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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2025

Gier und Klischees

To Die For
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Das Cover und der Titel sind ästhetisch und ansprechend, sodass sie sofort mein Interesse geweckt haben. Inhaltlich hat dies länger gedauert, denn zu Beginn werden die einzelnen Charaktere langsam eingeführt ...

Das Cover und der Titel sind ästhetisch und ansprechend, sodass sie sofort mein Interesse geweckt haben. Inhaltlich hat dies länger gedauert, denn zu Beginn werden die einzelnen Charaktere langsam eingeführt und es passiert noch nicht so viel. Erst mit dem Konkurrenzkampf und der Gier um das Geld wird es spannend und da auch nicht zugleich preisgegeben wird, wer der Tote im Pool ist, könnten mehrere Verdächtige in Frage kommen. Interessant finde ich die unterschiedlichen Sichtweisen aus der Perspektive der Maklerinnen sowie der Ermittler, die mit der Zeit ein rundes Bild vom Geschehen abgeben. Charakterlich angesprochen haben mich die Maklerinnen nicht, es waren alle eher unpersönlich und unsympathisch dargestellt. Zudem werden alle gängigen Klischees bedient, von Fremdgängern über Spielsucht und Geheimnissen aus der Vergangenheit. Der Aufruf zum Wettrennen, wer die Million an Provision bekommen wird, hat dazu beigetragen, dass alle nochmals ihre Krallen ausgefahren haben und linke Mittel ins Spiel kommen. Am besten gelungen finde ich die Vorgeschichte von Andi, die in kleinen Informationshappen nach und nach aufgeklärt wird. Am Ende werden dann alle offenen Fragen aufgeklärt und das Spiel geht in die nächste Runde.

Veröffentlicht am 23.02.2025

zu viele große Themen für ein Buch

Black Forest
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Ich bin erst mit dem elften Teil in die Serie eingestiegen, trotzdem konnte ich mich schnell hineinfinden und war mit den Charakteren vertraut. Etwas anstrengend finde ich allerdings die Themenvielfalt, ...

Ich bin erst mit dem elften Teil in die Serie eingestiegen, trotzdem konnte ich mich schnell hineinfinden und war mit den Charakteren vertraut. Etwas anstrengend finde ich allerdings die Themenvielfalt, die in einem einzigen Teil behandelt wird, hier hätte ich es besser empfunden, wenn weniger Themen, aber dafür eine geradlinigere und ausführlichere Beantwortung der offenen Fragen möglich gewesen wäre. Es geht grob gesagt von der drohenden Klimakatastrophe samt Windräderausbau über Konzerne, Lobby, Macht und Mythen, wie das Aussterben der Wölfe, über historische Themen wie die Nazizeit und Wirkungen bis in die Gegenwart, bis hin zu Konflikten aller Art, familiäre, private, beziehungstechnische. Dies alles war zu viel gewollt für eine Buch, vor allem, da jedes einzelne Thema an sich schon gewaltig ist, vielleicht hätte es besser in zwei Teile gepasst.

Veröffentlicht am 29.01.2025

eher Kurzgeschichte als Roman

Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf
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Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich ...

Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich Helene über den mysteriösen Tod ihres Mannes, über ihre Vergangenheit, Zukunft und das Stemmen des Alltages mit Beruf und drei Kindern in der aktuellen Lage macht. Manchmal schweift mir Helene gedanklich zu sprunghaft ab in ihre Anfangszeit mit Robert oder auch Situationen mit Michael waren mir zu ausführlich, dafür aktuellere Geschehnisse wieder zu kurz gegriffen. Der Roman ist mit 160 Seiten etwas kurz, sodass man sich schnell einfinden und mit den Charakteren vertraut werden muss, das Aufbauen einer tiefgreifenden Geschichte ist kaum möglich. Der Roman ist auch abrupt zu Ende und lässt die Hauptfrage komplett offen. Ich hätte mich über eine ausführlichere Behandlung des Themas gefreut, mit tiefgreifenderen Fragen, aber in diesem Fall wirkt der Roman eher wie eine Kurzgeschichte.

Veröffentlicht am 28.01.2025

trockene, unaufgeregte Erzählweise

Du hast das Recht, zu sterben
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Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter ...

Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter und jetzt Rechtsanwalt und zugleich Rächer, der Selbstjustiz verübt, aufgezählt. Diesen Teil fan d ich sehr trocken und stringent, er hätte für mich abwechslungsreicher und lebhafter sein können. Die Ausführung der Taten wird auch neutral, fast emotionslos beschrieben, sodass keine wirkliche Spannung aufkommt. Interessant wurde es für mich zum ersten Mal, als Bernds ehemaliger Kollege ihm auf die Spur kam, von da an kam etwas Schwung in die Handlung, ansonsten war der Krimi eher trocken und unaufgeregt.

Veröffentlicht am 14.01.2025

im Mittelteil Potenzial verschenkt

Das Haus meiner Schwester
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Der Psychothriller beginnt harmlos mit der Beschreibung der aktuellen Lebenssituation von Danielle und Margo, zwei Schwestern, die in unterschiedlichen Milieus leben und nur sehr losen Kontakt zueinander ...

Der Psychothriller beginnt harmlos mit der Beschreibung der aktuellen Lebenssituation von Danielle und Margo, zwei Schwestern, die in unterschiedlichen Milieus leben und nur sehr losen Kontakt zueinander haben. Mit der Zeit bekommt man als Leser*in ein Gefühl dafür, dass im Leben von Margo nicht alles so toll und glänzend ist, wie sie es zu vermitteln versucht.
Interessant finde ich, dass die Kapitel aus unterschiedlicher Perspektiven geschrieben wurden, teilweise aus Sicht von Margo und teilweise aus Sicht von Danielle. Die Erzählungen sind beide nicht nur beschreibend, sondern ehrlich und lassen hinter die Fassade blicken.
Der Mittelteil war meiner Meinung nach zu lang und nicht spannend genug aufgebaut für einen Psychothriller. Es wurden Szenen mehrfach wiederholt oder ewig lange aufgebauscht, ohne dass es neue Geschehnisse gab.
Erst im letzten Drittel ist wieder Spannung und Bewegung in die Geschichte gekommen und ab da war ich inhaltlich wieder voll dabei. Am Ende werden alle Szenen vollständig aufgeklärt, auch wenn viele Dinge ohnehin schon klar waren oder vorhersehbar waren.