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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2025

trockene, unaufgeregte Erzählweise

Du hast das Recht, zu sterben
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Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter ...

Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter und jetzt Rechtsanwalt und zugleich Rächer, der Selbstjustiz verübt, aufgezählt. Diesen Teil fan d ich sehr trocken und stringent, er hätte für mich abwechslungsreicher und lebhafter sein können. Die Ausführung der Taten wird auch neutral, fast emotionslos beschrieben, sodass keine wirkliche Spannung aufkommt. Interessant wurde es für mich zum ersten Mal, als Bernds ehemaliger Kollege ihm auf die Spur kam, von da an kam etwas Schwung in die Handlung, ansonsten war der Krimi eher trocken und unaufgeregt.

Veröffentlicht am 14.01.2025

im Mittelteil Potenzial verschenkt

Das Haus meiner Schwester
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Der Psychothriller beginnt harmlos mit der Beschreibung der aktuellen Lebenssituation von Danielle und Margo, zwei Schwestern, die in unterschiedlichen Milieus leben und nur sehr losen Kontakt zueinander ...

Der Psychothriller beginnt harmlos mit der Beschreibung der aktuellen Lebenssituation von Danielle und Margo, zwei Schwestern, die in unterschiedlichen Milieus leben und nur sehr losen Kontakt zueinander haben. Mit der Zeit bekommt man als Leser*in ein Gefühl dafür, dass im Leben von Margo nicht alles so toll und glänzend ist, wie sie es zu vermitteln versucht.
Interessant finde ich, dass die Kapitel aus unterschiedlicher Perspektiven geschrieben wurden, teilweise aus Sicht von Margo und teilweise aus Sicht von Danielle. Die Erzählungen sind beide nicht nur beschreibend, sondern ehrlich und lassen hinter die Fassade blicken.
Der Mittelteil war meiner Meinung nach zu lang und nicht spannend genug aufgebaut für einen Psychothriller. Es wurden Szenen mehrfach wiederholt oder ewig lange aufgebauscht, ohne dass es neue Geschehnisse gab.
Erst im letzten Drittel ist wieder Spannung und Bewegung in die Geschichte gekommen und ab da war ich inhaltlich wieder voll dabei. Am Ende werden alle Szenen vollständig aufgeklärt, auch wenn viele Dinge ohnehin schon klar waren oder vorhersehbar waren.

Veröffentlicht am 05.01.2025

humorvoll, mitreißend, aber klischeebehaftet

It's a match – Ein Update für die Liebe
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Tara und Colin sind schon seit vielen Jahren in einer Beziehung und verheiratet und haben sich mit der Zeit und mit den zunehmenden Problemen auseinandergelebt. Durch eine App für diskrete Seitensprünge ...

Tara und Colin sind schon seit vielen Jahren in einer Beziehung und verheiratet und haben sich mit der Zeit und mit den zunehmenden Problemen auseinandergelebt. Durch eine App für diskrete Seitensprünge versuchen sie ihr eingeschlafenes Liebesleben aufzupeppen und dies verändert ihr Leben auf dramatische Weise, aber nicht so, wie sie es sich erwartet hätten.
Der Schreibstil des Romanes ist humorvoll und mitreißend, man kann sich schnell und zügig durch die einzelnen Kapitel lesen. Es sind lustige Szenen beschrieben, aber es werden auch ernste Themen angesprochen, wie der unerfüllte Kinderwunsch oder das Karrierestreben. Teilweise waren mir allerdings zu viele Klischees vorhanden.
Ich finde es spannend zu sehen, wie sich Tara und Colin selbst verändern im Laufe des Romanes und daran ist nicht nur die App Schuld, sondern sie haben wieder frischen Elan und bemühen sich mehr, allerdings nicht für den jeweiligen Partner. Am Ende werden alle Geheimnisse schnell und vollständig aufgelöst, es bleibt aber kaum Zeit für Veränderung, für intensivere Gespräche und für die Lösung ihrer Alltagsprobleme. Auch wenn es ein kurzes Glücksgefühl gibt, das sie wieder näherbringt, so wäre es nötig, dass sie ihre angestauten Probleme in Angriff nehmen und richtig miteinander reden. Dafür war zu wenig Zeit und Raum.

Veröffentlicht am 26.11.2024

Klufti for Präsident

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Ich habe den 13. Band der Krimireihe mit Kluftinger mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits war es mutig, dass ein neues Thema gewagt wurde, Kluftinger hat sich als Lückenbüßer für den Wahlkampf aufstellen ...

Ich habe den 13. Band der Krimireihe mit Kluftinger mit gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits war es mutig, dass ein neues Thema gewagt wurde, Kluftinger hat sich als Lückenbüßer für den Wahlkampf aufstellen lassen und steigert sich mit der Zeit immer mehr hinein, investiert Zeit und Elan und somit nimmt das Thema auch inhaltlich einen umfangreichen Platz im Erzählstrang und im Buch ein. Der Kriminalfall fällt hingegen recht kurzgehalten aus, geht neben den politischen Themen und persönlichen Streitereien auch fast unter, die Ermittlungen laufen fast nebenbei und für meinen Geschmack ist der tatsächliche Fall zu kurz gekommen und auch nicht spannend genug aufbereitet geworden. Ebenfalls zu kurz kommt mir in diesem Band Kluftingers Familie, sein Sohn und Familie kommen nur einmal kurz vor, sodass sich die Erzählungen auf einige wenige Personen konzentrieren. Der Konkurrenzkampf zwischen Dr. Langhammer, der für eine andere Partei kandidiert, und Kluftinger nimmt fast schon bedenkliche Ausmaße an, aggressiv, untergriffig und nicht mehr zum Lachen, wobei es sich zum Ende hin dann wieder bessert. Der abrupte und offene Schluss hat mir allerdings auch nicht gefallen.

Veröffentlicht am 20.11.2024

korrupte Charaktere und Küstenflair

Die Tote am Kai (WaPo Cuxhaven 2)
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Einerseits lebt die Geschichte vom Küstenflair und den charismatischen Charakteren, das hat mir gut gefallen. Auf der anderen Seite hätte ich mir inhaltlich mehr erwartet. Es wird die Arbeitsweise der ...

Einerseits lebt die Geschichte vom Küstenflair und den charismatischen Charakteren, das hat mir gut gefallen. Auf der anderen Seite hätte ich mir inhaltlich mehr erwartet. Es wird die Arbeitsweise der Ermittler sowie der Küstenwache so dargestellt, als ob jede/r irgendetwas zu vertuschen versucht und in illegale Absprachen und Geschäfte verwickelt ist. Die Vorwürfe sind nicht gering, es geht um illegale Schlepperei, Prostitution und Geldwäsche, keine kleinen Delikte, bei denen man ein Auge zudrücken könnte. Dadurch gestalten sich die Ermittlungen auch nur sehr schleppend, viele Kolleg*innen sind involviert und dies in einem Ort wo jede/r jede/n kennt. Agatha wirkt als Charakter sehr naiv. Sie kann sich nicht entscheiden, in welchen ihrer möglichen Kandidaten sie sich verliebt hat, inklusive Kollegen, und versteht häufig Anspielungen und Aussagen nur verzögert oder gar nicht. Das finde ich sehr schade, denn ich habe sie im ersten Teil sympathischer gefunden. Auch ihre Kollegen wirken korrupt und vor unsympathisch. Generell geht es sehr stark um persönliche Befindlichkeiten, die Aufklärung und Bedeutung der Ermittlungsfälle kommt leider zu kurz.