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Veröffentlicht am 27.03.2025

Ein guter Frauenroman

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Worum geht es in dem Buch?
Nina, die Ich-Erzählerin, ist Anfang 50, geschieden. Ihre beiden Kinder Marie und Ben sind bereits erwachsen und ausgezogen.
Nina versucht, Fuß zu fassen in ihrem neuen Leben ...

Worum geht es in dem Buch?
Nina, die Ich-Erzählerin, ist Anfang 50, geschieden. Ihre beiden Kinder Marie und Ben sind bereits erwachsen und ausgezogen.
Nina versucht, Fuß zu fassen in ihrem neuen Leben als Single. Sie arbeitet als Produktionsassistentin für eine Firma, die Serien fürs Fernsehen produziert. Zusammen mit ihrer Kollegin und gleichzeitig besten Freundin Zeynep setzt sie sich dafür ein, dass junge Schauspielerinnen vom Serienstar „Hotte“ nicht mehr belästigt werden.
Auf einer Party bei ihrem Ex-Mann Phil lernt Nina David kennen. David ist 29 Jahre alt, das Zusammensein mit ihm weckt neue Lebensgeister in Nina. Allerdings hat sie Probleme mit dem Altersunterschied und fragt sich, ob es richtig ist, eine Beziehung mit David zu führen.
Lena ist Ninas jüngere Schwester. Sie bewundert Nina für ihre Frauenpower und ihr gutes Aussehen. Verheiratet ist Lena mit dem Anwalt Florian. Sie haben zwei süße Töchter. Lena ist nicht zufrieden mit ihrem Leben – ihre Ehe könnte abwechslungsreicher sein, und sie möchte Freundinnen haben. Deswegen versucht sie, in einer Grunewalder Frauenclique Fuß zu fassen.
Karin, Ninas und Lenas Mutter, hält ihre Töchter immer wieder auf Trab. Beispielsweise, nachdem sie gefallen ist und sich verletzt hat. Nina und Lena kümmern sich um die Mutter, auch wenn sie die nervende Anwesenheit von Monika, Mutters bester Freundin, aushalten müssen.

Meine Meinung zu dem Buch:
Die Autorin hat einen gut zu lesenden Schreibstil. Witzig sind immer wieder zynische Bemerkungen über Personen und Ereignisse.
Es geht hier um drei Geschichten. Erstens die von Nina, geschieden, die David kennen- und lieben lernt und nicht weiß, ob sie wegen des Altersunterschieds ihre Liaison nicht lieber beenden sollte.
Dann lernt man Lena kennen, die insgeheim ihre Schwester Nina beneidet. Ihre Ehe funktioniert nach außen hin gut – aber aus ihrer Ehe ist die „Luft raus“. Sie sucht neue Freundinnen.
Nina und Lena kümmern sich beide um ihre Mutter, die wegen ihres Alters nicht mehr fitl und gesund ist.
Die dritte Geschichte ist die, dass Nina und ihre Freundin und Kollegin Zeynep Beweise dafür finden wollen, dass in der Produktionsfirma, in der sie arbeiten, Frauen unsittlich behandelt werden. Es ist nicht einfach, die Leute, die hier etwas bewirken könnten, zu überzeugen – und so bestimmt diese Geschichte irgendwann die Handlung dieses Romans. Mir war das manchmal zu viel.
Nina erzählt aus der Ich-Perspektive, David ebenfalls. Die Kapitel über Lena werden aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert. Die ganze Handlung wird im Präsens erzählt.
Nina und Lena sind sympathische Hauptcharaktere. Viele Frauen werden sich in ihnen beim Lesen wiedererkennen. Patchworkfamilien, Wechseljahres- und Eheprobleme und die Beziehung zu den Eltern sind einige Themen des Romans.
Immer wieder gibt es Szenen, über die man lachen kann. Beispielsweise über Lenas Besuch mit der Grunewalder Frauenclique in einer Beauty-Praxis.
Das Leseinteresse an dem Roman ist dadurch geweckt, dass man wissen will, wie es weitergeht zwischen Nina und David. Außerdem will man erfahren, ob es in der Produktionsfirma gelingt, dass Frauen dort nicht mehr belästigt werden.
Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Zwei Frauen auf einer Insel

Die blaue Stunde
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Worum geht es in dem Buch?
In einer Ausstellung eines Museums sollen Werke der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman gezeigt werden. Als jedoch ein menschlicher Knochen in einer Skulptur entdeckt wird, ...

Worum geht es in dem Buch?
In einer Ausstellung eines Museums sollen Werke der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman gezeigt werden. Als jedoch ein menschlicher Knochen in einer Skulptur entdeckt wird, macht sich James Becker, der Kurator des Museums, auf die Suche. Könnte der Knochen von Julian Chapman, Vanessas Ehemann, der seit einigen Jahren spurlos verschwunden ist, stammen?
Becker will herausfinden, was für ein Mensch Vanessa Chapman war, welche Kunstwerke sie kreierte und was ihre Beweggründe für ihre Kunstwerke waren. Dazu muss er sich mit Grace, einer Ärztin und Freundin von Vanessa auseinandersetzen. Grace lebt immer noch auf Eris Island, einer britischen kleinen Insel, auf der auch Vanessa lebte und arbeitete.
Grace ist merkwürdig, aber auch immer wieder mitteilsam. Becker sichtet Briefe und Fotos von Vanessa Chapman und erfährt einiges. Nicht nur über Vanessas Kunst, sondern auch über ihre Freundschaft zu Grace. Dieses Verhältnis durchlitt nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen – und immer mehr wird klar, dass Eris Island einige dunkle Geheimnisse birgt.

Meine Meinung zu dem Buch:
Der Anfang dieses Buches war spannend, bei der weiteren Lektüre gab es manche Längen. Das Wechseln der Erzählperspektiven macht das Buch interessant. Es gibt Passagen aus der Sicht von Grace – sowohl aus der Gegenwart, aber auch aus ihrer Zeit mit Vanessa. Immer wieder werden Passagen aus Vanessas Tagebuch eingestreut, aber auch Briefe.
Weiterhin erfährt man einiges über den Kurator James Becker. Er wird Vater, seine Frau Helena wird demnächst ein Kind zur Welt bringen.
Die Freundschaft zwischen Vanessa und Grace war oft anstrengend. Grace war sehr besitzergreifend. Das lag an einigen negativen Ereignissen aus ihrem Leben, die sie sehr geprägt haben.
Unterschwellig wird eine psychologische Spannung aufgebaut. Das liegt nicht nur an den Charakteren Vanessa und Grace, sondern auch an einigen ungeklärten Ereignissen, die aber im Laufe der Lektüre gelöst werden.
Der Schluss war für mich überraschend. Nicht das, was ich erwartet hatte, aber dennoch zu der Handlung passend.
Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Actionreicher deutscher Krimi

Finsteres Herz
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Worum geht es in dem Buch?
Ein Zeugenschutzprogramm ist schiefgelaufen. Die Polizisten Lona Mendt und Frank Elling sollen mit der Zeugin Sarah an einen sicheren Ort gebracht werden. Doch die Leute, die ...

Worum geht es in dem Buch?
Ein Zeugenschutzprogramm ist schiefgelaufen. Die Polizisten Lona Mendt und Frank Elling sollen mit der Zeugin Sarah an einen sicheren Ort gebracht werden. Doch die Leute, die sie abholen, sind nicht die richtigen. Es kommt zu einer Schießerei, während der Lona und Frank sehr schwer verletzt werden und Sarah fliehen kann.
Die Polizisten Maja Kaminski und Hagen Dudek sollen jetzt ermitteln. Sie sollen herausfinden, was Lona Mendt und Frank Elling herausgefunden haben. Außerdem muss Sarah dringend gefunden werden.
Majas und Hagens Recherchen gestalten sich nicht einfach. Nicht nur, weil wichtige Unterlagen verschwunden sind. Maja und Hagen finden heraus, dass Lona und Frank einer Menschenhändlerorganisation auf der Spur waren. Die Ermittlungen sind gefährlich. Es gilt nicht nur, der Organisation auf die Spur zu kommen, sondern auch die Person bei der Polizei zu finden, die als „Maulwurf“ fungiert und mit den Kriminellen zusammenarbeitet.

Meine Leseerfahrung:
Wer einen actionreichen Krimi sucht, der unblutig ist, kann zu „Finsteres Herz“ von Holger Karsten Schmidt greifen. Die Handlung wird aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) beschrieben.
Es gibt zwei Handlungsstränge. Die Geschehnisse rund um Lona Mendt und Frank Elling im Jahre 2006, dann die Geschehnisse rund um Maja Kaminski und um Hagen Dudek im Jahre 2007. Beide Handlungsstränge wechseln sich kapitelweise ab.
Der Leser muss sich dadurch sehr konzentrieren. Viele Leute, auch Polizisten, sind verdächtig. Als Leser weiß man nicht so recht, wem man trauen kann – und tappt somit genauso wie die Ermittler im Dunkeln. Selbst die Ermittler könnten etwas zu verbergen haben.
Ich brauchte einige Zeit, bis ich den Krimi spannend fand. Das Hin- und Herspringen zwischen beiden Handlungssträngen hemmte oft den Lesefluss. Die Ermittlerduos sind sympathisch. Der Krimi bietet einige interessante, aber auch schockierende Wendungen.
Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Ereignisreicher historischer Roman

A Song to Drown Rivers
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Worum geht es in dem Buch?

XiShi ist die Ich-Erzählerin. Sie soll im antiken chinesischen Reich Yue, ungefähr 506 vor Christus (Quelle: Wikipedia.org) gelebt haben.
Selbst im heutigen China ist Xishi ...

Worum geht es in dem Buch?

XiShi ist die Ich-Erzählerin. Sie soll im antiken chinesischen Reich Yue, ungefähr 506 vor Christus (Quelle: Wikipedia.org) gelebt haben.
Selbst im heutigen China ist Xishi immer noch ein Begriff. Viele Reiseführer erzählen Touristen die Legenden von Xishi. Die chinesische Autorin Ann Liang, die jetzt in Australien lebt, hat sich dieser Legenden angenommen und daraus einen historischen Roman geschrieben.
Als junges Mädchen soll Xishi ihre Heimat Yue verlassen und als Geliebte des Königs Fuchai in dessen Palast ziehen. König Fuchai ist Herrscher des Reiches Wu. Mit ihrer Schönheit und Klugheit soll Xishi Fuchai so bezirzen, dass er und sein Reich zu Fall gebracht werden – und das Reich Yue wieder frei wird.
Zu diesem Zweck wird Xishi ausgebildet. Sie soll lernt nicht nur, mit dem Schwert zu kämpfen, sondern auch, wie man mit Klugheit und List Personen beeinflussen kann. Während ihrer Ausbildung verliebt sie sich in ihren Lehrer Fanli.
Als sie die Gunst von König Fuchai gewinnt und er sie begehrt, muss sie vorsichtig sein, damit sie weder sich, noch Fanli in Gefahr bringt.

Meine Leseerfahrung:

Da ich selbst schon in China war und dort von Xishi gehört habe, hat mich das Buch „A Song to Drown Rivers“ interessiert. Das Buch ist rein äußerlich sehr schön gestaltet – ein reines Kunstwerk mit einem samtigen kunstvollen Umschlag und ebensolchem Buchschnitt.
Es dauerte, bis ich richtig in der Lektüre drin war. Anfangs fand ich das Buch nicht spannend. Interessant wurde es, als die Liebesgeschichte zwischen Xishi und Fanli ihren Lauf nahm. Wobei die Autorin auf offenherzige Szenen verzichtet, was ich gut finde.
Xishi entwickelt sich im Roman. Sie weiß, was sie mit Worten bewirken kann – nachdem ein Wort von ihr fast zu einer Katastrophe geführt hätte. Sie handelt klug und überlegt gegenüber dem König Fuchai. Dennoch bleiben Schicksalsschläge nicht aus. Diese haben aber auch damit zu tun, weil der König immer wieder seine Macht demonstrieren muss.
So entwickelt sich der Roman zu einem actionreichen, aber auch emotionalen Blick auf eine bekannte chinesische Legende – und auf eine bewundernswerte Frau.
Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Kein Thriller, aber dennoch interessant

Finster
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Worum geht es in dem Buch?
Im Dorf Katzenbrunn im Odenwald verschwinden immer wieder Jungen. Kommissar im Ruhestand Hans G. Stahl konnte, als er noch bei der Polizei arbeitete, den Täter, den alle „Greifer“ ...

Worum geht es in dem Buch?
Im Dorf Katzenbrunn im Odenwald verschwinden immer wieder Jungen. Kommissar im Ruhestand Hans G. Stahl konnte, als er noch bei der Polizei arbeitete, den Täter, den alle „Greifer“ nennen, nicht finden. Das lässt ihm keine Ruhe – und so ermittelt er „undercover“, nachdem wieder ein Junge, nämlich Nikolaus Kämmerer, verschwunden ist.
Er hat ein Zimmer genommen im Gasthaus von Wirtin Geli.
In Katzenbrunn leben verschlossene, oft merkwürdige Menschen. Zum Beispiel Oskar, der sich um seine alkoholkranke Mutter kümmert. Oder Dr. Krumbiegl, der eine Klinik für psychosomatische Krankheiten leitet. Annegret Bergmann arbeitet bei ihm. Sie ist ihrem Chef absolut hörig und meldet ihm alles, was sie ungewöhnlich findet.
Es gab in dem Dorf ein Fotogeschäft. Aber der Inhaber, Herr Strick, hat sich das Leben genommen.
In diesem Umfeld ermittelt Hans G. Stahl. Er hat Gehprobleme, was ihn aber nicht daran hindert, interessanten Spuren nachzugehen. Beispielsweise, als er mehrere Foto-Filmrollen in einer Schachtel findet.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch liest sich schnell. Praktisch sind die kurzen Kapitel, die es dem Leser ermöglichen, immer wieder Pausen zu machen.
Vorwiegend ist das Buch aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) geschrieben. Eine der Personen schreibt als Ich-Erzähler. Das hat mich nicht gestört. Was mich eher störte, war, dass das Buch ein Thriller sein soll, aber für mich keiner ist. Für mich ist das Buch ein gut erzählter Krimi über einen Kommissar, der nach verschwundenen Jungen fahndet.
Das Buch spielt in den 1980er-Jahren. Das gibt dem Autor beispielsweise die Möglichkeit, Foto-Filmrollen in die Handlung einzubauen.
Hans G. Stahl ermittelt in einem Umfeld, in dem viele Leute merkwürdig sind und sich merkwürdig verhalten. Er forscht nach, wo sich die verschwundenen Jungen befinden könnten. Vielleicht sind sie noch am Leben. So nach und nach bahnt sich eine Romanze zwischen ihm und Geli an.
Die Auflösung des Falls ist eine Überraschung.
„Finster“ ist ein deutscher Krimi über Ermittlungen in einer merkwürdigen Atmosphäre in den 1980er-Jahren. Ein Thriller ist es nicht – aber dennoch interessant. Ich vergebe vier Sterne.

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