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Morlin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2025

Eine besondere Familiengeschichte

Vor hundert Sommern
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Von Katharina Fuchs habe ich schon mehrere Romane gelesen und gerade ihre Bücher, die auf ihrer eigenen Familiengeschichte basieren, haben mich sehr begeistert. Das neueste Werk der Autorin war für mich ...

Von Katharina Fuchs habe ich schon mehrere Romane gelesen und gerade ihre Bücher, die auf ihrer eigenen Familiengeschichte basieren, haben mich sehr begeistert. Das neueste Werk der Autorin war für mich natürlich ein Muss!

Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei Frauen erzählt. Anja, im mittleren Alter, Mutter zweier erwachsener Töchter, angestellt als Bibliothekarin an einer Universität. Lena, eine der Töchter von Anja, Anfang zwanzig, hat gerade ihr Studium in Berlin begonnen. Und dann gibt es noch Clara, die wir durch die Jahre 1924 bis 1933 begleiten und die Großtante von Anja gewesen war.

Von Clara wussten Anja und Lena so gut wie gar nichts. Erst als sie die Wohnung von Anjas Mutter ausräumen müssen, stoßen sie auf Gegenstände, die einst Clara gehörten und auf ein merkwürdiges Schriftstück, welches lange Verschwiegenes wieder an die Oberfläche bringt.

Vor hundert Sommern ist eine Familiengeschichte, die davon handelt, dass die Vergangenheit auch zukünftige Generationen belastet. Wir vererben unsere Ängste und Sorgen an unsere Kinder. Besonders fand ich auch die Bezugnahme zu den aktuellen Ereignissen 2024.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Am Besten fand ich die Abschnitte mit Clara und die sehr bildhafte Beschreibung ihres wirklich nicht einfachen Lebens. In welch ärmlichen Verhältnissen sie damals aufwachsen musste, kann man sich in unserer heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellen.

Ich hätte gerne noch mehr von Clara erfahren und mir die Abschnitte der heutigen Zeit dafür etwas kürzer gewünscht. Insgesamt war es für mich ein tolles 4,5 Sterne Buch.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Zwei-Wochen-Rhythmus

Halbe Leben
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Klara und Paulina sind gemeinsam auf einer Wanderung. Doch plötzlich ist Klara verschwunden. Nur ein schnelles Rascheln der Blätter war zu hören, ein dumpfer Aufprall, dann war Stille. Dabei sollte diese ...

Klara und Paulina sind gemeinsam auf einer Wanderung. Doch plötzlich ist Klara verschwunden. Nur ein schnelles Rascheln der Blätter war zu hören, ein dumpfer Aufprall, dann war Stille. Dabei sollte diese Wanderung den Riss zwischen den beiden Frauen kitten. Und jetzt ist Klara tot. Ein Unfall. Auf jeden Fall. Oder etwa doch nicht?

Nach dieser einführenden Szene springen wir etwa ein Jahr zurück, als Paulina als Pflegekraft für Klaras Mutter Irene in Österreich eintrifft. Paulina erweist sich als Retterin in der Not. War sie bei Irene, musste sich Klara keine Sorgen mehr machen und konnte ihrem Beruf voll und ganz nachgehen.

Für Paulina ist das ihr erster Einsatz. Zwei Wochen Pflege in Österreich, dann wieder zwei Wochen zu Hause in der Slowakei. Das bringt gutes Geld. Doch das bedeutet auch, ihre zwei Söhne bei ihrer Schwiegermutter zurückzulassen.

Mir hat es große Freude bereitet, die beiden Frauen in der Geschichte zu begleiten und ihre unterschiedliche Lebensweisen miteinander zu vergleichen. Nur das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Insgesamt ein tolles und lesenswertes Buch, dem ich gerne 4,5 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Humorvoll und berührend

Von hier aus weiter
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Der Einstieg ins Buch hat mich direkt gepackt. Wir befinden uns auf der Toilette einer Gasstätte und Marlene bekommt das Türschloss nicht mehr auf. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich durch den Schlitz ...

Der Einstieg ins Buch hat mich direkt gepackt. Wir befinden uns auf der Toilette einer Gasstätte und Marlene bekommt das Türschloss nicht mehr auf. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich durch den Schlitz unter der Tür durch zu robben. Und während sie das tut, steht plötzlich ein kleines Mädchen vor ihr und starrt sie einfach stumm an.

Nach dieser köstlichen Szene, die mit viel trockenem Humor aufwartet, hatte ich ein eher lustiges und etwas seichte Buch erwartet. Doch das ist es mitnichten; es geht vor allem um Wut und Trauer.

Denn Marlene befindet sich nicht ohne Grund in der Gaststätte. Dort findet gerade die Trauerfeier ihres verstorbenen Ehemannes statt und die gesamte Familie ist anwesend. Marlene fühlt sich sehr deplatziert und möchte einfach nur nach Hause.

Dort verkriecht sie sich regelrecht, bis ein neuer Mensch in ihr Leben tritt, Jack. Mit Jack hat die Autorin einen dermaßen hinreißenden und liebevollen Charakter geschaffen. Ich war regelrecht schockverliebt.

Das Buch ist mich wirklich begeistert. Nur das Ende war mir irgendwie zu wenig. Und gleichzeitig fühlte es sich richtig an. So ist das Leben eben.

Es war mir eine absolute Freude und ich bin schon auf das nächste Buch der Autorin gespannt. Insgesamt vergebe ich 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Dieser eine kleine verdammte Moment

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Nach dem Buch „Wir sind doch schließlich wer“ legt Anne Gesthuysen mit einem zweiten Teil nach. Wir befinden uns also wieder in dem kleinen Ort Alpen am Niederrhein, in dem Anne als ledige Pfarrerin ihre ...

Nach dem Buch „Wir sind doch schließlich wer“ legt Anne Gesthuysen mit einem zweiten Teil nach. Wir befinden uns also wieder in dem kleinen Ort Alpen am Niederrhein, in dem Anne als ledige Pfarrerin ihre Gemeinde betreut. Und natürlich sind auch alle anderen liebenswerten Charaktere, wie Tante Ottilie, Martinchen und Kommissar Volker mit dabei.

Es lohnt sich auf jeden Fall, den ersten Teil vorab zu lesen, weil es doch immer wieder Anspielungen darauf gibt, die ansonsten Fragezeichen beim Leser verursachen.

Das sah mir erst nach einer netten und humorigen Familiengeschichte aus. Allerdings gibt es noch einen zweiten Erzählstrang, in dem wir weiter in die Vergangenheit reisen und Heike mit ihrer Familie und insbesondere ihre Tochter Raffaela kennenlernen. Ich will hier gar nicht spoilern, nur so viel sei gesagt. Mir ging beim Lesen immer wieder dieser Satz durch den Kopf. Dieser eine kleine verdammte Moment.

Gerade dieser Erzählstrang hat es mir angetan. Hier waren ich und meine Emotionen voll mit dabei. Ich hätte mich gefreut, wenn Heike in dem Buch noch mehr Raum gegeben worden wäre.

Insgesamt war es für mich ein gelungener und stellenweise emotionsgeladener Roman, dem ich gerne 4,5 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Das Buch Hanna

Ein anderes Leben
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Der Titel des Buches lässt sich nach der Lektüre auf zweierlei Arten interpretieren.

Zum einen beschreibt der Buchtitel das Leben von Hanna, dass auf jeden Fall anderes ist, als man es zu dieser Zeit ...

Der Titel des Buches lässt sich nach der Lektüre auf zweierlei Arten interpretieren.

Zum einen beschreibt der Buchtitel das Leben von Hanna, dass auf jeden Fall anderes ist, als man es zu dieser Zeit erwarten würde. Denn drei Kinder von drei verschiedenen Ehemännern, ist alles andere als üblich. Zudem sich alle Ehemänner und Kinder untereinander gut verstehen. Eine Patchworkfamilie, wie man sie sich wünscht.

Die zweite Interpretation ist, dass sich Hanna eigentlich ein anderes Leben gewünscht hat. Denn mir kam es so vor, als hätte Hanna komplett auf Familienleben verzichten können. Sie hat weder die Geduld noch Freude daran, als Hausmütterchen jeden Tag ein Mittagessen auf den Tisch zu zaubern. Auch die Erziehung ihrer Kinder empfindet sie als langwierig und eher lästig.

Hanna war für mich eine eigenartige und eigene Person, stark und unvergesslich.

Ein gutes Buch, das von mir 4,5 Sterne erhält!

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