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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Witzige Wissensvermittlung

Das Lexikon gruseliger Tiere
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Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?

Das Lexikon der gruseligen Tiere ...

Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?

Das Lexikon der gruseligen Tiere kommt gruselig daher. Das Cover stimmt den Betrachter schon ein wenig auf Halloween ein.

Inhaltlich bietet es vor allem Angeberwissen – sogenanntes unnützes Wissen. Genau die Dinge, die Kindern im Gedächtnis bleiben, weil sie einen Wow-Effekt haben. Dazu kommen scherzhafte, oft absurde Bemerkungen, wie „Hat schon als Kleinkind Kampfsport trainiert“ oder „Der beste Staubsauger von Mutter Natur“.

Leider stimmen nicht alle Fakten. z.B. ist die Aussage, dass wir 60% unserer Gene mit Bananen teilen falsch. Tatsächlich haben etwa 60% unsere Gene ein Gegenstück im Bananengenom. Das ist etwas anderes.

Der Text ist gut ansonsten gut aufbereitet. Für Größenangaben werden regelmäßig Alltagsgegenstände zum Vergleich herangezogen. Der Autor wendet sich direkt an die Leser, wodurch der Stil sehr kindgerecht und keineswegs trocken ist. Layout und Bilder gefallen uns ebenfalls: Die Zeichnungen sind klasse, und die liebevollen Details machen Spaß.

Fazit: Das Lexikon der gruseligen Tiere bietet humorvolle Wissensvermittlung. Der Humor steht eindeutig im Vordergrund, da darf auch ruhig ein wenig Quatsch im Buch vorkommen. Auch Erwachsene können mit dem Buch Spaß haben und Neues lernen.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Auch für Leute die noch nicht betroffen sind erhellend

Gamechanger Abnehmspritze
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Die Abnehmspritze ist in alle Munde. Ständig ließt man über sie, erfährt welcher Star dank ihrer Hilfe abgenommen hat. Und auch die Nebenwirkungen sind medial überrepräsentiert.

„Gamechanger Abnehmspritze“ ...

Die Abnehmspritze ist in alle Munde. Ständig ließt man über sie, erfährt welcher Star dank ihrer Hilfe abgenommen hat. Und auch die Nebenwirkungen sind medial überrepräsentiert.

„Gamechanger Abnehmspritze“ ermöglicht einen fundierten Überblick zum Thema, wenn man mehr als nur Schlagzeilen wissen möchte. Dazu wird auch viel auf die Themen Übergewicht und Abnehmen eingegangen. Sehr hilfreich auch für Leute die nicht adipös sind. Der Autor schafft es, das teils doch recht trockene Thema spannend zu erklären.

Faszinierend fand ich die Einblicke in die moderne Medizin. Was allein in der Diagnostik heute schon alles möglich ist. Oder möglich wäre. Der Autor macht keinen Hehl daraus, das eine gute Diagnostik teuer ist. Und wer sich das nicht leisten kann oder will durch die Finger schaut. Ufff. Als Leser merkt man schnell, dass die oft gescholtene Zwei-Klassen Medizin noch viel schlimmer ist als gedacht. Und das man vieles am Gesundheitssystem hinterfragen kann.

Ab und an liest sich das Buch wie Werbung für die Abnehmspritze. Man darf natürlich nicht vergessen dass Dr.Dr. Jahl damit gutes Geld verdient. Daher ist es nicht verwunderlich, das sich der Teil über die Nebenwirkungen fast wie ein Werbetext liest.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Buch den Leser auch die Wichtigkeit eines gesundes Gewichts und Körpers vor Augen führt. Und das die Arbeit von DDr. Jahl wichtig ist.

Dazu passte der Weg von Herbert Hirschler, der es schaffte durch die Gewichtsreduktion chronische Erkrankungen abzuschwächen und teils sogar los zu werden. Sehr schön ist auch, dass der Autor immer wieder zeigt, dass man sich nicht nur auf die Spritze verlassen darf und dass das Abnehmen ganzheitlich betrachtet werden muss.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Zwischen dem Nichts..

Tage des Lichts
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„Tage des Lichts“ ist ein eigentümliches Buch, dessen Reiz sich erst nach und nach erschließt. In sehr ausladender Sprache, die voller Metaphern ist, erzählt Megan Hunter von 6 Tagen aus dem Leben einer ...

„Tage des Lichts“ ist ein eigentümliches Buch, dessen Reiz sich erst nach und nach erschließt. In sehr ausladender Sprache, die voller Metaphern ist, erzählt Megan Hunter von 6 Tagen aus dem Leben einer Frau. Wir lernen Ivy im Jahr 1938 kennen. Da ist sie gerade einmal 19 Jahre alt und weiß nicht, welche Richtung sie in ihrem Leben einschlagen soll. Ivy, Spross einer unkonventionellen Künstler- und Intellektuellenfamilie zeigt selbst weder Talent noch Ambitionen.

Nicht nur die Erzählweise, auch die Geschichte wirkt wie aus der Zeit gefallen. Sie lässt längst vergangen Zeiten und Lebensumstände wieder aufleben. Von der Musik und der Befreiungsbewegung der 60er bekommt man nicht viel mit, Ivy ist noch in einem anderen Weltbild beheimatet. Sie ist auch eher ein Mitläufer, keine Rebellin. So lässt sie sich treiben, wie ein Stück Treibholz im Fluss. Vieles an ihren Leben und Alltag wirkt leer und eintönig.

Hunter erklärt nichts, sie psychologisiert nichts. Der Leser selbst muss aus den Figuren seine Schlüsse ziehen und ihre Geschichte reflektieren. Material dazu bietet die Geschichte genug. Dadurch bleiben die Figuren, aber vor allem das Zeitbild mit all seinen Restriktionen, aber auch mystischen Geheimnissen und die Bilder die Hunter erschaffen hat, beim Leser länger hängen. Genau so soll es sein.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Kann der Vogel das Baby mitnehmen?

Ich hab dich ganz genauso lieb
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In letzter Zeit wurde es etwas still um Keira Knightley. Galt sie einst als eine der am besten bezahlten Schauspielerinnen Hollywoods, überrascht sie nun mit einem sehr persönlichen Projekt, einem Kinderbuch. ...

In letzter Zeit wurde es etwas still um Keira Knightley. Galt sie einst als eine der am besten bezahlten Schauspielerinnen Hollywoods, überrascht sie nun mit einem sehr persönlichen Projekt, einem Kinderbuch. Das Buch ist komplett aus Knightleys Hand, selbst die Illustrationen stammen von ihr. Als Inspirationsquelle dienten ihre Töchter, denen das Buch auch gewidmet ist.

Im englischen trägt das Buch den mehrdeutigen Titel „I love you just the same“, der mir eine Spur besser gefällt als der deutsche Titel. Es geht um das sensible Thema das ein Geschwisterchen in das Leben eines Einzelkindes tritt und ab dem Moment alles anders ist. Mama hat fast nur mehr Zeit für das Baby und die namenlose Ich-Erzählerin ist verständlicherweise eifersüchtig. Der Anfang der Geschichte ist traurig und düster gehalten. Auch der Rest der Geschichte hat teils gruselige Elemente. Natürlich nicht Brüder Grimm Level, aber für ganz kleine Kinder ist es nicht geeignet. Wobei immer klar gemacht wird, dass das Abenteuer nur ein Traum ist.

Das Buch hat etwas kunstvolles und richtet sich eher an Leute die Werke wie „Alice im Wunderland“ mögen. Die Illustrationen sind etwas besonderes. Alles andere als perfekt und glatt gebügelt mit einem „hand-made“ Touch. Oft auch intim. Nicht alle sind gleich gut gelungen, aber sie sind in sich stimmig. Das ganze Buch hat einen eigenen, besonderen Charme.

Besonders gefallen hat mir, dass die kindlichen Gefühle der namenlosen Ich-Erzählerin ernst genommen werden. In einem Interview erzählte die Autorin, dass sie durch die Frage ihrer Tochter, ob nicht ein Vogel das Baby mitnehmen kann, inspiriert wurde. Ja, Kinder können sehr direkt sein.

Mich persönlich hat es dazu inspiriert einen neuen Blickwinkel auf meine eigene Kindheit zu wagen.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Schön gestaltetes Buch für kleine Abenteurer

Ins hohe Gras
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Erst einmal wow: Das Einband und die Verarbeitung sind zauberhaft. Die Bilder von Sabina Hahn sind wunderschön und passen gut zur Geschichte. Die ganze Aufmachung erinnert mich ein wenig an „Geschichten ...

Erst einmal wow: Das Einband und die Verarbeitung sind zauberhaft. Die Bilder von Sabina Hahn sind wunderschön und passen gut zur Geschichte. Die ganze Aufmachung erinnert mich ein wenig an „Geschichten aus den Muckligwald“, sogar das für das Cover gewählte Bild sieht ähnlich aus. Nebeneinander im Bücherregal machen die beiden Bücher wirklich etwas her.

Trevor Noah gelingt es mühelos die Gefühl- und Gedankenwelt eines kleinen Kindes einzufangen. Die Kinderlogik lädt zum Schmunzeln ein. Die Geschichte selbst wirkt teils etwas altbacken. Auch wenn das Marketing etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich doch eher um ein Kinderbuch.

Ja, es mangelt nicht an klugen Sätzen und Lebensweisheit. Ein wenig hat das Buch mich an „Der kleine Prinz“ von Antione de Saint-Exupéry und "Alice im Wunderland" erinnert. Es geht um Toleranz und darum, auch einmal andere Sichtweisen zuzulassen.

Ich habe mich nach dem Hype um das Buch und dem tollen Vorwort irgendwie mehr erwartet. Wie gesagt, das Buch ist an sich toll und wunderschön, die Geschichte trotz einfühlsamer Erzählweise und netten Ideen, etwas flach. Aber für meine Kinder ist das Buch, wenn sie mal älter sind, sicher toll.

In Interviews gibt der Autor an, dass er mit dem Buch das innere Kind der erwachsenen Leser ansprechen wollte. Ich war als Kind aber tatsächlich anders als die Figur im Buch, viel ängstlicher und hätte mich daher auch nicht ins hohe Gras gewagt. Vielleicht funktioniert das Buch deshalb nicht bei mir.

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