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Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein Fuchsabenteuer der besonderen Art

Foxfighter - Angriff des Schattens (Band 1)
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Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz ...

Ich habe schon einige fantastische Bücher von Akram El-Bahay gelesen. "Foxfighter - Der Angriff des Schattens" ist ganz anders als die Bücher zuvor und doch liest es sich wieder wunderbar und hat ganz besondere magische Elemente.
Finn ist ein junger Fuchs, der bei einer Menschenfamilie aufgewachsen ist. Als er in den Wald ausgewildert wird, ist Finn plötzlich auf sich allein gestellt und hilflos. Aber eine Begegnung der besonderen Art ändert alles für ihn. Als eine junge Füchsin von einem gefährlichen Schattenwesen verfolgt wird, greift Finn mutig ein und rettet ihr so das Leben. Zum Dank führt sie ihn zu ihrer Familie. Dort entdeckt Finn, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein. Aber die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht, ist noch nicht gebannt und Finn erkennt, dass er eine ganz besondere Fähigkeit hat.
So entwickelt sich eine spannende, magische Tiergeschichte, die mich von der ersten Seite an fasziniert hat. Beim Lesen hat man tatsächlich das Gefühl, im Kopf eines Fuchses zu stecken und mit Finn zusammen die Fuchssinne zu entdecken. Die Streifzüge durch den Wald und später an anderen Orten geben einen guten Eindruck, was es bedeutet, ein Fuchs zu sein.
Dabei sind Finn sowie die anderen Füchse und Tiere als Figuren ausgesprochen gut ausgearbeitet und ein kleiner Igel namens Stachel hat es von jetzt auf gleich geschafft, mein Herz zu erobern. Man merkt auch, dass es unter Füchsen unterschiedliche Charaktere gibt und jeder Fuchs auf seine Weise einzigartig ist.
Die Geschichte vermittelt so eindrücklich, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind, aber auch, wie schwierig es ist, mit Ausgrenzung umzugehen. Dabei ist mir ein Zitat besonders gut in Erinnerung geblieben: „Du bist nicht anders, nur du selbst“ (S. 89)
Die Gefahr, die vom Schattenwesen ausgeht und die im Laufe der Geschichte immer größer wird, schafft einen guten Spannungsbogen, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Manche Entwicklungen waren für mich (als Erwachsene) etwas absehbar. Dennoch hat mir der Verlauf der Geschichte sehr gut gefallen und das Ende macht große Lust zu erfahren, wie es mit Finn, der Fuchsfamilie und dem Schattenwesen weitergeht.
Für alle ab etwa 10 Jahren, die Geschichten aus der Tiersicht mögen oder schon immer gerne einmal, wie ein Fuchs durch den Wald streifen wollten, ist "Foxfighter“ eine schöne, magische Tiergeschichte mit tollen Charakteren.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Packender, dystopischer Jugendroman

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen ...

Es ist eine düsterer, dystopischer Ort, an den mich Sarah M. Kempen mit "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" entführt hat. Rußstadt ist genau das - eine Stadt voller Ruß. Kohle wird hier in jeder kleinen und großen Maschine verbrannt - für Licht, zum Heizen, aber auch zum Waschen und Kochen. So ist die Luft vor allem in den unteren Armenvierteln konstant schlecht.
In dieser Stadt lebt Cleo mit ihrer Schwester Gwynnie etwas abseits von allen. Doch Cleo ist viel in den ärmeren Stadtteilen unterwegs, arbeitet in einer Fabrik und repariert im Geheimen kaputte Maschinen, denn das dürfen in Rußstadt nur Schornsteinfeger. Nachdem Cleo auch noch verbotener Weise einen Brand bekämpft, bekommt sie ganz überraschend die Chance, sich als Schornsteinfegerin zu beweisen. Doch das ist alles andere als leicht, denn die Rivalitäten sind groß und Cleo ist nur ein Mädchen aus dem Volk.
Ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass mir eine Geschichte über eine Schornsteinfegerin so gut gefallen würde. Vor allem das Gesellschaftssystem ist sehr spannend und birgt einiges an Konfliktpotenzial: mächtige Industrielle, die mit geplanter Obsoleszenz und anderen Schachzügen die ärmere Bevölkerung ausbeuten und die Umwelt verschmutzen, eine Schornsteinfegergilde, die ebenso ihre Machtposition ausnutzt und das einfache Volk, das unter der Luftverschmutzung leidet und den Mächtigen ausgeliefert ist.
Cleo, als einzige Schornsteinfegerin aus dem Volk, nimmt da eine ganz besondere Stellung ein und es ist spannend ihre Entwicklung zu verfolgen. Als Hauptfigur hat sie mir ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist stark, hat zugleich auch Schwächen, ist hilfsbereit und möchte gegen alle Ungerechtigkeiten ankämpfen.
Ich war durchgehend gefesselt von Cleos Geschichte und konnte beim Lesen fast schon selbst den Ruß in der Luft spüren. Die Ungerechtigkeiten, die Cleo und die normale Bevölkerung erleben müssen, sind teilweise sehr boshaft und düster, sodass hier die Altersempfehlung ab 14 Jahren absolut passend ist.
Die dystopischen Elemente des Buches haben mir sehr gut gefallen und ich bin schon jetzt gespannt, wie Cleos Kampf gegen das ungerechte Gesellschaftssystem weitergehen wird und welche Veränderungen sie bewirken kann. Lediglich die technischen Details der Geschichte sind nicht ganz ausgereift, worüber ich jedoch hinwegsehen konnte, da mich die Story selbst einfach so gepackt hat. Deshalb empfehle ich "Lichterloh - die Stadt unter Ruß" allen, die gerne dystopische Jugendromane lesen, in denen es um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten geht.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Endlich geht die Geschichte der Buks weiter - spannend, fantasievoll, rebellisch

Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon
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Meine Kinder und ich haben uns unglaublich auf den zweiten Teil "Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon" von Nina George und Jens J. Kramer gefreut. Nachdem der erste Teil mit einem ...

Meine Kinder und ich haben uns unglaublich auf den zweiten Teil "Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon" von Nina George und Jens J. Kramer gefreut. Nachdem der erste Teil mit einem ganz schönen Cliffhanger endete, mussten wir unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das bedeutet natürlich für alle, die die Buks noch nicht kennen, man sollte mit dem ersten Band starten. Die Geschichte schließt nahtlos an und es geht ohne große Erklärungen weiter.
So müssen die beiden Kinder Nola und Finn sich in der Buchwelt zurechtfinden und sie begeben sich auf die Suche nach Geraldine, dem Buchmeister und einer Heilung für die Buchkrankheit. Die Buks hingegen können nicht mehr tatenlos in ihrer Bibliothek ausharren und so wagt sich ein Erkundungstrupp ins unbekannte "Draußen". Zuletzt sind auch Thommy und Mira fleißig dabei, die Welt der Bücher zu retten, und sie treten in Kontakt zur geheimen Büchergilde.
Das Lesen bzw. Hören der Geschichte hat uns unglaublich viel Spaß gemacht und es ist spannend, die verschiedenen Handlungsstränge zu verfolgen. Die Kinder haben alle ganz unterschiedliche Stärken und bringen sich auf ihre Weise in das Abenteuer ein. So haben wir gebannt verfolgt, wie Thommy über sich hinauswächst und fanden es so schön, dass Mira auch anderen Kindern von Fantasie und Träumen erzählt.
Natürlich haben uns auch wieder die Buks komplett überzeugt. Sie sind alle ganz unterschiedlich und alle so liebenswert, dass wir uns gar nicht entscheiden können, wen wir denn am liebsten mochten. Vielleicht Rebella Buk, die so wagemutig ist oder doch Schönaufpassa Buk, die immer ein Auge auf die wichtigsten Bücher hat?
Die Geschichte der Buks ist sehr komplex und regt auf vielfältige Weise zum Nachdenken an. Was bedeuten Fantasie und Träume für uns? Wie würde eine Welt ohne Bücher aussehen? Wie können uns Geschichten beeinflussen? Und wie wäre es selbst in ein Buch einzutauchen? Besonders schön sind da die Referenzen zu vielen bekannten Büchern wie zum Beispiel die unendliche Geschichte oder Peter Pan.
Besonders gut gefallen hat uns auch die Hörbuchfassung gelesen von Marian Funk, der die Buks und anderen Figuren außergewöhnlich gut intoniert, sodass man beim Hören die einzelnen Charaktere fast noch besser vor Augen hat.
Uns hat der Abschluss der Geschichte ausgesprochen gut gefallen. Daher empfehlen wir "Die magische Bibliothek der Buks" allen, denen Bücher wichtig sind und die fantasievolle Geschichten mögen. Das Buch ist zum Selberlesen ab etwa 10 Jahren geeignet. Zum Vorlesen oder als Hörbuch ist die Geschichte aber auch für jüngere Kinder, die komplexen Handlungen gut folgen können, sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Lustig, leicht zu lesen, actionreich - Rattencomics für Lesemuffel und Leseratten im Grundschulalter

Die Rattenbande 3. Achtung, Falle!
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Meine Kinder haben die ersten Bände der Rattenbande von Tim Harris und Shiloh Gordon schon mehrfach gelesen, weil die Bücher so lustig sind. Den neusten Band "Die Rattenbande - Achtung, Falle!" wollten ...

Meine Kinder haben die ersten Bände der Rattenbande von Tim Harris und Shiloh Gordon schon mehrfach gelesen, weil die Bücher so lustig sind. Den neusten Band "Die Rattenbande - Achtung, Falle!" wollten die drei deshalb unbedingt auch lesen und natürlich waren sie auch diesmal begeistert.
Die Rattenbande gerät in diesem Band selbst in Gefahr, denn die Ratten werden von einem Roboter-Marder gejagt und überall tauchen Fallen auf. Die Rattenbande muss da unbedingt eingreifen und braucht einen Plan, um die Ratten der Stadt zu retten.
Das Lesen der Geschichte ist sehr leicht, denn die Schrift ist groß, der Textanteil gering und viele Comic-Elemente lockern die Seiten auf. Die schwarz-weißen Bilder gefallen meinen Jungs immer sehr gut. Bei jeder Ratte kann man die unterschiedlichen Charaktereigenschaften in den Bildern gut erkennen und es gibt viele witzige Momente, die man in den Bildern erleben kann.
Wir empfehlen die Rattenbanden-Comic allen Kindern im Grundschulalter - egal ob sie gerne lesen oder eher seltener zu Büchern greifen. Die Rattenbande bleibt mit Sicherheit nicht lange im Regal stehen. Die Bände kann man übrigens auch unabhängig von einander lesen. So ist auch ein Einstieg hier beim 3. Band noch problemlos möglich.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Maschine vs. Mensch - hohe Spannung, starke Charakterentwicklung - ich konnte das Buch nicht weglegen

They Are Everywhere: Ein Near-Future-Thriller mit Sogfaktor!
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Stellt euch unsere Welt im Sommer 2055 vor: selbstfahrende, KI-gesteuerte Autos, Roboter, die in Farmscrapern und auf Feldern Nahrung produzieren, Androiden, die das Abendessen zubereiten und Menschen, ...

Stellt euch unsere Welt im Sommer 2055 vor: selbstfahrende, KI-gesteuerte Autos, Roboter, die in Farmscrapern und auf Feldern Nahrung produzieren, Androiden, die das Abendessen zubereiten und Menschen, die die meiste Zeit in virtuellen Welten verbringen. Mittendrin irgendwo in Ohio zwei Jugendliche - Hannah und Jarrett - für die das alles Alltag ist. Doch wie aus dem Nichts wenden sich die Maschinen gegen die Menschen. Ein Albtraum, in dem nur eines zählt: Überleben.
Die Altersempfehlung des Verlags für "They Are Everywhere" von Andreas Langer ist mit ab 14 Jahren passend, denn der Beginn der Geschichte hat es in sich und ist etwas brutal und blutig. Der Titel des Buches ist auf jeder Seite Programm, denn die Maschinen sind überall und die beiden Protagonisten fliehen von einer brenzligen Situation direkt wieder in die nächste.
Wer aber hier ein einziges Gemetzel erwartet, täuscht sich, denn der Fokus der Geschichte liegt ganz klar auf Hannah und Jarrett. Während die beiden Hauptfiguren der ständigen Gefahr durch KI-gesteuerte Maschinen entgehen müssen, beschäftigen sie gleichzeitig ganz alltägliche Probleme: Unsicherheiten bezüglich ihres Körpers, die Abgrenzung von den Eltern oder die plötzliche Nähe zu einem anderen Menschen.
Damit unterscheiden sich Hannah und Jarrett gar nicht so sehr von heutigen Teenagern. Die Entwicklung, die sie in dieser kurzen Zeit durchmachen, ist realistisch und sehr nah erzählt. Besonders Hannah war für mich sehr greifbar und ihre Abhängigkeit von der virtuellen Welt wird in vielen kleinen Situationen deutlich.
Die Entwicklung der beiden und ihre Beziehung zueinander sind so geschickt in diesen Thriller eingebaut, dass auch in den ruhigeren Szenen, in denen sich Hannah und Jarrett besser kennenlernen, die Gefahr nie vergessen werden kann. Zu jedem Zeitpunkt muss man mit neuen Robotern oder Maschinen rechnen, die nur ein Ziel haben: Menschen töten.
Durch das hohe Tempo, die ständigen Gefahren und die beiden interessanten Charaktere konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Deshalb empfehle ich diesen packenden Thriller allen Jugendlichen ab 14 Jahren und auch Erwachsenen, die sich in jüngere Charaktere und deren Entwicklung hineinversetzen können.

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