Die Geschichte von Haymitch Abernathy
Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht anIch habe schon an einigen Leserunden teilgenommen, doch noch nie habe ich mich so über einen Buchgewinn gefreut wie bei diesem Exemplar. Schon immer bin ich großer Panem-Fan. Für mich ist es unangefochten, ...
Ich habe schon an einigen Leserunden teilgenommen, doch noch nie habe ich mich so über einen Buchgewinn gefreut wie bei diesem Exemplar. Schon immer bin ich großer Panem-Fan. Für mich ist es unangefochten, die beste Reihe, die ich je lesen durfte. Ich mochte auch die Geschichte über Coriolanus Snow, den Antagonisten und umso mehr freute ich mich auf dieses Buch, denn immerhin mochten wir doch alle Haymitch oder?
Ich will hier nicht zu viel spoilern, aber interessant fand ich an dem Buch, dass Haymitch nicht (wie in jeder anderen Story gefühlt) im Laufe des Buches sich verliebte, sondern, dass er bereits zu Beginn verliebt war. Er hatte eine Freundin, damit beginnt die Geschichte. Nette Abwechslung, das hat mir gut gefallen. Seine Freundin könnte man auch als Rebellin bezeichnen.
Haymitch ist tatsächlich gar nicht wirklich für die Hungerspiele gezogen worden. Um es genau zu sagen, er hatte so unglaublich viel Pech.
Wir lernen hier in diesem Teil viele andere Personen kennen und vor allem lieben: Beete`s Sohn Ampert, Wyatt aus Distrikt 12, den Vater von Katniss und natürlich die einzigartige Maysilee, ebenfalls aus Distrikt 12. Was für Charaktere! Besonders Maysilee, sie ist zickig, frech, verdammt clever und stolz. Im Laufe der Geschichte mag der Leser sie unglaublich gern.
Was man wirklich über dieses Buch wissen muss, ist, dass es einen unglaublich traurig macht. Jeder war sicher schon einmal traurig, wenn ein Buch zu Ende war. Jeder musste schon mal eine Geschichte sacken lassen oder ging mit gemischten Gefühlen aus der Geschichte raus. Hier ist es anders. Die Geschichte von Haymitch ist so hoffnungslos, dass man zutiefst traurig ist und weiß, dass es nicht anders geht. Er hätte nichts besser machen können, niemand hätte ihm helfen können, auch der Leser nicht! Und diese Gewissheit bringt tiefes Mitgefühl für einen erfundenen Charakter mit sich.
Für mich war positiv, dass hier sehr viele Verknüpfungen zu den vorherigen Bänden bestehen bzw. sehr viele Personen auftauchen, die wir alle schon kennen und zum Teil auch sehr mochten. Absolut bemerkenswert ist, dass schon zu dieser Zeit versucht wurde, sich gegen das Kapitol aufzulehnen, eine Rebellion zu starten und den Hungerspielen ein Ende zu setzen.
Es wird auch Bezug zu Lucy Gray genommen und das was wir über sie erfahren, reicht mir. Ich fand es absolut perfekt.
Der Schreibstil und die Panem-Welt holen uns in alte Gefilde. Das allein reicht um das Buch nicht weglegen zu können. Jeder, der die vorherigen Bücher mochte, wird sicher auch das gerne lesen.
Für mich gibt es einen Stern Abzug, weil mir die Arena-Situation nicht gefallen hat. Erst einmal vergehen viele Kapitel bis es überhaupt dazu kommt und dann ist Haymitch da ganz allein unterwegs. Ich verstehe den Hintergrund seiner Entscheidung, aber es hat mir nicht gefallen. Ich konnte so einige Tribute gar nicht mehr zuordnen, wenn sie später wieder erwähnt wurden. Ich fands etwas seltsam, dass er so außen vor war in der Arena. Hinzu kommt, dass hier eine Allianz gebildet wurde. Alle Tribute gegen die Karrieros. Keiner von den Kindern und Jugendlichen hätte sich gegenseitig etwas angetan, aber da das Kapitol immer am längeren Hebel sitzt, findet sich da schon ein Weg. Wenn man ehrlich ist, hätte das Kapitol ohne die ganzen Mutationen und Schummeleien, die sie in der Arena versteckt hatten, gar keine Chance gehabt. Da muss man sich doch fragen, warum man gewillt ist, sowas noch als Fernsehsendung zu verkaufen. Das war alles ziemlich schwachsinnig, die gesamte Arena-Zeit hat mir bis auf Maysilees Szenen nicht gefallen. Viele Charaktere, die einem ans Herz wachsen sollten, wurden nachher sehr zügig aus der Story entfernt. Das mochte ich nicht.
Ich frage mich auch, ob meine Erinnerung verblasst, denn das Buch war im Allgemeinen auch sehr grausam, richtig brutal (FSK bitte beachten und ggf trotzdem erst später lesen).
Ansonsten ist alles typisch für die Welt, so wie wir es kennen. Ich würde es dennoch jedem empfehlen, denn es ist ein sehr gutes, trauriges Buch, das Zusammenhänge neu knüpft und unsere Empathie wieder einmal herausfordert.