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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leute in einer japanischen Buchhandlung

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. ...

Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. Diese Buchhandlung hat sich auf japanische Literatur der Frühmoderne spezialisiert.
Für Takako sind Bücher ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie lassen Takako eintauchen in andere Welten, sie trösten und heilen. Immer wieder hilft sie auch in der Buchhandlung ihres Onkels aus. Sogar auch, als ihre Verwandten in den Urlaub fahren.
Bücher helfen Takako auch, ihren Liebeskummer wegen ihres Freundes Wada-san zu verarbeiten.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Man merkt als Leser: Die Atmosphäre zwischen Takako und den meisten Leuten, mit denen sie zu tun hat, ist herzlich und höflich.
Takako ist eine ruhige junge Frau. Sie kann den Herbst, die Natur, mit allen Sinnen genießen. Die Buchhandlung Morisaki ihres Onkels und ihrer Tante, die Umgebung und das Lesen von Büchern, hilft ihr, unerfreuliche Ereignisse in ihrem Leben besser zu verarbeiten. Zum Beispiel, als ein Arbeitskollege versucht, sie anzubaggern. Es gelingt ihr, ihn abzuschütteln.
Als europäischer Leser kennt man selten japanische Klassiker, wie „Idiotenzug“ von Uchida Hyakken oder „Ein glückliches Paar“ von Oda Sakunosuke. Manche dieser Bücher werden erwähnt, aber das stört nicht beim Lesen. Vielmehr weckt dieser Roman das Interesse am Lesen generell, die Handlung ist interessant und Takako und ihre Verwandten sind sympathisch.
Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Ein dünnes Buch mit starkem Inhalt

Die Geschichte des Klangs
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Worum geht es in dem Buch?
Lionel und David lernen sich 1917 in einer Kneipe kennen. Lionel kann hervorragend singen, David spielt wunderbar Klavier. Sie ergänzen sich in ihrer Liebe zur Musik und in ihren ...

Worum geht es in dem Buch?
Lionel und David lernen sich 1917 in einer Kneipe kennen. Lionel kann hervorragend singen, David spielt wunderbar Klavier. Sie ergänzen sich in ihrer Liebe zur Musik und in ihren besonderen Begabungen. Wenn sie sich nicht sehen, bleiben sie durch Briefe in Kontakt.
1919 wandern die beiden durch einen Teil der USA, um Balladen und Melodien zu sammeln. Volkslieder, die Frauen und Männer in einen Trichter singen. Diese Lieder werden dann auf einen Wachszylinder gespeichert. Danach trennen sich ihre Wege erneut. Lionel versucht, wieder mit David in Kontakt zu treten und muss erfahren, dass David einige Wochen nach ihrer Wanderung gestorben ist. Verschwunden sind auch die Wachszylinder mit den Liedern.
Lionel macht später Karriere als Autor von Büchern über amerikanische Folkmusik – aber die Wachswalzen bleiben verschwunden.

Meine Meinung zu dem Buch:
Die Geschichte besteht aus zwei Teilen. Sie ist in einem melodischen, fast lyrischen Stil in der Vergangenheit verfasst. Lionel ist der Ich-Erzähler des ersten Teils. Der zweite Teil ist aus der auktorialen Erzählperspektive geschrieben und findet einige Jahrzehnte später statt. Im Laufe der Lektüre wird klar, dass beide Teile miteinander zu tun haben.
Die Handlung berührt, Lionel und David sind sympathisch – und man ist als Leser traurig über Davids frühen Tod. Man fragt sich, wie es für Lionel weitergeht.
Ich habe das Buch gerne gelesen. Der Nachteil ist, dass es dünn ist. Gerade mal 104 Seiten. Aber es ist ein hübsches Buch für Leute, die Musik mögen und die sich mit einer Geschichte, die mit Musik und Klang zu tun hat, befassen wollen.
Hat man das Buch beendet, denkt man noch darüber nach – denn die Geschichte ist gut erzählt und sie berührt. Ich vergebe vier Sterne.


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Veröffentlicht am 22.07.2025

Gefühlvoller Norderney-Roman

Für immer Inselwind
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Worum geht es in dem Buch?
Svea ist in Norderney aufgewachsen und kommt nach Jahren wieder dorthin zurück. Ihre Ehe mit Martin ist am Ende, sie braucht eine Auszeit. Da trifft es sich gut, dass sie zu ...

Worum geht es in dem Buch?
Svea ist in Norderney aufgewachsen und kommt nach Jahren wieder dorthin zurück. Ihre Ehe mit Martin ist am Ende, sie braucht eine Auszeit. Da trifft es sich gut, dass sie zu einer Hochzeit eingeladen ist. Außerdem will ihre Oma Leni wiedersehen, die auf der Insel wohnt. Weiterhin wird sie ihre Cousine und Mann vertreten, die eine Ferienwohnung auf Norderney vermieten – aber selbst mal Urlaub machen wollen.
Plötzlich verliebt sie sich in Raik Radtke. Er arbeitet im Fahrradladen „Radlager“, den er nach dem Tod seiner Eltern übernommen hat.
Svea und Raik treffen sich immer wieder. Sie könnten eine Beziehung aufbauen, zumal Raik auch wieder Single ist. Mit seiner Freundin Lena hat er sich auseinandergelebt. Die beiden haben eine Tochter, namens Yara, die bei Lena in Köln lebt.
Doch Svea und Raik sind vorsichtig. Sie beide haben starke Gefühle füreinander, wollen aber nichts überstürzen.

Meine Meinung zu dem Buch:
In diesem Roman geht es sehr viel um Familie. Seitdem die Eltern der Radke-Geschwister bei einem Unfall ums Leben kamen, halten Raik, seine Zwillingsschwester Beeke und der Bruder Klaas sowie die Schwestern Nele und Tessa meistens zusammen, auch wenn nicht alle auf Norderney wohnen.
Klaas hat sich mit seinem Mann Daniel ein Leben auf dem Festland aufgebaut, kommt aber – anlässlich der Hochzeit von Sveas Cousine Annika – wieder nach Norderney und steht Svea immer wieder als Ratgeber und guter Zuhörer zur Seite. Auch die weiteren Familienmitglieder haben ihre Sorgen, können aber immer aufeinander bauen.
Besonders sympathisch fand ich in diesem Roman Svea und Raik – und ihre Gefühlsschwankungen sind sehr gut dargestellt. Man kann sich gut in die beiden hineindenken und versteht Zweifel und Zuneigung, die immer wieder aufkeimen.
Die ostfriesische Insel Norderney ist eine gute Kulisse für den Roman, obwohl für mich mehr Norderney-Feeling hätte dabei sein können. Manchmal ist der Roman etwas ausufernd, aber das passt gut zu einem Liebesroman.
Gestört haben mich falsche Worttrennungen, wie zum Beispiel „Kl-aas“ für einen Namen, den man nicht trennen kann – oder auch „aufm-unternd“, statt „auf-mun-ternd“.
Ich habe diesen Roman während eines Aufenthalts in Ostfriesland und sogar einiger Stunden auf Norderney gelesen, und er hat mir gut gefallen. Ich vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Vielschichtig – und teilweise verwirrend

Echokammer
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Worum geht es in dem Buch?
Die Handlung spielt in Norwegen vor einer Parlamentswahl. Christina Nielsen ist stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterpartei, Parteichef ist Waldemar Geger. Natürlich wollen ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Handlung spielt in Norwegen vor einer Parlamentswahl. Christina Nielsen ist stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterpartei, Parteichef ist Waldemar Geger. Natürlich wollen sie die Wahl gewinnen.
Jens Meidell ist Witwer, arbeitet bei der Polizei und hat einen Job als polizeilicher Berater von Christina bekommen.
Doch es gibt Terroristen, die ein junges Paar entführt haben. Die schwangere Heike de Klerk und ihr Partner Farouk Kaag bewirtschafteten einen Bauernhof, waren beide sehr aktiv auf Social Media – und sind auf einmal verschwunden.
Die Ermittlerin Liselott Benjamin und der Informant Martin Tong versuchen, auf die Spur der Terroristen zu kommen und die Entführten zu finden. Besonders gefährlich wird es, als drei Personen ermordet werden.
Liselott und Martin überlegen, recherchieren, agieren, während die Zeit unaufhaltsam weiterschreitet.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Wer sich auf dieses Buch einlässt, muss sich mit vielen Personen, vielen Handlungen und vielen Überlegungen auseinandersetzen. Man muss da schon konzentriert sein und sich gegebenenfalls während der Lektüre einige Notizen machen. Denn die Kapitel springen von einem Schauplatz zum nächsten, von einer Handlung zur nächsten. Ein Thriller ist das lange nicht – dafür oft verwirrend.
Rassismus und Migranten spielen eine Rolle in dem Roman, genauso wie Terroristen, die man sucht. Und natürlich die Politik.
Wie wird sich das alles lösen lassen – und wer gewinnt die Wahl? Das genau sind die Fragen, die man sich als Leser:in stellt und warum man dieses Buch liest. Ich vergebe vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Hey guten Morgen – ein außergewöhnliches Buch

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Worum geht es in dem Buch?

Juno ist Performance-Künstlerin, also eine Frau, die immer wieder als Tänzerin in Theatern auftritt. Wenn sie nicht probt und tanzt, pflegt sie ihren schwerkranken Mann Jupiter ...

Worum geht es in dem Buch?

Juno ist Performance-Künstlerin, also eine Frau, die immer wieder als Tänzerin in Theatern auftritt. Wenn sie nicht probt und tanzt, pflegt sie ihren schwerkranken Mann Jupiter in Leipzig. Sie geht einkaufen und kümmert sich darum, dass er seine Medikamente zur Verfügung hat. Weiterhin geht sie mit ihm zum Arzt.
Wenn sie ihn nicht pflegt und nicht tanzt, unterhält sie sich mit einem Mann aus Nigeria. Über ihr Instagram-Profil haben sich immer wieder Männer aus afrikanischen Ländern bei ihr gemeldet. Männer, die ihr vorgaukelten, mit ihr eine Beziehung eingehen zu wollen, weil sie ihr Profilbild hübsch fanden.
Doch Juno ist klug, sie weiß, dass es sich um Love-Scammer handelt. Männer, die Fake-Profile haben, die Frauen anlügen, um Geld von ihnen zu bekommen. Juno macht sich einen Spaß daraus, diesen Männern Geschichten zu erzählen, die nicht stimmen. Über ein reiches Leben, übertriebene Gewohnheiten, irgendetwas. Viele Männer hören irgendwann zu chatten auf – aber Benu, ein Mann aus Nigeria, bleibt ihr als Kontakt erhalten.
Sie chatten und sie führen Telefongespräche per Videocall durch. Jupiter, Junos Mann, bekommt von all dem nichts mit…

Meine Meinung zu diesem Buch

Ich mag Bücher über Themen, die ich vorher noch nicht kannte. Und hier habe ich solch ein Buch. Über Love-Scammer hatte ich bis dato nichts gelesen. Juno ist sympathisch, kreativ – aber auch besorgt über das Wohlergehen ihres Mannes.
Sie probt für eine Theateraufführung in München, sie kümmert sich um ihren Mann in Leipzig, sie chattet – und immer wieder driftet sie ab in ihre Vergangenheit. Manchmal fand ich diese Kapitel über die Vergangenheit zu langatmig.
Das Buch ist gelungen – man bleibt am Lesen, weil man interessiert ist, wie die Geschichte zwischen Juno und Benu weitergeht. Und wird Juno Jupiter irgendwann von diesen Chats berichten?

Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ von Martina Hefter.

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