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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2025

Unterhaltsam und packend!

People Pleaser
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Die junge, schöne Maggie ist dank der beliebten Dating-Show LoveShack berühmt und reich geworden! Sie und ihr Reality-TV-Ehemann führen ein glamouröses Leben, doch dann wird sie brutal ermordet. Emma ist ...

Die junge, schöne Maggie ist dank der beliebten Dating-Show LoveShack berühmt und reich geworden! Sie und ihr Reality-TV-Ehemann führen ein glamouröses Leben, doch dann wird sie brutal ermordet. Emma ist das absolute Gegenteil ihrer betörenden Schwester und nach Maggies Reality-TV-Erfolg haben sie sich ein bisschen auseinandergelebt. Nichtsdestotrotz hat Maggies Tod sie in eine tiefe Depression gestürzt und als das LAPD den Mord ungelöst zu den Akten legt, will sie den Mörder ihrer Schwester finden.

In “People Pleaser” wird die Welt der Reichen und Schönen, die Oberflächlichkeit zu der Writer, Producer, Reality-TV-Stars sowie Influencer gezwungen werden, kritisch beleuchtet und ein bisschen durch den Kakao gezogen, was herrlich selbstironisch und unterhaltsam ist!

Erzählt wird, lebendig und ausdrucksstark, aus vier Perspektiven: aus Maggies, Emmas, Amandas (eine Drehbuchautorin/Produzentin) sowie Jills (Emmas beste Freundin & die Assistentin von Amanda). Maggies ungeklärter Mord ist zu einem True Crime Spektakel und einer Belastung geworden - ihre Fans fordern Gerechtigkeit, sie ergehen sich in Verschwörungstheorien. Emma ist nur noch ein phlegmatischer, lebensuntauglicher Schatten ihrer selbst. Jill versucht sie unterstützen, ist aber auch ein bisschen genervt von ihrer Rolle als Babysitter. Amanda will helfen den Mord aufklären, weil sie eine sinnvolle Beschäftigung braucht, um nicht wieder den Drogen zu verfallen, und weil sie sich verantwortlich fühlt ...

Von Maggie gibt es Einblicke in die Vergangenheit, man erfährt, warum sich auf eine Dating-Show einließ, wie es ihr dabei erging und weshalb sie schließlich sogar ihren Reality-TV-Traumpartner geheiratet hat. Emma, Jill und Amanda tun sich zusammen, um zu ermitteln, was amüsant, ereignisreich, psychologisch interessant sowie packend gestaltet ist.

Die Amateur-Ermittlerinnen stoßen auf Rätselhaftes, auf Dinge, die keinen Sinn zu ergeben scheinen und es sieht so aus, als hätte Maggie heikle Geheimnisse gehütet - dabei dachte Emma, dass sie und ihre Schwester alles voneinander wissen! Maggie ist jedoch nicht die Einzige, die einiges verheimlicht ...

“People Pleaser” ist eine spritzige “Showbusiness-Satire”, schwarzhumorige Gesellschaftskritik und ein fesselnder, wendungsreicher Thriller - zudem ein großartiges Debüt! Die verschiedenen Perspektiven liefern faszinierend verstörende Einblicke ins Showgeschäft und in das Leben der Charaktere, die allmählich ein erschütterndes Bild ergeben.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Raffinierte Psychospannung

Tochterliebe
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Die Studentin Cleo hat ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter Katrina, weil diese fast alles an ihr kritisiert. Doch Katrina hat kürzlich eingesehen, dass sie zu sehr damit beschäftig gewesen ist, ihre ...

Die Studentin Cleo hat ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter Katrina, weil diese fast alles an ihr kritisiert. Doch Katrina hat kürzlich eingesehen, dass sie zu sehr damit beschäftig gewesen ist, ihre Tochter zu formen, zu kontrollieren, anstatt sie zu lieben, zu unterstützen - denn: Cleo ist zunehmend rebellisch geworden. Zum Vater, der aus beruflichen Gründen viel unterwegs war/ist, hat Cleo einen guten Draht, was Katrina aufregt. Sie findet, dass es leicht ist, liebe- und verständnisvoll zu sein, wenn man fast nur Geburts- sowie Feiertage mit seinem Kind verbringt.

Katrina ist Anwältin, aber die unorthodoxe Aufgabe, die sie der Kanzlei innehat, ist streng geheim: Sie ist eine Problemlöserin, eine Mittelsfrau, die sich still und heimlich um die schmutzigen Probleme von angesehen Leuten mit viel Geld kümmert, sie hat allerdings Grenzen, sie lässt nicht alle mit ihrer Schuld davonzukommen ...

Vor dem Verschwinden: Katrina ist nach der Trennung von Cleos Vater gerade wieder einigermaßen glücklich, denn sie hat sich verliebt. Doch dann geht alles schief: prätentiöse Forderungen ihres Ex-Mannes in spe wühlen sie auf, bei der Arbeit läuft es nicht so, wie es soll, sie erhält Drohbotschaften, schließlich gibt es noch einen entsetzlichen, verdächtigen Vorfall – aber schlimmer geht immer ...

Nach dem Verschwinden: Als Cleo einer Einladung zum Abendessen ihrer Mutter folgt, findet sie in der Küche anbrennendes Essen, Scherben und einen blutigen Schuh vor – ihre Mutter wird vermisst. Cleo ist trotz der schlechten Beziehung zu ihrer Mutter am Boden zerstört und will der Polizei helfen sie zu finden. Sie durchsucht also das Haus und stößt auf Interessantes, auf Dinge, von denen sie nichts wusste, Dinge, die sie ihrer Mutter nicht zugetraut hat. Zudem muss sie feststellen, dass ihr Vater nicht so ist, wie sie dachte.

Sie folgt den Spuren: redet mit der Nachbarin, einer Mandantin und der besten Freundin ihrer Mutter. Sie zieht sogar in Betracht, dass Katrinas Verschwinden mit den Schwierigkeiten zu tun haben könnte, die sie sich an der Uni eingebrockt hat. Dann ist da noch die Assistentin ihrer Mutter, die sich sehr seltsam verhält ...

Der Handlungsaufbau ist großartig: Aus Cleos Sicht erfahren die Lesenden, was nach Katrinas Verschwinden geschieht, indem man sie bei ihren Nachforschungen begleitet. Aus Katrinas Perspektive, erlebt man, was wenige Tage zuvor passierte, nähert allmählich sich dem Abend ihres Verschwindens. Zusätzlich gibt es Einblicke in Katrinas grauenhafte Jugend, die erklärt (nicht rechtfertigt!), warum sie so kontrollsüchtig, aber eben auch souverän im Problemlösen geworden ist. Des Weiteren sind da noch Aktennotizen zu einer Zivilklage, Tagebucheinträge sowie Abschriften von aufgezeichneten Therapiesitzungen. Nach und nach entfalten sich tiefe dunkle Abgründe ...

Der lebendige, ausdrucksstarke Erzählstil ist mitreißend, die Handlung ist von Anfang an packend und ich habe durchweg mit den überzeugenden Protagonistinnen gefühlt, obwohl ich sie nicht besonders sympathisch fand. Es gibt zudem einige interessante bzw. verdächtige Nebenfiguren, die ebenfalls lebensecht, mit Tiefe, gezeichnet sind.

“Tochterliebe” ist ein fesselnder, vielschichtiger Pageturner: Die komplexe Handlung erforscht Mutterschaft in all ihrer Widersprüchlichkeit, was wirklich interessant gestaltet ist, und bietet raffinierte, vielschichtige Psycho-Spannung mit vielen erschütternden Enthüllungen. Die Auflösungen fand ich nicht hundertprozentig überzeugend, was mein Lesevergnügen allerdings kaum trübte.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Originell & fesselnd!

Dunkle Momente
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“Dunkle Momente” zeigt, wie faszinierend Strafrecht und die damit verbundenen ethischen Dilemmata sein können! Eine Strafverteidigerin erzählt von kniffeligen Fällen sowie ihren diesbezüglichen Verfehlungen, ...

“Dunkle Momente” zeigt, wie faszinierend Strafrecht und die damit verbundenen ethischen Dilemmata sein können! Eine Strafverteidigerin erzählt von kniffeligen Fällen sowie ihren diesbezüglichen Verfehlungen, was sich spannend und temporeich wie ein Thriller liest, obwohl ROMAN auf dem Cover steht! Ich habe das Buch in nur zwei Zügen verschlungen!

Eva, eine sehr ambitionierte Strafverteidigerin erzählt von ihrer Beteiligung an komplizierten Fällen, bei den nichts ist wie es scheint: Es geht dabei um Notwehr?, Todschlag in einem Moment, in dem sich Wut über jahrelange Demütigungen Bahn brachen?, ein Opfer, das zum Täter wurde?, eine böse Stiefmutter?, und weitere faszinierend verstörende Fälle. Eva gerät mehrfach in eine ethische Zwickmühle, teilweise, weil sie nicht alle Informationen hat, teilweise, weil sie getäuscht wird, teilweise, weil gut gemeint UND gut gemacht nicht immer zu guten Ergebnissen führt. Jeder Rückschlag erschüttert ihr Vertrauen in sich, die Menschheit und das Rechtssystem ein bisschen mehr, bis sie sich gezwungen sieht, schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.

Ihr unvoreingenommenes Engagement hat mich, trotz ihrer Fehleinschätzungen, sehr beeindruckt – sie urteilt nicht: “abstoßend normwidrig” oder sympathisch? Egal! Für sie zählt nur, ob die Person getan hat, was ihr vorgeworfen wird oder nicht. Moralisch-unmoralisch? Egal! Es geht um justiziabel oder nicht (Mord/Unfall) bzw. welche Art von Straftat vorliegt (Mord/ Störung der Totenruhe). Es gibt es Kriminelle, die sich als rechtschaffen betrachten und normale oder gar gute Menschen, die sich auf eine falsche Entscheidung reduzieren, daran zerbrechen. Eva selbst würde ich als pragmatisch, aber empathisch und tough, aber verletzlich beschreiben.

Der lebendige Schreibstil kommt ganz ohne Längen aus und die komplexen Fälle sind, zusammen mit den persönlichen wie beruflichen Herausforderungen, die sie für Eva darstellen, absolut packend. Mit ihren analytischen, scharfsinnigen Schilderungen beweist die Autorin viel psychologisches Gespür für die menschliche Natur und die vielen raffinierten Wendungen sind wirklich verblüffend.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Überraschend!

SIEBEN STUNDEN. Wen würdest du retten?
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Tennessee: Vor zehn Jahren stürzten zwei Schulbusse auf dem Rückweg von einer Jahrgangsfahrt nachts in eine Schlucht, nur neun Jugendliche konnten sich retten. Eine der Überlebenden nahm sich ein Jahr ...

Tennessee: Vor zehn Jahren stürzten zwei Schulbusse auf dem Rückweg von einer Jahrgangsfahrt nachts in eine Schlucht, nur neun Jugendliche konnten sich retten. Eine der Überlebenden nahm sich ein Jahr später das Leben, weshalb die übrigen einen Pakt schlossen: Sie treffen sich an jedem Jahrestag, um für einander da zu sein. Doch das 10. Treffen wird von einer weiteren Tragödie überschattet, zudem häufen sich unheilvolle Begebenheiten. Zusammenhalt verwandelt sich in Misstrauen und ihre gemeinsamen Geheimnisse werden zu einer schweren Last, fast so schwer, wie die Geheimnisse, die sie voreinander haben ...

“Sieben Stunden. Wen würdest du retten?” ist ein atmosphärischer, beklemmender Thriller voller tiefer, dunkler Abgründe. Cass, die Protagonistin, will nicht mehr an den Jahrestags-Treffen teilnehmen, sie hat etliche fragwürdige Maßnahmen ergriffen, um dem diesjährigen Gedenktag in dem Strandhaus eines Überlebenden zu entgehen. Gleichzeitig ist sie nach wie vor hin- und hergerissen zwischen ihrem schlechten Gewissen und dem Wunsch, die Vergangenheit bzw. den schmerzlichen Kontakt zu den anderen Überlebenden endlich hinter sich lassen. Dann passiert etwas, das sie zwingt zu dem Strandhaus zu fahren.

Erzählt wird hauptsächlich aus Cass’ Sicht, es gibt aber auch Einblicke in die Unfallnacht aus der Perspektive der anderen, was wirklich interessant gestaltet ist. Die Überlebenden werden zu Gefangenen der Geschichte, die sie über jene Nacht erzählen, nun haben sie zehn Jahre des Ausweichens und der Auslassungslügen hinter sich. Sie wissen von der Dunkelheit ineinander, von den kleinlichen Unterstellungen - feige, rachsüchtig, egoistisch - die während der Stunden nach dem Unfall in der Luft lagen, dass jede:r von ihnen andere zum Sterben zurücklassen kann, um sich selbst zu retten. Aber sie wissen dennoch nicht alles Schlimme voneinander.

Die Spannung ist lange eher subtil, was mich nicht störte, da ich die Prämisse (Schuld- bzw. Schamgefühle rund um den eigenen Selbsterhaltungstrieb), die greifbar düstere Stimmung, die undurchsichtigen, bedrohlichen Geschehnisse und die Figurendynamik ungemein fesselnd fand.

Warum waren die Überlebenden nicht ehrlich? Waren die Facetten des Grauens zu schmerzhaft, um sie wiederzugeben? Die schwierigen Entscheidungen, die getroffen wurden, zu kompliziert, um sie anderen verständlich zu machen? Haben sie sich wirklich schuldig gemacht oder stecken sie in ihrer jugendlichen Sicht fest, dass sie die Absturzstelle zu bereitwillig verlassen haben, um Hilfe zu holen, die dann leider zu spät kam.
“Sieben Stunden. Wen würdest du retten?” ist ein aufwühlender Spannungsroman voller überraschender Wendungen und das (vermeintliche?) moralische Dilemma ist faszinierend verstörend, mit viel Gespür für die menschliche Natur.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Fesselnd & facettenreich

Winternacht - Der Schnee begräbt alles. Nur die Lügen nicht
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Nordostengland, kurz vor Weihnachten: Die Mittdreißigerin Olive ist auf der Flucht vor ihrer toxischen Patchworkfamilie und will in einem Hotel alleine zu Abend essen. Das Restaurant ist voll von ausgelassenen ...

Nordostengland, kurz vor Weihnachten: Die Mittdreißigerin Olive ist auf der Flucht vor ihrer toxischen Patchworkfamilie und will in einem Hotel alleine zu Abend essen. Das Restaurant ist voll von ausgelassenen Gästen, es herrscht Feierstimmung, nur zwischen Olive und der fremden Frau, die sich einfach zu ihr gesetzt hat, ist die Atmosphäre angespannt. Zunächst, weil Olive angesichts der Dreistigkeit der Unbekannten verärgert ist, dann weil sie die andere Frau seltsam faszinierend findet, und sich dem, was sie bietet, nicht entziehen kann ...

Man lernt auch Garry, einen Constable bei der Verkehrspolizei, kennen: er ist zwei Mal durch die Prüfung zum Detective gefallen und er macht viele Fehler, die er dann verschlimmbessert. Das Einzige, das er wirklich gut kann ist sicher fahren, bei jedem Wetter. Er hat gerade wieder Mist gebaut, als er den Auftrag bekommt eine Ermittlerin bei Schnee und Eis zu einem Politiker zu fahren, der seine Frau vermisst melden will. Es handelt sich dabei um Olive, die Garry aus Schulzeiten kennt, und er sieht diesen Vermisstenfall als Gelegenheit zu zeigen, was er kann.

Erzählt wird in der dritten Person, aus Olives sowie Garrys Sicht. Olives Erlebnisse mit der unbekannten Frau und Garrys Ermittlungen wechseln sich ab. Dabei erfahren die Lesenden einiges aus der Vergangenheit der beiden und erhalten Einblicke in Olives Leben als Ehefrau, Stiefmutter sowie “Stiefschwiegertochter” - sie lebt mit zwei Stieftöchtern im Teenageralter in einem Haus, das der Mutter der verstorbenen Ehefrau ihres Mannes gehört.

Die verschiedenen Erzählstränge bzw. Zeitebenen bringen allmählich mehr und mehr gefährliche Geheimnisse perfide Manipulationen sowie finstere Pläne ans Licht. Hier ist nichts wie es scheint und die Grenze zwischen Opfern und Tätern ist teilweise sehr unscharf. Man erfährt zudem viel über die verborgenen Talente sowie Träume des Sonderlings Garry - Interessantes, Aufschlussreiches, Überraschendes ...

“Winternacht” ein ereignis- und temporeicher Thriller mit vielen Facetten und Wendungen. Die komplexen, rätselhaften Begebenheiten bringen anhaltende Spannung mit sich und die zwischenmenschlichen Aspekte rund um Garry sind oft herrlich humorvoll gestaltet. Die vielen verschiedenen Verbrechen bzw. deren Hintergründe finde ich einerseits raffiniert, andererseits in Teilen nicht ganz überzeugend. Insgesamt ist “Winternacht” jedoch auf jeden Fall ein packendes Leseerlebnis mit ein bisschen Gesellschaftskritik, die geschickt nebenbei in die Handlung einfließt.

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