Profilbild von wordfflow

wordfflow

Lesejury Profi
offline

wordfflow ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wordfflow über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2025

Zwischen Geheimnissen und Knistern

Dark Cinderella
1

"Dark Cinderella" ist der Auftakt der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah und ist - wie der Name vermuten lässt - ein Cinderella-Retelling mit mehr als einem Twist. Sofias beste Freundin ist verschwunden ...

"Dark Cinderella" ist der Auftakt der Northern-Royals-Dilogie von Anya Omah und ist - wie der Name vermuten lässt - ein Cinderella-Retelling mit mehr als einem Twist. Sofias beste Freundin ist verschwunden und die Spur führt sie in den königlichen Palast, wo sie Prinz Maximilian begegnet, der ihr Vorhaben das ein oder andere Mal durchkreuzt. Oder stellt er sich am Ende vielleicht doch als wertvoller Verbündeter heraus?

Anya Omahs Schreibstil mag ich sehr. Er ist mir gut zugänglich und zieht mich zwischen seine Zeilen, sodass ich beinahe vergesse, dass ich lese. Außerdem hat Omah einen gut dosierten Witz, der mich zwischendurch immer wieder schmunzeln lässt.

Sofia habe ich als Protagonistin schnell ins Herz geschlossen. Ich bewundere ihren Mut, ihre Loyalität und ihre Entschlossenheit für sich und ihre Liebsten einzustehen und zu kämpfen.
Und auch Prinz Maximilian konnte mich mit seinem tiefgründigeren Charakter, als er unter der glatten Fassade vermuten lässt, von sich überzeugen. Er löst sich immer mehr von den Erwartungen und Traditionen seiner Familie.
Der Funke zwischen den beiden springt schnell über, aber die Umstände verhindern zunächst ein Näherkommen. Ich konnte die Konflikte der Protagonisten und ihre Emotionen gut nachempfinden und habe zunehmend mitgefiebert.

Die Geschichte hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Sowohl die Charaktere, die entstehende Lovestory, wie auch die Suche nach ihrer Freundin haben die Spannung durchgehend gehalten.
Die Geheimnisse, die im Palast verborgen bleiben, lassen mich während dem Lesen immer wieder rätseln und jeglichen Personen misstrauen.

Auch gesellschaftliche Themen wie Rassismus werden in die Geschichte mit einbezogen und damit darf das Buch gerne auf eure Leselisten zum aktuell laufenden Black History Month wandern.

Ich bin nach den ungeklärten Geheimnissen und dem Cliffhanger sehr gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2025

Empörend und wütend machend

Bright Young Women
0

In „Bright Young Women“ erzählt Jessica Knoll die tragischen Geschehnisse einer Reihe an Morden mit einem Perspektivwechsel weg vom Täter hin zu den Frauen und Opfern der schrecklichen Taten. Pamela ist ...

In „Bright Young Women“ erzählt Jessica Knoll die tragischen Geschehnisse einer Reihe an Morden mit einem Perspektivwechsel weg vom Täter hin zu den Frauen und Opfern der schrecklichen Taten. Pamela ist 1978 Studentin an der Florida State University und hat als Einzige den Mörder ihrer Mitbewohnerinnen und Freundinnen gesehen. Trotzdem ist es den Behörden nicht möglich, den Täter zu stellen und so nehmen die Frauen die Ermittlungen selbst in die Hand. Auch besonders die Stärke, die sich entwickelnden Freundschaften und der Zusammenhalt zwischen den Frauen waren für mich zentrale Punkte der Geschichte.

Die Erzählung hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen und immer wieder empört. Durch den Perspektivwechsel lag meine Empörung aber weniger auf den Taten oder Perversionen des Täters, sondern vielmehr in dem systemischen Versagen der Behörden. Ein Versagen, das zurückzuführen ist auf Misogynie und das Vertuschen eigener Fehler. Und hierbei würde ich gerne behaupten, dass das ein Problem der Zeit war, in der die Handlung stattfindet, fürchte aber, dass wir heute höchstens wenige Schritte weiter sind.

Neben Pamelas Perspektive wird schon früh eine zweite Erzählstimme eingeführt. Ruth ist dem Täter bereits 1974 begegnet und ihr Schicksal verbindet sich später mit Pamelas. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

„Bright Young Women" ist ein Roman, der mich vom ersten Moment an packen konnte. Knoll ist der Perspektivwechsel so eindrücklich gelungen, dass mich der Roman immer wieder wütend und sprachlos gemacht hat. Für mich ein Lesehighlight und eine Empfehlung. Aufgrund der Thematik möchte ich anmerken, dass bei Bedarf vor dem Lesen Content Warnings recherchiert werden sollten, im Buch selber sind keine enthalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2025

Queere Wohlfühlgeschichte

Imogen, Obviously
0

"Imogen, Obviously“ von Becky Albertalli ist ein Jugendbuch über die 17-jährige Imogen, die sich als Ally der LGBTQIA+ Community sieht, aber herausfindet, dass sie möglicherweise doch selber queerer ist, ...

"Imogen, Obviously“ von Becky Albertalli ist ein Jugendbuch über die 17-jährige Imogen, die sich als Ally der LGBTQIA+ Community sieht, aber herausfindet, dass sie möglicherweise doch selber queerer ist, als ihr zunächst bewusst ist. Denn als Imogen ihre beste Freundin Lilli an der Uni besucht und eine Ex-Beziehung mit ihr faken muss, lernt sie Tessa kennen, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen möchte.

Imogen ist ein liebenswerter Charakter und eine Freundin, auf die man sich immer verlassen kann. Auch wenn ich sie am liebsten manchmal auf die offensichtlichsten Dinge hinweisen wollte, habe ich Imogen schnell in mein Herz geschlossen und konnte mich gut mit ihr identifizieren.

In meinen Augen leistet diese Geschichte einen ganz wichtigen Beitrag zum Verständnis von Queerness und insbesondere Bisexualität, wie man zu seiner eigenen sexuellen Identität findet, den Unsicherheiten und Bewertungen von Außen und der Selbstakzeptanz.

Die Szenen um Bisexualität reproduzieren durchaus schmerzhafte Konflikte, die im Nachhinein aber aufgeklärt werden können. Für mich waren diese - besonders durch eine Person, die ich nur bedingt nachvollziehbar fand - etwas störend. Ich sehe aber ein, dass diese Konflikte notwendig waren, um die Botschaften zu transportieren, die diese Geschichte im Endeffekt bereichert haben.

“Imogen, Obviously” ist ein Buch, das mir, da ich genau solch eine Geschichte früher auch gerne gelesen hätte, sehr viel bedeutet und ich möchte es unbedingt an jede*n weiterempfehlen. Ein wichtiger und wertvoller Roman und eine große Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2024

Knisternde RomCom zu Silvester

Fake Dates and Fireworks
0

„Fake Dates and Fireworks” ist eine RomCom von Kyra Groh und spielt zu Silvester. Becca und Nils sind seit 10 Jahren beste Freunde und jedes Silvester läuft auch körperlich mehr zwischen den beiden. Dieses ...

„Fake Dates and Fireworks” ist eine RomCom von Kyra Groh und spielt zu Silvester. Becca und Nils sind seit 10 Jahren beste Freunde und jedes Silvester läuft auch körperlich mehr zwischen den beiden. Dieses Jahr möchte Becca den nächsten Schritt wagen und plant einen gemeinsamen, romantischen Urlaub in den Alpen. Doch auch Raphael, der unzuverlässige Onkel eines ihrer Kita-Kinder, der Becca immer wieder Zeit und Nerven kostet, verbringt Silvester ausgerechnet in ihrem Chalet. Als Nils dann mit seiner Verlobten auftaucht und Beccas Träume von einer gemeinsamen Zukunft platzen, muss sie sich mit Raphael zusammentun und eine glückliche Beziehung vortäuschen, nichtsahnend, dass das möglicherweise all ihre Emotionen erneut durcheinanderbringt.

Becca und Raphael habe ich sehr geliebt. Ich fand beide authentisch und nahbar und mochte das Knistern zwischen ihnen sehr. Raphael ist eine absolute Green Flag, sodass ich die Liebesgeschichte guten Gewissens genießen konnte.
Ich fand es sehr schön mitzuerleben, wie sich Becca innerhalb der Geschichte entwickelt und zu sich gefunden hat und schließlich für sich selbst einstehen konnte.
Besonders auch die eher schweren Themen, die beide Protagonist*innen mit sich tragen und die ich gut eingearbeitet fand, haben die Geschichte bereichert und ihr Tiefe gegeben.

Kyra Groh ist für mich mittlerweile zu einer Wohlfühlautorin geworden, was ich auch bei „Fake Dates and Fireworks” wieder gemerkt habe. Trotz zum Teil großer Emotionen und tiefgründiger Themen schafft sie es, der Geschichte Leichtigkeit mitzugeben und mich voll und ganz mit ihren Charakteren einzunehmen. Für mich wieder ein Highlight und eine große Empfehlung über den Jahreswechsel (und natürlich darüber hinaus).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2024

Mitreißender Auftakt

We hunt the Flame
0

“We Hunt the Flame” von Hafsah Faizal ist der Auftakt einer High Fantasy Dilogie und handelt von Zafira und Nasir, welche sich als Todfeinde zusammenschließen müssen, um die Magie nach Arawiya zurückzubringen ...

“We Hunt the Flame” von Hafsah Faizal ist der Auftakt einer High Fantasy Dilogie und handelt von Zafira und Nasir, welche sich als Todfeinde zusammenschließen müssen, um die Magie nach Arawiya zurückzubringen und den Fluch zu besiegen, der das Land immer mehr einzunehmen droht.
Zafira ist “der Jäger” ihres Dorfes, da sie als Einzige den verfluchten Wald betreten und unversehrt verlassen kann. Als Frau ist es ihr nicht erlaubt, einem eigenständigen Beruf nachzugehen, weswegen sie ihre Identität geheim hält, doch im Stillen rebellieren sie und viele andere Frauen dagegen. Als Zafira dann wegen ihrer Fähigkeiten auf die Mission geschickt wird, ein Artefakt zu finden, das die Magie zurückbringen und das Land retten soll, droht ihre Fassade ins Bröckeln zu geraten .
Nasir ist der Prinz des Todes und wird von seinem tyrannischen Vater zeitgleich auf die Suche nach dem Artefakt geschickt - mit dem zusätzlichen Auftrag, “den Jäger” zu töten. Seine gequälte Seele ist seines Vaters hörig und erlaubt ihm nicht, Bindungen einzugehen, doch möglicherweise kann die Zusammenarbeit mit der Jägerin dies ins Wanken bringen.

Nachdem ich ein paar Seiten gebraucht habe, in die komplex ausgearbeitete Welt hineinzufinden, wie ich es bei High Fantasy immer brauche, war ich doch schnell sehr begeistert von der Geschichte und mochte das Buch kaum aus der Hand legen.
Auch der Schreibstil Faizals hat dazu beigetragen, dass ich schnell in einen Lesesog gezogen wurde. Durch Anlehnungen an die arabische Sprache ist dieser zunächst nicht unbedingt flüssig zu lesen, jedoch konnte ich schnell hineinfinden und ich denke, dass dies auch zur Atmosphäre beigetragen hat.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Zafiras und Nasirs Perspektive erzählt, was hier sehr gut gepasst hat. Nasir ist ein nach außen - und auch in sich selber - verschlossener Charakter. Durch seine Gedankenwelt und die Prägungen, die er sein Leben lang eingetrichtert bekommen hat, konnte ich Nasir besser verstehen lernen und auch seine allmählichen Veränderungen wahrnehmen und somit auch eine gute Bindung zu ihm aufbauen, wenn er auch nicht der klassische Protagonist ist. Zafira hingegen habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und ich bewundere sie sehr für ihre Stärke und ihre Überzeugungen.
Generell finde ich, dass Hafsah Faizal unglaublich gute, charakterstarke und komplexe Figuren entwickeln kann, denn auch ihre Nebencharaktere waren für mich greifbar und authentisch.
Besonders die Zweckgemeinschaft, die sich auf der Suche nach dem Artefakt bildet, fand ich in ihrem Miteinander sehr lebendig, authentisch und insgesamt unterhaltsam, manchmal gar amüsant mitzuerleben.

Das Ende - speziell der Epilog - haben mich dann erstmal sprachlos zurückgelassen, sodass ich den zweiten und abschließenden Band unbedingt dieses Jahr noch lesen werde. Von mir gibt es für “We Hunt the Flame” eine eindeutige Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere