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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2025

Literarischer Thriller

Der Gott des Waldes
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Barbara Van Laar ist verschwunden. Sie ist die Tochter der einflussreichen Bankiersfamilie, die das Sommercamp, in dem sie ihren Sommer verbrachte, besitzt. Ausgerechnet unter Louises Aufsicht ist es passiert, ...

Barbara Van Laar ist verschwunden. Sie ist die Tochter der einflussreichen Bankiersfamilie, die das Sommercamp, in dem sie ihren Sommer verbrachte, besitzt. Ausgerechnet unter Louises Aufsicht ist es passiert, die den Job dringend braucht, um ihren Bruder und ihre Mutter zu unterhalten. Aber das ist noch nicht das Schlimmste. Barbaras Bruder Bear ist vor 14 Jahren verschwunden und noch immer nicht wieder aufgetaucht. Eine verzweifelte Suche nach Barbara beginnt, bei der auch Hinweise auf Bears Verbleiben aufgedeckt werden.

Das Buch wird als literarischer Thriller bezeichnet und ich glaube, dass das eine gute Wahl ist. Das bedeutet aber auch, dass Menschen, die hauptsächlich Thriller mögen, an diesem Buch vermutlich nicht so viel Freude haben werden, wie an normalen Thrillern. Ich persönlich fand das Buch gelungen. Die Beschreibungen der Gegend sind lebhaft. Die Einblicke in die Perspektiven der Charaktere sind gut nachvollziehbar.
Mir hat gefallen, welchen Blick das Buch auf Feminismus und Klassismus geworfen hat. Durch die Hauptcharaktere, die hauptsächlich weiblich sind, bekommt man einen guten Einblick auf die Grenzen, aber auch die neuen Chancen, die sich zu der Zeit boten. Der Klassismus ist in den meisten Teilen gut umgesetzt, so wird klar, dass einige Leute sich von bestimmten Sachen frei kaufen können und Einfluss durch ihr Geld wirken können. Zum anderen gab es Stellen, an denen ich Armut zu romantisiert fand. So stand mehrmals im Raum, dass Armut ja kreativ mache und diesen ganzen Reichen dadurch etwas fehle, was ich etwas fehlgeleitet fand, vor allem im Kontrast zu den vielen differenzierten Blicken auf Armut und deren Tücken.
Ich fand die Auflösung des Rätsels sehr befriedigend.

Das Buch wird zurecht hervorgehoben, es ist sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 23.02.2025

Utopische Dystopie

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Die Welt ist untergegangen. Die letzte Bastion der Menschheit liegt auf einer kleinen utopischen Insel. Dort arbeiten alle Überlebenden und einige WissenschaftlerInnen zusammen. Alle Personen der Insel ...

Die Welt ist untergegangen. Die letzte Bastion der Menschheit liegt auf einer kleinen utopischen Insel. Dort arbeiten alle Überlebenden und einige WissenschaftlerInnen zusammen. Alle Personen der Insel haben eine KI im Kopf, die sich mit ihnen unterhält und ihnen Informationen übermittelt. Eines Abends wird eine Wissenschaftlerin ermordet. Das Problem: Alle Erinnerungen der Bewohner an die Nacht wurden gelöscht. Noch schlimmer, die tödliche Nebelwand, die die Insel umgibt, kommt seit dem Mord immer näher. Es bleibt also nur sehr wenig Zeit, in der sich Emory, eine Freundin der Wissenschaftlerin, auf die Suche nach dem Schuldigen macht.

Dieser Roman ist eine super spannende Mischung aus Scifi und Mystery, dabei hat mich der Scifi Aspekt besonders interessiert. Ich finde, dass der Aufbau sehr einzigartig und interessant ist. Die Ich-Perspektive ist aus der Sicht der künstlichen Intelligenz, die im Kopf jedes Einwohners der Insel ist. Zusätzlich dazu ist die Sicht der KI aber unzuverlässig. Sie teilt ihre Informationen nicht, da die Wissenschaftlerin, die gestorben ist, die einzige war, die ihr Befehle erteilen konnte. Auch der Aspekt, dass sich die Betroffenen nicht erinnern, macht die Situation wirklich spannend. Die potenziell Verdächtigen sind sich nicht sicher, ob sie es getan haben oder nicht. Außerdem kommt eine super spannende Perspektive rein, dadurch dass die Charaktere eigentlich in Frieden zum Wohl aller zusammenleben. Daher ist unsere Ermittlerin auch ziemlich arglos.
Die Scifi Aspekte fand ich sehr gelungen. Mir hat gefallen, was sich im Laufe des Buches noch herausgestellt hat. Ich war echt gefesselt davon, was wir noch erfahren.
An dieser Stelle muss ich leider meinen einzigen Kritikpunkt hervorheben. Das Mysterium fand ich jetzt nicht herausragend und übermäßig spannend. Aber da mich sowieso mehr der Scifi Aspekt gereizt hat, als der Krimi Aspekt, war es voll okay für mich.

Im Buch setzt der Autor eine sehr interessante Kombination aus Genren zusammen, die ich sehr gelungen finde. Das Buch konnte mich fesseln und ich persönlich kann es wirklich nur empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 11.02.2025

Verwoben

Fernwehland
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Henri und Simone haben lange Geld für eine Fahrt auf der Astoria, einem Kreuzfahrtschiff, gespart. Diese Fahrt ist etwas ganz Besonderes für die beiden, da sie einst auf dem Schiff noch unter anderem Namen, ...

Henri und Simone haben lange Geld für eine Fahrt auf der Astoria, einem Kreuzfahrtschiff, gespart. Diese Fahrt ist etwas ganz Besonderes für die beiden, da sie einst auf dem Schiff noch unter anderem Namen, der Völkerfreundschaft, gearbeitet haben. Sie begegnen der Schwedin Frida. Auch sie hat eine ganz besondere Verbindung zur Astoria. Doch schließlich wirbelt auch noch Elli dazwischen und sorgt dafür, dass alte Erinnerungen hochkommen.

Ich lese ganz selten historische Romane, aber nachdem ich “Die Sehnsucht nach Licht” gelesen hatte, wusste ich, dass ich für Kati Naumann eine Ausnahme machen werde. Daher habe ich mich sehr auf “Fernwehland” gefreut.
Das Buch hat mir gut gefallen. Kati Naumann schafft es durch ihre Recherchearbeit, die Zeit der DDR und das Drumherum herrlich lebendig werden zu lassen. Es gibt immer wieder sehr ergreifende emotionale Momente. Vor allem an Frida habe ich mein Herz verloren. Was für eine liebenswürdige Person mit einer so tragischen Geschichte.
Ich liebe es, wie die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist. Das war auch damals bei “Die Sehnsucht nach Licht” so herrlich. Die Sachen, die wir in der Vergangenheit erfahren, helfen uns, die Gegenwart zu verstehen und in der Gegenwart sehen wir Auswirkungen vergangener Geschehnisse. Dadurch ist die Geschichte ganz wunderbar angeordnet. Wir lernen die Hintergründe der Hauptcharaktere kennen und sehen, wie sie sich in der Gegenwart näherkommen. Besonders schön fand ich, wie die verschiedenen Leben in der Vergangenheit miteinander verwoben wurden.
Ich muss gestehen, dass ich emotional weniger stark abgeholt wurde, als bei vorherigen Werken. Ich hätte auch eigentlich gerne noch etwas mehr von der Geschichte der Astoria/Völkerfreundschaft/Stockholm gesehen, als “nur” die Erlebnisse dieser drei Charaktere.
Letztendlich ist es aber wirklich ein empfehlenswertes Buch.

Kati Naumann hat einen ganz ausgezeichneten Schreibstil und eine Art, die Geschichte zu verweben und bisher kann ich sagen, dass es ihre Bücher wirklich wert sind, gelesen zu werden.

Veröffentlicht am 30.01.2025

Basiswissen über Finanzen

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest
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Das Buch beschäftigt sich in 21 Kapiteln mit den Grundlagen, die Verbraucher als Wissen für ihre Finanzen brauchen.

Ich fand es dabei sehr nachvollziehbar und inhaltlich sinnvoll aufgemacht. Die Sprache, ...

Das Buch beschäftigt sich in 21 Kapiteln mit den Grundlagen, die Verbraucher als Wissen für ihre Finanzen brauchen.

Ich fand es dabei sehr nachvollziehbar und inhaltlich sinnvoll aufgemacht. Die Sprache, die mir persönlich bei Finanzthemen ab und an Bauchschmerzen macht, ist sehr gut verständlich und einige schwierigere Wörter werden hinten erklärt, was schön ist, aber eigentlich gar nicht wirklich nötig.
Mir gefällt vor allem, dass dieses Buch von der Stiftung Warentest kommt und damit nicht etwa von Leuten, die ihr eigenes Finanzprodukt verkaufen möchten oder ähnliches. Damit fühlen sich die Informationen sehr viel unabhängiger an, was mir persönlich hilft, da ich dahingehend überaus skeptisch bin. Sie erwähnen im Buch auch keinerlei konkrete Produkte, sondern verweisen dabei immer auf ihre Vergleichstests.
Im Buch wird auch ganz deutlich gemacht, was riskant ist und was nicht und womit man als Normalsterblicher gut fährt. Genauso werden aber auch Hinweise gegeben, wenn man risikofreudiger ist.
Das Buch ist eher was für “Anfänger”, kann einen dann aber gut begleiten, wenn man die Anfänge hinter sich hat.
Die letzten zwei oder drei Kapitel haben sich inhaltlich etwas wiederholt, aber da sie so kurz und knackig sind, war das jetzt auch nicht übermäßig belastend.

Wer sich über Finanzen als Spargrundlage informieren möchte, erhält hier unabhängige Informationen, die sich gut für Einsteiger und Leute, die sich nicht einen riesigen Kopf um das Thema Finanzen machen wollen, eignen.

Veröffentlicht am 31.12.2024

Entgegen meiner Erwartungen kein Jahreshighlight

A Dark and Drowning Tide
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Im Buch geht es um Lorelei. Sie ist ein aufstrebendes Genie im Schatten ihrer Mentorin Ziegler. Und doch ist sie an ihrer gesamten Uni verhasst, was nicht nur daran liegt, dass sie verschlossen und eiskalt ...

Im Buch geht es um Lorelei. Sie ist ein aufstrebendes Genie im Schatten ihrer Mentorin Ziegler. Und doch ist sie an ihrer gesamten Uni verhasst, was nicht nur daran liegt, dass sie verschlossen und eiskalt ist, sondern vor allem daran, dass sie eine Yeva ist. Diese werden in der Hauptstadt des Landes verachtet, weil die Leute sie für alles Mögliche an Unglück verantwortlich machen. Ihre größte Rivalin ist die berüchtigte, empörende und wunderschöne Sylvia. Beide hatten auf den Platz an Zieglers Seite als Leiterin der Ruhigburg Expedition gehofft. Als Lorelei diese Position erhält, muss sie kurz darauf damit klar kommen, für die Aufklärung des Mordes an ihrer Mentorin und die Beendigung der Expedition verantwortlich zu sein. Und ausgerechnet Sylvia ist die einzige, der sie trauen kann.

Das Buch war das Buch, auf das ich dieses Jahr am aller allermeisten gefiebert hatte. Zwei akademische Rivalinnen, die sich in einer mystischen Welt zurechtfinden müssen, während sie einen Mord aufklären und sich ineinander verlieben. Das klang wie das perfekte Buch für mich. Aber leider war es mittelmäßiger, als ich gehofft hatte.
Die Mystik war genau das, was ich gerne mag. Einige Romane über die Fae lassen mich enttäuscht zurück, dabei will ich doch nur über seltsame Wesen lesen, deren Moralvorstellungen so entfernt von unseren sind und die ganz komische, spezielle Regeln haben. Das hat dieses Buch absolut geschafft. Aber auch hier war es nicht so tiefgehend, wie erhofft. Was auch das Problem bei vielen anderen Dingen war.
So auch bei der Beziehung zwischen Lorelei und Sylvia. Man hat die Sehnsucht und das Verlangen der beiden nacheinander, was durch die Verachtung und Missgunst immer mehr durchblitzt, absolut sehen können, aber es war letztendlich nicht so intensiv, wie ich es mir gewünscht hatte.
Das gleiche gilt für das Rätsel um den Mörder. Ich hatte mir mehr Mystery gewünscht, aber letztendlich hat es mich enttäuscht zurückgelassen. Bei einem guten Murder Mystery gibt es meistens diesen einen Moment, wo es plötzlich klick macht und man im Nachhinein alle Hinweise sieht oder es vielleicht durch gut gestreute Hinweise langsam aber sicher selbst errät. Stattdessen gab es meiner Meinung nach nicht viel Foreshadowing. Es war dann einfach so. Es war nicht vorhersehbar, aber auch nicht überraschend.
Die Darstellung, wie die Yeva ausgegrenzt wurden, war gut dargestellt. Es ist klar an Antisemitismus angelehnt und man kann mit Lorelei mitfühlen und wird richtig wütend bei den Dingen, die sie ertragen muss.

Daher muss ich schlussendlich einfach sagen, dass das Buch tolle Konzepte hat, die einfach noch viel mehr hergegeben hätten. So ist es eine gute Geschichte mit dem leicht bitteren Beigeschmack verschenkter Großartigkeit.

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