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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

ein Stein bringt eine Lawine ins Rollen

Es geht mir gut
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Der Roman beschreibt kurz und prägnant Kathleens Lebensgeschichte und ihren Anstoß zur Veränderung. Es ist gut zu erkennen, dass eine gedankliche Auseinandersetzung und ein Umschwung ins Rollen kommen, ...

Der Roman beschreibt kurz und prägnant Kathleens Lebensgeschichte und ihren Anstoß zur Veränderung. Es ist gut zu erkennen, dass eine gedankliche Auseinandersetzung und ein Umschwung ins Rollen kommen, wenn man sich einmal zutraut, den ersten Schritt zu setzen und aus den gewohnten Rollen heraustritt. Im Fall von Kathleen ist es das lange Schwimmen im Pool im November, von dem sie sich nicht abhalten lässt, auch wenn sie von ihren Nachbarn kritisch beäugt wird und ihre Familie sich schon Sorgen um sie macht. Kathleen beginnt mit einem stummen Protest, hinterfragt ihr bisheriges Leben und überlegt sich Situationen, in denen sie glücklich war und ob es nicht wieder mehr solche Situationen geben sollte. Mit ihrem Verhalten drängt sie gleichzeitig auch ihren Ehemann in die Rolle des Reflektierens, sodass auch er sich seine eigenen Gedanken macht.
Der Schluss ist ein wenig offen gehalten und regt gedanklich zum Weiterträumen an, nicht nur für Kathleen, sondern auch für die Leser*innen.

Veröffentlicht am 28.01.2025

angenehme Leseatmosphäre

Ein gefährliches Talent
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Der Thriller hat sehr gute Hintergrundthemen und eine angenehme Leseatmosphäre. Interessant ist es, dass wir als Leserinnen die Eindrücke hauptsächlich aus Sicht von Rebecca erzählt bekommen und nicht ...

Der Thriller hat sehr gute Hintergrundthemen und eine angenehme Leseatmosphäre. Interessant ist es, dass wir als Leserinnen die Eindrücke hauptsächlich aus Sicht von Rebecca erzählt bekommen und nicht von Ermittlerinnen, die den Mordfall aufklären, wie es ansonsten häufig üblich ist. Rebecca wird vielschichtig gezeigt, von ihrer verletzlichen Seite und von ihrer beruflichen Seite, sowie in ihrer Beziehung zu ihren eigenen Eltern, deren Krankheit und fortschreitendes Altern sie nur schwer aushalten kann. Die anderen weiblichen Charaktere, vor allem die Teilnehmerinnen des Pyramiden-Verkaufssystems werden oberflächlich und naiv dargestellt. Auch die Art und Weise wie dort gearbeitet, geworben und verkauft wird, entspricht dem gängigen Klischee. Hier hätte ich mir einen zeitgemäßeren, moderneren Zugang gewünscht.
Am Ende werden alle Handlungsstränge zusammengeführt und die offenen Fragen geklärt, auch wenn es mir hier etwas zu schnell ging. Im Vergleich zum Aufbau der Geschichte und dem langen Hauptteil war der Schluss etwas knapp und schnell abgehandelt.

Veröffentlicht am 21.01.2025

Eskalation

Gefängnis einer Ehe
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Der Thriller ist spannend geschrieben, aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere. Zu Beginn vermutet man eine klischeehafte Affäre, mit der Zeit werden die Zusammenhänge allerdings vielschichtiger ...

Der Thriller ist spannend geschrieben, aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere. Zu Beginn vermutet man eine klischeehafte Affäre, mit der Zeit werden die Zusammenhänge allerdings vielschichtiger und verwoben, sodass man als Leser*in nicht immer gut beurteilen kann, wer die Wahrheit sagt und wer gut lügen kann. Die Charaktere wirken authentisch, mit Stärken und Schwächen. Rebecca, die sich aufopferungsvoll um ihre an Epilepsie erkrankte Schwester Maja kümmert und sorgt, hat mir gut gefallen. Anette ist berechnend, krank oder doch nur die betrogene Ehefrau, die sich rächen möchte? Auch sie ist als Charakter vielschichtig und interessant beschrieben.
Ob die Situation am Ende so eskalieren musste oder ob man nicht anders eingreifen hätte können, ist fraglich. Allerdings war der Schluss für mich aufklärungsreich und er hatte noch ein paar überraschende Wendungen.

Veröffentlicht am 20.01.2025

ein ganzes Dorf schweigt

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Der dritte Teil der Kriminalromanserie bringt Fentje und Niklas fast an ihre Grenzen. Gemeinsam ermitteln sie undercover an mysteriösen Mordfällen, die nicht eindeutig belegbar sind, doch die gesamte Dorfgemeinschaft ...

Der dritte Teil der Kriminalromanserie bringt Fentje und Niklas fast an ihre Grenzen. Gemeinsam ermitteln sie undercover an mysteriösen Mordfällen, die nicht eindeutig belegbar sind, doch die gesamte Dorfgemeinschaft ist ihnen gegenüber nicht freundlich gesinnt und schweigt sich aus. Fremden gegenüber ist man nicht offen und redselig und wenn jemand unangenehme Fragen stellt, schon gar nicht. Fentje, die als Anwältin ein gutes Gespür für Menschen hat, ist schon bald überzeugt davon, dass hier etwas vertuscht werden soll. Je tiefer Fentje und Niklas graben und forschen, umso mehr Geheimnisse kommen ans Licht und mit der Zeit beginnt die Fassade zu bröckeln, sodass sie dem einen oder anderen Bewohner eine Information herauskitzeln können. Doch wem kann man vertrauen und wer erzählt aus Angst nicht die Wahrheit und trägt das Schweigen mit? Dies gilt es herauszufinden. Am Ende gelingt es dann doch noch gut und es werden alle Geschehnisse restlos aufgeklärt, auch Ereignisse, die schon weiter zurückliegen.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Jede/r hätte ein Motiv

Die Villa
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Der Thriller vermittelt aufgrund des farbenfrohen Covers und der Location Marbella zuerst einmal positive Vibes und Urlaubsstimmung. Inhaltlich war für mich nicht ganz so viel „thrill“, wie ich mir erwartet ...

Der Thriller vermittelt aufgrund des farbenfrohen Covers und der Location Marbella zuerst einmal positive Vibes und Urlaubsstimmung. Inhaltlich war für mich nicht ganz so viel „thrill“, wie ich mir erwartet hätte, dafür aber jede Menge Geheimnisse, Intrigen und Streitereien am Jungesellinnenabschiedswochenende, aber auch noch in der Gedenkreise drei Jahre später. Interessant finde ich die Erzählperspektiven, sodass alle vier Freundinnen von Aoife ihre Sichtweisen schildern können und zum Teil auch unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Dani hat vom Abend an dem Aoife gestorben ist ein komplettes Blackout. War das nur der Schock? War es der Alkohol? Oder doch etwas anderes? Dani lässt dies keine Ruhe und sieht als letzten Ausweg, ihr Erinnerungsvermögen zurückzugewinnen, indem sie nochmals die Reise nach Marbella antritt und auch die ehemaligen Mitreisenden dazu überredet. Beth, Tiff und Celine sind nur mäßig begeistert.
Nach und nach erfährt man als Leserin kleine Geheimnisse über die Freundinnen von Aoife, die teilweise schockierend sind und den tragischen Abend in ein anderes Licht rücken lassen. Die Charaktere sind allesamt nicht sehr sympathisch dargestellt, und ihre Freundschaft war auch nicht so eng und loyal, wie es am Anfang schien. Zusätzlich kommen noch ein paar Männerbekanntschaften aus Marbella ins Spiel, die die Situation wieder neu aufmischen. Am Ende hätte ich für jede und jeden von ihnen einen Grund gefunden, Aoife aus dem Weg haben zu wollen. Wer im Endeffekt involviert war, wird zum Schluss vollständig aufgeklärt, sodass sowohl die Leserinnen als auch Dani Klarheit über den desaströsen Abend vor drei Jahren erhalten.