Köln in Trümmern
Nacht der RuinenDer Autor Cay Rademacher, versteht es in seinem historischen Kriminalroman „Nacht der Ruinen“ auf eine eindrucksvolle Weise eine fiktive Geschichte vor dem Hintergrund im Nachkriegsdeutschland mit historischen ...
Der Autor Cay Rademacher, versteht es in seinem historischen Kriminalroman „Nacht der Ruinen“ auf eine eindrucksvolle Weise eine fiktive Geschichte vor dem Hintergrund im Nachkriegsdeutschland mit historischen Persönlichkeiten, die im März 1945 in Köln gelebt und gewirkt haben, hervorragend zu erzählen.
Das Cover finde ich ausgesprochen gelungen und für den Klappentext konnte ich mich sofort begeistern. Der Autor versteht es ausgezeichnet seine berührende fiktive Handlung, mit gut recherchierten historischen Fakten, zu verknüpfen.
Köln 1938 aus dem Tagebuch von Joseph Salomon: Joseph erzählt von dem schönsten Sommer seines Lebens als er mit Hilda und Jakub auf der Domterasse verabredet ist. Wäre da nur nicht Paul, der Bruder von Hilda, der seinen besten Freund immer mit seinem zweiten Vornamen Isidor, laut anspricht. Eine gefährliche Situation für ihn und Jakub, denn nur ihre Namen verraten ihre jüdische Herkunft und beide sind verliebt in Hilda.
Nach der Reichskristallnacht, kann Joseph mit seiner Familie nur mit knapper Not in die USA emigrieren.
Köln im März 1945: Amerikanische Verbände haben Köln erreicht. Trotz der Durchhalteparolen aus Berlin ist der Widerstand gering, die Stadt wie ausgestorben. Kaum mehr 20.000 Menschen leben in den Trümmern. Doch die Amerikaner erobern nur einen Teil der zerstörten Metropole, denn der Rhein bildet wochenlang die Front.
Während die Domstadt noch ein letztes Mal von amerikanischen Streitkräften bombardiert wird, stürzt ein abgeschossener Pilot mit seinem Fallschirm mitten hinein ins Chaos – und wird Opfer eines feigen Lynchmords. Ausgerechnet der junge amerikanische Soldat Joe Salmon (Joseph Salomon), deutschsprachiger Kölner Jude, soll den Fall klären. Joe hofft in diesem Zusammenhang, auch seinen Jugendfreund Jakub und seine Jugendliebe Hilda, wiederzufinden
Die Suche und Handlung schreitet chronologisch spannend voran und ist mit wenigen Figuren recht überschaubar angelegt, während die Vergangenheit von Joe Salmon (Joseph Salomon) immer mehr aus dem Hintergrund hervortritt und zu einem ganz wichtigen Handlungsstrang wird.
Die Aufklärung des feigen Lynchmords an dem Piloten Rohrer und das Ende der Geschichte, hält so einiges an Überraschungen und Wendungen bereit, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, mich aber auf jeden Fall Atmosphärisch packen konnte.
Fazit:
Dem Autor ist mit seinem flüssigen Schreibstil, eine hervorragende atmosphärische Geschichte gelungen, die mich von der ersten Zeile an fesseln konnte. Die handelnden Charaktere, allen voran die Hauptprotagonisten und auch der Handlungsorte, konnte ich mir gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Auch in die damalige Zeit konnte ich mich, dank des bildhaften Schreibstils gut hineinversetzen. Im Nachwort weist der Autor noch einmal auf Fiktion und historische Ereignisse hin und rundet aus meiner Sicht damit die Geschichte, hervorragend ab.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!