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Veröffentlicht am 30.01.2025

Spannender KI-Thriller

Deep Fake
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Deep Fake. Mit dem Begriff wusste ich bis vor Kurzem ehrlich gesagt noch gar nichts anzufangen. Dann habe ich Tom Cruise im Bademantel in einem TikTok-Video herumtanzen sehen und dachte mir: What the hell??? ...

Deep Fake. Mit dem Begriff wusste ich bis vor Kurzem ehrlich gesagt noch gar nichts anzufangen. Dann habe ich Tom Cruise im Bademantel in einem TikTok-Video herumtanzen sehen und dachte mir: What the hell??? Und plötzlich hatte das Phänomen einen Namen. In ihrem zweiten Thriller DEEP FAKE greift Cleo Konrad das Trend-Thema Künstliche Intelligenz auf.
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Darum geht’s: Mira erkennt sich selbst in einem Nacktvideo wieder, das sie nie aufgenommen hat. Erst hat sie einen ihrer Schüler im Verdacht. Letztendlich führt die Spur aber in Miras eigene Vergangenheit….
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Schon Cleo Konrads Thriller-Debüt TÖDLICHER PODCAST hat mir richtig gut gefallen. Mit DEEP FAKE legt die Autorin in diesem Stil nach. Das Erfolgskonzept wird fortgeschrieben. Das lässt der Verlag bereits durch die ähnliche Covergestaltung vermuten. Und dieser Eindruck bestätigt sich beim Lesen. Cleo Konrad greift zum einen erneut ein brandaktuelles Thema unserer medialen Zeit auf. Zum anderen werden mit Rückblenden in Form von Tagebucheinträgen vergangene Geschehnisse in einer Freundesclique aufgerollt. Irgendwo muss es ja einen Zusammenhang geben. Dem auf die Spur zu kommen ist auch diesmal wieder sehr spannend zu lesen.
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Cleo Konrad hat mit DEEP FAKE einen KI-Thriller geschrieben, der bodenständig bleibt. Es gibt nicht mehr technisches BlaBla als nötig, wodurch für mich alles durchweg verständlich und nachvollziehbar bleibt. Die Motive und Hintergründe bleiben handfest und in der realen Welt verhaftet. Das gefällt mir. In diesem Fall kann ich sagen, dass das Thema Deep Fake sogar noch etwas mehr Raum hätte einnehmen können. Es wird hier nämlich eigentlich nur als Aufhänger für die Handlung genutzt und verläuft dann so ein bisschen im Sande.
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Der Thriller beginnt richtig stark. Wie Miras Berufsalltag als Lehrerin und die Beziehung zu ihren Schülern geschildert wird ist psychologisch großes Kino. Ich fand es echt ein bisschen schade, mich mit Miras Fahrt in ihr Heimatdorf von diesem Teil der Geschichte verabschieden zu müssen. Zwar hält sie noch Kontakt zu ihrem Problemschüler Alex, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dabei wäre ich gerade auf dieser Schiene der Handlung gerne noch intensiver weitergefahren. Cleo Konrad schafft es aber auch, mir den Bruch im Handlungsverlauf schlüssig zu vermitteln. Und auch die weiteren Geschehnisse konnten mich, wenn auch auf andere Art und Weise, in den Bann ziehen.
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DEEP FAKE ist ein psychologisch ausgefeilter Thriller. Das Setting ist toll. Und auch die Charaktere sind überzeugend angelegt. Wie schon in TÖDLICHER PODCAST hat mir der Wechsel der Erzählperspektive und Erzählzeit auch hier wieder gut gefallen. Dadurch entsteht ein guter Spannungsbogen. Zwischenzeitlich schleichen sich trotzdem ein paar Längen ein. Für meinen Geschmack hätte die Story hier und da ein bisschen gestrafft werden können. Jede überraschende Wendung hat den Handlungsverlauf dann aber wieder genauso gerechtfertigt, wie er ist.
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DEEP FAKE ist ein thematisch interessanter und atmosphärisch dicht erzählter Thriller. Spannend bis zur letzten Seite. Ich vergebe ⭐️⭐️⭐️⭐️. Cleo Konrad hat weiter einen Platz auf meiner Leseliste sicher.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Auszeit mit Alpaka

Love will find you
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“LOVE will find you” ist Band 1 der Mountain Dreams-Trilogie von Isabell Bennett. Leichte Unterhaltung mit Herz. Genau richtig, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
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Darum geht’s: Emma lässt das ...

“LOVE will find you” ist Band 1 der Mountain Dreams-Trilogie von Isabell Bennett. Leichte Unterhaltung mit Herz. Genau richtig, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
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Darum geht’s: Emma lässt das hektische Großstadtleben in New York hinter sich. Sie kommt nach Berryfield, um dort eine Alpaka-Farm zu eröffnen. Gleich am ersten Tag gerät sie mit Noah aneinander. Gleichzeitig ist da aber auch eine gewisse Anziehungskraft. Emma hütet aber ein Geheimnis…
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Hört sich nicht nur an wie der Stoff einer Vorabendserie, sondern ist auch so. Hey, aber genau das braucht man doch manchmal. So ein bisschen zuverlässige Vorhersehbarkeit. Denn, ooohhh, wenn Emma auf einem Stein ausrutscht, dann muss doch… genau, Noah als Retter zur Stelle sein, damit sie an seine starke Brust sacken kann. Hach ja, Gefahr gebannt. Durchatmen. Alles ist gut.
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In Berryfield ist die Welt noch in Ordnung. Hier hat man sich lieb. Die Städterin, die von heute auf morgen eine Farm wuppen will, trifft auf durchweg sympathische Kleinstadt-Bewohner. Da sind natürlich die drei Griffin-Brüder: Noah, der stromlinienförmige Nette. Hudson, der flapsige Weiberheld. Samuel, der ruhige Tierarzt. Dann gibt es noch die Nachbarin, die sofort zur besten Freundin wird und ihren etwas unkonventionell-rebellischen, aber ebenfalls liebenswerten Barkeeper-Bruder. Fertig. Mehr Personen braucht es nicht. Und klar werden Stereotype bedient. So funktioniert eben feinster Heile Welt-Charme mit Found Family-Gefühl. Die Adirondack Mountains sind die perfekt romantisierte Kulisse für die Wohlfühl-Geschichte. Ach, und natürlich hätte ich jetzt gerne ein Alpaka In meinem Vorgarten stehen. Die sind ja sooo süüüß.
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Der Roman besticht mit berechenbarer, aber sehr unterhaltsamer Einfachheit. Viel Gefühl. Ein Hauch von Drama. Noch eine Portion Spannung. Fertig ist der Herzkino-Mix. Keine Frage: Ich will zurück nach Berryfield! Wenn auch noch die anderen beiden Griffin-Jungs die Liebe gefunden haben, bin ich rundum glücklich.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Freudiges Wiesersehen

Mord frei Schnauze
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Heute stelle ich euch einen Cosy Crime aus der Schweiz vor. Von Autorin Patricia Grob habe ich bereits “Ein Duo für alle Felle” gelesen und darin Bekanntschaft mit Rentner Paul und seinem Hund gemacht. ...

Heute stelle ich euch einen Cosy Crime aus der Schweiz vor. Von Autorin Patricia Grob habe ich bereits “Ein Duo für alle Felle” gelesen und darin Bekanntschaft mit Rentner Paul und seinem Hund gemacht. Zwischendurch durfte dann Tante Tilli ermitteln. Und jetzt erscheint mit “Mord frei Schnauze” ein weiterer Cosy Crime mit Paul & Hund.
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Darum geht’s: Paul macht mit seiner Lebensgefährtin Louisa Urlaub in Davos. Bei einem Spaziergang schleppt sein Hund einen Knochen an. Und dann ist plötzlich auch noch der Ehemann von Pauls ehemaliger Kollegin Klothilde verschwunden. Gibt es einen Zusammenhang?
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Der humorvolle Krimi spielt in der Schweiz. Lokalkolorit kommt neben Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten auch durch die Verwendung einiger Schweizer Begriffe auf. Ich abe hier zum Beispiel das herrliche Wort “Tüüpflischiisser” für mich entdeckt. Was es bedeutet, erschließt sich im Zusammenhang, wird aber in einem kleinen Glossar am Ende des Buches auch nochmal kurz erklärt.
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Das Wiedersehen mit Paul & Hund ist auf jeden Fall gelungen. Auch die Damen Louisa und Klothilde kannte ich bereits aus dem ersten Band. So hat sich gleich wieder ein vertrautes Gefühl eingestellt. Auch diesmal wird es wieder sehr turbulent. Die Handlung rund um die Rentnergang bewegt sich irgendwo zwischen Kommissar Kluftinger, Renate Bergmann und dem Donnerstagsmordclub. Die Charaktere sind zum Verlieben kauzig und geraten erneut in teilweise aberwitzige Situationen.
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Der Krimi nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Genauso locker sollte man als Leser*in auch an die Geschichte herangehen. Die Handlung entwickelt sich ganz schön verrückt. Es gibt im Verlauf sehr viele sehr skurrile Zufälle und Wendungen. Die Freude an abgedrehten Ideen, die mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern erzählt werden, steht im Vordergrund. Um daran richtig Spaß zu haben, blendet man die Realität für die Dauer der Lesezeit am besten mal komplett aus. Unter dieser Voraussetzung vergebe ich gerne ⭐️⭐️⭐️⭐️.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Spannend inszeniertes Familiendrama

Verlassen
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Eigentlich wollte ich ja nicht mehr quer in Reihen einsteigen. Mit VERLASSEN von Eva Björg Aegisdottir habe ich es trotzdem getan, weil mich der Klappentext extrem angesprochen hat. Das Buch liest sich ...

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr quer in Reihen einsteigen. Mit VERLASSEN von Eva Björg Aegisdottir habe ich es trotzdem getan, weil mich der Klappentext extrem angesprochen hat. Das Buch liest sich aber auch wie ein Stand Alone. Vorwissen ist nicht nötig. Kein Wunder, denn ich habe dann herausgefunden, dass es sich wohl um eine Art Prequel handelt und dieser Band vor den bereits erschienenen drei Büchern der Mörderisches Island-Reihe spielt. Gut für mich.
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Darum geht's: Die Mitglieder der schwerreichen Familie Snaeberg versammeln sich in einem Hotel zu einem Familienfest. Dann verschwindet jemand…
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Der Klappentext hat bei mir Agatha Christie-Vibes ausgelöst, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte. Die Handlung braucht etwas Anlaufzeit. Ich musste mich erst mal in der Geschichte zurechtfinden und die verschiedenen Familienmitglieder kennenlernen. Um den Überblick zu behalten, ist der vorangestellte Familienstammbaum sehr hilfreich. Sobald ich alle Personen zuordnen konnte, mich an die isländischen Namen und die Erzählweise gewöhnt hatte, konnte ich komplett in die Story abtauchen.
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Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven sowie zeitlich leicht verschachtelt erzählt. Ermittler Saevar spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Er bleibt eine blasse Randfigur, dessen Part sich auf wenige kurze Zwischenkapitel beschränkt. Die Handlung ist vielmehr auf die Familienmitglieder fokussiert, von denen eigentlich keiner sympathisch dargestellt wird. Es gibt viele Probleme, Geheimnisse und Zwistigkeiten untereinander. Alkohol fließt in Strömen. Auch andere Substanzen sind im Spiel. Entsprechend unzuverlässig sind die jeweiligen Schilderungen. Ob die Hotelangestellte Irma wirklich eine neutrale Beobachterin ist, scheint ebenfalls vom ersten Moment an fraglich.
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Dieser Krimi kommt langsam, aber gewaltig. In kammerspielartigem Stil entfaltet sich hier ein intelligent inszeniertes Familiendrama. Von verschiedenen Seiten nähern wir uns langsam immer mehr dem Kern der Sache. Dieser nordisch-unterkühlte und ruhige Krimi baut aber unterschwellig immer mehr Spannung auf. Stück für Stück verdichtet sich die Handlung, alle Fäden laufen zusammen und alle offenen Fragen werden beantwortet. Dazu gehört vor allem, wer hier überhaupt das Opfer ist, denn das wird bis kurz vor Schluss offen gehalten.
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VERLASSEN ist ein faszinierender Island- Krimi. Er überzeugt mit einem starken Setting, gut gezeichneten Charakteren und einer etwas speziellen aber für meinen Geschmack sehr stimmigen Erzählweise. Psychologisch hochspannend und meisterlich erzählt. In diesen Punkten kann ich dem Klappentext voll und ganz zustimmen.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

Spuk oder Realität?

HOME – Haus der bösen Schatten
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Riley Sager hat es schnell geschafft, mich in den Bann zu ziehen. Die Handlung entwickelt sich ruhig und atmosphärisch. Der Mix aus Spannung mit Schauer- und Spukhauselementen ist gelungen. Bis kurz vor ...

Riley Sager hat es schnell geschafft, mich in den Bann zu ziehen. Die Handlung entwickelt sich ruhig und atmosphärisch. Der Mix aus Spannung mit Schauer- und Spukhauselementen ist gelungen. Bis kurz vor Schluss hatte ich tatsächlich keine Ahnung, ob ich es hier mit übersinnlichen Geschehnissen zu tun habe, oder ob es für alles doch eine rationale Erklärung gibt. Ich verrate es hier auch nicht. Das müsst ihr selbst herausfinden.
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Die Story hat mich auf ganz viele Fährten gelockt und mir die unterschiedlichsten Erklärungsansätze geliefert. Das hat mich maximal verwirrt. Ich wusste kaum, in welche Richtung ich denn nun denken soll. Hier schien wirklich alles möglich zu sein. In einem lichten Moment hatte ich zwischendurch sogar mal die richtige Eingebung. Schon der nächste Twist hat mich aber wieder geschickt von dieser Überlegung abgelenkt. Das ist alles in allem richtig packend umgesetzt. Ab der Mitte schleichen sich zwar ein paar kleinere Längen ein - die werden am Ende aber wieder wettgemacht. Da gibt es in schneller Abfolge nochmal ein paar Überraschungen, die mich in Atem gehalten haben.
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Der Thriller hat richtig Spaß gemacht. Ein bisschen Grusel. Viel zum Miträtseln. Atmosphärische Spannung. Auf jeden Fall lesenswert.

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