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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2025

Eine Geschichte über Gewalt

Sing mir vom Tod
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Beim Zuklappen des Buchdeckels rast mein Herz immer noch. So sehr hat die Geschichte mich gefesselt, so tief war ich drinnen.

Ivy Pochoda ist eine verd*mmt gute Geschichtenerzählerin. Aber „Sing mir vom ...

Beim Zuklappen des Buchdeckels rast mein Herz immer noch. So sehr hat die Geschichte mich gefesselt, so tief war ich drinnen.

Ivy Pochoda ist eine verd*mmt gute Geschichtenerzählerin. Aber „Sing mir vom Tod“ ist nichts für schwache Nerven und Mägen. Zu drastisch sind die Gewaltdarstellungen, zu häufig kommt es zu sinnlosen Gewaltausbrüchen. Ja, ich musste das Buch zur Hälfe weglegen, weil ich eine Pause brauchte.

Im Zentrum stehen zwei Frauen. Florence „Florida“ Baum und Dios. Während Florida noch versucht ihren Gefängnisnamen abzustreifen und wieder in ihre alte Identität zu schlüpfen, weiß Dios schon längst dass es kein zurück mehr gibt. Auch für Florida nicht. Im zweiten Teil begegnen wir zusätzlich der Ermittlerin Lobos. Auch sie weiß mehr über Gewalt als ihr lieb ist.

Das Buch und die Figuren sind spannend. Ihre Geschichte düster und faszinierend. All das spielt vor dem Hintergrund der Pandemie. Man findet durchaus auch gesellschaftskritische Töne. Das ganze Spektrum der Gewalt wird durchgespielt: Neben körperlicher auch verbale durch Herabsetzung. Oder durch Verniedlichung.

Im Grunde geht es um Macht. Die Macht die ein älterer Mann über junge, naive Frauen hat. Die Macht die Männer durch ihre Hilfsbereitschaft dem schwachen Geschlecht gegenüber haben. Die Macht, die Drogen über uns haben. Die Macht die uns unsere Stellung, unser Beruf geben. Gewalt ist dann oft ein Mittel zur Selbstermächtigung der Hilflosen. Eine Entschuldigung ist das freilich nicht. Pochoda macht nicht den Fehler Gewalt zu Glorifizieren oder als ausweglos darzustellen.

Das Cover erinnert an einen Western und passt gut zur Geschichte.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Irrwitziger Spaß für Jung und Alt

Muffin und Tört! 1: Bei den Wikingern
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Muffin und Tört ist eher ein klassisches Buch für Leseanfänger. Es gibt keine Übungen wie in einem Schulbuch, stattdessen wird versucht Kinder durch die Geschichte selbst zum Lesen zu animieren.

Das Abenteuer ...

Muffin und Tört ist eher ein klassisches Buch für Leseanfänger. Es gibt keine Übungen wie in einem Schulbuch, stattdessen wird versucht Kinder durch die Geschichte selbst zum Lesen zu animieren.

Das Abenteuer des ungleichen Duos Muffin, einer eigentlich eher vorsichtigen Katze, und Tört, ihrem verzauberten Begleiter, steckt voller Überraschungen. Natürlich wird es hie und da ein wenig gruselig, aber nicht zu sehr. Der Spaß kommt auch nicht zu kurz.

Die Geschichte folgt einem klassischen Muster und ist auch für kleine Kinder nachvollziehbar.

Das Buch ist voller lustiger Zeichnungen und wurde sicher auch von Comics inspiriert. Wobei es leichter zu lesen als ein Comic ist, da es kaum Sprechblasen gibt. Es gibt sogar ein interaktives Element im Buch und nach der Geschichte noch einen kreativen Bonus-Teil.

Das Buch strotzt vor lustigen Einfällen und ist ein Spaß für Jung und Alt. Sogar unser Zweijähriger war begeistert von den Zeichnungen und vor allem von Tört, den er liebevoll als „Hase“ titulierte.

Hervorzuheben ist auch noch die Liebe zum Detail, sei es nun der Troll-Opa oder der Zauberer namens Tatterich. Man spürt, das wirklich Herzblut in die Geschichte und die Zeichnungen geflossen ist.

Mich erinnert das Buch nicht zuletzt aufgrund der Aufmachung selbst an die Bücher meiner Kindheit. Die Abenteuer spielen mit klassischen Themen wie Wikingern und im nächsten Buch dann auch Ritter. Aber auch normales Papier und Schwarz-Weiß Zeichnungen. Das Buch wurde in Deutschland gedruckt und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Seiten sind angenehm dick.

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Krieg ist Leid

Ginsterburg
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Es gibt Bücher die liest man in einem Rutsch. Bei anderen hingegen lässt man sich sehr viel Zeit, weil man nicht möchte dass sie jemals enden. Ginsterburg fällt für mich in die zweite Kategorie.

Vorweg: ...

Es gibt Bücher die liest man in einem Rutsch. Bei anderen hingegen lässt man sich sehr viel Zeit, weil man nicht möchte dass sie jemals enden. Ginsterburg fällt für mich in die zweite Kategorie.

Vorweg: Für mich persönlich ein Highlight, der beste Roman den ich seit langem lesen durfte. Das ist natürlich rein subjektiv, aber mir persönlich gefällt die Sprache von Arno Frank sehr. Frank schreibt in eher kurzen, knappen Sätzen. Trifft einen sachlichen Tonfall und erzählt manchmal beinahe schon beifällig über das schreckliche Schicksal seiner Protagonisten.

Anhand der Bewohner des fiktiven Städtchens Ginsterburg wird vom Krieg und dessen Folgen erzählt. Wir folgen ihrem Schicksal durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Als Leser spürt man wie der Krieg langsam immer realer wird, immer näher kommt. Sowohl ins Bewusstsein, in den Alltag als auch in die Stadt tritt.

Die Figuren sind nicht neu, der Emporkömmling, die die politisch eigentlich anders stehen, die die bedroht werden, die Jugend die mitgerissen wird. Und es menschelt. Dadurch wachsen die Figuren einem sehr ans Herz. Man hofft, dass der eine oder andere von den Leiden des Krieges verschont bleibt.

Ginsterburg hat bei mir lange nachgewirkt. Noch immer denke an an Lolo, Theo, Uta, Bruno, Zola und all die anderen.

Einen Kritikpunkt muss ich auch noch anbringen. Das Cover. Es wurde mithilfe von KI generiert und das sieht man. Es sieht teilweise sehr verwaschen aus, als wäre es ein Fehldruck.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Faszinierende Einblicke in die Welt des Schachs

Schach-Euphorie
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Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße ...

Wenn Sie immer schon wissen wollten, WIE man Schach spielt oder wie man endlich gewinnt, sind sie hier falsch. Haben Sie sich schon mal gefragt WARUM Menschen so fasziniert davon sind kleine schwarz-weiße Figuren über ein 8x8 Felder großes Brett zu schieben? Glückwunsch, dann haben Sie das richtige Buch für sich gefunden.

Mit einer Leidenschaft die man spürt versucht der niederländische Schachspieler und -journalist Peter Doggers zu ergründen warum ein so uraltes, simples Brettspiel es in Zeiten von Minecraft und co. immer noch schafft die Massen zu begeistern. Schachkenntnisse werden keine Vorausgesetzt.
Schach-Euphorie richtet sich eher an interessierte Laien und Anfänger, jedoch kann vor allem der KI-Teil auch für passionierte Spieler von Interesse sein.

Doggers erzählt unglaublich gut und spannend. Man lernt vieles über die Geschichte und großen Spieler. Aber auch die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schach, Kunst, Politik und Wissenschaft werden gezeigt. Streckenweise liest sich das Buch wie ein Krimi. Das muss man erst mal hinkriegen bei so einem Thema.

Besonders gefallen hat mir der Teil der sich mit der Entwicklung der Schachcomputer bis hin zur künstliche Intelligenz befasst. Aber auch der Krimi um Magnus Carlsen und Hans Niemann.

Doggers schneidet in seinem Buch viele Themen nur an. Dank der ausführlichen Literaturliste kann sich, man wurde man vom Schach-Fieber gepackt, sicher noch weiter in die einzelnen Gebiete vertiefen.

Wenn man nun als Schachinteressierter ein einziges Buch über Schach kaufen möchte, ist Schach-Euphorie von Peter Doggers sicherlich keine schlechte Wahl.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Witzige Wissensvermittlung

Das Lexikon gruseliger Tiere
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Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?

Das Lexikon der gruseligen Tiere ...

Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?

Das Lexikon der gruseligen Tiere kommt gruselig daher. Das Cover stimmt den Betrachter schon ein wenig auf Halloween ein.

Inhaltlich bietet es vor allem Angeberwissen – sogenanntes unnützes Wissen. Genau die Dinge, die Kindern im Gedächtnis bleiben, weil sie einen Wow-Effekt haben. Dazu kommen scherzhafte, oft absurde Bemerkungen, wie „Hat schon als Kleinkind Kampfsport trainiert“ oder „Der beste Staubsauger von Mutter Natur“.

Leider stimmen nicht alle Fakten. z.B. ist die Aussage, dass wir 60% unserer Gene mit Bananen teilen falsch. Tatsächlich haben etwa 60% unsere Gene ein Gegenstück im Bananengenom. Das ist etwas anderes.

Der Text ist gut ansonsten gut aufbereitet. Für Größenangaben werden regelmäßig Alltagsgegenstände zum Vergleich herangezogen. Der Autor wendet sich direkt an die Leser, wodurch der Stil sehr kindgerecht und keineswegs trocken ist. Layout und Bilder gefallen uns ebenfalls: Die Zeichnungen sind klasse, und die liebevollen Details machen Spaß.

Fazit: Das Lexikon der gruseligen Tiere bietet humorvolle Wissensvermittlung. Der Humor steht eindeutig im Vordergrund, da darf auch ruhig ein wenig Quatsch im Buch vorkommen. Auch Erwachsene können mit dem Buch Spaß haben und Neues lernen.

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