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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein Roman über die Verletzlichkeit

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der ...

“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der alles auf den Kopf stellt und nichts ist mehr so wie es vorher war. So etwas hat Heike erlebt, ihre Tochter ist seitdem nicht mehr dieselbe, die kleine Raphaela muss mit so einigen Einschränkungen zurechtkommen. Es geht im Roman um Schuld und Schuldgefühle, aber auch um Vorwürfe, die man sich selbst macht. Was ist mit dem eigenen Leben, mit den eigenen Träumen, hat man noch ein Recht darauf diese zu leben?

Wir kehren in das kleinen Dorf Alpen an den Niederrhein zurück, es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die wir noch einmal auf einer ganz neuen Ebene kennenlernen. Anna von Betheray hat als evangelische Pastorin ihre Schäfchen in der Gemeinde im Blick, sie kümmert sich um ihren Neffen Sascha, weil ihre Schwester Maria krank ist, aber auch ihre Mutter Mechthild und Tante Ottilie stehen ihr zu Seite und mischen im Ort ordentlich mit. Mit von der Partie ist auch wieder der kleine Goldendoodle Freddy, der alle Herzen im Sturm erobert und wieder für den einen oder anderen Schmunzler sorgt.

Mit viel Fingerspitzengefühl und Feingefühl zeichnet die Autorin eine Dorfgemeinschaft, die aufeinander aufpasst, aber auch (fast) alles voneinander weiß, was Fluch und Segen zugleich sein kann. Ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt, gleichzeitig schenkt er aber auch sehr viel Hoffnung, dass Gemeinschaft viele Probleme überwinden kann. Der Zusammenhalt in Alpen ist einmalig und manchmal würde ich mir wünschen einen solchen Zusammenhalt auch spüren zu dürfen und nicht in der Anonymität der Großstadt zu leben. Weitere Themen des Romans sind Drogen- und Alkoholkonsum, aber auch verschiedene Krankheiten wie Demenz oder MS.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, meist steht aber die Hauptfigur Anna von Betheray im Mittelpunkt, aber es gibt auch Rückblenden in die vergangenen Jahre, sodass wir gerade die Geschichte von Heike und Raphaela besser verstehen können. Der Spannungsbogen ist gut ausgearbeitet und steuert auf die Auflösung zu, wie es zu Raphaelas Situation kommen konnte. War es ein Unfall oder ein Verbrechen?

Ein wunderbarer Roman, der uns unsere Verletzlichkeit vor Augen führt und uns gleichzeitig Hoffnung schenkt. Und genau solche Mutmachenden Bücher brauchen wir!

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Ein Roman abseits des Mainstream

Der Untergang von Thornton Hall
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Britta Habekost hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben, abseits vom Mainstream.

Elinda ist eine wirklich bemerkenswerte Protagonistin, die uns in das antike Italien entführt. Sie begibt sich auf ...

Britta Habekost hat einen bemerkenswerten Roman geschrieben, abseits vom Mainstream.

Elinda ist eine wirklich bemerkenswerte Protagonistin, die uns in das antike Italien entführt. Sie begibt sich auf eine gefährliche Reise, um ihren Zwillingsbruder wiederzufinden. Ihre Eltern hingegen hatte andere Pläne. Sie soll einen vermögenden und adeligen Mann heiraten, um das Familienerbe zu sichern. Elinda entzieht sich diesem Plan und reist mit dem geheimnisvollen Blake nach Italien. Die Männer in diesem Roman werden eher sagenumwogen und geheimnisvoll dargestellt und man muss erst herausfinden, wer Gut und Böse ist.

Ein Gruselroman, ein Schauermärchen oder eine romantische Liebesgeschichte? Hier muss man sich nicht entscheiden, man bekommt alles. Alles wohl dosiert, aber dennoch enthalten. Dazu ein Reiseführer durch das antike Italien und eine detaillierte Milieustudie.

Sehr eingängig fand ich den Erzählstil der Autorin, sie lässt dem Leser / der Leserin sehr viel Raum, um eigene Theorien anzustellen. Die Auflösung des Romans hat mir gut gefallen und ich fand sie auch schlüssig.

Dieser Roman sticht aus dem Genre “historische Romane” heraus, wagt er doch ganz neue Ansätze und Wege.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Heimeliger Winterkrimi

Der echte Krampus
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Wilhelm Freiherr von Gryszinski möchte endlich mal weg aus dem Münchener Großstadtrubel. Da trifft es sich ganz gut, dass er mit seiner Familie, sowie seiner Köchin der Einladung ihrer Freundin Franziska ...

Wilhelm Freiherr von Gryszinski möchte endlich mal weg aus dem Münchener Großstadtrubel. Da trifft es sich ganz gut, dass er mit seiner Familie, sowie seiner Köchin der Einladung ihrer Freundin Franziska Gräfin von Wurmbrand gefolgt ist. Diese hat ein opulentes, aber gemütliches Haus in einem Dorf namens Berghall oberhalb von Bad Reichenhall erworben. Dort angekommen genießen die Gryszinskis die Abgeschiedenheit und den lang ersehnten Urlaub. Doch bald ist es schon dahin mit der Stille. Beim traditionellen Krampuslauf in Berghall wird ein Mann ermordet. Nahezu zwanzig Bewohner kommen sowohl als Zeugen, als auch als Täter in Frage. Gryzinski erhält den Auftrag den Mord aufzuklären. Das ist diesmal schön verzwickt.

Der Freiherr ist ein ruhiger Familienmensch, der seine berufliche Bestimmung aber mit äußerster Genauigkeit und Präzession ausübt. Er liebt seinen Sohn und seine Frau und ist ein kulinarischer Genussmensch. Da trifft es sich gut, dass er mit der Aloisia Brunner eine Köchin hat, die zwar manchmal etwas grummelig und sonderbar, aber eben auch äußerst fleißig ist.

Die Handlung ist in Berghall im Jahr 1897 angesiedelt und gut einordbar. Sehr lebendig und auch humorvoll ist der Schreibstil der Autorin. Gerade die vielen kulinarischen Aspekte sorgen für eine heimelige Atmosphäre in diesem Kriminalroman. Durch die zahlreichen Verdächtigen kann man spannenden Miträtseln beim Lesen. Sehr gut hat mir auch die Kapitelstruktur gefallen, kann dieses Buch wie ein Adventskalender gelesen werden. Die Spannung ist auch gut temperiert, auch wenn ich vielleicht mit noch einem spektakuläreren Ende gerechnet hätte. Ein Personenverzeichnis der vielen Figuren sorgt für eine gute Hilfe beim Lesen. Das Fazit ist positiv. Heimelig und auch spannend kann ich diesen Roman gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Abenteuer auf der Flusskreuzfahrt

Wer zuletzt tanzt, tanzt am besten
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Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit ...

Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit schöne Lesestunden beschert.

Diesmal ermitteln die beiden größtenteils auf einem Flusskreuzfahrtschiff und sehen sich direkt mehreren Gegnern ausgesetzt. Vor allen Dingen der russische Geheimdienst macht ihnen das Leben schwer.

Der Schreibstil von Petra Schier ist gewohnt flüssig und gut zu lesen, das Buch habe ich an nur zwei Abenden ausgelesen. Es ist ein leichter humorvoller Krimi, der vor allen Dingen von seinen skurrilen Szenen und die vielen Zufälle lebt. Einfallsreich fand ich den Tanzwettbewerb an Bord des Schiffes, allerdings frage ich mich, was Markus Neumann nicht kann…

Insgesamt hatte ich schöne und unterhaltsame Lesestunden, auch wenn der Band leider nicht an die vorherigen Bände anknüpfen konnte. Aber selbstverständlich würde ich jederzeit zu Band 16 greifen, denn mich interessiert es brennend, welche Abenteuer die beiden noch zusammen überstehen müssen, um endlich sich ihrer Gefühle füreinander eingestehen können.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Die etwas andere WG

Wohnverwandtschaften
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Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr ...

Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr gut in eine Geschichte transformiert. Die Erzählweise der Autorin ist dabei als interessant zu bezeichnen. Sie beschreibt die Situation aus der jeweiligen “Ich-Erzählperspektive” des jeweiligen Charakters. An manchen Stellen erzählen mehrere Protagonisten. Durch diese sehr seltene Erzählweise erhält man als lesende Person einen sehr direkten Eindruck von der Gefühlswelt der handelnden Figur. Ich persönlich fand dieses Erzählform sehr interessant und sie hat mir gut gefallen. Alle vier handelnden Figuren sind sehr unterschiedlich von Herkunft und Alter und doch schaffen sie oft einen gemeinschaftlichen Konsens. Gerade Murat hat mir persönlich charakterlich am nächsten gestanden, ist er doch eine Seele von Mensch, der versucht, das Gefüge der “WG” zusammenzuhalten. Aber auch Anke als “eher negativ agierender” Charakter ist durchaus auch sehr unterhaltsam, auch wenn sie bei mir oft auch Mitleid erregt hat.

Dieser sehr direkte, aber auch offene Schreibstil ist eine besondere Eigenschaft dieses Romans. Auch wenn der Humor in dieser Erzählung nicht zu kurz kommt, handelt diese Story von einem sehr ernsten Thema. Dieses Thema ist der rote Faden der Geschichte, den ich aber hier nicht verraten möchte. Das Ende ist interessant gewählt und hat mich trotz der Vorkommnisse positiv gestimmt. Ein schön erzählter Roman mit vielen facettenreichen Charakteren der zum Nachdenken anregt.

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