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Veröffentlicht am 22.12.2024

Schönheit, Verfall und Moral – Eine ambivalente Reise durch Oscar Wildes Klassiker

Das Bildnis des Dorian Gray
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Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray ist ein Meisterwerk der Ästhetik, das die dunklen Seiten der menschlichen Natur und die Verlockung der Schönheit in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte über ...

Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray ist ein Meisterwerk der Ästhetik, das die dunklen Seiten der menschlichen Natur und die Verlockung der Schönheit in den Mittelpunkt stellt. Die Geschichte über den jungen, charismatischen Dorian Gray, dessen Porträt an seiner Stelle altert und die Spuren seines dekadenten Lebensstils trägt, ist sowohl faszinierend als auch beklemmend.

Wilde brilliert in seinem Einsatz von Sprache. Seine Formulierungen sind scharf, geistreich und oft geradezu aphoristisch. Viele Passagen laden dazu ein, innezuhalten und über die tiefere Bedeutung nachzudenken. Die philosophischen Überlegungen über Moral, Hedonismus und Vergänglichkeit regen zum Nachdenken an und verleihen der Erzählung eine außergewöhnliche Tiefe.

Auch die Figuren sind beeindruckend gestaltet. Lord Henry Wotton ist mit seinen zynischen Ansichten der eigentliche Strippenzieher und übt eine hypnotische Wirkung auf Dorian aus. Dorian selbst verkörpert die Tragik des Strebens nach ewiger Jugend und Schönheit auf Kosten der eigenen Menschlichkeit.

Trotz der brillanten Sprache kann das Buch an manchen Stellen langatmig wirken. Vor allem Wildes Exkurse über Kunst, Ästhetik und Lebensphilosophie ziehen die Handlung manchmal in die Länge und könnten weniger geduldige Leser ermüden. Zudem bleibt Dorian als Hauptfigur für viele schwer greifbar: Seine moralische Verkommenheit wird beschrieben, aber es fehlt stellenweise an emotionalem Zugang zu seinem inneren Konflikt.

Auch das Ende des Romans, das in seiner Dramaturgie abrupt und vorhersehbar wirkt, lässt etwas von der Intensität vermissen, die der Aufbau der Geschichte verspricht.

Das Bildnis des Dorian Gray ist ein Buch, das seine Leser mit provokanten Fragen konfrontiert und durch seine Eleganz und seinen Stil beeindruckt. Es ist jedoch nicht ohne Schwächen, insbesondere in der Erzählgeschwindigkeit und der emotionalen Tiefe der Hauptfigur. Dennoch bleibt es ein bedeutendes Werk der Literatur, das sich lohnt, gelesen und reflektiert zu werden. Für alle, die philosophische und ästhetische Fragen in einer düsteren Atmosphäre schätzen, ist es eine lohnende Lektüre.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Gute Kurzgeschichten für zwischendurch

Erste Person Singular
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Erste Person Singular ist ein Kurzgeschichten-Roman von Haruki Murakami und das erste Buch, was ich von dem Autor gelesen habe.
Das Buch besteht aus acht Kurzgeschichten, alle aus der Ich-Perspektive ...

Erste Person Singular ist ein Kurzgeschichten-Roman von Haruki Murakami und das erste Buch, was ich von dem Autor gelesen habe.
Das Buch besteht aus acht Kurzgeschichten, alle aus der Ich-Perspektive erzählt. Sie handeln von Momenten, Situationen, Dingen und Personen, die das Leben des Erzählers nachhaltig geprägt haben. Dabei sind sie mal mehr mal weniger selbsterklärend und sofort eingänglich. Aber genau diese zurückbleibende Unbestimmtheit und Möglichkeit zur eigenen Interpretation machen die Geschichten zu ansprechend.
Mir persönlich haben einige Geschichten besser gefallen als andere. So behandelt eine Geschichte z.B. im weitesten Sinne das Thema Selbstmord. Ohne explizit und bildgenau auf das Thema einzugehen, hinterließ es bei mir doch einen bleibenden Eindruck, da es suggeriert, das nicht jede "Äußerlichkeit" klar interpretiert werden kann. Wir schätzen unsere Mitmenschen durchaus nicht immer richtig ein. Diese Lehre wird auch in anderen Geschichten vermittelt.
Dennoch gab es auch Geschichten, die mich etwas ratlos zurückließen. So beispielsweise die Geschichten mit dem sprechenden Affen. Sie war unterhaltend zu lesen, der tiefere Sinn ist mir jedoch (zumindest nach einmaligem Lesen) verborgen geblieben. Alles in allem ein gutes Buch, welches sich durch den Kurzgeschichtencharakter gut und schnell lesen lässt und auch das eine oder andere mal zum Nachdenken verleitet.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Für Benecke und (T)hier Fans

Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben
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Das offensichtliche zuerst: das Buch ist wirklich wunderschön gestaltet, Cover und Einband aber auch die illustrative Gestaltung im Inneren hat mir sehr gefallen und ist qualitativ hochwertig gearbeitet. ...

Das offensichtliche zuerst: das Buch ist wirklich wunderschön gestaltet, Cover und Einband aber auch die illustrative Gestaltung im Inneren hat mir sehr gefallen und ist qualitativ hochwertig gearbeitet.
Inhaltlich ist es aufgeteilt in Kapitel über einzelne T(h)iere oder Gattungen, die auf humoristische, etwas exzentrische aber dennoch faktenbasierte Weise Wissen über diese vermitteln. Man könnte es als unnützes Wissen beschreiben aber es werden auch immer wieder etwas tiefere Einblicke gewährt. Beispielsweise wird nicht nur einmal unser Blick auf und Umgang mit T(h)ieren angeprangert.
Es lässt sich durch seine Kapitel gut, auch mal zwischendurch, lesen und regt dazu an auch mal das eine oder andere T(h)ier oder Phänomen zu googeln. Dennoch muss ich gestehen, und ich weiß nicht woran das liegt, dass nicht sonderlich viel nach dem lesen hängengeblieben ist. Trotzdem ein gutes Buch und Geschenk für jeden Mark Benecke und T(h)ier Fan.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Hassliebe und Vorhersehbarkeit 🏹🖤

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Als ich Heartless Hunter in den Händen hielt, waren meine Erwartungen hoch. Dann hörte ich aus meiner Bubble jedoch, dass es "eher so mittelmäßig" ankam – was im Nachhinein mein Glück war! Ich glaube, ...

Als ich Heartless Hunter in den Händen hielt, waren meine Erwartungen hoch. Dann hörte ich aus meiner Bubble jedoch, dass es "eher so mittelmäßig" ankam – was im Nachhinein mein Glück war! Ich glaube, wäre ich mit meinen ursprünglichen hohen Erwartungen gestartet, wäre ich wirklich enttäuscht gewesen. So muss ich sagen: Ich hatte zwar viele Kritikpunkte, aber am Ende hat es mich ganz gut unterhalten.

Kommen wir direkt zum größten Problem: Die Autorin wiederholt sich ständig! Zum Teil wurden fast gleiche Formulierungen innerhalb weniger Kapitel wieder verwendet. Gespräche drehten sich im Kreis, Situationen, Erklärungen und Erinnerungen wurden immer wieder durchgekaut, ohne dass man das Gefühl hatte, einen neuen Mehrwert zu bekommen. Das war unnötig anstrengend.

Dazu kamen immer wieder kleine bis mittlere Ungereimtheiten und unlogische Sachverhalte. Das hat mich beim Lesen etwas gestört.

Die Charaktere waren auch durchwachsen. Mit Rune als Hauptcharakterin bin ich nicht wirklich warm geworden. Dagegen mochte ich Gideon sehr gerne, genauso wie Alex. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich andere Charaktere im nächsten Teil mögen könnte. Als Paar fand ich Rune und Gideon auch gut zusammen, ich mochte wie sie beieinander sie selbst sein konnten und doch auch überhaupt nicht. Leider wirkten viele Charaktere auf mich aber zu naiv, wenn nicht sogar etwas blöd… 😅
Die Geschichte an sich war mir ab und zu zu vorhersehbar und verlief so, wie ich es erwartet hatte.

Aber und das ist wirklich ein großes ABER: Trotz meiner ganzen Kritikpunkte hat das Buch mich gut unterhalten! Es lässt sich super schnell lesen, der Schreibstil ist flüssig, und ich konnte erstaunlich gut am Ball bleiben. Ich habe mich einfach unterhalten gefühlt - wie bei einer Serie, die man nicht als überragend bezeichnen würde, aber auch nicht wegschaltet. Deswegen ist es zwar kein überragendes Buch, aber gut genug, dass ich mir den zweiten Teil definitiv noch zu Gemüte führen werde. Manchmal ist gute Unterhaltung eben auch viel wert! 3 von 5 Sternen! ⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Das Kalendermädchen - ein schwacher Fitzek

Das Kalendermädchen
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Ich habe mich sehr auf "Das Kalendermädchen" von Sebastian Fitzek gefreut, doch leider war es für mich eines der schwächeren Bücher des Autors. Auch wenn Fitzek für seine Spannung, Verwirrung und überraschenden ...

Ich habe mich sehr auf "Das Kalendermädchen" von Sebastian Fitzek gefreut, doch leider war es für mich eines der schwächeren Bücher des Autors. Auch wenn Fitzek für seine Spannung, Verwirrung und überraschenden Plot Twists bekannt ist, konnte mich dieses Buch emotional einfach nicht packen.

Die Handlung bietet zweifellos die gewohnte Fitzek-Spannung. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die den Nervenkitzel aufrechterhalten. Doch trotz dieser Zutaten fehlte mir das, was viele seiner anderen Werke so besonders macht: die emotionale Tiefe. Ich konnte mich mit den Charakteren nicht wirklich identifizieren und fühlte mich irgendwie auf Distanz zu ihnen. Das führte dazu, dass der Thriller für mich nicht die erhoffte Wirkung hatte und ich nie richtig mitfiebern konnte.

Ein weiteres Manko war die doch sehr konstruierte Handlung. Die Idee eines Horroradventskalenders wirkte auf mich einfach zu erzwungen. Anstatt organisch in die Geschichte integriert zu sein, erschien das Konzept eher unnatürlich und zu skurril, was die Spannung mehr verzerrte, als sie zu verstärken.

Irritiert hat mich auch die Santaclausophobie von Olivia. Ihre übertriebene Abneigung gegen den Weihnachtsmann wurde im Verlauf der Geschichte immer wieder thematisiert, doch sie wirkte auf mich vollkommen unpassend und unnötig. Dieser Aspekt schien mehr ein seltsames Gimmick zu sein als eine tiefere Erklärung für ihre Figur.

Zusammengefasst bleibt "Das Kalendermädchen" für mich ein Buch, das zwar typisch Fitzek ist, aber bei weitem nicht seine besten Seiten zeigt. Die Spannung und die Wendungen sind da, doch die emotionale Bindung und die glaubwürdige Erzählweise fehlen mir. Für Fitzek-Fans ist es sicher noch ein unterhaltsames Buch, aber ich kann den Hype trotzdem nicht nachvollziehen.

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