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Veröffentlicht am 12.01.2025

Heimeliger Winterkrimi

Der echte Krampus
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Wilhelm Freiherr von Gryszinski möchte endlich mal weg aus dem Münchener Großstadtrubel. Da trifft es sich ganz gut, dass er mit seiner Familie, sowie seiner Köchin der Einladung ihrer Freundin Franziska ...

Wilhelm Freiherr von Gryszinski möchte endlich mal weg aus dem Münchener Großstadtrubel. Da trifft es sich ganz gut, dass er mit seiner Familie, sowie seiner Köchin der Einladung ihrer Freundin Franziska Gräfin von Wurmbrand gefolgt ist. Diese hat ein opulentes, aber gemütliches Haus in einem Dorf namens Berghall oberhalb von Bad Reichenhall erworben. Dort angekommen genießen die Gryszinskis die Abgeschiedenheit und den lang ersehnten Urlaub. Doch bald ist es schon dahin mit der Stille. Beim traditionellen Krampuslauf in Berghall wird ein Mann ermordet. Nahezu zwanzig Bewohner kommen sowohl als Zeugen, als auch als Täter in Frage. Gryzinski erhält den Auftrag den Mord aufzuklären. Das ist diesmal schön verzwickt.

Der Freiherr ist ein ruhiger Familienmensch, der seine berufliche Bestimmung aber mit äußerster Genauigkeit und Präzession ausübt. Er liebt seinen Sohn und seine Frau und ist ein kulinarischer Genussmensch. Da trifft es sich gut, dass er mit der Aloisia Brunner eine Köchin hat, die zwar manchmal etwas grummelig und sonderbar, aber eben auch äußerst fleißig ist.

Die Handlung ist in Berghall im Jahr 1897 angesiedelt und gut einordbar. Sehr lebendig und auch humorvoll ist der Schreibstil der Autorin. Gerade die vielen kulinarischen Aspekte sorgen für eine heimelige Atmosphäre in diesem Kriminalroman. Durch die zahlreichen Verdächtigen kann man spannenden Miträtseln beim Lesen. Sehr gut hat mir auch die Kapitelstruktur gefallen, kann dieses Buch wie ein Adventskalender gelesen werden. Die Spannung ist auch gut temperiert, auch wenn ich vielleicht mit noch einem spektakuläreren Ende gerechnet hätte. Ein Personenverzeichnis der vielen Figuren sorgt für eine gute Hilfe beim Lesen. Das Fazit ist positiv. Heimelig und auch spannend kann ich diesen Roman gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Abenteuer auf der Flusskreuzfahrt

Wer zuletzt tanzt, tanzt am besten
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Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit ...

Endlich Janna und Markus sind zurück! Wir haben lange auf einen neuen Fall warten müssen, nun ist er endlich da. Ich mag die Reihe um Janna Berg und Markus Neumann, hat sie mir doch in der Vergangenheit schöne Lesestunden beschert.

Diesmal ermitteln die beiden größtenteils auf einem Flusskreuzfahrtschiff und sehen sich direkt mehreren Gegnern ausgesetzt. Vor allen Dingen der russische Geheimdienst macht ihnen das Leben schwer.

Der Schreibstil von Petra Schier ist gewohnt flüssig und gut zu lesen, das Buch habe ich an nur zwei Abenden ausgelesen. Es ist ein leichter humorvoller Krimi, der vor allen Dingen von seinen skurrilen Szenen und die vielen Zufälle lebt. Einfallsreich fand ich den Tanzwettbewerb an Bord des Schiffes, allerdings frage ich mich, was Markus Neumann nicht kann…

Insgesamt hatte ich schöne und unterhaltsame Lesestunden, auch wenn der Band leider nicht an die vorherigen Bände anknüpfen konnte. Aber selbstverständlich würde ich jederzeit zu Band 16 greifen, denn mich interessiert es brennend, welche Abenteuer die beiden noch zusammen überstehen müssen, um endlich sich ihrer Gefühle füreinander eingestehen können.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Die etwas andere WG

Wohnverwandtschaften
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Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr ...

Unterschiedlichste Charaktere finden eine neue Heimat. Doch auch die neuste Heimat birgt problematische Verhältnisse mit sich. In diesem Roman wird ein ernstes Thema durch viel unterschwelligen Humor sehr gut in eine Geschichte transformiert. Die Erzählweise der Autorin ist dabei als interessant zu bezeichnen. Sie beschreibt die Situation aus der jeweiligen “Ich-Erzählperspektive” des jeweiligen Charakters. An manchen Stellen erzählen mehrere Protagonisten. Durch diese sehr seltene Erzählweise erhält man als lesende Person einen sehr direkten Eindruck von der Gefühlswelt der handelnden Figur. Ich persönlich fand dieses Erzählform sehr interessant und sie hat mir gut gefallen. Alle vier handelnden Figuren sind sehr unterschiedlich von Herkunft und Alter und doch schaffen sie oft einen gemeinschaftlichen Konsens. Gerade Murat hat mir persönlich charakterlich am nächsten gestanden, ist er doch eine Seele von Mensch, der versucht, das Gefüge der “WG” zusammenzuhalten. Aber auch Anke als “eher negativ agierender” Charakter ist durchaus auch sehr unterhaltsam, auch wenn sie bei mir oft auch Mitleid erregt hat.

Dieser sehr direkte, aber auch offene Schreibstil ist eine besondere Eigenschaft dieses Romans. Auch wenn der Humor in dieser Erzählung nicht zu kurz kommt, handelt diese Story von einem sehr ernsten Thema. Dieses Thema ist der rote Faden der Geschichte, den ich aber hier nicht verraten möchte. Das Ende ist interessant gewählt und hat mich trotz der Vorkommnisse positiv gestimmt. Ein schön erzählter Roman mit vielen facettenreichen Charakteren der zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Interessante Detektivfälle

Die rätselhafte Klientin
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Der Auftakt der neuen Reihe von Charlotte Printz ist gelungen, sie zeichnet ein bestechendes Sittengemälde von Berlin im Jahr 1961.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Carla und Wally, zwei Halbschwestern, ...

Der Auftakt der neuen Reihe von Charlotte Printz ist gelungen, sie zeichnet ein bestechendes Sittengemälde von Berlin im Jahr 1961.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Carla und Wally, zwei Halbschwestern, wie sie nicht unterschiedlicher sein können. Bis vor kurzem wusste Carla nicht einmal, dass sie eine Halbschwester hat, dennoch entwickeln die beiden sich zu einem unschlagbaren Gespann. Die Figuren sind gut gezeichnet, wobei wir durch die wechselnden Perspektiven einen offenen Einblick in das Innenleben der Figuren bekommen.

Am besten hat mir ihre Tante Lulu gefallen, sie ist ein echtes Unikat und sorgt für die heiteren Momente in dem Roman.

Die Detektivfälle sind vertrackt und werden gut geschildert, sodass man als Leser*in miträtseln kann. Insgesamt schreitet der Roman chronologisch voran, es gibt aber einige Rückblenden in die Kindheit der beiden Protagonistinnen. Teilweise sind die Szenenwechsel sehr schnell, sodass der Roman ein hohes Tempo hat.

Der Schreibstil ist angenehm, der Berliner Dialekt macht ihn in Teilen sehr authentisch, Dialoge und beschreibende Elemente halten sich gut die Waage.

Thematisch geht es einmal um den Bau der Berliner Mauer und wie er das Leben in West- und Ost-Berlin beeinflusst. Die Gefühle und Gedanken der Menschen werden gut geschildert. Aber auch die Besatzungsmächte kommen in dem Roman zum Zuge, vor allen Dingen die Amerikaner spielen eine größere Rolle. Im Mittelpunkt steht aber die Detektivarbeit, hier möchte ich auf die Themen nicht genauer eingehen, um nicht zu viel zu verraten.

Insgesamt hat mir der Auftakt gut gefallen, ein wenig Potential nach oben sehe ich noch in der Kommunikation und dem Zusammenspiel der ungleichen Schwestern und dem Spannungsaufbau, leider lies dieser in diesem Band zwischenzeitlich etwas nach.

Ich werde diese Reihe mit Sicherheit verfolgen und hoffe auf weitere spannende Fälle von Carla und Wally in Berlin. Der zweite Band “Im Netz der Lügen” ist gerade bei dtv erschienen.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Rätsel für die Hawthorne Brüder

The Brothers Hawthorne
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Erneut haben mich die Rätsel, die den Brüdern Hawthorne und der Erbin Avery aufgetragen worden sind, gut unterhalten. Die Story teilt sich in zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite wird Jameson Hawthorne ...

Erneut haben mich die Rätsel, die den Brüdern Hawthorne und der Erbin Avery aufgetragen worden sind, gut unterhalten. Die Story teilt sich in zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite wird Jameson Hawthorne von seinem unbekannten Vater mit einer sonderbaren Bitte konfrontiert. Er soll ihm helfen seinen verschollenen Landbesitz zurückzuerobern. Dabei soll er sich in eine sonderbare Gesellschaft in London einfinden. In Phoenix ist derweilen Grayson Hawthorne auf der Suche nach Spuren seines verstorbenen leiblichen Vaters und macht dabei interessante Entdeckungen. Alsbald merkt dieser, dass es Geheimnisse gibt, die es gilt zu bewahren, bevor es Schaden für seine Familie gibt. Eine interessante Schnitzeljagd beginnt.

In diesem Band spielen die beiden Hawthorne Brüder die Hauptrolle und Avery, die Hauptdarstellerin aus den ersten drei Inheritance Games Bänden ist in einer größeren Nebenrolle angesiedelt. Doch trotz allem hat mich ihre Figur wieder gut unterhalten. Denn Avery ist erwachsen geworden und hat sich dem persönlichen Niveau der Hawthorne gut angenähert. Jameson Hawthorne ist generell der heißblütigste unter den Brüdern meiner Meinung nach und das zeigt er auch in diesem Band wieder sehr deutlich. Grayson hingegen wirkt wesentlich bedachter und versucht vorausschauend zu handeln.

Die Story an sich wirkt sehr dicht und sorgt immer wieder auch für Überraschungen. Auch wenn man nicht unbedingt ein Vorwissen benötigt ist es ratsam die anderen Bände gelesen zu haben, weil einem sonst viele Informationen nicht so klar erscheinen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr dialogorientiert und gut lesbar. Die einzelnen Rätsel, für die diese Reihe sehr bekannt ist, waren auch wieder gut pointiert. An der ein oder anderen Stellen hätte ich mir etwas mehr Dramatik gewünscht. Gerade Band 2 und 3 der Reihe sorgen für wesentlich mehr gefährliche Momente. Trotz der kleinen Kritik ein erneut gut geschriebener Band mit interessanten Erkenntnissen über die Entwicklung der Hawthorne-Dynastie.

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