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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Über das Streiten, Trösten und Vertragen für ganz Kleine

Mein artgerecht-Geschwisterbuch: Ich zuerst! Nein, ich!
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In der Eichhörnchenfamilie gibt es neben dem kleinen Vincent auch noch dessen jüngere Schwester Sophia, die manchmal etwas nervt... ein Buch über das Streiten, Trösten und Vertragen für ganz Kleine. Die ...

In der Eichhörnchenfamilie gibt es neben dem kleinen Vincent auch noch dessen jüngere Schwester Sophia, die manchmal etwas nervt... ein Buch über das Streiten, Trösten und Vertragen für ganz Kleine. Die Figuren sind unglaublich süß und liebevoll gezeichnet, dass es wirklich eine Freude ist, die Geschichte anzuschauen. Es gibt so viele niedliche Details zu entdecken - z.B. womit spielen kleine Eichhörnchenkinder, die "Parallelstreiterei" zwischen Biene und Marienkäfer. Am Ende gibt es für Eltern auf 2 Seiten nochmal 9 Hinweise, wie aus Geschwistern ein Team wird. Sicherlich ist einem selber als Elternteil vieles bewusst, sehr hilfreich fand ich aber die Beispiele für die konkrete Formulierung z.B. "Statt zu sagen: "Das darfst du nicht sagen! Er ist dein Bruder", sagen wir: "Ja, heute war es wirklich schwierig, aber er wird lernen, deine Grenzen zu beachten, wir üben das gemeinsam."..." Was ich für mich interessant fand, wird gleichzeitig bei uns beim Vorlesen etwas zum Stolperstein, da die letzten beiden Seiten natürlich (!) mit zum Buch gehören und jedes Mal mit vorgelesen werden müssen. Da hilft auch kein "Die bunten Seiten sind deine Seiten, ab hier sind die Mamaseiten". Vielleicht hätte es da auch eine andere Lösung gegeben, z.B. als Beilage in Form eines "Lesezeichens". Insgesamt hat uns die Geschichte aber sehr gefallen und empfehlen wir gerne weiter.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Wenn das Leben erst im Angesicht des Todes leicht wird

Nach uns der Himmel
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Das Buch würde von mir sofort die Auszeichnung "Coverliebling" bekommen, da es sehr schön mit Perspektiven spielt. Von außen hat man den Eindruck, durch Flugzeugfenster nach draußen zu blicken. Geöffnet ...

Das Buch würde von mir sofort die Auszeichnung "Coverliebling" bekommen, da es sehr schön mit Perspektiven spielt. Von außen hat man den Eindruck, durch Flugzeugfenster nach draußen zu blicken. Geöffnet zeigt sich innen dann ein weites Meer, darüber der Himmel, das aber eher wie eine Leinwand wirkt. Ähnlich geht es den Passagieren eines Urlaubsfliegers. Dieser gerät während des Fluges in heftige Turbulenzen, so dass die Passagiere in einer Art Zwischenstadium zwischen Leben und Tod auf einer Urlaubsinsel landen. Diese entpuppt sich zunehmend als eine Art Schuhkarton, als eine Art Schein, zunehmend kleiner werdend, sich auflösende. Gleichzeitig entwickeln sich die Beziehungen der Figuren zunehmend weiter, finden sich neue Paare, moralische Grenzen werden überschritten, eine neue Freiheit entdeckt. Wo vorher Bitterkeit, Traurigkeit und Neid vorherrschte, entsteht plötzlich Liebe und Lebenslust. Vergangenes ist zunehmend schwerer erinnerbar, löst sich auf zugunsten eines friedlichen Hier-und-Jetzt-Zustandes. Das hört sich fast etwas traumartig an, dabei ist der Stil sehr klar und direkt. Die Dynamik in den Partnerschaften fand ich sehr spannend zu lesen, wie die Figuren sich von den Zwängen des Alltags lösen und immer mehr zu sich selber und ihren eigenen Bedürfnissen finden. Alles in allem erscheint es, als würden die Figuren erst im Angesicht des Todes viel lebendiger werden. Ich könnte mir den Roman super als Theaterfassung auf der Bühne vorstellen. Es ist ein Buch, das trotz der Thematik rund um den Tod eine Leichtigkeit hat und über das man im Anschluss gut noch etwas philosophieren kann.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Geschickte Lesetäuschung à la M.C.Escher

Wackelkontakt
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Seit langem habe ich nicht mehr ein so auffälliges Cover gesehen, grundsätzlich schlicht, kneift man beim Lesen des verwackelten Titels unwillkürlich etwas die Augen zusammen und staunt dann über sich ...

Seit langem habe ich nicht mehr ein so auffälliges Cover gesehen, grundsätzlich schlicht, kneift man beim Lesen des verwackelten Titels unwillkürlich etwas die Augen zusammen und staunt dann über sich selber, dass die optische Täuschung bis hin zum Verziehen der Augenpartie so gut geklappt hat. Der Roman erzählt die Geschichte von Franz Escher, einem Trauerredner und passionierten Puzzlespieler, sowie Marco Steiner, einem Ex-Mafioso und in seiner neuen Identität als Elektriker arbeitend, die jeweils die Geschichte des anderen in einem Buch lesen. Beide Handlungsstränge sind auf diese Art geschickt miteinander verwoben, wie ich es bisher noch nicht gelesen habe und was eindeutig den Reiz des Buches ausmacht. Das einer der Protagonisten den Namen Escher hat, ist sicher mit Bedacht vom Autor gewählt, so erinnert die Geschichte doch sehr an das Bild von M.C. Escher mit den sich gegenseitig zeichnenden Händen. Immer wieder musste ich über die Alltagskomik und den Wortwitz schmunzeln, habe ein bisschen etwas über gute Trauerreden und alte Meister gelernt und der Auflösung entgegengefiebert. Alles in allem ist es kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss. Aber es ist in jedem Fall ein Buch, dessen Erzählweise ich sehr interessant fand und das gut unterhält.

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Veröffentlicht am 22.12.2024

Sehr abwechslungsreiches Sachbuch für kleine Leseanfänger

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 15 - Mein Körper
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Keine "langweilige" Geschichte zum Lesenlernen, sondern viel Wissen rund um den menschlichen Körper findet sich hier in dem schön gemachten Erstlesebuch. Es gibt viel anzuschauen. Große Leseabschnitte ...

Keine "langweilige" Geschichte zum Lesenlernen, sondern viel Wissen rund um den menschlichen Körper findet sich hier in dem schön gemachten Erstlesebuch. Es gibt viel anzuschauen. Große Leseabschnitte wechseln mit kleineren Erklärungen, Sticker- und Buchstabenrätseln. Neben dem Körper kommen auch Themen der Psyche aber auch der Abgrenzung (Mein Körper gehört mir!) nicht zu kurz. Es gab beim Lesen einige Aha-Momente (unser Zweitklässler: "Mama, wußtest du, dass das Herz auch ein Muskel ist?!") und ich glaube, dass das Buch anders als andere Erstlesebücher sicher noch öfter zur Hand genommen wird. Allerdings muss ich sagen, dass für unseren Zweitklässler die Text- und Informationsmenge durchaus anspruchsvoll war. Auch sind die Rätsel gerade für Erstleser teilweise ganz schön knifflig und brauchten manchmal den einen oder anderen Tip von außen, damit es nicht zu frustran wurde. Insgesamt aber ein wirklich schön gemachtes Buch für Leseanfänger.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Sprachlich gelungener Roman

Von Norden rollt ein Donner
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Der Roman erzählt aus der Sicht des 19 jährigen Jannes über das Leben einer Schäferfamilie in der Heide bei Munster zur aktuellen Zeit. Als Leser taucht man tief in deren rauhen Alltag ein, der von außen ...

Der Roman erzählt aus der Sicht des 19 jährigen Jannes über das Leben einer Schäferfamilie in der Heide bei Munster zur aktuellen Zeit. Als Leser taucht man tief in deren rauhen Alltag ein, der von außen so pittoresk und idyllisch anmutet, dabei jedoch oft ein harter Kampf ist, gerade auch vor dem Hintergrund einzelner erkrankter Familienmitglieder. Sprachlich hat mir das Buch sehr gefallen - sie erzeugt rasch Bilder im Kopf, gleichzeitig hat sie Tiefe aber auch etwas Dunkles und somit einen ganz eigenen Klang. Jannes selber ist der Jüngste in der Familie, die einen Schafbetrieb seit mehreren Generationen führt, sehr sensibel. Ich würde ihn naiv bezeichnen im Sinne. dass er vieles erspürt, es kognitiv nicht richtig einzuordnen weiß, dabei zum Teil verloren und ängstlich erscheint. Ganz langsam begleitet man ihn als Leser immer tiefer in seine eigene Familiengeschichte aber auch in die Historie seiner Heimat. Während andere den Holzhammer benutzen, bleibt Markus Thielemann mit seinen Aussagen subtil, benutzt teilweise Elemente des magischen Realismus. Als Leser spürt man ein Unwohlsein, je mehr die Vergangenheit sich offenbart, besonders auch im Zusammenhang mit den neu hinzugezogenen Nachbarn. Es ist ein sehr aktuelles Buch im Hinblick auf die derzeitigen politischen Entwicklungen. Warum habe ich das Buch gerne gelesen - der authentische Ton der Menschen hat mir gefallen. Jannes hat mich emotional berührt, es hat mir eine neue Welt gezeigt, mich zum mit- und nachdenken gebracht. Alles in allem warf es zum Schluss für meinen Geschmack etwas zu viele Fragen auf, die unbeantwortet blieben. Vielleicht Fragen über die man im Anschluss nach dem Buch weiter miteinander reden kann (und soll) und für die es vermutlich keine einfache Antwort gibt.

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