolf ist von einem Trauma schwer gezeichnet und denkt an Selbstmord. Ein Mord im Rotlichtmilieu in der Silvesternacht 1995 gibt ihm eine Aufgabe. Journalistin Vera Berg kreuzt erneut seinen Weg und erneut müssen sie gemeinsam ermitteln.

Meine Meinung:
Tomas Wolf, sein Kollege Zingo und Vera Berg leiden unter Problemen, die aus ihrer Vergangenheit herrühren. Sie bekommen diese Probleme kaum in den Griff und zeitweilig scheinen sie gar kein Interesse an der Aufarbeitung dieser Probleme zu haben. Zingo und Tomas bilden ein erstaunlich effektives Ermittlergespann und geben sich gegenseitig einen gewissen Halt, obwohl beide in ihrem Zustand nicht in den Polizeidienst gehören. Vera versucht Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber trotz Hilfe ihrer Vermieterin ist es ein schwieriges Unterfangen.
Der Plot ist verwickelt und verknüpft fiktive Elemente mit realen Ereignissen aus 1995, die die Schweden bewegt haben. Er bietet Raum für Entwicklungen und für Überraschungen. Das Tempo ist dank wechselnder Perspektiven hoch. Meist wird die Geschichte aus der Sicht der agierenden Person erzählt. Der Autor beschreibt ein Schweden mit vielen dunklen Seiten, in dem ich nicht leben wollte. Für die Hauptfiguren Vera Berg, Tomas Wolf und Zingo entwickelte ich eine gewisse Sympathie, weil sie sich bemühten, etwas zu verändern. Die Spannungskurve ist ausgeklügelt und erreicht am Ende ihren Spitzenwert.
Der Plot hat mir sehr gut gefallen, aber insgesamt war mir die Handlung zu düster und zu unrealistisch. Tomas muss eine ganze Menge einstecken, aber er bleibt hartnäckig am Fall dran. Die Spannung wächst gegen Ende noch einmal deutlich und der Showdown auf Öland ist zweifelsfrei ein Highlight.
Das Beziehungsgeflecht der drei Hauptfiguren ist komplex und Zingo ist es, der Tomas und Vera zu einer Zusammenarbeit bringt. Vera hält Tomas für einen Mörder, aber dieses Thema bleibt vorerst ausgespart.
Am Ende ist der Fall aufgeklärt, aber die Probleme der Hauptfiguren bleiben bestehen.

Fazit:
Der Plot war richtig gut, aber trotzdem war mein Lesevergnügen nicht ungetrübt. Es gab einfach zu viele negative Komponenten. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) bewerten. Eine Leseempfehlung kann ich nur für Personen abgeben, die mit dem extrem harten Inhalt zurechtkommen können.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Der Autor kann auch Wohlfühlkrimi

Mord im Himmelreich
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Buchmeinung zu Andreas Winkelmann – »Mord im Himmelreich«

»Mord im Himmelreich« ist ein Kriminalroman von Andreas Winkelmann, der 2024 bei Knaur TB erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Winkelmann, geboren ...

Buchmeinung zu Andreas Winkelmann – »Mord im Himmelreich«

»Mord im Himmelreich« ist ein Kriminalroman von Andreas Winkelmann, der 2024 bei Knaur TB erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Winkelmann, geboren an einem kalten Dezembertag im Jahre 1968 in einem kleinen Nest in Niedersachsen, ist der geborene Geschichtenerzähler. Schon als Schüler schrieb er erste Romane in Mathematikhefte. Von dort bis zum Bestsellerautor brachte er ein buntes und bewegtes Berufsleben hinter sich. So war er Bäcker, Soldat, Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsverkäufer und arbeitete in einer Honigfabrik.

Zum Inhalt:
Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus wird zur Rettung eines kleinen Hundes gerufen, der auf einem Paddleboard mitten im See am Campingplatz Himmelreich treibt. Wieder am Ufer merkt Björn, dass unter dem Board eine Leiche festgeschnallt ist. Also beginnt Björn gemeinsam mit der Malerin Annabelle zu ermitteln.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich positiv überrascht, denn der bekannte Thrillerautor kann auch Wohlfühlkrimi. Die beiden Hauptfiguren Björn und Annabelle sind trotz einiger Grautöne sympathisch. Durch ihre recht normale Art animieren sie die Leser zum Miträtseln und Mitfiebern. Der kleine Hund tut ein Übriges dazu. Die anderen Figuren sind einfacher gezeichnet, haben aber alle ein Alleinstellungsmerkmal. Manche verhalten sich ein wenig merkwürdig, manche leben eher zurückgezogen, manche scheinen etwas überzeichnet und manche wirken sogar ein wenig bedrohlich. Die Handlung ist komplex und bietet einige überraschende Wendungen. Die Geschichte wird meist aus der Perspektive Björns erzählt und seine Gedanken werden ausführlich geschildert. Einige Male formuliert er drei Fragen in Anlehnung an die drei Fragezeichen. Auch die Beschreibung des Lebens auf dem Campingplatz macht Lust auf einen Campingurlaub. Besonders gefallen hat mir der mit reichlich Wortwitz durchsetzte Schreibstil, der mich mitgerissen hat. Bis es zur nachvollziehbaren Auflösung kam war ich hoch zufrieden, aber dort nutzte Björn Ermittlungsergebnisse, die er nicht mit der Leserschaft geteilt hatte. Das kostet natürlich einen Stern. Ansonsten war es ein wunderbares Leseerlebnis, beim dem ich herrlich entspannen konnte.

Fazit:
Dieser Wohlfühlkrimi hat mich in weiten Teilen begeistert. Wegen der nicht vollständig geteilten Ermittlungsergebnisse bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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