Düster, schön… aber nicht ganz mein Buch.
An Education in Malice: Verlangen. Intrigen. Blut.„An Education in Malice“ hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre sofort abgeholt. Dieses düstere, leicht herbstliche Setting am College hatte genau den Vibe, den ich mir von Dark Academia erhoffe – geheimnisvoll, ...
„An Education in Malice“ hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre sofort abgeholt. Dieses düstere, leicht herbstliche Setting am College hatte genau den Vibe, den ich mir von Dark Academia erhoffe – geheimnisvoll, elegant und irgendwie unterschwellig bedrohlich. Gerade am Anfang konnte ich mich richtig in diese Welt fallen lassen.
Die ersten Kapitel sind eher ruhig gehalten. Man lernt Laura, Carmilla und die Professorin De Lafontaine kennen, beobachtet das Collegeleben und tastet sich langsam in die Dynamik der Figuren hinein. Dabei merkt man schnell, dass Laura eine eher ungewöhnliche, fast schon eigenartige Persönlichkeit hat, während Carmilla ziemlich launisch und schwer greifbar wirkt. Und dann ist da noch Miss D., die geheimnisvoll sein soll – für mich aber leider eher distanziert und kaum nachvollziehbar blieb.
Genau da lag für mich das größte Problem: die Figuren. Ich konnte ihre Entscheidungen und vor allem ihre Gefühle oft nicht wirklich greifen. Die Verbindung zwischen Laura und Carmilla hat sich für mich nicht richtig entwickelt – sie war einfach da, ohne dass ich sie wirklich fühlen konnte. Auch die Faszination für die Professorin konnte ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Ab der Mitte nimmt die Geschichte dann plötzlich ordentlich Fahrt auf. Es passiert viel, teilweise sogar sehr viel auf einmal. Man muss wirklich aufmerksam lesen, um nichts zu verpassen – aber gleichzeitig hatte ich oft das Gefühl, dass Dinge zu schnell abgehandelt werden oder nicht ganz logisch wirken. Das hat mich zwischendurch eher verwirrt als mitgerissen.
Was ich aber wirklich hervorheben muss: der Schreibstil. Der ist angenehm, flüssig und lässt sich richtig gut lesen. Dadurch fliegt man auch ziemlich schnell durch das Buch. Und optisch ist es sowieso ein kleines Highlight – das Cover ist einfach wunderschön und passt perfekt zur Stimmung der Geschichte.
Am Ende bleibe ich ehrlich gesagt ein bisschen zwiegespalten zurück. Die Atmosphäre war für mich wirklich stark und genau mein Ding, aber inhaltlich hat mir die Tiefe gefehlt. Ich wollte mehr fühlen, mehr verstehen, mehr mitgehen können.